Full text : Dudweiler Zeitung

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Amtliches Publikationsorgan Rektlam en
1Ibonnementspreis 25 4 pro Z3spaltige
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samstag 16. Okt. 09.

—

Bef Jahres-⸗Abonnement
höchster Rabatt.
ist der Charbiner Zwischenfall bisher nur in der woyl
wollendsten Weise erörsert und als Bagatelle behandelr
worden. Wenn die Regierung sich durch das Vorgehen
Rußlands verlettt fühlt. so muß sie ihrer Meinung Aus—
druck geben Die unaohängige Presse kann schwerlich für
die Ehre Deutschlands eintreten, wenn dieselbe nach An—
icht der Reichsregierung nichkt verletzt ist.
* Die „Frkf. Stg.“ meldet aus Berhin: Ein pol—
nischer Nationalrat für das deutsscche Reich soll
als oberste Instanz ins Leben gerufen werden, um künf.
ig Zwistigkeiten im polnischen Lager vorzubeugen. Ofj—
sen wird zugegeben, daß der Straz-Verein die in ihn ge—
setzten Hoffnungen nicht erfüllt hat. Es soll daher kein
neuer Verein an seiner Stelle gegründet, vielmer eineé
pon allen polnischen Gruppen und Parteirichtungen an—
rkannte zentrale Organisation geschaffen werden, die in
illen strittigen Fragen die Entscheidung haben soll. Dem
sationalrat sollen angehören: die po nischen Abgeordne—
sen des Reichstags und des Landtags, die Vorsitzenden
her polnischen Wahlvereine, sowie aller größeren politi—
hen und sozialen Vereinigungen, Vertreter der polnischen
'ages- und Faächpresse, endlich hervorragende um das
holentum verdiente Personen, die von den übrigen Mit
iedern des Nationalrates kooptiert werden Der Plan
jgeht von dem Reichstaasabgeordneten Breistindaus
und findet in radikalpolnischen Kreisen sympathische Auf
nahme.
* Das Arbeitskammern-Gesetz, das im letzten Tag
ungsabschnttt vom Reichstag nicht mehr erledigt worden
ist, wird dem Reichstage erneut vorgelegt werden, und
war werden die Abänderungen, die die 34. Reichstags—
ommission an dem Entwur' getroffen hat, im allgemii—
sen im neuen Entwurf Berücksichtigung finden.
Oesterreich⸗ Ungarn.
*Die tschechischen Parteien drängen die Minister
Braf und Zatschet zur Demissson. Man glaub
aber, daß das Demissionsgesuch des Ackerbauministers
Braf von der Krone abgetlehnt wird. Nach
übereinstimmenden Veldungen werde der polnische
Landsmannminister Dulemba sich leines—
wegs dem Schritie Zatschels und Brafs anschließen. Von
»0. nischer Seite wird erklärt, daß durch die Sprachenge⸗
etze der deutschen Landtage das galizische Juteresse in
einer Weise tangiert wird. Die Tschechen kündigen die
Fortsetzung der Obstruktion schon für die ersten
Zitzungen des Reichsrats an.
Humoristische Ecke.
Begreifliche Vorsicht. Wie wir hören, soll
uch der Erxsultan Abdul Hamid der VLujftschiffahrt großes
Initeresse entgegenbringen und bereits mehreremale den
Lunsch geäußert haben, gleichfalls mit einem „Lenkba—
len“ fliegen zu dürsen. Die türkische Regierung soll ihm
dies auch tatsächlich gestattet haben, nur wird ihm zu die—
em Bwecke ein — Fesselballon zur Versügung
estellt werden.
Na, fo was! „Wie wir hören, hat bereits die
ussische Regierung aus Menschlichteusrücksichten gegen die
or einiger Zeit ersolgte grausame Hinrichtung des Roghi
n Marokto einen scharfen Protest eingelegt.
Billige Ausrede. Gast (zu einem Hausierer):
Vas, die Manscheitenknöpfe follen 80 Pfg. kossen, und
estern haben Sie mir dieselben für 70 Pfg. angeboten.
— Hausierer: „Ja, das ist eine Folge der neuen Finanz—
eform.
Radikaler Boykott. A.: 's Fleisch wird
schon wieder teurer! — B.: Essen S' halt WMilchspeisent
— A.: Erlauben Sie, bei dem Milchpreis! — B.: Ah
o! Na, so lassen Si Ihna Wehlspeisen machen! — A.:
s Mehl is ja a teurer word'n! — B.: Kruzitürk'n! So
aufen S' Jona an' vVederriemen und schnüren S' Ihna
n Magen ein! — A.: Die Lederpreise find enorm ge⸗
tieg n! — B.: So hängen S' Ihna auf!
Neuestes. Der Konig von Beigien hat über die
im Kongostaat von jseinen Beamten an den dortigen Een—
jeuotenen verubten Schand- und Marteriaten seine tiefse
Sutrüsiung ausgesprochen; sollte dies noch nicht een,
vill Allechöchstderfelbe seine Allerhöchst allertieisie Eut—
rünung ausspreche

—
Zweites Blatt.
Wochen-Rundschau.
ODer rauhe Oktobergeselle scheint sein Vergnügen dar—
an zu haben, daß Zerstörungungswerk in der Natur wit
pollenden zu helsen. Heftige Winde wehen über Wald
und Feld und verjagen die letzten Ueberbleibsel des Som—
ners. Von Tag zu Tag wird es früher dunkel und d0n
Lag zu Tag kälter: wir müssen jetzt wieder zu dem im
Zommer so arg vernachlässigten Ofen unfere Zuflucht neh—
nen. Die Politik schläft noch immer den Schlaf des Ge—
echten. Zwar hat der Bundesrat seine Beratungen wie—
zer begonnen, aber von seinen Beschlüssen hört man noch
riichts. Wann der dReichstag seine Sitzungen wieder be—
zjinnen wird. weiß man noch nicht, jedenfalls wird es
tioch eine Weile dauern. Allem Anscheine nach wird der
Winter auch im politischen Leben die Ruhe nicht stören,
»enn wichtige Probleme gibt es im Reichstag nicht z.
ösen. Auch der internationale Horizont ist klarer denn
e. Der neue Kanzler wird demnächst im Anschluß an
einen Wiener Besuch auch den anderen Verbündeten in
stom aufsuchen, um der Etikette zu genügen. Wicht'ge
ẽntscheidungen sind nicht zu erwarten. — Der Berliner
ẽrpresserprozeß Dahsel-Schuwardt hat merkwürd'ge Streif—
ichter auf den Verleger der „Wahrheit“, Reichstagsabge—
ordneten Bruhn, der Mitalied der Reformpartei ist, ge—
worfen. Die Staatsanwaltschaft hat die Voruntersuchung
eingeleitet, um auch gegen Bruhn vorzugehen. Ebenso
wie das Schacksche Mandat, wird wohl auch demnächst
der Bruhnsche Wahlkreis zu vergeben sein.
In Oesterreich-Ungarn scheint die ungarische
serise zuguterlett doch noch einer Lösung entgegenzu—
zehen. Und zwar versucht man es jedtt durch eine Kon—
jentration der auf der 67er Grundlage stehenden Parteien.
Die Hauptführer dieser Parteien sollen in Anbetracht der
daltung der Krone, de Konzessionen an die Bankgrupfe
inter keinen Umständen zu machen gewillt ist, zum Nach
zeben bereit sein, weil man dort eingesehen hat, daß
zurch weiteren Widerstand gegen die Entwirrungsakuüon
eine unheilvolle Krise heraufbeschworen wird, deren Trag—
veite sich nicht abseshen läßt. — Kaum ist jedoch die un—
zar sche Krise einen kleinen Schritt der Lösung näherge—
rückt, da gährt es wieder an einer anderen Seit:
»er Donaumonarchie. Die Sprachenfrage ist durc;
die jüngsten Beschlüsse der freiheitlichen und christlich se—
zialen Partei wieder akut geriorden. Die deutschen Par—
eien fordern für die vier reindeutschen Kronländer die
deutsche Amtssprache für alle BVehörden und wollen
diese Forderung demnächst den verschiedenen Landtagen
zur Beschlußfassung vorlegen. Die Tschechen sind natür—
ich mit diesem Vorgehen nicht einverstanden und haben
im Falle, daß der deutsche Antrag die kaiserliche Sank—
tion finden werde, die sofortige Demission der beiden
jchechischen Minister in Aussicht gestellt, was natürlich
vieder eine Kabineitstrise mm Gefolge haben wird. Maun
ieht also: unser Verbündeter hat seine liebe Not.
Während man vor einigen Tagen noch annahm, dafß
der Zar von Rußland seine Reise nach JFtaluen in
dbrjenn Jahre nicht mehr annmeten werde, hat man uns
durch die Entsendung der kaiserlichen Jachten eines an—
oeren belehrt. Die faische Insormation der Presse beruhr
ꝛtwa nicht auf einem Irrtum, neim, in Petersourg wur—
oen absichtlich sich widersprechende Nachrichten verbreitet,
damtt die Versolger des Zaren schließlich nicht mehr ein
noch aus wisen. Nachdem nun aber die kaiserlichen Jach
en leer nach Italien unterwegs sind, steht fest, daß der
derrscher aller Reußen sich für die Hinreise der Eisen—
zahn bedienen wird, um die Rückreise auf der „Stantard“
zurückzulegen. Ob die Zusammenkunft des Zaren mit
dem König von Italien eine Aenderung der hohen Po—
itik nach sich führt, ist wohl ausgeschlossen. Es wird al—
es beim alten bleiben.
Bemerkenswert ist, daß alle Erörterungen über eine
nögliche Zusammenkunft des Zaren mit dem Sul—
an der Türkei durch die Leerfahrt der russischen Kai—
erjachten gegenstandslos geworden sind. Damit ifßt auch

tußerlich die Absage des Zaren, nach Konstantinoper zum
besuche des Sultans zu fahren, endguülttig ausgesprochen.
Im übrigen ist das Unterbleiben der geplanten Zaren
eise für die politische Welt nicht überraschend gekommen.
chon seit mehreren Wochen war das Schetern dieses
Zrojekts bekannt geworden. Immer wieder haben aus—
ändische Blätter, so besonders einige französische, von
ieuem zu melden gewußt, daß diese politisch bedeutsame
Frage doch noch nicht endgülrtig im verneinenden Sinne
‚elöst wäre. Jetzt freilich werden alle solche Stimmen
ur lange verstummen, denn ob das nächste Jahr dem
zaren die Möglichtkeit geben wird, den Vesuch in Konu—
antinopel auszuführen, ist schon — ganz abgesehen von
nöglicherweise hindernd entstehenden Fragen der inter—
iationalen Politik — bei der geringen Bewegungsfreiheit,
»ie der Zar aus eigener Furcht oder aus Besorgnis se—
ier Umgebung für sein Leben hat, sehr fraglich. Doch
iuch die dauernde Absage der Reise nach Konstantinopel
zraucht nicht als beunruhigendes Woment in der inter—
iationalen Politik aufgefaßt zu werden. Im Gegenteil,
her hätte ein erfolgter Zarenbesuch beim Sultan manche
iachdenklich stimmen müssen, denn wegen der Einzigartig—
eit dieses Ereignisses hätte man ihm unwilkürlich eine
zrößere Bedeutung beimessen müssen, als sie sonst manche
indere MNonarchenbegegnungen beanspruchen dürsen.
In England tobt der Budgetkampfüzwischen
em Oberhause und dem Unterhause weiter, trotzdem Kö—
iig Eduard persönlich in den Streit eingegriffen hat.
lebrigens ist dieser Schritt König Eduards bei der Eigen—
ut des englischen Verfassungslebens ein ungewöhnlicher,
iber nachdem er ohne Widerspruch des Parlaments sich
n den letzten Jahren so manchen tiefgehenden Eingriff
n die auswärtige Politik erlauben konnte, wundert man
ich nicht weiter darüber. Ob der Budgetkampf durch ei—
ien Appell an das Volk ein vorläusfiges Ende finden
vird, muß die Abstimmung des Oberhauses ergeben.
zn politischen Kretsen hat man allerdings noch Hoff⸗
mung, daß die Lords den äußersten Schritt nicht wagen
ind schließlich doch den Beschlüssen des Unterhauses zu—
timmen werden.
Amerika hat ein großes Fest hinter sich, nämlich
ie HudsonFulton⸗-Feier. Es war dies nicht
ur eine reine lokale Veranstaltung, sondern von sasi
llen Ländern waren KKriegschisse und Wiatrosen zur
eitnahme entsandt worden. Es ist erfreutich, daß unsere
tatrosen senseits des großen Wassers einen guten Ein—
ruck hinterlassen haben und vor allen Dingen, daß die
dundgebungen eine größere Annäherung zwischen Deutsch—
and und den Vereiniaten Staaten gezeitigt haben, Groß—
dmiral von Köster, der Vertreter Deutschlands, war des
jteren Gegenstand gröserer Sympathiefundgebungen.

Volitischꝛe Rundichau.

Deutsches Reich.
* Gegen die Behundlung des Charbiner Zwischen—
olles durch die rufsische Regierung erhebt Pros. Schie—
tann sin der Kreuzzeitung energischen Protest. Er weist
arauf hin, daß die mannigfachen Grenzverletzungen an
er deutscherussischen Grenze, die sich russische Grenzsolda—
en zu schulden kommen ließen, bei uns durch Lokaiter—
tine in aller Stitle erledigt würden, und die russiiche
kegierung veripreche dann die Bestrafung der Schuldi—
en, obschon solche Zusagen keinesweas immer gehalten
dürden. Die russische Regterung habe aber den Cdarbi
er Zwischenfall durch eine amtliche Veröffentlichung zu
iner Haupt- und Staatsaktion ausgemutzt und der russi—
hen Presse dadurch Gelegenheit zu einer v'ierzehntägiger
detze gegen Deutschland gegeben. Professor Schiemann
erweist auf die andauernde Hetze Wesselizkis gegen
)eutschland, der noch im vorigen Jahre einen Orden be
ommen habe, cls ob er ein Staatsbeamter wäre. Schie—
dann meint, hier liege ein Anlaß zu einer Beschwerde
or, die eine Remedur verlange, und meint auch, es sei
u erwägen. ob es nicht nützlich sei, vor dem Parlamen
ur Sprache zu bringen was zwischen uns und Rußland
iege. In der Sache Schiemann offenbar recht; eẽs
väre nur interessant zu wissen, ob er ledialich in seinen
igenen Namen spricht oder die Anschauungen maßaeben
»er Kreise zum Ausdruck brinat. In der affiziösen Nre⸗

das Djadem des Verderbens.
O „Es ist derselbe, ein Freund unseres Ernsts und
segenwärlig zu einem Besuche hier anwesend,“ enkgegnete
 die Dame. „Er gedenkt sich zu verloben und möchte
inen Besitz in dieser Gegend erwerben. Darf ich zur
Tafel auf Sie zählen, um den jungen Herrn Ihnen
orzustellen? Ernst sehnt sich danach, Ihnen seine Ehr—
urcht bezeigen zu dürfen.“
„Ich bedaure,“ erwiderke ziemlich krocken der allke
herr, ich kehre nach Monza zurück.“
Frau de la Haye verabschiedete sich und schrikt aus
em Gemach Ihres Galken, die Herren allein lassend;
mgesäumt eiltke sie ihhrem eigenen Boudoir zu. Mit Mühe
laͤttele sie die Falten, die der Arger über die Mitteilingen
 des Herrn von Monza in ihren Zügen hervorgeru⸗
on hatkte.
„Verzeihung,“ sagte sie, Puisdome die Hand entjegenstreckend,
 „wenn ich Sie warken ließ. Der alte, ge⸗
chwätzige Herr von Monza suchte uns heim. Wir hofflen
dßF ihn unseres armen Ernsi's halber, denn er ist
ei *
„Aber es war eine neue Eniläuschung; das böse
ßeschick hat ihn mit Charles zusammengeführt und
hm eine blinde Zuneigung zu dem Ungeratenen fassen
assen. Denken Sie sich, er geht sogar mit der Absicht
im, ihn zu vermählen und hal bereits in aller Eile eine
zraut für ihn gefunden — eigenarkiges Paar freilich,
o recht für einander passend: Charles von Mezieres
md das geheimnisvolle Fräulein vom Saume des Seniswaldes

„Der Schützling der Madame Dupont?“ rief Puisome
 lebhaft.
MNejelbe — was überraäscht Sie bei dieser Mitteilnq
 2

„Daß jenes Mädchen eben der Grund jener plötzüchen
 Verwandlung sein muß, Idie seit kurzer Zeit mit
Ernst vorgegangen ist.“
„Eben die Romantik ihres verborgenen Daseins zieht
ihn so mächtig zu ihr hin. Er liebt Alexandrine mit der
janzen Glut erster nie geahnter Leidenschaft.“
„Ach, mein Lieber,“ spötkelte Madame de la Haye,
,das ist doch wohl nur eine Torheit, eine romantische
Illusion, die so rasch verfliegt, wie sie enlstanden ist.
krnst zähk erst zwanzig Jahre —“
„Allerdings, aber er besitzt eine Leidenschaftlichkeit,
die nicht zu unkerschätzen ist. Die Sache ist ernst. Sie
ennen ihn in dieser Beziehung nicht. Mich selbst über—
raschte seine Eröffnung auf das äußerste. Er hak ge—
chworen, jenes Mädchen zu seiner Gaktin zu machen
ind ungeachtet aller ihm im Wege stehenden Hinder—
risse, wird er zur Erfüllung dieses Schwures schreiten.
„So ist das Mädchen eine Abenkeuerin, eine Intri
juankin, die den Armsten in ihre Sirenennetze gelockt
hat ?* fragke Frau de la Haye. —
„Im Gegenteil, er ist in Verzweiflung, weil seine
diebe keine Erhörung findet.“ versekte der junge Edel—
mann.
„Desto besser. So werden Sie das Ubrige kun, mei—
ies armen Sohnes Gedanken von diesem Mädchen abzu-—
enken, nicht wahr, mein Freund? Nehmen Sie ihn mif
nach Paris. Mag er, von Ihrer Erfahrung geleitet,
ich in den Strudel des Jugendlebens der Welistadt stür—
jen. Aber behüten Sie ihn vor unbedachten Handlun—
en.“
Eben deshalb, weil ich sein Freund und der Ihrige
»in. Madame, habe ich beschlossen, Alles aufzubieten
ind ihm zu helfen, das Ziel seines Strebens zu erreichen
)»as Ziel seiner Liebe! Fangen wir es recht an, so
dürfte es zugleich das Ziel seiner ehrgeizigen Träume
sein, die Sie für Ihren Liebling gehegt haben.“

„Was wollen Sie damit sagen?“ stammellke die
dem, verwirrk. „Sollkte das Geheimnis jener jungen
ame —“
„Jene junge Dame ist die geliebte Tochter aus der
legitimen Ehe des Herrn d' Etoiles und seiner Gattin —
heute Ankoniette, Marquise von Pornpadour — Beherrcherin
 des Monarchen und der Mongarchie Frankreickn
zugleich.“
Frau de la Haye stieß einen Ruf der döchsten Aberraschung
 aus.
„»Großer Gokt, welche Aussichten ersffnen Sie meinem
Blick,“ rief Sie. „Mein Ernst der Schwiegersohn der
Marquise, an der Quelle aller Reichtümer, aller Ehren,
velches Glück wäre das für ihn, für seine Zukunft!
hätte ich das ahnen können, ich selber würde läugst
Alles aufgeboten haben, diese Neigung seines Herzeus
u fördern.“
Puisdome zuckte mit den Achseln.
„Sie vergessen, daß Mademoöoiselle Alexandrine Ernsl
aicht liebt,“ bemerkte er.
„Unmöglich, bei einem jungen Manne von seinem
Uußeren, seiner Bildung. Oder hat er einen Nebenbuh—
er ?*
„Ich fürchle, einen gefährlichen Rivalen sogar!“ ver⸗
etzte Puisdome nachdrucksvoll.
„Sie kennen ihn?“ fragte die Dame hastig.
„Ich fürchle, der begünstigke NRebenbuhler ist Char—
es Mezieres, Ihr Sohn erster Ehe Madame“
„Ah !“
Im Ausbruch ihres Zornes stieß Frau de la Haye
heinahe einen Schrei aus.
„Immer er und wieder er!“ rief sie aus. „Freund,“
uhr sie dann ruhiger fort, beide Hände dem jungen
Edelmann entgegenstreckend, „seien Sie unser Schuützgeist
der Alles zum Guken führt!“
„Ich will es versuchen,“ entgegnete Puisdome.
            
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