— AA— Nit
aanrebe beantragten in der Zweiten hesischere Küm—
ner die Soztaibemosfrofen, den Großheynnag aus die us
etche Benandluug hesjscher Stautsbürqger, die sich in der
Uodehnung sozraldemothrarnnwee Bet—
rrordneier durch die Regterung gezeigt habe, nufuerksam
zu machen In der Abstininung erklärten sich die
Sozialdemotraten gegen eine Beanwworiung der Thronrede.
Rußland.
*JIswolski tritt am russischen Neujahrstage zurück und
Aird voraussichtlich Botschafter in Berlin.
* Der Präsident der Reichsduma, Chomjakoff, wurde
n Zarskoje Sselo vom Kaiser empfangen. Der Empfang
auerte anderthalb Stunden, während welcher Chomjatoff
iber die Tätigkeit det Reichsduma berichtete. — Der Prä⸗
ident der Reichsduma, Chomjakoff, teilte den Vertretern
der Presse mit, er habe während der Audienz beim Kai—
er alle von der Tuma und den Kommissionen behandel—
len tausend Angelegenheiten berührt, ebenso die Inter—
»ellationen und Zwischenfälle in den Dumasitzungen. Er
sabe den Eindruck erhalten, daß alle Gerüchte über die
Löglichkeit eines Ersolges der auf die Auflösung oder die
tzeseitigung der Duma gerichteten Intrigen zweifellos un—
zegründet seien
Frankreich.
vWie in parlamentarischen Kreisen verlautet, wird sich
r Ministerrat in seiner nächsten Sitzung auch mit
»r Frage beschäftigen, in welcher Weise dem jüngsten
Heschlusse der Kammer betreffend Aufrechterhalt—
Eng der Todesstrafe Rechnung getragen werden soll.
Hie Lösung der Frage, bezüglich derer im Ministerium
einungsverschiedenheiten herrschen, wird noch dadurch
rüchwert, daß Präsident Fallieres seit mehreren Jahren
nlte zum Tode Verurteilten begnadigt hat. Gegen—
vartig besinden sich in den französischen Gefängnissen an
zu) zum Tode verurteilten Verbrecher.
* Dem „Matin“ zufolge ist Marineminister Picard da—
nit beschäftigt, eine Art In ventur der gesamten
driegsflotte aufzustellen, welche ein genaues Bild
*xc Seemacht Frankreichs gewähren und als Grundlage
er die im Laufe der nächsten Session zu gewärtigenden
oammerdebatten über die Umgestaltung der Marine
Aenen soll. Behufs Fesistellung des Reformprogrammes
IA demnächst der höhere Marinerat einberufen werden.
atwr „Matin“ bemerkt hierzu, das französische Volk wird
wiß vor keinem Opfer zurückschrecken, um die Fortent⸗
Scelung feiner Seemacht zu sichern, sobald es die nöthze
dee dafür besitzt, daß die Gelder nützlich verwendet
verden
Persien.
»WVIspahan ist in der Gewalt der Bachtiaren, die selbst
ur Wiederherstellung der Ruhe schreiten. Der Gou⸗
Rerneursist abgesetzztt.
x Während der letzten Tage wurde in Ispahan mit
tweiligen Unterbrechungen gekämpft. Bis zur Ankunft
eT Verstärkungen der Bachtiaren hat die Partei der Un—
ufriedenen ein offenbares Uebergewicht. Eine Anzahl
Swdaten suchte im englischen Konsulat Zuflucht. Der Pa—
Ast des Gouverneurs wurde von den Einwohnern ge—
endert Der Gouvpernvneur ist 2aurückgetretem An
erret Se37 proklamierte sich der Anführer der Bachtia⸗
en zum Gouverneur von Ispahann.
— Serbien.—
* Die serbische Regierung, die noch in der letzlen
Auptschina⸗Sitzung nach der Rede Milowanowitschs stür—⸗
nische Beifallskundgebungen geerntet hatte, ist zurückgekreien.
Während der Weihnachtspause der Stuptschina
werden wieder die Fäden zur Gründung einer Koali—
rens-Regierung aufgenommen werden. Diese Regierung
all eine Krisegsregierung sein, die, falls ein
zcieg ausbrechen sollte, wähend der Dauer desjelben die
Staatsgeschäfte führen soll.
*Kronprinz Georg hat im Belgrader Offizier⸗Ka⸗
sino wieder eine kriegerische Rede gehalten, in der er
u. a. sagte, er wäre der glücklichste Mensch, wenn er an
der Spitze der serbischen Legionen gegen Oesterreich
marschieren könnte —
Türkei.
*,Daily Telegraph“ meldet aus Konstantinopel: Ach—
ned Riza Bey stattete anuläßlich des Neujahrswechsels
erschiedenen Botschaftern Besuche ab. Er er—⸗
Jarte bei dieser Gelegenheit, daß die Türkei für Bos—
nen und die Herzegowina keine Geldentschädigung an—
ehmen dürfe, da es nicht der Würde der Türkei ent—
preche, eine Provinz gegen Geld abzutreten. Sollte die
urkische Regierung eine Geldentschädigung annehmen, so
rairde das jungtürkische Komitee Einspruch erheben.
* Der österreichisch ungarische Botschafter hat der Pforte
nc Verbaluote überreicht, in welcher die Pforte dar—⸗
zus aufmerksam gemacht wird, daß die österreichischen
weren in Smyrna zwar ausgeladen, jedoch nicht einge—
gert würden und die österreichisch-ungarische Regierung
⸗Wadenersatz verlangen würde. ααα αααναιιιNν
—*— Marokko.
*Eine neue französische Unruhestiftnug ist in Ma—
Auf der Spur.
Novelle von B. 6C.
Weor von Sommerfeld war ganz entsetzt, als sie am
* ihr Boudoir betrat und das verräterische Buch of⸗
ñ auf ihrem Schreibtisch liegen sah. Daß sie selbst es
vort gelassen, hatte sie vergessen, und jetzt fiel es zentner⸗
hwer auf ihre arg befledte Seele, daß Andia garruͤcht das
ild gebracht, und Alfred, der es ihr später überreichte,
war ungewöhnlich erregt gewesen, vielleicht hatte er seps
zas Buch entdeckt und trat jetzt als Ankläger gegen sie auf.
Sogar — der alte treue Diener, wälzte sich schlaf⸗
o8 auf seinem Lager.
Er dachte an seinen armen jungen Herrn und über—
vbᷣgte, welche Schritte er zu seiner Rettung tun könnte.
DHer Argwohn der Gouvernante hatte schon längst in sei—
«*xm Herzen Wurzel gefaßt, aber heute war er noch mehr
»arin bestärkt, denn je, da der Küchenjunge den Wein ge—
»unlen, den Lydia ihm gegeben, und seildem klagte er
heftige Kobfschmerzen und hatte gegen Abend sogar
rieber.
Aber als am anderen Morgen der treue Alte sein
Lagewerk beginnen wollte und immer noch unschlüssig über
„e Schritte war, die zur Entdeckung des Verbrechens
ochren solltetnt, hatte eine höhere Hand bereits die Rettung
ries jungen Menschenlebens übernommen.
eein Waldhausen war allein im Frühstückszimmer,
ils Lydia zur gewohnten Stunde mit ihren kleinen Zög—
Agen eintrat.
„Bleiben Sie bei mir,“ wandte sie sich bittend der
ngen Dame zu, während sie die Kleinen schnell in das
nderzimmer zurüdsandte, „wir sind um Frau von Som⸗
merfeld in großer Sorge, sie scheint ernstlich erkrankt zu
ein. Alfred ist bei ihr, er sagte mir, sie habe in der
deacht so schwer geatmet, daß er es in seinem Zimmer
*Bart habde.“
Fürchten Sic sür ihr Lebener kam es Aiferad born
Vippen des richredten Wadnens.
a, Alfred iuchter das Schtunmste, er hat scon nach
Aczt geschiac. Tort kommt er“, unterbrach sie sich.
in diesem Augenblidde der schrille Ton der Hausglode
—— urere ot bearßnhet ind wie
Oio szui , . . Aurnnngee Gbeonerdel wird,
taf aus Wazaghan die Rochriht ein, daß am 30. De—
ember 1006 Irdizösische Soldaten den Fluß Um Arbije
borschritten und sich bei dem zum Dukalastamm gehoren—
en Uled Fordisch in der Kasbah des Kaih Rami, der
bruttey Halid noch nicht anerkannt hat, einquartiert ha—
en. Sie forderten den von Anbeginn an zu Wuley Ha—
id haltenden Kald Trigs auf, sich ihnen zu unter—
verfen, widrigenfalls sie ihn vertreiben wür—
vürden. Den Eingeborenen wurde von den Franzosen
m Falle des geringsten Widerstandes mit völliger Ver—
aüchtung gedroht. In Mazaghan herrscht ungeheure Auf—-egung
über diefen neuen französischen Versuch der Frie—
zensstörung.
Geriehtszeitung
s Ter Knabenmörder Heider, Ver wegen Tötung
es Knaben Blecher zu zehn Jahren Zuchthaus ver—
irteilte Schuhmacher Heider in Berlin hatte sich we—
zjen Diebstahls von großen Mengen Silber, Kupfergeschirr
und zahlreichem Tischzeug, serner wegen Bedrohung ei—
es Mädchens mit dem Verbrechen des Totschags, wegen
zer wissentlich falschen Anschuldigung eines früheren Bür—
jermeisters, den Blecher ermordet zu haben, sowie wegen
zreiheitsberaubung, zu verautworten. Die stundenlange
zerhandlung ergab, daß die Anklage nur zu einem klei—
ien Teil zu erledigen war. Wegen Diebstahls in zwei
zällen wurde Heider, der seine Strafe im Zuchthause zu
Noabit verbüßt, zu einer Zusatzstrafe von vier Monaten
Zzuchthaus verurteilt
Erdbeben in Italien
Oer Marineminister teilte über die leichte Verletzung
der Königin Elena folgendes mit: Während die Kömigin
au Bord des Dampfers „Königin Elena“ mit der Pflege
der Verwundeten beschäftigt war, fiel plötzlich
in Mann in Krämpfe und rief, er wolle sich töten. Sein
Beispiel wirkte ansteckend, denn sofort rief auch eine an—
»ere Frau, sie wolle ins Meer springen und rannte ge—
gen die Brüstung des Schiffes. Die Königin warf sich
der Unglücklichen mit ausgebreiteten Armen entgegen und
ahielt hierbei einen Stoß gegen die Brust, der immerhin
o heftig war, daß ihr einige Blutstropfen aus dem
Nunde traten. Ohne sich darum zu kümmern, machte sich
ziie Königin sofort wieder an die Arbeit der Pflege der
berwundeten.
König Eduard hat den Matrosen des englischen
Feschwaders, welche sich an den Rettungsarbeiten betei—
itat haben. seinen Dank ausgesprochen.
Die Eisenbahnverbeudung mit Palermo ist wiederher—
zestellt. Im Hafen ist ein beständiges Kommen und Ge—
sen von Dampfern und Kriegsschiffen. Die Hilfstäügkeit
si nunmehr besser organisiert. An die Bewohner der
jänzlich zerfiörten Vorstädte werden Lebensmittel ver—
eilt. Das Innere der Stadt ist weniger verwüstet. Die
Jeuerwehrleute aus Palernio, Genua, Mailand und an—
eren Städten beteiligen sich an dem Rettungswerk. Die
Zeiche des Deputierten Fulei wurde unter den Trüm—
nern gefunden. Als die Rettungsmannschaften einem
dilferuf nachgingen, sanden sie unter den Trümmern eine
zjanze Familie wohlbehalten vor; sämtliche Mitglieder ei—
ier anderen Familie wurden mit geringen Verletzungen
mufgefunden. Da die Erdstöße, wenn auch mit verminder—
er Kraft fortdauern, so finden noch fortgesetzt Nachstürze
latt. Um den Leichengeruch abzuschwächen, werden die
Trümmer mit Karbolsäure begossen.
Wie die „Roma“ meldet, wurden der Banca d'JIta—
lia in Messina 4 Miillionen Lire gestohlen.
Wie aus Messina gemeldet wird, traf dort ein grö—
zerer Dampfer mit Proviant und Bekleidungsstücken ein.
zum ersten Male erfolgte die Verteilung der Post an
Re noch überlebenden Einwohner
Die türkische Regierung hat 500 Betten, Aerzte und
7rankenpfleger nach Messina gesandt und den Auftrag er—
ceilt, dort ein Spital einzurichten. Zahlreiche kürkische
Blätter haben eine Substription eröffnet.
Aus Cattania wird telegraphiert, daß die Straße
F Messina jetzt von zahlreichen Haifischen wim—
nelt.
„Echo de Paris“ meldet aus Mailand, daß dort
remde Matrosen, welche sich an den Rettungsarbeiten in
Züditalien beteiligten, die italienische Militär-Medaille
rhalten haben.
Bei den in Messina getroffenen Maßnahmen gegen
ie Plünderer scheinen auch furchtbare Frrtümer
u unterlaufen. Ein Major, der mit einer Abteilung
Zoldaten Straßen bewacht, bemerkte einen Mann, der sich
inter den Trümmern eines Hauses zu schaffen machte.
befragt, was er dort suche, erwiderte der Mann: „Das
sier ist mein Haus.“ Ohne ihn auch nur weiter anzu—
»ören, wurde der Mann hinter eine Mauer gestellt und
zuf der Stelle niedergeschossen.
Der Kanal, der Messina durchschneidet, ist mit Schutt
tusgefüllt. In den Straßen reicht der Schutt bis an die
vesimse der stehengebliebenen Häuser; innen sind die Häu—
er alle säß zertrünmmert. Ueberall sieht man von
Als aver nach turzer Zeit auze in das Gemach
rat, sah man aus seinen entstellten Zügen, was geschehen
dar. „Sie ist tot“, flüsterte er leise, „ein Gehirnschlag hat
hrem VLeben ein Ende gemacht.“
Als sie neben ihrem Gatten mit großem Pomp, und
ssepraͤnge zur lehzten Ruhe gebettet wurde, folgte Alfred
zunächst dem blumengeschmügten Sarge. Er fuͤhrte sein
leines Brüderchen an der Hand, ahnte aber nicht, daß
im seinetwillen die Entschlasene ihre Seele mit einem ent⸗
etzlichen Verbrechen belasten wollte.
Nur Lydia uͤnd der alte Diener wußten es, aber sie
wahrten das Geheimnis treu in ihren Herzen.
Die junge Dame hatte das Buch genommen, es vor
den Augen des Alten zu Asche verbrannt und beide hoff⸗
en jeht auf Erhaltunq des Lebens des geliebten iungen
derrn.
Bald nach der Beerdigung der Frau von Sommerfeld
iahm Fräulein Waldhausen die Kinder und die Gouver—
ialite zu sich und bezog mit ihnen eine kleine Besitzung
im Rhein, die Alfred gehörte, und die von jetzt an der
Wohnort der kleinen Familie sein sollte, während Alfred
nit einem Freunde im sonnigen Süden völligs Genesung
inden wollte. Als er nach einigen Monaten seine Rück⸗
ehr anzeigte, wollte Lydia für immer die ihr lieb gewor—⸗
»ene Stellung verlassen. Sie wußte, Alfred liebte sie noch
mmer, obgleich seit jenem verhängnisvpollen Abend kein
Wort von Liebe über seine Lippen gelommen, aber seine
Blicke hatten deutlich genug gesprochen.
Dann gedachte sie der Zukunft, die noch ebenso öde
und trostlos vor ihr lag, wie vor Jahresfrist, und ihr
derz zog sich krampfhaft zusammen.
„O, Vater, Vater,“ stohnte sie dann, „ich habe Dein
daus verlassen, und Du hältst mich für tot, und meine
irme Gertrud, deren Namen ich trage, und deren Stellung
ch mir aneignete, wenn Ihr Beide wüßtet, wie unglüd-Feich
bin, so würdet Ihr Mitleid mit nmir haben“
vuter Golt, Alsred. wer ist 28 uttatn ee
„Daos ist Fräulein Fielden, Herr Heceudort; pe gt die
Erzicherin meiner lleinen Gesawisier. Warum fragen Sier
Alftred Sommerfeld war unerwartet ach früher
non seiner dierse zurücgekehrt und hatte enen Batt dar
—
unden gaitgnrretenne Letchen und Veichenteide liegen 34
arien auf den Schutthigeln. Man hat bre eßt 20 00
Dote bestatter und 46 90 und noch mehr sind noch 1
Irzen Bisser sind ieber 30 0000 Menschen ausgewander
Aus zurstörte Reggio
Wir bringen heute unseren Lesern eine Ansicht Reg—
—
iberlebt; abwechselnd in der Gewalt der Römer, Goten
Zarazenen, Byzantiner, Normannen und Türken, wurde
s bereits 1783 durch ein Erdbeben zum großen Teile
erstört, jedoch in verhältnismäßio kurzer Zeit wieder au'
2
7
ü a
gsebaut. Die Stadk, welche vor oer Katastrophe auf ein«
Finwohnerzahl von nahezu 30 000 blicken konnte, war der
Zit eines Präfekten, eines Erzbischoss, hatte mehrere
iuswärtige Konsulate und eine große Anzadl hervorragend
»ebauter staatlicher und städtischer Gebäude, darunter eine
ttliche moderne Kathedrale, die ebensalls völlig zerstör—
unter den spanischen Zigeunern scheint eine
jollständige Mordseuche ausgebrochen zu sein. Fünf von
hnen wurden zum Tode durch Strang verurteilt. Sie
rmordeten in der Nähe von Valencia eine ganze Fami—
ie. Zwei andere Zigeuner in Sevilla wurde vorher schon
ingerichtet; sie ermordeten, nachdem sie wegen Straßen⸗
aubes verhaftet worden waren, in einem Eisenbahnzuge
)rei Gendarmen. In Madrid befinden sich sechs Zigeu—
ier in Untersuchungshaft, die einen anderen Zigeuner
ruf dem Viehmarkte erstachen. Der Präsident des Ge—
richtshofes hielt es angesichts der beträchtlichen Anzahl
»on Zigeunern, die sich unter den Zuschauern im Gerichts—
aale befanden, für angebracht, eine allgemeine Durch—
uchung der Taschen anzuordnen. Man beschlagnahmte 52
Dolche, 17 altmodische Pistolen, 8 Revolver, 3 Büchsen
und noch andere Mordwaffen.
Böhmischer Wirrwarr. Bei der Prager Postdirek⸗
tion sind zwischen dem tschechischen Direktor Kraus und
dessen deutschen Stellvertreter Svobada wegen der An—
wendung der deutschen oder tschechischen Sprache im in—
neren Postdienst Konflikte ausgebrochen, die eine geord—
nete Amtsführung bei der Postdirektion erschweren. Kraus
ucht im inneren Verkehr der Postämter der Prager Di—
ektion dem Gebrauch der tschechischen Sprache eine mög—
ichst große Ausdehnung zu geben, während Svoboda den
Standpunkt vertritt, daß nach den bestehenden Verord—
nungen im inneren Dienst die deutsche Sprache anzu—
wenden fei. Beide Beamte wurden nach Wien berufen,
un bei der vorgesetzten Amtsstelle Aufklärungen zu ge—
ben. — Daß Leuie mit urdeutschen Namen sich als fana—
tische Tschechen und Leute mit echt slavischen Namen sich
als deutsche Untertanen aufführen, ist nicht selten. Vor
20 Jahren waren Rieger und Herold Tschechenführer
während ein Aba. Krzepak das Deutschtum vertrat
Fraͤulein Waldhausen begrußgte die beiden Herren n
der oͤffenen Haustür, und der Gost hatte mit einem flüch⸗
igen Blick die hohe schlanke einer jungen Dame
demerkt, die gerade über den orridor schritt und di
eine ganze Aufmerksamlkeit fesselte.
„Rifred“, sagte er dann tief bewegt, und seine Stim
me llang fast feierlich, ich glaubte meine Tochter Lydio
zesehen zu haben, die ich seit einem Jahre als tot be
veine.“
Fräulein Fielden heißt Lydia, erwiderte Alfred, ied
will sie zu Ihnen —3— damit Sie ihre Bekanntschafp
machen. “ Führe doch Herrn Hegendorf in den Salon, liebt
Tante, ich will Fräulein Fielden holen.“
Er eilte die Treppe hinan. Niemand, hätte in die—
sem kräftigen jungen Mann, der zwei Stufen nit einma
sahm, den schwachen Kranken wiedererkannt, der vor Jab
resfrift kaum ein Glied rühren konnte.
Die junge Dame war allein; sie pretzte die Hand ae
gen d inn und schaute zum Fenster hinaus
„Lydia!“
Vel dem Tone der wohlbekannten Stimme wandte su
iich schnell um, und heiße Glut färbte ihre bleichen Wan—
gene Alles war in diesem Augenblick vergessen, die Angst
zor Entdedung, die Furcht vor der Zukunft, sie fühlte nur
seine Nähe und seine Liebe. Mit ausgestreaten Händen
eilte sie ihm entgegen, und im nächsten Augenblid drückte
er sie fest an sein Herz. *
Geliebte, sreust Du Dich, mich wiederzusehen? E⸗
war doch nur ein böser Trgum, der mich glauben machte.
daß Du mich nicht liebtest.“
Die leise geflüsterten Worte riefen sie blitzschnell in
die Wirklichteit zutüg. O nein, nein,“ schluchzte sie unker
Tränen. Lafsen Sie mich los, ich darf Sie nicht lieben.
aber die Freude, Sie wiederzusehen, war so groß, daß ich
neine Gefuhle nicht beherrschte.
Alfeed lietz sle aus seinen Armen; erschredt trak er
inen Schritt urcuüd. „Ilt Idr Herg Nch micse oez
tötente cc, „ben Sie etnen Bréutigam?
en, ene ich üede, nur Sie allein. Rer ub
richt Ihre Gattin werden.“ scheie sie ot der indα —
deim Sie erst dles wissen, werd. ie s seibiz
unhen Ich bin gar nicht Hrü Nige viga
. 2