Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

Verbot *
erbotene Glücks fspiele. In letzter
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Agebract. darauf hinzuweisen. daß solgercde Spiele heui
on den Gerichten als Giudsspiele angesehen venen
wpren oder Pochen; Meine Tauie deine Tamte, Slebgehn
d ier Gingtun⸗); Tempeln ——
Ar Siatt; Buftige Steben; Haufeln; Rauhe Eif uind bose
Aeben; Zwirten oder Schorfein; Dreibiau; Goties Ee
RSbei Kohn; Kartenlotierie; Polern; Enhnden un
e: Battarat oder Mastar; Wurfeijpiel ums Gead o
g. Sinsat; Sechsundsechzig mit hoͤhen Einsahen
ν— en Sone n wade e 2
rschiedenen Gerichten als Gluͤcsspiel angesehen Hier⸗
w in die Reihe ber Gludsfpiele aber nich erschöpfi da
nonet wirder nene Arsen ud amen nre it, a
Versammlung. In einer solchen im Volksverein für
das kath. Deutschland morgen, Sonntag, im Bayerschen Saale
vird Herr Direktor Dr. Braunsfeld M.⸗Gladbach über die
wirtschaftlichen und religiösen Aufgaben unserer Zeit sprechen.
Wissenschaftliche Vorträge. Auch in diesem Winter
verdea wieder wissenschaftliche Vortiäze zum Besten unseres
Schwestern⸗Waisen⸗ und Altersversorgungsheims gehalten wer⸗
den. Solche Vorträge haben in den futheren Jahren viel
unklang gefunden, was sie auch mit ihrem gediegenen In⸗
zalt verdienten. In guͤtiger Weise haben sich eine Anzahl
Herren bereit erklärt, durch einen Vorirag in diesem Winter
dem Schwesternheim zu dienen, namentlich die Herren Berg
assessor Jungst, Direktor Zarth, Oberlehrer Bielert, Dr.
Schmidt, Professor Trommershausen, Pfarrer Grisebach.
Möchten die Vorträge auch in diesem Winter dankdare Auf⸗
ahme durch unsere Gemeinde finden.
Die Preise der Billeie sind dieselben wie frlther, für ein
Familienabonnement 5 M., für Einzelabonnement 3 Mennd
Ur den einzelnen Vortrag 1 M. T.
Vom Saarbrücker Knappschastsverein. Seitens
er Verwaltung des Saarbrücker Knappfhaftsvereins find
zurch die Königlichen Grubenbetriebskassen an die Bergleute
der fiskalischen Werke für den Monat August 1909 rund
35 200 M. an Krankengeld gezahlt worden, was einem Durch⸗
chnitissatz von 1,663 Mk. pro Kopf der Belegschaft entspricht.
Im vorausgegangenen Monat Juli waren rund 87400 Mt
zerausgabt worden. Gegenüber dem Monat August 1808
st eine Steigerung der Krankengeldzahlung um rund 4500
Mk. eiagetreten. Uater den zwölf Grubenbezirken hatte im
August Grube Gerhard mit 12700 Mk. die höchste und
Brube Fürstenhausen mit 25895,81 Mk. die niedrigste Kran—
engeldsumme zu verzeichnen. Den höchsten Durchschnittssatz
Jatte Grube Fürsenhausen mit 2,36 Mk. pro Kopf, den
riedrigsten Grube Kronprinz mit 1. 11Mk.
Die Streichhölzer sollen wieder billiger werden.
Trotz der Zundholzsteuer sollen die Streichhölzer doch wieder
billiger werden. Berliner Blätter melden: Eine Zundwaren⸗
Industriegesellschafi, die aus Kaufleuten und Fachindustriellen
hestiht, verwertet die ußeren Ftächen der Zündholzschachteln
ür Reklamezwecke und erreicht dadurch, daß die Zändhölzer
rotz der hohen Steuern nunmehr zu den alten Preisen ver—
lauft werden. Das neue Unternehmen soll sehr kapital—
träftig fein. Es hat angeblich bereits bedeutende Zundholz⸗
abriken Rit umfangreichen Aufträgen bedacht.

Aus Rah und Zern.
Saarbrücken, 14. Ott. Gestern abend kurz nach 10
Ahr schoß der etwa 21jährige Dachdecker W. Schneider in
St. Johann auf seine Geliebte fünf Schüsse aus einem Re⸗—
volver ab, um diese zu töten. Die gefährliche Mordwaff,
die Schneider sich bei einem Bekannten zur Ausführung seiner
Morität lieh, war aber nur mit — Platzpatronen geläaden.
Sch. half dem Fehlenden dann insofern nach, als er die
Bleikugel durch kleine Steinchen ersetzte und mit diesen die
Patronen füllte. Das Mädchen wurde durch die Schüsse
ins Gesicht erheblich verletzt. Lebensgefahr besteht indes nicht.
Schneider, der sich heute zur Ableistung seines Militärdienstes
hdätte stellen müssen, ergriff nach der Tat die Flucht und
lonnte bis jetzt noch nicht ergriffen werden.
Saarbrücken, 14. Okt. Am Walde nach dem Rasi⸗
fuhl wurde gestern die Leiche eines neugeborenen Kindes ge⸗
unden. Die Leiche wurde nach der Leichenballe Saarbrücken
gebracht.
St. Ingbert, 14. Olt. Zum Seldstmord des Wirtes
Metz wird bekannt, daß sich Metz schon seit einigen Tagen
wohl im Zustande von Geistesgestörtheit mit dem Gedanken
trug, seine Frau umzubringen. Vors Tagen äußerte er die
Abficht, ihr mit der Sense den Kopf abzuschlagen. Heute früh
wollte er sie erschitßen, und als die Fcau entfloh, nahm er
das Glasauge, das er seit seiner Verunglückung trägt, heraus
and setzte an dessen Stelle den Revolver an. In einem
urzen Briefe bat er seine Kinder um Verzeihung.
St. Ingbert, 18. Ott. Heute nacht verunglückte auf
der hiesigen Grube der 44 Jahre alte Bergmann Christian
Hrund 3 von dier auf der dritten Tiefbausohle, 19. Förderstrecke
zurch herabfallendes Gestein so schwer, daß er auf dem Trans—
port statb, Grund ist schon der vierte aus seiner Familie,
der in der Ausubung seines Zeruses den Tod fand
*goln, 15. Ott. SchmuggelbBekämpfung.)
Um den Schmuggel mit Tabarfsund Kaffe'e an der
jolland chen Grenze zu bekampfen, der infolge der neuen
go Aerhöhungen start zugenommen hat, ist eine Verstärt⸗
Ang des diesseitigen Zolldienges notwendig geworden.
* Duüfsseldorf, 15. Ott. Unvorsichtige El—
ern. In der Färberstraße stürzte ein 19 Monate al—
es Kind, das die Mutter für einen Augenblick aueim ge⸗
assen hatte, in eine gefültte Badewanne und ertrant.
— In Gerresheim fiel ein zweijähriges Kind aus
dem Fenster auf die Straße und erlitt so schwere Ver—
etzungen, daß es aisbald starb.
*Biersen, 15. Ott. Ueberfahre n.) Ein 70—
hriger Mann wurde von der Straßenbahn überfahren
uind starb nach kurzer Zeit.
*Hagen, 15. Olt. Feuersbrunft. — ö i⸗
her Unglücks fal T) Durch ein 35
Renseuer wurde die Eisenwarensabrik der Firma Al—
bert Klüting in Altenhagen vernichtet. Das Feuer wütete
ois zum Vormittag. Mit dem Fabrikgebäude wurden
oas aschinenhaus, die elektrische Anlage, die Antriebs
maschrnen, Wertzeuge usw. zerstört. Die Entstehung des
Brandes wird auf Fahrlässigteit zurückgeführt. Der Scha—
den ist bedeutend. Etwa 60 Arbeiter werden veschäftig⸗
ungslos. — Auf dem Wege von hier nach Zurstraße ist
der 25jährige Kaufmann Emil Piepenstock von seinem
Motorrade gestürzt und erlitt einen Schädelbruch. Er starb
im Krantenhaufe an den erlittenen Verletzungen.
* Riemke i. W., 15. Ott. Streit zwischen Va—
er und Sohn) Bei einem Streit mit feinem Vater
chlug ein Bauer letzterem mit einem Brett auf den Kopf.
In dem Bretit steckte ein Nagel, der dem Geschlagenen ein
Auge ausstach und den baldigen Tod des Verwpundelen
zur 7Folde hatte

Mainz⸗ Moribach, 18. Q. (Otn fseltfame
r gast.) Sine große Aufregung herrichee vorgeser.
Wend in miferenn Swabttetl. Gin wilbeworbes
rer Bulle, der rgewwo seinen Treibern and gerissen
var, danmts durch die Haupiftrahe dem Feide
vandte er vag9 dem Sunde, aberrammste einen thmnr
»en Weg kommenden Arbeiter, dem gliclicherweije nicht⸗
assierte, und verschwand danunu im Walde Gin Mom
acher Jäger machte sich auf die Suche, um vbae Wild
·bzuschießen, aber sein Suchen war vergobena, er fsand
eine Spur mehr von dem wildgewordenen er Gefteru
rüh fand sich der Bulle wieder im Orie ein; er schien
verreisen? zu wollen, denn er rafe dem Bahnhofe zu
lief dem Wege dorthin raunte er den 89jaͤhrigen Arben
er Dries nieder, der Verletzungen am Kopf, an der
Zeite und an den Beinen davontrug und sich in ärztliche
zehandlung begeben mußte. Der Vulle erschien auf dem
cisenbahngleise. Die auf der Station warienden Passa⸗
iere flüchteten eilends. Der Wirt G o rron, ein Nim
od, kam mit der schußfertigen Büchse auf den Bahnboj
ind befreite die geängstigten Menschen von dem Würte⸗
ich, dem er einen Schuß in den Kopf beibrachte. Der
aler des Tieres hat sich bis jetzt noch nicht ge
te * —— — ——
Neber Wassertrinken. Trotzdem das reichliche Was⸗
ertrinlen für Krante und Gesunde sehr wichtig und non
»endig ist und bei vielen Krankheiten als eins der besten
deilmittel gelten sollte, wird es heute doch nur von ganz
venigen Menschen methodisch betrieben. Es ist unrecht,
as Waffertrinken zu verwerfen, wenn man es nicht 1
»or ausprobiert hat. Die Menschheit die in vieler Hin
icht mehr oder weniger von der Natur abgewichen ist,
hnt es nicht einmal, wienptel Krankheit und Siechtum fie
ich durch ihre wasserarme Nährweise zuzieht, weil da—
zurch die Stosswechfelrückstände nie genügend ausgeschie—
»en werden können. Bei reichlichem Wassergenuß wird
ie Nahrung besser ausgenützt und auch der Stuhl mit
»er Zeit besser und regelmäßiger. Das methodische Was
zririnken will aber auch gelernt sein. Ein Liter täglich
ollte etgentlich jeder trinlen, und zwar in kleinen Por—
onen, früh und abends vor dem Schlafengehen und zwi—
hen den Mahlzeiten. Anfänger trinken das Wasser in
leinen Schlucken langsam und machen sich, wenn mög—
ich, danach etwas Bewegung im Freien. Nach und nach
nag man das Wasserquantum steigern. Nach kurzer Zei!
chon wird man 1 Liter täglich ohne die geringsie Stör—
ing vertragen können. Das Wa'ser stärkt und belebt der
körper. Daß neben dem Wassertrinken auch tägliche Haut
flege, als kalte, kühle oder laue Ganzabreibungen oder
nach Befinden Bäder, sowie häufiger Genuß frischer rei—
ier Luft, Schlafen bei offenem Fenster notwendig ist
raucht nicht erst erwähnt zu werden. Viel wichtiger als
veiches Wasser ist das sogenannte harte (mineralreiche)
Wasser. Es ist noch viel zu wenig bekannt, daß hartes
Trinkwasser viel wichtiger für die menschliche Gesundheit
st, als weiches Wasser. Die Stadtbehörden sollten alles
iufbieten, um ihren Bewohnern hartes Wasser zu ver—
chaffen. Es ist statistisch nachgewiesen, daß die Sterblich—
eit an Orten mit weichem Wasser größer und die Mili—
ärtauglichkeit bedeutend ageringer ist, als in Gegenden mit
rvartem Weasiser

Humoristische Ecke.
A
ruch in die Soiree zu Herrn von Schneidewitz eingela—
»en? Versäumen Sie dieselbe ja nicht!“ — „UUnd warum
das, Herr Schulze?“ — „Darum, weil die Töchter des
dauses höchst musikalisch sind. Die füngste spielt Piano
zie andere singt famos und die ältefte ist sogar eine sebr
eiche Witwel!“ *
Der Protz. „Und was haben Sie, Herr Kommer
zienrat, dem Herrn in sein Autographen-Album geschrie
en?“ — „Gar nichts, — einen Hundertmmarkschein hal
ch ihm hineingelegt.“
Trinkerlhogik. „Du, der Donisl hat ges—
viel Bier erwischt, is am Heimweg hing'fall'n und
ich n Fuaß 'brochen!“ — „Der hat höchstens z' w
trunken!“ — „Was? 8' wenig?“ — No ja, häitt
nehr trunken, wär' er beim Wirt drüben lieg'n 'bliel.
heint Tag heim'ganga und hätt' sich am Heimweg ni
un könna!“

Zur Hinrichtung Ferrers.

— ——
e fesrung Montiu

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ven vurde
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—

422
XM.
* — —
Zum zweiten Male ist der Montjuich bei Barcelona
der Schauplatz einer Hinrichtung gewesen. Vor einigen
Jahren war in Zusammenhang mit einem großen Anar—
histenprozeß viel von dieser Höhenfestung die Rede. Und
u diesen Tagen wendete sich die allgemeine Aufmerksam—
eit wieder auf die Kerker von Montjuich, in denen
Francesco Ferrer nach seiner Verurteilung zum
Tode die Hinrichtung erwartete. Der Montjunich ist ein
230 Meter hoher Höhenzug, der aus der Llobregat-Ebene
im Barcelhona langiam nach Oiten aufsteigt und steil ins
Reer abfällt. Am Ostende des Gipfelplateaus erhebt sich
as große Castillo de Montjiuich mit seinen 10 000 Mann
usenden Kasernen. seinen Magazinen und festen Gefäng—
111014

RRR

Lesegramme.
Konigshätte, 16. Olt. Im hiefigen Hotel Graf Reder
zat fich der 30 Jahre alte Apothetker Hauß Scheudt au—s
Flensburg, der in dem benachbatten Orte Thorkow ein—
Apotheke besaß, erschossen. Er war wit einer reichen Majors
tochter in Wiesbaden verlobt. Die Dame hatte vor Kurzen
die Verlobung auf Wunsch ihrer Eltern aufgehoben, was fic
Dr. Schmidt, der sich in pekunär bedrängter Lage befand, st
zu Herzen nahm, daß er Selbstmord verüͤbte.
Hamburg, 16. Olt. Der Dampfer Stork ist an der
küste von Norwegen gesunken. 12 Maun der Besatzung fin
ertrunken.
Berlin, 15. Ott. Die aus Warschau stammende 21
Jahre aite Studentin Michalima Tannenbeum hat sich gester
abend in der Wohnung des russischen Siudenten in Wilmers
dorf mit Cyankali vergiftet. Kraukheit soll die Ursache sein
Berlin, 16. Okt. Der Kaiser, die Kaiserin und die
Prinzessin Viktorta Luise erschienen gestern nachmittag au
dem Bornstedter Felde, um einem Fluge Orville Wrights
beizuwohnen. Der Aluntiler unternahm mit seinem Apparati
einen Flug von der Dauer einer halben Stunde. Der
Zaiser, der sich zum Abschied ängere Zein mit Wiiaht unter
hielt, schenkte diesem sein Bild wmit eigenbändiger Midmung

Berlin, 16 Ou Zur Eunsuhrung eines inter
tatronalen Bostscheckverkeßrs finden in der
nächsten Woche Beratungen zwischen den beteiligten Staa—
ten im Reichspostamt in Berlin statt Es soll ein inter—
nationaler Postgiroverkehr Deutschlands mit Oesterreich—
Ungarn und der Schweiz, wo ebendalls ein Postscheck⸗
und Ueberweisungsverkehr besteht, eingeführt werden.
Koburg, 16. Ott. Amitsliches Ergebnis der Reichs—
agsersatzwahl. Wahlberechtigt waren 15 861, abgegeben
vurden 12739 Stimmen; davon erdiellen Quardc
Mmatl.) 3445, Aruold (sreis.) 3043 und 3ietsch (soz.)
6183 Stimmen. Die Stichwahhl zwischen Quarck unt
Zietsch sinder betanntlich am 22. Oklober statt.
Wien, 16. Okt. Bei dem Ministerpräsidenten Bie—
nerih erschien eine 14chechische Deputation
unter der Fuhrung des Vizepraäsidenten des Abgeordne en⸗
Jauses Zazvorla, um gegen die Sanktionierung der deut
chen Sprachgesetze in den deutschen Kronländern zu pro
estieren Im Verlaufe der Unterredung bemerkte den
chechtchraditale edakteur Jantscha, daß im Falle der
San.tiönterung dieser Gesetze eine ichrankenlose tschechische
LBewegung eimeben und es in Wien zu Ereignissen wie
her Ermordung des Statthalters Grafen Potocki in Lem
erg kommen werde. Der Ministerpräsident erklärie, er
werde tun. was er für richtig halte, unbekümmert un
rgendweiche Folgen, und brach gleich darauf die Unter—
redung ab. Die tschechischen Deputationsmitglieder waren
jelbst von dieser Szene peinlich berührt.
Petersburg, 16. Okt. Das Finanzministerium ar
beitete einen Gesetzentwurf aus, nach dem die Stempel
steuer auf Wertpapiere von einem halben auf ein Pro—
zent erhöht werden soll.
*London, 16. Okt. Der Ronstantinopeler Korrespon
dent des „Daily Telegraph“ will zu später Stunde er—
fahren haben, daß Unbetannte einen Mordoe rsuch
auf den persischen KRonsul Ali Rekhben, den Bru
der des persischen Gesandten am Bosporus, Prinzen Mirza
Risa, unternommen haben. Der Altentäter feuerte meh—
tere Schune ab, die aber nicht den Konsul, wohl aber
seinen Diener verwundeten. In Verbindung mit dem
Mordversuch sollen einige Verhaftungen erfolgt sein.
Paris, 15. Oltt. Der Matin meldet aus Barcelona
Ein Kavallerie⸗Unteroffizier, welcher der Hinrichtung Ferrer⸗
heigewohnt hat, bestätigt, daß Ferrer aufrecht und mit ver—
bundenen Augen erschossen worden sei. Seine letzten Worte
vwaren: Kinder, Ihr könnt nichts daran ändern. Es lebe.
Hier sank er iot zusammen. Eia hoher Beamter berichtet,
daß Ferrer den Anarchisten Malatto zu seinem Testamenis—
oollstrecker ernaunt habe. Malatto, der hiervon nach kein—
Kenntnisse hatte, wurde von dieser Tatsache durch einen Be—
ichterstatter des Matin in Kenntnis gesetzl. Er zeigte sick
eineswegs überrascht. da er und Ferrer die besten Freund⸗
varen.
Paris, 15. Okt. Der Maire von Cherbourg, Deputirter
Mahieu, der den Orden Isabellas vom Köniz Alfons erhalter
Jat, sandte diese Auszeichnung zurück.
Paris, 16. Olt. Der Figaro veröffentlicht eine Sub—
riptionsliste für die Opfer der Polizei aaläßlich der Protest⸗
bersammlunz, 20 000 Frs sind bereits gezeichnet worden.
Paris, 16. Okt. Die Anklage gegen die Ww. Stein⸗
ZJeil lautet auf Muttermord und Totschlag. Die Verhandlung
beginne am 3. Nevember.
Paris, 16. Olt. Der Matin veröffentlicht heute ein
Telegramm aus Tanger, nach welchem Mulay Hafid an die
Oberhäuptlinge der einzelnen Stämme Briefe sandte, in denen
er auffordert, die Englander und die Deuischen zu schützen,
dagegen ohne Rücksicht gegen die Franzosen vorzugehen. Die
Legationskammer gelangte gestern in den Besitz eines solchen
Briefes.
Madrid, 16. Okt. Die Ecöffanng der spanischen Kam—
mer gestaltete sich gestern sehr tumultuss. Die Radikalen
verlangten sofort das Wort, um zu der Erschießung Fercers
Stellung zu nehmen und vor allem das Gerichtsverfahren
gegen den Sozialistenführer zu kritisiten. Das Wort wurd«
lhnen verweigert, worauf sich aller Liberalen eine gewaltige
Erregung bemächtigte. Laute Entrustungsrufe durchtönten
den Saal, die von den Klertikalen ebenso heftig beantwortet
wurden. Nach kurzer Zeit war die gegenfeitige Erbitterung
soweit gestiegen, daß Liberale und Klerikale aufeinander
stürzten und eine allgemeine Ptügelei in Auesicht staud.
In diesem Anugenblicke legzten sich die besonderen Elemente
besonders aber die Führer der einzelnen Parteien ins Mittel
denen es glang, die Ruhe wieder herzustellen.
Barcelona, 16. Okt. Auf dem Triuppenübungsplatz
explodierte geftern mittag in dem Momente eine Bombe, als
die Soldaten anmarschirten. Einige wurden schwer verletzt.
Bestern abend 7 Uhr fand in dem Vororte Obspo ein
Bombenanschlag statt. 10 Personen wurden verlitzt, drei
eber sgefähelich.
Krakau, 15. Olt. Die Polizei entdeckte eine geheime
krplosiv⸗Werkstätte und große Mengen Sprengstoffe und
Aetilleriegeschosse. Der Wertnattbefizer Manaukowski wurde
oerhaftet

Mensch, laß dir nicht verblüffenl! Be
merkung der Baurevision in der Abrechnmng (mit roter
Tinte): „Wo sind die Nägel alle hingeschlagen worden?“
— Antwort des Parlters Koblank (mit Zimmermanns—
bleistift?: „Sie sind alle uff'n Kopp jeschlagen worden!“
Zweifelhaftes Kompliment. zZie haben
Aso meinen neuen Roman gelesen? Wie gefällt er denn
Ihnen?“ — Ich muß sagen, ich habe das Buch mit vie—
em Vergnügen aus der Hand gelegt“
            
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