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— und Feiertage. —
. 7 Aumtliches Publikationsorgan Mit zwei Veilagen: 333
nnementspre 2 25 4 pro Ispaltige
nic 7o frei hes für die Bürgermeisterei Dudweiler. sonntagsblatt und Humoristische Blätter. —*
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Fürwahr, die Amerikaner haben recht. Solange die
deutsche Männlichkeit, deutsche Kraft und Tüchtigkeit nicht
erfallen, brauchen wir die „Dreadnouahts“ der Eng—
inder nicht zu fürchten.
——
Volitische Rundschau.
Deutsches Reich.
* Montag ist ein Ausschuß aus dem Reichsschatzamte,
dem Finanzministerium und Handelsministerium in die
Bezirke der westfälischen Zigarrenindustrie gerein,
im dort Erhebungen über die Wärtungdes neuen
Tabaksteuergesetzes anzusteilen. Zu den Teilnehmern
—VV Oberfinanzrat
stathgen und ein Regierungs- und Gewerberat aus Min
den. Die Herren haben besonders die Aufgabe, über den
imfang der Arbeiterentlassungen Erhebungen anzustellen.
Zie haben zu diesem Zwecke zunächst Fühlung genommen
nit den Fabritunternehmern in den Gegenden von Min—
en, Bünde, Löhne und Vlotho.
*Ein von Brasilien zurückgekehrter Deutscher,
Lilh. Barta, warnt auf Grund der bei einem zwei⸗
ährigen Aufenthalt dort gemachten Ersahrungen alle, die
»ie Absicht haben sollien, nach Brasiluen auszu⸗
vandern, dringend vor diesem Schritt. Nur mit gro⸗
zen Schwierigteiten sei es ihm möglich gewesen, wieder
iach Deutichland zuruͤctzukehren.
Oesterreich⸗ Ungarn.
* Die in Aussicht gesiellten ouzentrationsversuche der
uf der 67er Grundlage stehenden Parteien zur Entwirr⸗
ing der ungarischen Krise beginnen greisbare Formen
mzunehmen; dies wird auch bereits von den Organen
er Bankgruppe zugegeben. Zwischen Andrasjn und
18s 34 soll eine Einigung vereits bestehen. Man be—
iüht sich jetzt, die gemäßigteren Mitglieder der Unab—
ängigkeirspartei mit Kossuth und' A pponyi für
ie Idee zu gewinnen. Apponyi soll hierzu bereit sein.
»ie Verwirklichung der Idee hängt davon ab, daß die
etden durch irgend einen Schritt oder eine Erklärung die
lnhänger der Bankgruppe zum Austritt oder zur Los—⸗
igung von der Ungbhängiokeitsvpartei zwingen.
Unsere „blauen Jungens“.
Die zweiwöchigen Festfeiern in dem modernen Babel
in Hudson haben, wie es bei der Opferwilligkeit der
eichen New-Yorker Bürgerschaft nicht anders zu erwar—
en war, eine Fülle der glänzendsten Veranstallungen ge—
rTacht, und man wird den Festberichterstattern der amie—
ikant chen Presse vertrauen dürfen, daß die vergangenen
kage froher Feste in der Neuen Welt noch niemals ihres
leichen gehabt haben. Prunkvolle Festzüge, Paraden
nehrerer hundert Schiffsfahrzeuge aller Art, Riesen
Festmähler, glanzvolle Schaustellungen, eine ununterbro—
hene Reihe von Fest-Konzerten, feenhafte nächtliche Illu—
ninationen der Hauptstraßen und des Hafens; da läßt
ich wohl glauben, daß die buntgemischte Bevoͤlkerang am
hudson⸗Strom vierzehn Tage lang nicht aus der frohe—
ten Begeisterung heraus kam, und daß ihr die Unhalt—
»arkeit der vom Festausschuß angegebenen geschichtlichen
Loraussetzungen für eine Gedenkfeier zu Ehren Hudsons
ind Fultons keine Kopfbeschwerden machte. Als den
döhepunkt der Festfeier aber finden wir in den uns vor—
iegenden amerikanischen Zeitungen den großen militäri—
schen Festzug durch die Fünfte Ebene bezeichnet. 25 000
Nann amerikanische Soldaten und die Matrosen der im
bafen liegenden fremden Kriegsschisse nahmen daran teil.
And auch die fünszig Kriegsschiffe, die das Ausland her
»eigesandt hat. sie mögen wohl sehr imponiert haben
iber es sind doch nur leblose Kolosse. Dagegen die
25 000 Soldaten und WMiatrosen aller Herren Länder in
der Kraft ihrer Jugend: das war Leben, warmes, pul⸗
ierendes Leben, Stärke und Männlichteit; das mußte die
Massen packen, das mußte sie fortreißen zu hellem Jubel
und den Höhepunktt dieses Höhepunttes
n den vierzehntägigen Festlichkeiten bildete die Mitwirt
ung der 500 deutschen Matrosen. Nicht wir
wollen sprechen, sondern wir wollen die Amerikaner sel—
»er reden lassen, die in ihrer Presse in Wort und Bild
zie deutschen Matrosen in den schmeichelhastesten Worten
gedachten.
So jsagen die „New NYork Times“: „Als die deut
schen Matrosen unter den Klängen des „Heil Dir im
Siegerkranz“ stramm im Paradeschritt heranmarschiert ka—
men: das war die packendsie Szene in der ganzen Parade.
Die Mengesschrie sich heiser vor Begei—
terung. Keine der anderen Matrosen-Abteilungen kam
ihnen gleich.“
Die „New VYork Preß“: „Ein ununterbrochenres
Dröhnen von Beifallsrufen durchzit⸗
terte die Luft, als die deutschen Seeleute im scharf abge—
messenen Paradeschritt vorbeizogen.“
Die „RNew Yort Sun“, im politischen Teil ein arges
deutsch⸗seindliches Blatt: „Kaum kamen die Deutschen in
Sicht, als sich ein unerwarteter, der auffälligste Zwischen
all während des Vorüberzuges der Parade ereignete.
Mit den frohen Klängen der Amerika-Hymne kamen sie
jeranmarschiert, und Jeder, der auf der Festtribüne war,
prang auf, jubelnd und Hut und Tücher schwenkend. Ein
ähnlicher spontaner Ausbruch von Begei?“
terung ereignete sich nicht wieder.
In dem Bericht des „New VYorker Herold“ wird un
erer Wehrkraft folzende hohe Auerlennung gezollt: „Nur
ünfhundert Mann. Aber man fühlte es: fünfhundert
deutsche „Dreadnoughts“ (was soviel wie Wagehais be—
deutet) marschierten daher. Ein Staunen und eine Ver—
vunderung für die Menge. Wer das gesehen hat, der
nuß sich sagen: und bauten sie an der Themse Strand
ioch hundert Dreadnoughts — Lieb Vaterland mags
uhig sein!“
Der Unterschied zwischen unseren blauen Jungens
und den Matrosen der anderen Kriegsschiffe, ja sogar
nem amerikanischen Militär, muß allerdings sehr bedeu—
end gewesen sein. Der Ausmarsch der Franzosen wird
B. geschildert, als ob eine regellose „wilde Herde“ an—
narschiert käme. Die 700 Engländer sollen nicht weni—
zjer nachlässig marschiert sein,; außerdem beweist die De—
ertion von 200 englischen Matrosen während der Fest
voche die mangelnde Disziplin. Und vom amerikanischen
Rilitär wird gesagt, daß nur das New Yorker Ellie
egiment aus Westpoint in der Strammheit den Deut
ven veraleichbar gewesen sei
mar mit der Prinzessin Carola Feodora von Sachsen—
Meiningen wird voraussichtlich. schon in wenigen Wochen
jedenfalls aber noch vor Weihnachten tattfinden
Die arme Algecirasakte!
Im ganzen und großen hat wohl die deutsche Presse
sich damit abgefunden, daß von deutscher Sente politisch
nicht mehr in die marokkanischen Angelegenheiten einge⸗
zrifsen wird; vielfach ist sogar der Genugtuung darüber
Ausdruck gegeben worden, daß wir aus demMarokko—
handel heraus sind. Darum koͤnne man es aber doch bla⸗
mabel finden, muß es vielleicht sogar, daß nun die ganze
zroße und nicht ungefährliche Konferenzarbeit von Alge⸗
ziras für die Katz, ganz fur die Katz gewesen ist. Wenig⸗
tens im Sinne derjenigen, die dem Sultaän in seinem
Lande die Souveranitaät und Integritat entgegen dem
vorher abgeschlossenen einseitigen Techtelmechtel sichern
wollten. Diese Sicherung ist der leitende Gedanke der
Atte von Algeciras, und es genügten doch nur drei bie
onier Jayre, um die „loyalsten? Diplomaken die Akte mit
altem, wozu sie verpflichtete, vergessen zu machen. Miil
der Aklte von Algeciras ist man in Paris fertig; sie in
tot, und es gibt Keinen, der sie zum Leben erwecken Luj
hätte. Der Pariser „Temps“ jagt nichts überraschendes
venn er meint, daß der gemaßregelte General d Amade
die richtige Anschauung von der Sache hat. Für das
radikale „Stecle“ ist die Algecirasatkte auch so tot, daß es
die jranzösische Regierung auffordert, sofort Tasa zu be—⸗
esen, um sich so den Weg von Algerien über Udschoa
iach Fez zu sichern. Zwar meint der „Temps“, das müsse
uicht sofort geschehen, immerhin sei die Langsamkeit be
dauerlich, mit der die Eisenbahn von Latla Warina nach
Adschda gebaut werde. Dann schreibt das Blatt weiter:
Wir werden Tasa besetzen, wennes uns belreb t;
zwei Eskadronen und eine Bateerie genügen dazu. Aber
zur Besetzung müssen wir zuvor ein Motniv haben. Wenn
wir mit rassinierter Gewissenhaftigkeit warten, werden
wir das gute Recht (1) auf unsere Seite bringen. Wenn
Muley Hafid seine Haltung und seine Politik nicht än—
dert, so wird über kurz oder lang der Krieg da sein.
Sin Grund mehr, daß man uns keine Verantwortlichteit
für den Konflikt zuschreiben kann.“ In der Tat ,‚raffi—
niert“. Zur Sache meint die „Frkf. Ztg.“. „Die Alte
»on Algeciras? Ja, wer fragt' denn heute noch ernstlich
arnach? Es ist merkwürdig, wie sogar sehr ernsthafte
Blätter bereits vergessen haben, was in Algeciras wirk
ich ausgemacht worden ist. Europa hat Spanien und
Frankreich in Algeciras den Auftrag erteilt, in acht ma—
ofkanischen Häfen eine Polizei einzurichten, aber es hat
nicht die Vollmacht erteilt, daß die Franzosen Casa⸗
»lanca, das Schauja⸗Gebiet und Udschda, und daß die
Zpanier die Melitla-Halbinsel bis nach Zelnan besetzen.
Bei dieser Vergeßlichkeit der ernsteren Blaͤtter ist es al
erdings tein Wunder, wenn die tatenlustigen Kolonial—
politiker freies Feld vor sich haben.“ Also tot, mauseto:
st die Algecirasakte
Vom Balkan.
* Der serbische Minister des Aeußern, Milowano—
ditsich erklärte dem Belgrader Korrespondenten des
Temps“, Serbien und Montenegro suchten in
igen Anschluß an Bulgarien. Dieser künftige Staaten⸗
und werde die Achtung aller Großstaaten zu erringen
vissen.
—ñ— i —— — —
Lage des deutschen Arbeitsmarktes.
Kräftig und durchgreifend hat am Arbeitsmarkt die
derbstbelebung eingesetzt. Die günstigen Anzeichen, die
»er Monat August brachte, haben nicht getäuscht; im Sep⸗
ember hat sich das Bild vom Arbeilsmarkie noch weiter
rhellt. Der Andrang ging zusehends zurück; an den öf
entlichen Arbeitsnachweisen, die an den „Arbeitsniarki
erichten, kamen im August auf je 100 offene Stellen noch
46,0 Arbeitsuchende. Im September aber ging der An
rang auf 124,0 zurück. Da im vergangenen Jahre die
ẽrleichterung von August auf Septemder nicht entfernt so
tart gewesen war wie heuer, ergibt sich nunmehr für den
iesjährigen September eine sehr kräftige Besserung ge—⸗
jenüber dem Vorjahr. Der Andrang siellt sich um 12,5
tieder als 1908; das ist seit dem Niedergang die stärkfte
ẽrleichterung, die bisher verzeichnet wurde. Als ein er—
reuliches Zeichen ist es anzusehen, daß die Nachfrage nach
Nännerarbeit sich in ganz besonderem Maße gehoben hat;
er Andrang am Arbeitsmarkt für Männliche stellte sich
m August auf 178,3 und ging im September auf 146,9
urück. Das bedeutet gegenuͤber dem Vorjahre eine Bes—
erung um 18,7. Am Arbeitsmarkt für Weibliche hat sich
der Andrang, der hier allerdings erheblich unter 100 sieht.
aur um 2,7 gegenüber dem Vorjahr vermindert. Der
Undrang Männlicher ist in diesem Jahre niedriger als in
den beiden Krisenijahren 1901 und 1902.
Luftschiffahrt.
Die Zeppelinsche Polarexpedition.
In einem in der Luffschiffahrtsgesellschaft in Kristia
nia gehaltenen Vortrag kuͤndigte Professor Hergesel
in, daß die Polarerpeditidn erst stattfinden soll
venn man die Sicherheit hat, daß das Luftschiff bei drei.
ägiger ununterbrochener Fahrt einen Aktionscabius von
2500 Kilometer beherrscht. Im nächsten Sommer unter
aehmen Prinz Heinrich, Graf Zeppelin und Prof. Herge—
sell eine Probefahrt nach Spitzbergen, um
hort zweckmäßige Verankerungen zu erproben
„Großz 2*
Wie die K. V.Z.“ an zuständiger Seite erfährt
vird sich das Militärluftschiff „Groß 2“ nur, wenn va—
Wetter günstig ist, auf dem Lustwege, bei ungünstige:
Witterung dagegen per Bahn nach Koͤln begeben. Es
sollen in Köln Vergleiche darüber angestellt werden, was
die drei Schiffe „3. 2“, „Parseval 2“ und „Groß 2* un
ter gleichen Verhältnissen, in gleicher Meereshöhe und be
zleicher Windstärke zu leisten imstande sind. Die Ver—
Aleichsfahrten sind auf den 25. Ottober festgesetzt. Vor
Hof und Gesellschaft.
** Die Hoch zeut des Großherzogs von Sachsen-Wei—
Das Diadem des Verderbens.
Original-Roman von 5. Hirschfeld.
3Denn, daß sie ihm nicht fremd sei, diesen Verdacht
zakfe ich längst, wenn sie ihm in der Nähe von Alexan⸗
rinens Wehnort begegneke. Ich erschien ihm kein ge⸗
uͤhrlicher Rebenbuhler. Er hälk mich für ein Kind —
eit er Dich aber fürchkek, den glänzenden Kavalier, der
ühn in die geheimnisvolle Einsamkeit des jungen Mäd—
bens einzudringen, die Gunft der Madame Duponk zu
zJewinnen wußle — sind seine ersten Empfindungen er⸗
vacht. Louis, hüte Dich! Du kennst die Gewandtheit
neines Bruders, kennst seine körperliche Krafk nicht.
Den Stein, den er mit nie fehlender Sicherheit wirft,
r kann Dein Haupt kreffen. Im Laube der höchsten
baumwipfel verborgen. die er erklimmt, kamm er unbe—
nerkt den ahnungslosen, unliebsamen Nebenbuhler
'urch eine Kugel meuchlings niederstrecken. Hüte Dich,
douis — ich derf, ich kanr es Dir sagen; ich bin nicht
ꝛifer süchkig aus Dich. Was Dichk antreibf., Deine Aufmerk—⸗
amkeit jener gehcimnisvollen Siätte seit dem ersten
Tages Deines Hierscins juzuwenden, i weiß es nicht
ind will es auch nicht wissen. Das aber fühle ich —
die Liebe zu Alexandrine ist es nicht.“
„Du bist auf rechler Fährle, Ernst,“ enkgegnete
huisdome, ich selber habe meinen Idealen ba ein
el gegeben. Denke, daß ich gekommen sei, n Dein
dlück zu begründen, Deine hoͤchsten Wünsche zu er—
üller. Höre mich an. Bist Du entschlossen, diesem
Mädcken, das sich von dir scheu abwendet, das ein ge⸗
eimnisvolles Dunkel umgibf, Deine Hand, Deinen
samen zu verleihen ?“
„Ich bin es, mag meine Mukler mir fluch en!“
Im Gegenkeil, ich rechne mit Bestimmtheit auf den
Schutz der gesstrengen Madame de la Haye,“ enkgeg—
nete Louis. „Von dir verlange ich nur eines, und ich
hiete Dir die helsende Freundeshand dazu.“
„Und dieses Eine?“ fraale der Jüngling mil beben—
der Stimme.
„Daß Du mich für Dich denken, für Dich handeln
lassen sollst,.“ enlgegnete der Günstling Richelieus ernftk.
Blind mußt Du dem Ariadnefaden folgen, den sorgen—
de Hände für Dich ziehen. Skeht ihnen das Glück be—
günstigend zur Seite, Fso endel der Pfad, den Du ven
uun an gehen wirst, sfür Dich am Aliar — an Alexan⸗
Ninens Seile.“
„Und Du bürgst mir dafür, daß kein Zwang, keine
Bleich ung, keine Ehrlofigkeit zur Erreichung dieses Zie—
es Mittel liefern soll?“
Puisdome zuckte mit den Achseln.
„Ernst, hast Du Deine Schulhistorien noch nicht verges⸗
en, so denke an die schönen Eniführlen und ihre
uhigen Ritter a la Don Quixote?! Beruhige Dich,“
uhr er fort, als er gewaͤhrle, wie Ernst ungeduldig
werden wollle, „es wird Alles glatt und ordnungs
näßig gehen und nichts soll Dein Gewissen belassen.“
Der schwankende Charakter des jungen Mannes,
er so gern Andere für sich handeln lief, ergriff mi
freuden den Vorschlag Puisdomes.
„Und doch,“ ein Bedenken hielt ihn noch zurück, „wird
se mich nicht zu schwach und feige nenmen, wenn ich
AUndere für mich wirken und werben lasse? fragke er.
„Sorge nicht,“ war die Ankwork des jungen Edel—
nannes, Deine Unkätigkeit ist der einzige Weg, der
Dich an das ersehnte Ziel führi, wenn es eine Möõglich⸗
eit gibt, es Dir zu erringen. Verlraue mir und
vor allem sei versowiegen gegen Charles“
„Gegen ihn — er ist mein Feind geworden — ich
hasse ihn!“
Louis von Puisdom zuckte mit den Achseln, ein fast
pöttisches Lächeln umspielte seine Lippen. Nun sah er
auf seine Uhr.
„Verzeih', mein Freund,“ sagle er, „ich habe noch
einen wichtigen Brief zu schreiben ehe ich mich zu Dei—
ner Mukker begebe — willst Du allein diese Journale
durchsehen? Oder besser, kräume von Deinea Liebe,
nale Dir die Zukunft wonnig und rosenrok aus. Ich
p sorgen, daß sich Deine Bilder zur Wirklichteit ge—
talten.“
Ohne des jungen Mannes Ankwortk abzuwarken, kratk
ꝛr an den Schreiblisch, und begann einen Brief zu schrei⸗
den. Derselbe trug die Adresse des Herrn Friggard,
ersten Kammerdiener des Herzogs von Richelien id Pa⸗
ris.
Er vollendeke ihn nicht, denn die Skunde war gekommen,
wo Frau de la Haye des Gastes harrke. Er
schloß sorgsam das Schreiben ein und begab sich in den
Flügel des Gebäudes, in dem sich die Zimmer der Dame
des Hauses befanden.
Er mußte warken, die Gaklin des Herrn de la Haye
veilte noch im Kabinet ihres Gemahls. Aber die be
absichtiglen Rechnungsüberschläge waren nicht zu Stande
gekommen. So'ort nach der Enkfernung der beiden
ungen Männer hatke sich ein neuer Gast eingestellt, der
Präsident von Moza. Er hakle jede förmliche Anmeldung
verbelen und sich in das ihm bekannke AUrbeitszimmet
begeben, wo er das Ehepaaran zukreffen wußte.
Nun saß er auf einem bequemen Faultenis, dem
Ehepaar gegenüber, eine würdige Greisenerscheinung in
einfachem, schwarzen Sammetrock, das feine, bartlose
Antlitz von einer wohlgepuderken Perräcke umrahmf.
Die goldene Tabatiere in seiner Hand krug auf ihrem
Deckel das Porträt Ludwig, XV., des Ahnen des ge⸗
genwärtig regierenden Monarchen der den treuen Die⸗
ner seines Staates um die Laune einer Faodoritinin die
Verbannung geischickt halke