Full text : Dudweiler Zeitung

— 23. Jahrg — p R —— MNittwoch, —13. Okt. 09.
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* Feiertage. pet
— Aweldes Vubluatieusorgan
aotlich 70 4 frei mm's für die Bürgermeisterei Dudweiler.
Haus gebracht,
der Post bestellt 2.28
vierteljaͤhrl. Fernsprech⸗Anschluß Saarbrücken Nr. 69, 259 269 u. 126*

ιαασνSOS:

— —— — —
Bei Jahres⸗-Abonnement
höchster Rabatt.
gegen den Entwurf der Reichsversicherungsordnung aus
jesprochen haben, dat die Reichsregierung mit einer star
en Oppositisn zu rechnen.
* Das neue 25-Pfennigstück wird voraussichtlich an
'angs oder Mitte Dezember zur Ausgabe getangen. Ir
den nächsten Wochen soll mit der Ausprägung vegonner
verden.

—53— *
Italien im Dreibunde.
Der neue deutche Anziert hat mit dem verant
vorteichen Sertteier der auswartigen Politet Oesterreich⸗
zei jeinent Anittiisbesuch in Wien eingehende Besprech
angen gepflogen, wie es dem dacch die Ereignisse des
zerade jeßt vernohenen Jahreszeiträums noch enger ge—
ialteten Bundesverhalimiße entsprach. Rach J.allen ging
nicht; alleroings wurde durch ein an den italienischen
rfachtko tegen gerichtetes gemeinsames Telegramm dit
lener Enirevue außerlich zu einer Dreibundtundgebung
ibgeanderi. Reußerlich. Wie es mit dem inneren Zu
ammenhang nieht, darüber ließ sich de nationalliberalt
dtagdeburgische Zeitung in einer Berliner Wertteilung un⸗
nittelbar nach der Wiener Besprechung aus: „Herr von
Zetymann Hotlweg vat in Wien deutlich zu ertennen ge
eben, daz ihm nessen der vslege der deutich-oferreichi
chen Freundschaft die Echaltung des Dreibundes ehr au
herzen hege. Auch den onerrkechischen Journclisten gegeu—
— V—— zu spre
hen, hat er wiederyort des vesonderen versichert, daß er
m einer engen Veroindung ODesterreichs und Deutschlande
mit Italtien sesthatten wolle, und ein Bedauern zum
lusdruck gebracht, daß die leßten Wendungen der italle—
aAschen Poltuik eine Abschwächung des Drebundgedan ens
ach iich gezogen härten.“
Bei diesem Hinweis auf Licht und Schatten in dem
gerhanlnis Itasiens zu Deutschland und Oesterreich über—
viegt der Schatten, und die Quiniessenz ist: Italiens
datung ist schwankend, also unzuverlässig. Daran änderr
uichts die Behauptung, der deutsche und österreichische
Appett an die italientiche Bundestreue habe in der rö—
nischen Preise ein veifälliges Echo“ geweckt. Was es mit
netsem Echo auf sich hat, dazu liefert eren aus Rom
bermitteltes Stimmungsbild einen orientierenden Beitrag:
Wenn man gegenwärtig gerade solche talienische
zlatter, die ernste polinsche Stimmungen widerspiegeln
ind) nicht durch gouvernementale Rücksichten gebunden
ind, aufmertsjam versolgt, so kann man ehrlicherweise gar
uicht ver ennen, daß die Abneigung gegen das im of—
iziellen Bundesverhältnisse stehende Oesterresich seit
imger Zeit in weiten und recht beachthichen Kreisen wie—
er in bedenteichem Maße genährt wird und auch tatjsäch
ich im Wachsen pwegrissen ist. Es ist nicht nur der alt—
rerbte Groll von den Tagen der österrcichischen Fremd—
errschafr in Oberitalien und des Widerstandes der Habs—
urgermonarchie gegen das Risorgimento her, sondern
er Irredentismus weiß auch akttuetle Verhältnisse und
reignisse immer wieder geschalt zu benutzen, um im In—
eresse serner Sonderzwecke die alten Wunden nicht heilen
ind die vekannten Verstimmungen nicht verschwenden zu
asjsjen. Die veiden fatalen Worte Trento und Trieste
derden daher auf absehbare Zeit als hohe Scheidemauecr
nem herzlichen Einvernehmen zwischen den beiden Na—
onen, die doch politesch wie ökonomisch so sehr auf ein—
ider angewiesen sind, im Wege stehen. Gewisse Vorgänge
ui welschen Südtirol vor allen Dinzes einige Prozeffe
segen Irredentisten, haben die Gemüter im ganzen Lande
en erregt und die — prakttisch doch eigentuch indiskuta—
ele — FIrage der „unerlösten“ Länder recht pronoziert
us die »ournatistische Tagesorbdnung gesetzt. Man kann
rum megnr eine Nummer einer einigermaßen unabhängi—
sen Zeiteng in die Hand nehmen, ohne auf encprechende
zröorterungen zu jstoßen, die meist ohne jede Rücksicht am
e atitzielle Friedenspolitik eine scharfse Sprache führen
Daß durch solche sortgesetzte Schürereien die Tre—
und-Sumpathie im italienischen Volke nicht vermehrt
urd, versteyt sich von seibst. Italien bleibt deshalb nach
ne vor der unsichere Kantonist, mit dem im Ernst'alee
icht zu rechnen ist Ob der demnächstige Besuch des
euen Reichskanzlers an dieser Tatsache etwas zu ändern
t der Lage ist, ist mehr als zweifebrast. Tittont und
on Betthmann-Hollweg werden wahr scheinlich bet einem
jestessen auf den Dreibund und die Erhattung des Frie—
ens toasten, ohne dabet aus dem Herzen des italieniichen
olfes zu iprechen Dafür sorgen schon nach Xrähten die
hürereten der dreibundirindtichen Blätter.

Volitischhe de undschan.
Deutsches Reich.
* Ueber die Anweseußeit des Kaisers im bechöflichen
zalais zu Frauenburg am 5. Oktober mird der
Germania“ mitgeteilt, daß die Unterhalung eine seht
ugeregte und ieohafte war. Sie vewegte sich sast aus
hließlich auf dem Gebiete der zunst Herrn Baudiret.
or Viar Metel-Freiburg ei. B., den Erbauer des Koper—
uitus-Denkmars, zog der Kaiser in ein längeres Gespräch
ibert den gegenwärtigen Zustand des Otfto-Hein—-—
ich s-Baues des Heidelberger Schlosses
nd betonte mit großter Entschtedenheit, daß derselbe wie—
er neu gebaut und seiner ursprunglichen Bestimmung zu
uͤckgegeben werden müßte, jeßt da es noch möglich sei,
in der Hand des noch Vorhandenen das bvedeutende Bau—
vert wieder herzustelien und den späteren Generationen
u erhalten. Ganz Deutschland sei an dem Wiedererfjte—
sen dieses hervorragenden Werkes deutscher Kunst interes—
iert, unbeklümmert um die Wünsche gewisser Archäologen
und Viebhaber von Rutinen.
* Im Leben kommt es gar häufig vor, daß ein durch
Untersehlagungen eines Angestellten geschä—
igter Dienstherr es vorzieht, von Strafanzeige
bzusehen und sich den Schaden durch Verwandte
eckhen zu hbassen. Das Reichsgericht hat nun jüngst
ntschieden, daß ein solches Versprechen, gegen Schadensdung
 Anzeige nicht zu erheben, nicht gegen die
„uten Sittens 138 B. G. B.) verstößt.
* Die „Augsb. Postztg.“ verbreitet Mitteilungen über
taatliche Geheimfonds. Es handele sich dabei um recht
iattliche Summen. So sollen z. B. allein die Einnah—
nen aus den Badetaxen in Bad Kissingen annähernd
300 000 Mark im Jahre betragen. Daraus sollen die
mit der Badeverwaltung betrauten Beamten hohe
NRebenbezüge erhalten, über die der Volksvertret
ing nicht Rechenschaft abgelegt wird. Aus diesem Grunde
verden die Stellen der Bezirksamtmänner und Bezirks—
imtsassessoren in derartigen Bädern (z. B. auch in Bad
deichenhall) als Sinekturen für Protektionskinder betrach
et. Auch einzelne Ministerialamtsblätter sollen sehr hohe
2.bershüsse aus den Abonnementsgebühren ergeben, die
au. Teil zu reichlich bemessenen Nebenbezügen Gährlich
0053 bis 3000 Mark) für die mit der Redaktion der
Lutadutatter dienstlich betrauten Ministerialreferenten ver—
nendet iverden. Ueber diese Einnahmen werde ebenfalls
eine Nechnung abgelegt. Es ist selbstverständlich, daß
der Fixanzminister die erste Gelegenheit ergreifen wird.
1lsnrung zu geben.
*NUeder das innerpolitische Programm
AAs Reichskaunzlers will der Berliner Korrespondent des
‚Wetdo Varisien“ ersahren haben, daß die letzte Beratung
au schen Kaiser und Kanzler zu Hubertusstock sich um die
on den Kanzler im Reichstage einzuschlagende Poligzil
aewegte. Die Regierung wird fsortab freie Hände haben
ind aub keine Partei mehr gebunden sein. Die Regier—
uig mird mit kerner Partei irgend eine bestimmte Ver—
iuhneruug abschlieken. Sie wird je nach Bedarf sich ei—
ier BAcuppe oder Fraktion bedienen, um die Annahme
dieses oder sjenes Projektes durchzusetzen. Mit einem
Wort die Regierung wird vollständige Unabhängigkeit
rahren. In diesem Sinne werden auch die Erklärun—
zeun, die der Reichskanzler im Reichstage bei seiner Vor—
eiluugasrede abagcben wird, gehaiten sein.
* zu dem Entwurf der Reichsversicherungsordnung
saben in Bertin die Vertreter der deutschen Betriebsstran
entassen Stellung genommen. In einer Resolution spra
hen sich die Herren gegen eine Beschränkung der gesetz
ich gewahrleisteten Scloystverwaltung aus und fordern die
Ueseniung der Bestimmung, die eine Verschmetzung ei—
nes Teils der Betriebskrankenkassen mir
den Ortskrankenkassen derbeiführen soll. Eine
nidere Bestinimung zur Regelung des Verhältnisses de—
trantenkassen zu den Aerzten und Apothetken wird aie
ticht ausreichend erklärt. Mit der freien Apothekerwah
wwäaren die Veritreter auch nicht einverstanden. Sie wand
ein sich auch dagegen, daß eine Erhöhung der Ersarleist
uing bei Uebernahme von He slverfahren durch die Unfallb
Berufzgenossenisichafien und Invaliden-Versicherungsanstal
tein eintreten idel. Da auch die Ortskrankenkassen sich ine

Griechenland.
* Der Kabinettchef verlas in der Kammer eine Erklär
ung, in der die Regierung wünscht, das Reformwerk
das das Ideal des Landes sei, durchzuführen. Er wen
det sich darin an den Patriotismus aller Patrioten. De
Krieasm nister kündigte dann die neue Militärvorlage an
Rußland.
* Damit auf den den deutschen Bahnstrecken die
notwendigen Vorbereitungen getroffen werden, wurde di—
deu sche Regierung von der bevorstehenden Reise des
Zaren durch deutschhes Gebiet verständigt. Eine Begeg
nung des Zaren mit Kaiser Wilhelm oder deutischen
Ztaatsmännern wird nicht erfolgen.
* Wie verlautet, wird der Hofminister Baron Frede
rils in den uöuhestand treten und durch den Gene
ealaouvyerneur von Warschau Skalon ersetzt werden.

Englanud
* Zu der Nachricht, daß ein besonderes Abkommer
zwischen England und Frankreich bestehe, be
nerit „Messag zero“, daß ein solches in der Tat außer
»em Mittelmeer-Abkommen zwischen Frankreich, England
owie Ita ien bestehe, und zwar für den Fall eines Kon
flits zwischen dem Dreibund und dem Zweibund. Da—
nach müsse Frankreich eine Flotte gegen das ösier
reichische und italienische Geichwader konzentrieren, wäd
tend England Frankreichs und Englands Küsten geger
die deutsche Flotte zu schützen habe. Die jüngsten Dislo—
kationen der engtischen und französischen Schiffe seien die
Folge dieses Uebercinkommens, das im übrigen Ita—
hienn nicht berühre, da dieses durch keine Klausel gebun
den sei, seine Mittelmeer-Interessen anders zu waähren
als es dies bereits in Alaeccras getan hat

Schack und Böhme.
Die erweiterte Geramtvorstandssitzung der deutsch
sozialen Partei, die am Sonntag in Eisenach stattfand,
war von über 100 Teilnehmern aus allen Teilen des
Reiches besucht und beschäftigte sich u. a. auch mit der
Angelegenheit des Abbg. Schack. Nach Aussführungen
des Reichsstags-Abgeordneten Raab wurde einstimmig sol—
gende Entschließung angenommen:
„Der erweiterte Gesamtvorstand der deutschsozialer
Parcei erkennt dantbar den Beschluß der Vertrauensmän—
ner des Wahlkreises Eisenach Dermbach vom 19. Septem—
ber 1909 an. Der Gesamtvorstand ist mit den Ver—
traliensmännern der Ueberzeugung, daß auf Wunsch des
Herrn Schack und mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszu—
— —
unvermerdlich geworden ist. Sie wird erfolgen,
sobald die ärzlichen Beobachtungen abgeschlossen sind.“
Zu der Angelegendeit des Abg. Dr. Böhme sPrach
cinteitend Generalietretär Henningsen. Die nachstehend«
Entschließung wurde einmätig angenommen:
„Der Gesamtvorstand mißbilligt den Uebertritt Dr.
Vöhmes zum neugegründeten Bauernbunde, durch den
eine versängnisvorle Spaltung in die deutsche Landwirt—
schast hineingetragen ist. Er empsfiehlt den Vertrauens—
munnern des Wahlkreises Marburg-Frankenberg-Kirchhain,
Herrn Dr. Böhme zur Niederlegqung seines Mandats auf
ufordern“

— —
Bismarck und Hohenthal.
In den „Hamburger Nachrichten“ wird folgende Epi
sode erzählt, in welcher Fürst Bismarck und Graf Hohen
thal zufammenwirkten, und die zeigt, wie freundschajitlich
die Beziehungen zwischen Bismarck und dem König
Albertvon Sachsen waren. Ter kürzlich verstor—
dene fjächsische Minister Graf von Hohenthal und Bergen
war, wie hinreichend bekannt ist, von der Errichtung des
Deut'chen Reiches an bis zuun Frühsjahr 1907 Vertreter
des Königreichs Sachsen in Berlin. Er pflegte in diesen

—A —
has Dadem des Verderdens.
Original-Roman von 6. Hirschfeld.
„Die Verbannung Monzas soll eine Lehre für meine
zeinde sein,“ rief die Marquise. Nag der pedanlische
hreis in irgend einem Winkel der Provinz' gegen die
Jompadour eifern, Paris soll er nicht wiedetfenen!
„Er will selber nicht; er begiebt sich auf sein Land—
ut, welches er in der Rähe von Senlis bessnt“ versehle
r Herzog.
„Bei Senlis ?“
Die Marquise fuhr empor.
„„Sie sind erregt,“ sagtke der Herzog, „mißsällt Ihnen
ese Wahl des Herrn von Monza?
„Ich vermag es nicht, sie zu hindern; und doch
in jener Gegend eben lebt eine Persönlichkeit von
er ich mit Ihnen reden möchte. Es ist ein anmulkiges
ind, welches dort, einsam wie das Dornröshen in
lärchen, seine Tage verirauert, das ich aber giacuch
u sehen wünsche, denn es ist mein Theuersses duf Er
en — dieses Maͤdchen!
Sie streckte die Hand aus und nahm von einem
»em Divan zur Seite stehenden Kerzenhalter ein Etui
on dunklen Sammek; es öffnend, überreichle sie es
dichelieu
Der Herzog warf einen langen Blick auf das kunftoll
 gemalte Miniakurporlräl welches von der zarlen
ülle umschlossen wurde. Es zeiglke die Züge eines
wa sechszehmahrigen Mädchen; keine besonders fesseinde
dönheit, teine Pitanserie — wohl aber der Hauch
einster Jungfräulichkeit, der Jugend ganzer Zauber
tene aus ihnen dem prüfenden Blick des Beschauers
illgegen.
Mit Spannung beobachkele die Marquise den Ein—
uck des Bildes auf Richelieun. aber es var eben das

Antlitz des Staalsmannes, auf das sie blickke. Kein Fua
vetänderte sich datin.
„Dieses Mädchenantlitz, Marqnse,“ sagke er endlich,
„fesselt mein Auge so, daß mein Ohr um eine Lösung
»es Rätiels bittet. Gilk es, dies Dornrsschen aus dem
schlafe ins Leben zurückzurufen — welch' ein Glück
vére das für Armand Richelieny, wenn er auch das
ünfzigsse Lebenssahr überschriflen und an die Braut
hau fsür den eigenen Sohn denlen muüßlte.“ fügte er
ãächelnd hinzu.
„Und wenn Sie beides vereiren könnten, Herzog ?“
ragie die MNargnite icharf und hastig, „wenn Sie die
dilie, die unichuldig reine, nit dem Lortbeer vereinten,
penn ich Ihnen wit der Lésung dieses Närchens ein
Jaradies erichlösse sein Herz voll Treue, Liebe und Dant
zarkeit gäbe Richelien, wenn ich Ssje jrage: würden Sie
ils Gakkin Ihres Sobnes ais Tochler, ein Wesen ver
chmäben, wie die es?“
Marquise —“
Der Herzog suchte nach Worfen.
„Jehzt aber ist nun der rechte Zeispunkt gekommen,
nein Kind der Einsamkeit zu entziehen und ihr die Slei
ung zu geben, welche ihr gebührt, einen Ramen, der
ber sedem Zweifel erhaben stehl. Alögen sie die Mar—
zuise von Pompadour schmähen — wer wagk es, die
schwiegerlohler Richelleus. die Herzogin voun Fronfal
inzukasten?“
Ein jekundenlanges Schweigen krak ein. „Marquise,“
prach dann der Herzog und seine Stimme klang gepreßt,
„o groß die Ehre ist, weld e Sie mir zugedacht haben, so
ürchte ich doch, daß mein Sohn schlecht zu einem Ehe—
nanne kaugk. Solttie nicht der Herzog von Beauford —“
Die Marquiste hakte sich erhoben? eine Wolke zog
iber ihre NMarmorirn. *
„die sgeinen mir answeichen zu wollen,“ sagke sie
„Ich aber wil Offenheit von Nneu. Richt ubedingke

Annahme, wohl aber unbedingte Verwerfung verlang
ich in dieser Stunde, wenn Ihnen die vorgeschlagen
Verbindung widerstrebt!“
„Sie wird meinem Hause eine Ehre sein,“ rief der
Heczog begütigend. „Nur eine Bedingung stelle ich.
„vprechen Sie!“
„Ich muß das Mädchen, das ich Tochter nennen soll
vorher mit offenen Augen sehen und prũfen.“
„Ich erkenne dieses Verlangen an. Sie sollen mich
begleiten. In vierzehn Tagen ist der Termin, an welchen
ein regelmäßig wiedderehrender Ausflug des Könias
mir für kurze Zeit meine Freiheit gibt. Unbemerkt
ohne Begleikung verlassen wir sodaun Paris und reiser
zu Alcxandrine. Doch fordere ich Ihr Wort als Kavalier
daß Sie keinen Versuch vorher machen, sich dem Mäd
hen zu nähern. So lange als möglich soll ihr der
Frieden erhalten bleiben. Die Stärme des Lehens,“
fügle sie mit einem leichken Seufzer hinzu, „werden frül
genug die Armste heimsuhen.“
„Sie wird von ihrer Mutter lernen, ihnen Troz
bielen,“ warf Richelieu ein.
„Ach, bis jetzt hat fsie nicht einmal eine Ahnung davon
daß die geheimnisvolle Fremde, welhe ie unter de:
Namen der besten Freundin ihrer der orbene Mate
rufsucht, diese selbst, noch weniger aber, daß es 0
Marquise von Pompadour ist, deren Arme sie unichli
zen. Früher wollke ich die Bitten des Kiundes vermeide.
e in das elterliche Haus zu führen und päter, di
Frankreichs Herrscher mir seine Gnade zuwandte, hat
ch zehnfachen Grund, den Mutkernamen vor ihr zu ver
eugnen.“
Die Marquüle hielt inne, denn eine Seilenkür öffneh
ich und die verlrauke Gesellschaftsdame der Faporitin
Madame von Hanget erschien auf der Schwell—
            
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