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Türkei von der Annahme seines Vorschlages abgängig.
die Konferenz soll im nächsten Janunar stattstnden. Die
Hehrzahl der Mächte sei mit dem Plane einverstanden.
luch Deutschland habe erklärt, an der Konserenz tei zu—
iehmen, wenn sämtliche Mächte und auch die Türkei dem
Borschlag zustimmten.
Redaktion. Druch und Verlag von J. Unterkeller, Dudweiler.
Rußland in der Mandicturet.
Aus der langen Erkiärung des russischen vi nisteriums
es Aeußern geht unzweifelhaft hervor, daß RNußland im
zegriffe steht, allgemach sein ehemaliges Pachtgebie
Atandschurei wieder in seinen Besitz zu bringen. Nach
em Friedensvertrag von Portsmouth hatte Rußland je—
en Besitzttel auf die Mandschurei verroren, mußte seine
zruppen aus jenem strittigen Gebiete zuruckziehen und
urfte nur zum Schutze der Vahnlimen als Wachen 15
sann pro Kilometer aufstelen. Die Stadt Charbin, die
on den Russen bei Beginn des Baues der Mandschurv
chhen Eisenbahn gegründet worden ist und heute etwa
6 000 Einwohner zählt, wurde zudem 1906 als inter—
zationaler Wohn- und Handelsplatz geussnet. In nachhe
igen Verhandlungen hat es die russische Regierung ver—
tanden, die chinesische Regierung zum Abschluß eines be
onderen Uebereinkommens zu bewegen, das im Mai d—
z. zustandekam und in dem zwar die Oberhoheit Chinas
mangetastet bleibt, aber das Prinzip einer gemeinsamen
zerwaltang in den Ortschaften längs der Mandschurischen
fisenbahn ausgesprochen wird, insbesondere russische umd
ginesische Stadtbehörden in Charbin vorgesehen werden.
Die Söhne der Mitte haben damit den Russen offenbar
chon sehr weitgehende Zugeständnisse gemacht, anscheinend
iber für russische Wünsche noch nicht weitgehend genug.
Der Verlauf des leten deutsch-russischen Zwischen
alles in Charbin zeigt, daß sich die Russen schon völlig
ils die Herren vetrachten. Die Stadtverwaltung in
Fharbin hatte eine Steuersorderung an die dortige
Zrauerei⸗Gesellschaft, der als Teilhaber ein Russe und
wei Deutsche (Rotwanger und Nötger) angehören. Die
Zahlung werd verweigert, weil, wie sich aus den russi—
hyen Darstellungen ergibt, die Berechtigung zu der For—
erung den Deutschen ucht geklärt erscheint. Gegen den
Bersteigerungs-Beschluß des russischen Teils der Stadt-—
0
deutschen hissen auf ihrem Besitztum, um es vor dem
ynen unberechtigt erscheinenden Zwangsverkauf zu schützen,
ie deutsche Fahne. Die russischen Schergen brechen aber
inter Mißachtung des deutschen Protestes und der deut—
chen Fahne gewattsam das Tor zu dem Besitztum auf,
efoeraen dabei von den veutschen Brauergesenen Prugel,
tellen die Ordnung wieder her und vollziehen dann die
hersteigerung.
Das ist der Sachverhalt, wie er sich aus den russi—⸗
chen Mitteilungen ergibt. Zu einer amtlichen deutschen
darstellung hat sich leider das Auswärtige Amt noch nicht
ufgeschwungen. Nach diesen russischen Berichten also, die
och jedenfalls eher zu gunsten russischer als deutscher
luffassung gehalten sind, haben sich doch die Russen die
edenklichsften Uebergrifse erlaubt. Nirgends steht, daß
jie im Auftrag oder im Einvernehmen mit dem chine—
ischen Teil der Stadtverwaltung oder der chinesischen
IRberbehörde gehandelt haben. Unsere Beamten im Aus—
and sind so peinlich korrekt in ihrem Auftreten, sie tun
her zu wenig als zu viel, um das deutsche Ansehen im
LUusland zu wahren, daß man ohne welieres annehmen
ann: Konsul Daumüllter war im vollen Recht,
ils er gegen die von russischer Seite angeordnete Ver—
teigerung eines zu zwei Dritteln Deu chen gehörigen Be—
itztums Protest erhob. Was ihn, nach dem ruflschen Be—
icht, zu einem nachherigen Widerruf seines Protestes
deranlaßte, wird für uns solange unklar bleiben, als das
Berliner Auswärtige Amt sich auszuschweigen sür gut
efindet Wie es scheint, betrachet man in Berlhin in den
harbener Vorsfall in Uebereinstimmung mit dem russi—
chen Ministerium des Auswärtigen dadurch, daß festge—
tellt wurde, die Brauereigesellschat sei auf dem russi—
ichen Konsulat eingetragen, für erledigt. Wir aber noch
ange nicht. Denn wir vermissen bisher eine Mitteilung
harüber, wie die deursche Regierung Genugtuung verlangte
ür die Mißachtung des deutschen konsurarischen Prote—
tes und für die Mißachtung der deutschen Fahne. Wir
yaben noch von keinem Wort des Bedauerns der russi—
chen Regierung hierüber gehört, und bei aller Freund—
chast, die wir mit Rußland pflegen wollen, darf die Rück
gratlosigkeit der deutschen Regierung nicht soweit gehen,
zaß sie ihre nationale Ehre von irgendeinem struppigen
Wutki-⸗Poltzisten beschimpren läßt. Denn was in Char—
vin geschehen ist, ist eine Berlesunag des deun—
schen Anseben
Gefunden
Die Petersburger führenden Blätter, die „Nowoje
Wremja“ und „Swet“ fordern die Abberufung des
eutschen Konsuls Da um ül ler aus Charbin. „No—
voje Wremja“ erklärt, die Strafse, die den deutschen
steichssangehörigen in Charbin wegen Beleidigung russi—
cher Polizeibeamten zuerkannt werde, werde zeigen, mit
velchein Maß die Würde der russischen Staatsgewalt in
deutschland gemessen wird.
Das ist doch der Gipfelpunkt russischer Frechheit!
Politische Rundschau.
Deutsches Reich.
*Die Difserenzen im bayerischen Liberalis—
nus dürften zu einem vollständigen Bruch zwischen den
zemäßigteren Liberalen und den radikalen Jungliberalen
ühren. Wie es heißt, wird der nächsten Sitzung des Lan
esausschusses der bayerischen Liberalen der Antrag auf
ofortigen Austritt aus dem Blocke vorliegen. Die Par—
eileitung glaubt, nach allem, was geschehen ist, nicht mehr
nit den radikalen Jungliberalen zusammen arbeiten zu
önnen, wenn die Partei es mit den mehr konservativ
zerichteten Wählern auf dem Lande nicht vollends ver—
erben wolle. Der Landesausschuß der Liberalen bedenkt
dabei aber wohl kaum, daß die Jungliberalen keinen
zeringen Anhang hinter sich haben.
* In der Frage einer Vereinigung der bestehen
»en Kurzschriften wird, wie Berliner Blätter schreiben,
»emnächst eine Konferenz von Vertretern der Reichsregie—
eung und derjenigen Bundesstaaten einberusen werden,
ie in dieser wichtigen Frage gehört werden wollen. Das
ehr umfangreiche Gutachtenmaterial, das von den ver—
chiedenen Interessentengruppen seinerzeit bei den zustän⸗
igen Reichsstellen eingegangen war, ist inzwischen von
rei sachverständigen Vertretern des Stolze-Schrey-Systems
ind der Gabelsbergers und StolzeSchule bearbeitet und
u Gutachten verwendet worden, die jetzt der amtlichen
Ztelle vorliegen. In der nun lommenden Konferenz soll
iuf Grund der erstatteten Gutahten der Beratungsstoff
zurch Formulierung von Fragen und Aufstellung von
2deitsätzen für die große Tagung vorbereitet werden, der
zzun die endgültige Entscheidung überlassen bleivt. Es
st daher nicht ausgeschlossen, daß noch im Laufe dieses
Winters die Frage zu einer endgü!uigen Losung gebracht
vird, ob und in welcher Form eine Vereinigung der 88
tenrenden Systeme überhaupt mäglich ist
Oesterreich⸗Uugarn.
* Die Nachricht, daß der Monarch die Entscheidung in
»er ungarischen Krise sür die nächsten Tage in Aus—
icht gestellt, hat in Budapest angenehm berührt, da man
chon gerne irgend ein Ende der derzeitigen unhaltbaren
zustände sehen möchte. Man spricht jetzt wieder von dem
zusammenschluß der 67er Parteien. Es sollen nach An—
sahme der Demission des jehigen Kabinetts zahlreiche Be—
ufungen zum Monarchen erfolgen. — Der bisherige Vize—
räsident des Abgeordnetenhauses Navay erklärt, daß er
ine Wiederwahl nicht annehme und der Verfassungspar
ei empfehle, vom Angebot der Masorität keinen Gebraud
u machen
Wermishtes.
Warum erkältet man sich nicht am Pol? Aus
London wird berichtet: Bei seinem leßten Vortrage im
Htiddleser-Hospital erwähnte Leurnant Shackleton auck
die auffaͤllige Tatsache, daß kein Teilnehmer der Süd.
polarexpedition je von einer Erkältung befallen wurd«
bis zu dem Tage, da man die aus England mitgeführ
ten Kleiderballen öfsnete. Von diesem Augenblick an wa
ren alle erkäl?et. Diesjenigen, die sofort hinaus in di
eisige Atmosphäre gingen, verloren alsbald wieder ihre
Frkältung, während die anderen, die in der geschlossenen
Hütte blieben, noch zwei oder drei Tage darunter zu lei
den hatten. Dr. Forbes Roß, der sich mit den Ursacher
dieses Phänomens beschäftigte, wies darauf hin, daß auch
Nansen und andere Polarfahrer dieselben Erfahrunger
zemacht hätten. Die Erklärung ist, daß die eisigen Po—
arregionen von Staub und jenen Krankheitskeimen fre
ind, die sich in zivilisterten Ländern anhäufen. Der Bal—
ien aus Europa mitgeführter Kleider, nach dessen Oeffnung
alle Expeditionsteilnehmer sich erkälteten, enthiett zwei—
fellos Tausende von Katarrhmikroben. Dr. Roß erwähnt«
dabei auch einige Hitfsmittel gegen Erkältung: sfrische
Luft, häufiges Oeffnen der Fenster, mäßig kühle Tempe
ratur in der Wohnung und vor allem: keine ängstliche
Verhüllung von Nacken und Hals. „Die Leute begehen
alle den Fehler, daß sie die Brust warm bedecken und den
Rücken zwischen den Schulterblättern nicht genügend ge—
gen die Kälte schützen. Niemand wird sich erkälten, der
—0
entstehen durch den mangelhaften Schutz des Rückens
Der Mensch mag nur die Natur beobachten und ihr sol
gen. Bei allen Tieren findet man als Schutz des Rük
kens eine besonders dichte, üppige Fellentwicklung, wäh
rend an allen anderen Körperteilen das Fell leichter und
dünner wird. Um ein Pferd gegen Kälte zu schützen, ge—
nügt die Bedeckung des Rückens. Die Frauen, die Schals
ragen und sie an der Brust übereinander zu legen pfle—
zeü, sollten es Ueber umgelehrt machen und den Scha!
doppeit über den Rucken legen, um voel-allen. den Rücke
wischen den Schulterblättern zu schützen.“
Kälte auf den Nacken bei Nasenblutungen. Ein
iltes Volksmittel gegen Nasenbluten ist jetzt durch Pro—
jessor Jurasz in Lemberg zu wissenschaftlichen Ehren
zekommen. Letzterer wurde zu einem älteren« Herrn ins
dotel gerufen, der an einer schweren, öfters wiederkehren
den Nasenblutung litt. Die Blutung wurde durch ein
vom Hotelkellner empfohlenes Mittel beseitiat. Das Miit
tel bestand im Auslegen eines in Eiswasser getauchten und
rusgedrückten Handtuches auf den Nacken. Der Professor
legte diesem Mittel zuerst keine Bedeutung bei und waudte
ouliche und innere Mitiel an, jedoch ohne Erfocg, denn
die Blutung kam immer wieder und nur die Kälteein
wirkung auf den Nacken bewährte sich als promptes und
schnelles Süllungsmittel. Die auf den Nacken appliziexte
Kälte hat demnach einen Einfluß auf die Blutgefäße dei
Nasenschleimhaut, indem sie cine Zusammenziehung der
gefaͤße herbeiführt und dadurch die Blutung zum Stehen
bringt. Man hat es hier mit einem längst bekanuten und
gebraͤuchlichen Volksmittel zu tun, dem man bisher von
aͤrztlicher Seite wenig Aufmertsamkeit geschentt hat, und
das es dennoch verdient. an erster Stelle angewendet 31
verden.
Ein schlauer Ortsvorsteher. Ein Schwabenstreich,
her allerdings schon auf ein ziemliches Alter zurückblicken
ann, erlebte in einem kleinen Orte des Eichsfeldes eine
ustige Neuauflage. Dort wurde wegen Bettelns tw
Orte ein Handwerksbursche verhaftet, in dessen Besitz sick
ehn falsche Einmarkstücke befanden. Der noch nicht lange
m Amt besfindliche Dorffschu'ze hob die unechten Münzer
sorgfältig auf. Nicht lange darauf erhielt der Schulze
yon der Staatsanwalaschaft die Aufsorderung zur soforti—
zen Einsendung der Falschstücke. Der Herr Amtsvorstehen
vählte den kürzesten Wea. um sich des Auftrages zu ent
mehr zurnen, die Hr so aroßmütig ihre Schuld verziehen
hatte
Nach vollzogener Trauung stieg Helaa, noch festlich ge—
schmückt mit Myrtenkranz und Schleier, mit ihrem Gatten
in den bereitstehenden Wagen, und fuhr jenseits des Wal—
des einem kleinen Höuschen zu.
Sie wurden augenscheinlich erwartet, denn eine alte
Frau mit jichneeiger Haube und schwarzseidener Schürze,
stand zu ihrem Empfang in der offenen Haustür.
.Tante Eva ist oben in ihrem Zimmer; sie hat be—
reits den ganzen Tag ungeduldig gewartet.“
Das neuvermählte Paar stieg eilig die kleine Treppe
hinan, und das Antlitz der Alten leuchtete ireudig, alrs
endlich die Tür sich öffnete.
„Ich dante Dir Helga, daß Du den Wunsch einer al—
ten Frau erfüllt hast; aber ich wollte Dich gern an Dei⸗—
nem Ehreutage sehen.“ sagte sie gerührt. „Möge Dein
Los ein besseres werden, wie das Deiner armen Wutter.“
Gott sei gedanti, es ist kein Grund vorhanden, unser—
Ehe geheim zu halten,“ warf Leo ein.
Hüten Sie Ihre Gattin, wie Ihr bestes Kleinod,“
fuhr Tante Eva ernst fort, und nach kurzer Weile drängte
ste die Gäste selbdnn zur Rüdtehr. IIch darf Sie nicht hier
halten. was würde man auf dem Schlosse sagen. wenn
Sie die ersten Stunden hei einer alten Frau mkilten“
sagte sie.
Als das junge Paor wieder im Wagen Psfatz gencem—
men hatte, schlang veo seinen Arm fsest um die éselieb⸗
le. — „Endlich bist Du die Meine,“ flüsterte er ihr zu,
ich kann nicht ohne Schauder an jene Schredenstage zu—
ückdenken, da ich Dich sast verloren hätte.“
„Dente gar nicht mehr daran; es ist ja vorbei“ ent⸗
gegnete sie lächelnd. „Jetzt gehören wir uns allein, und
nur der Tod kann uns trenden“
Er küßte sie zartlich und fest umsflungen fubren »*
in das Pertal des Schlefses ein.
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Englaud.
* Im Nationalliberal Club hielten zwei Minister Re—
»en über die politische Situation. Herr Winston Chur—
hill sprach über die Aussichten des Budgets im Ober—
sause. Er neigt der Ansicht zu, daß die Peers die Fi—
ianzbill schließlich annehmen werden. In jedem Falle
öänne von einem Eingehen auf die Wünsche der Lords
eine Rede sein. Ein Kompromihß, erklärte der Han—
delsminister nachdrücklich, neheme die liberale Partei
ticht an. — Nach Churchill sprach der Vordkanzler
Lord Lo»reburn. Er zog besonders die ökonomich
ozialen Seiten des Budgets in Erwägung und gab noch
tärker als Churchill der Ansicht Ausdruck, daß die ge
näßigt konservative Meinung über die Extremisten sieger
ind das Budget passieren werde.
Türkei.
*Ein Konstantinopeler Blatt behauptet, der Vorschlag
die Regelung der Kretafrage einer internatibna.
en Konferenz zur Entscheidung zu überweisen, sel
von Rußland ausgegangen. Der Zar halte an diesem
Nlane auch jetzt noch fest und mache seinen Rocaich in de-„Komm,
memn Liebling, Du bist erregt; Du bedarfft
der Ruhe, dann wird's Dir besser werden,“ tröstete er.
Die Geschichte, die Helga erzählte, war sehr einfach
und wurde von niemand beszweifelt. der nicht das dunkle
Reheimnts kannte
„Ich weiß selbst kaum, wie es sich zutrug,“ erzäkstte
ne mit mateir Stimme, „aber ich strauchelte in meinem
zimmer über eine Fußbant. Um nicht zu fallen stützte
ch mich gegen die Wand; sie wich zurück und ich fiel in
inen leeren, dunkteln Raum. Ich muß gleich die Besin—
iung verloren haben, denn als ich erwachte, waren meine
Glieder schon vor Kälte erstarrt, ich fühlte mich namentos
dend und hungrig. Vergebens versuchte ich, den Aus—
iang wieder zu sinden; ich rief um Hülfe, aber niemand
jörte mich. Wie lunge Zeit ich in meiner trostlosen Lage
unebracht, weiß ich selbst nicht, aber da versuchte ich noch
eituual die gebheinne Fedet zu finden, und endlich gelangç
eso uiir in diesen Nacht.“
Alnd du kamst zu mir,“ ergänzte Irma, „und ich eilte
uu VLeo der alle wedten“
„Die Wand 'oll sest zugemauert werden; ich hatte ganz
aergessen, daß dieses geheime Versted existieri,“ rief der
Ute Grai aus
„Wie gut, daß Du in Deinem Gefängnis die Geistes—
jegenwarr ntcht verloren haft; es hätte Dein Tod sem
vnuen.“ beinerkte Baron von Schleucher, und drückte etnen
Garte gin DVeldus bleiche Stirn
„Es waren auch für uns schreckliche Tage,“ gestand
Des, „aber jetzt will ich alle im Hause wecken, damit sie
ich mit uns über Deine Rettung freuen können.“
Bald hörte man laute Stimmen und Schritte im Kor—
ridor. Hastig wurde die Tür geöffnet und der Graf und
die Gräfin Dornholt, Baron von Schleucher mit seiner
Battin und Heloise, Leutnant von Berkow. Leo und ei—
nige Diener traten hastig ein.
„Mein Kind, mein geliebtes Kind! Dem Himmel sei
dank, daß Du gerettet bist.“ rief der alte Graf und schla
iie in seine Arme.
Alle drängten sich an sie heran, sogar die Dienerschaft
Apte ihr gerührt die Hand. Nur die Gräfin stand unbe—
veglich im Hintergrund; sie war leichenblaß und in ihren
Augen brannte ein unheimliches Feuer. Sie konnte ihre
Befühle nicht beherrschen und sich dem schuldlosen Mäd—
hen nähern, dem sie fast das Leben geraubt botte Da
txat Irma dicht an sie heran.
„Mutter,“ flüsterte sie ihr zu, „freust Du Dich nicht,
daß Helga gerettet ist? — Ich folgte Dir vor turzor Zeit
ind — — fand sie. Sie hat versprachen, um miertwillen
das Geheimnis zu bewahren.“
stoch immer brachte die Gräfin kein Weort hervor.
„Du hattest doch nicht ernstlich vor, ihr Schaden zu—
nirigen, Mutter?“ fuhr Irma eindringlich jsort.
Nein,“ stieß die Gräsin endlich wild hervon „ich haßte
te, aber ich wollte sie nicht töten. Sie sollte so lange
ine Gefangene bleiben, bis Du mit Leo von Horster ver⸗
ählt wärest, daun erst wollte ich ste fret geben.“
xma trat bebend zurück. setßzt kanni⸗ sie ihr⸗ Tränan
ehr zurüchalten.
frant,“ iti ⸗
— *
Im nächsten Fruhjsahr fand in der Schloßkapelle Dorn—
volt eine feierliche Toppelhochzeit statt. Vor dem jejbich
zeschmückten Altare inieten Komteß Helga an der Seite
zes Freiherrn Leo von Horster und Irma neben Hugo
»on Berkow. Der alte Graf lauschte mit freudiger Wey—
mit den ernsten Worten des Priesters, der segnend seine
Dande über seine geliebten Kinder ausbreitete, ven dener
r sich jetzt trennen mußte.
Auch die Gräfin wohnte der feierlichen Handlung be'
*okonnte 4war noch nicht vergessen, daß ihr Racheplaa
oaterr , ha T erree. A .,. ———