Lokales.
Das Oktober⸗-Wetter. Bruno Bürgel, der Nacholger
Rudolf Falbs, prognostiziert für die ersten Oti—
ertage warme, sonnige Witterung. Wit dem 4. durfie
s dann kühler werden, aber klar und trocken bleiben und
o soll das Wetter bis zum 14. anhalten. Hierauf dürf⸗
en bei eintretender Trübung schwache Niederschläge nicht
rusgeschlossen sein. Für die Zeit vom 17. bis 24. Ot—
ober wären wieder klare, troclkene und kühle Tage zu
gewärtigen, vom 25. aber bis zum Schlusse des Monais
nuß man sich schon auf stürmische, regnerische Witterung
zefaßt machen. Waährend der genannte Gelehrte im 14
Altober einen kritischen Tag von nur mittlerer Stärke er—
zlickt, bezeichnet er den 28. des Monats als einen kriti—
chen Termin von hoher Ordnung, der möglicherweise
Erdbeben und Grubenkatastrovhen mit sich bringt.
Der Allgemeine Turnverein hier beabfichtigt, um
chon recht srühe den Keim der edlen Turnsache in die jugend⸗
ichen Herzen zu pflanzen in absehbarer Zeil eine Jugend⸗
abteilung zu gründen in die Schüler von 10 bis 14 Jahren
rufgenommen werden sollen. Die Uebungsstunden werden
'o gelegt, daß fie von allen Schülern, ohne Versäumung
hrer anderen Pflichten besucht werden können und von einem
eigens für die Jugend in Aussicht genommenen Turnwartes
and im Beisein von Herren des Turnrates in einem der
Jahreszeit entsprechend hergerichteten Raume abgehalten.
Im dem Vereine eine Uebersicht der etwaigen Beteiligung zu
zeben, damit die weiteren Schritte zur Gründung der Ab⸗
eilung vorgenommen werden können, werden die Einwohner
zebeten, denen die Gesundung und Kräftigung ihrer Jungen
im Herzen liegt, upser Vorhaben zu unterstützen. Wir möchten
iber schon im Voraus darauf hinweisen, daß nur Jungen,
die regelmäßig die Uebungsstunden besuchen werden, anständig
ind willig sind, in Frage kommen, damit die Milhe, die
vir uns unterziehen wollen nicht vergebens ist.
Meldungen können schriftlich bei nachstehend verzeichneten
derten des Turnrates gemacht werden: Fritz Liebig Techniker
ind 1. Turnwart Bahnhosstraße, Heinrich Poller Schlosser
ind 2. Turnwart Freiheitstr, Fritz Kammer, Kaufmann und
l. Schriftwart, Louisenßr., Adolf Hornberget, Assistent und 2.
Schriftwart, Sudstr., Emil Kronenberger, Kaufmann u. Kassen⸗
i. Spielwart, Marktplatz.
Wer darf Lehrlinge halten? In den Kreisen der
Zandwerker herrschi noch vielsach Unklarheit darüber, wer be⸗
rechtigt ist, Lehrlinge zu halten und anzulernen Wir geben
gier nochmal kurz die einschlägigen Bestimmungen wieder.
Vom 1. Oktober d. J. ab darf sich Meister nennen, wer vor
»em 1. Dttober 1877 geboren ist und am 1. Oklober 1800
elbstandig ein Haudwerk auslbte und das Recht, Lehrlinge
anuszubilden besaß. Wer nach dem 1. Oktober 1877 geboren
ist. muß die Meisterprufung gemacht haben, will er sich Meister
iennen. Er kann es dann, wenn er auch nicht selkstfändig
st. Zur Meisterprüfung zugelassen wird in der Regel nur,
ver eine Gesellenprüfung bestanden hat. In den geeigneten
Fällen sind Ausnahmen gestattet, namentlich sür den, der
jereits geraume Zeit hindurch als selbständiger Handwerket
der Werkmeister iätig gewesen ist. Lehrlinge darf an⸗
eiten, wer vor dem 1. Oktober 1879 geboren ist und am
l. Oktober schon Lehrlinge auleiten durfte, er erhält auf
Antrag auch weiter das Recht dazu. Wer in der Zeit vom
i. Oktober 1879 bis 1. Oklober 1884 geboren ist und am
. Oktober 1908 das Recht zur Anlettung von Lehrlingen
esaß, kann es von der unleren Verwaltungsbehörde auch
veiter verliehen belommen. Wer nach dem 1. Oktober 1884
zeboren ist, muß die Meisterprüfung gemacht haben, ehe er
Ldehrlinge anleiten darf. Bisher durften Lehtlinge anlernen,
ver vor dem 1. April 1884 geboren war, nach Vollendung
eines 24. Lebensjahres, wenn er entweder 2 Jahre gelernt
jatte oder 5 Jahre hindurch das Handwerk persönlich selb
tandig ausgeübt hatte. Eine Gesellenprüfung wurde nicht
zerlangt. Wer nach dem 1. Oktober 1884 geboren ist, mußte
Meister sein. Die Beachtung der voristehenden Vorschriften
st für die Gewerbetreibenden von großter Wictigkeit.
Rekognoszierte Leiche. In der Leiche eines Mannes,
rie am Freitag an der Schleuse geländet wurde, erkannte
nan jetzt als diejenige des 60 Jahre alten pensionierten
huttenarbeitets Ludwig Schuhmann aus Malstatt⸗Burbach.
)er seit etlichen Tagen vermißt wurde. Da bei der Leiche
Uhr und sonstige Wertschachen vorgefunden wurden und ein
Berbrechen anscheinend ausgeschlossen ist, so vermutet man,
daß der Mann in der Dunkelheit durch irgend einen U fall
n der Saar ertrunken is
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Aus Nabh und FJern.
Saarbrücken, 6. Olt. Schwurgericht. Sitzung vom
5. Oktober. Auf der Bank der Angeklagten befindet sich
ver Gelegenheitsarbeiter Friedrich Brockhaus aus Cölln. Der⸗
elbe beraubte am 28. Märzed J. an dem Wege zwischen
Püttlingen und Völklingen die Ehefrau des Bergmanns
Brocker, zu Püttlingen wohnhaft, um ungefähr 7 Mark und
nachte sich obendrein noch unter Bedrohung mit Gefahr für
Ldeib und Leben und unter Zuhilfename einer Waffe eines
ansittlichen Attentats auf die Frau, wenigstens eines Ver—⸗
uches dazu schuldig. Brockhaus verlebte keine glückltche
Jugend und hatte unter Ecziehungsfehlern zu leiden, Am
20. März wurde er aus seinem Arbeitsverhältnis entlassen.
Seinen Brüdern in Püttlingen wurde er auch laästig, sie
chickten ihn weg. Nun war der Angeklagte ohne jegliche
Interstützung. Er gesteht die Tat zu und behauptet, der
dunger habe ihn dazu getriebeu, sich an den Waldesrand
mu legen und auf ein geeignetes Opfer zu lauern. Als die
3. mit ihrem Söhnchen vorbeikam, sprang Brockhaus hervor
tellte sich mit dem Messer in der Hand derselben in den
Veg und forderte ihr in drohender Weise nach und nach 60
Pfennig ab. Seine Gier nach Geld wuchs, er peckte die
B. am Halse und nahm ihr gewaltsam ihre Barschaft von
uwa 7 Mk ab. Dann machte Brockhaus den Versuch des
veiteren unter Anklage gestellten Verbrechens, indem er der
Frau Brocker einen Schlag zegen den Kopf gab. Die Frau
ind deren Söhnchen, das sie bei sich hatte, schrien nun laut
im Hilfe. Auf diese Weise wurde der Unhold in die Flucht
getrieben. „Das solist Du bezahlen“, rief ihm die resolute
Frau nach, mit dem Gelde hast Du doch kein Glück. Der
Berteidiger des Augeklagten plädierte für Zulassung mildern⸗
der Umstände. Letztere werden von den Geschwotenen unter
Zejahung der Schuldfrage zugelassen. Das Gericht erkenut
ntspcechend dem Autrag des Staatsanwalts auf Gesamtge⸗
ängnis von 2 Jahren, von denen 4 Monate Haft in An—
echnung kommen.
Metz, 5. Ott. Aus der nahen Grenzfestung Pont a
Mousson wird gemeldet, daß die Garnifon noch in diesem
Nonat um ein Bataillon Infanterie verstärtt werden soll.
Der Gemeinderat von Pont à Mousson hat in einer der
ergangenen Woche abgehaltenen Sitzung beschlossen, 200 000
Franks zu bewilligen, um fur die schon in allernächster Zeit
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intreffende Soldaten ausreichende Unterkunft zu schaffen
die Festung Pont a Mousson ist von Met etwa 26 Kilo—
neter entsernt. Von der deutschen Seite aus kann man
ganz deutlich das Exerzieren der Soldaten auf dem Exer—
ierplatz beobachten.
*Koln, 6. Olt. (Kirchendke be.) In der Wach
‚um Dienstag ist ein Einbruch in die St. Agnes⸗Mircha
erübt worden. Die Diebe versuchten das Tabernakel de
dauptaltars, sowie einen sfeuer und diebesficheren Schrau
n der Salristei, in dem sich Werigegenflände, wie Sebche
ijw. befanden, zu erbrechen, was ihnen aber nicht 40
ang. Es fiel den Dieben ein kostbares Kreuz, sowie n
ere Gegenstände im Werte von 1000 M. in die Hande.
* Düsseldorf, 6. Oltt. (Jugendlicher Unter.
schlager.) Der 17)ährige Kaufmannslehrung Emit
teiniges aus Oberhaufen, der am 26. Juli d. J. seinem
zehrherrn, Kaufmann Theodor Schwan, mit annahernd
000 M., die er auf die Bank bringen sollte, durchging
And das Geld auf einer Vergnügungsreise nach Berlig
Leipzig, Dresden, innerhalb 5 Wochen vergeudeie, erhiec
Wochen Gefängns.
*Eifsen, 6. Olt. (Wie der eine.) Durch unvorsich
iges, vorzeitiges Abspringen von einem sahrenden Stra—
enbahnwagen verunglüchte eine Frau R. Die Frau hat
s nicht abwarten können, bis der Straßenbahnzug hiet
Zie kam zu Fall und schlug mit dem Hintertopf heftig
uf das Pflaster. An der dadurch erlictenen Gehirwerled
ing starb sie am so!genden Tage im Kruppschen Lazaren
* Mülheim GRuhr), 6. Olt. (Guter Fang.) Ein
iternationaler Schwindler und Hoteldieb wurde hier ver
aftet. Er hatte sich im Hotel ‚Terminus“ einlogiert und
ahl zur Nachtzeit verschiedene Sachen. Er führle rujs
ches und englisches Geld bei sich und behauptete, nmin
ussisjch und englisch sprechen zu können. Der Schwindler
zibt an, von England zu kommen und in Amerika gebo—
nen zu sein. Als Namen nannte er Bernhard Tobolows.
*Duisburg, 6. Otlt. (BWerurteilter Messer
eld.) Der Bergmann Larl Jakubzak aus Oberhaiisen,
»er in der Nacht zum 17. Juni den Bergmann Josei
danke, mit dem er vorher Streit gehabt hatte, durch en
ien Messerftich in das Genick, der bis zum Rückenmari
»urchdrang, so schwer verletzte, daß er in Lähmung ver—
iiel, die auch heute noch nicht ganz behoben ift, wurde
»on der Strafkammer zu 14 Jahren Gefängnis verur—
eilt.
* Remscheid, 6. Olt. Gaserplosion.) Durch
»eine Gasexplosion in einem Restaurant wurde ein 16
ähriges Mädchen tödlich, ein im Hause wohnendes Ehe⸗
aar schwer verletzt.
*Wald sassen, 6. Otlt. Gin erschütternder
Borfall.) Als die Frau Lermer mit Waschen beschäf—
igt war, erblickte sie plötzlich ein Kind in dem vorbei⸗
ließenden Bach dahertreiben. Kurz entschlossen, spraug
sle in die Fluten und rettete das Kind. Als sie sich wie
der in die Waschküche begab, bot sich ihr ein grauenhaf—
ter Anblick. Ihr eigenes Knäblein war nämlich in dem
unbewachten Augenblick in das Walserlaß gefallen und
rtrunken.
*Friedrichshafen, 6. Olt. (33. 3.) Das Luftschif
zatte heute Vormittag einen Aufftieg unternommen. Prinz
deinrich von Preußen befand sich in der ersten Gondel.
Ob auch der Großherzog von Hessen die Fahrt mitgemachi
zat, fonnte noch nicht auverläfsia ermittelt werden.
Schwerer Sturm. Seit 24 Stunden wütet in Lo—
ient ein heftiger Wesisturm, der zahlreiche Störungen der
ↄIcht ffahrt hervorgerusen hat. Die Barke „Colette“ stran—
ete bei Gavres. Zwei Mann der Besatzung sind umge—
ommen. Die Fischerboote „Pelletan“ und „Etoille de
Pars“ sind ebenfalis gesunken. Ein Schlepper mit zwei
sooten wurde von dielen abgerissen. wober ein Boot um
erging.
Flüchtiger Erfinder? Der „Matin“ behauptet, daß
der flüchtige Marineleutnant Lair sich zurzeit in Frank
urt a. M besindet und dort seine Ersindung über die
rahtlose Telegraphie au einen Deutschen vertauft habe
Frankreichs Pech. Der bei Pau erbaute Schunp—
penn sür die geplante Luftschiffstation stürzte infolage ei—
ies Stcurmes ein.
Schrecklicher Tod. Aus Rom wird gemeldet: Et—
ier der bekanntesten romischen Prälaten, Migr. Palambi,
zertet bei dem Versuche, einem elektrischen Wagen ausznu—
wichen, umer die Raͤder eines Vaitsuhrwerktes, die ihn
denlich zermakmien.
Cholera. In dem erstklassigen Petersburger Refiau—
Am Bär erkrantien eif Angestellie au Cholera, darunter
funs Köche. Das Restaurant wurde geschlossen und wei⸗
A
—32fæ—kske
Teleuramme.
Saarbrücken, 7. Olt. In der gestrigen Sitzung des
kriegsger'chts standen die Sittlichkeiisvergehen einiger Unter⸗
fiziere des Infanterie Regiments Nt. 70 zur Verhandlung
ine Affaire, die im vergangenen Sommer durch die Peesse
ekannt geworden ist. Auf der Anklagebonk erschienen der
Zizefeldwebel Hartnack von der 5. Kompagnie, Sergeant
hummel und Uateroffizier Backhoff ebenfallz von der 5
dompagnie. Sergeant Leiner von der 8. und Vizifeldwebel
Wolter von der 11. Kompag-ie. Sie waren angeklagt
er Vornahme unsitilicher Handlungen. Außerdem war der
Zize feldw. Wolter noch angeklagt, sich an einem 4keinh jährigen
Nädchen vergangen zu haben. Die Anklagebehörde bean⸗
ragte wahrend der ganzen Dauer der Verhandlung, die von
) Uhr morgens bis nach 7 Uhr abends währte, den Aus—
hluß der Oeffentlihkelt wegen Gefährdung der öffentlichen
Zittlichleit. Vernommen warden 28 Zeugen, darunter eine
rößere Anzahl kleiager Maädchen im Alter von 13 und 14
Jahren. Die Anklazebehörde hat gegen sänmtliche Angeklagte
Degradation uud je nach der Schwere der Vergehen der
kinzelnen, wie wir höcen, Strafen beanttagt von 6 Mona—
en dis 2 Jahren Zuchthaus. Die Aageklagten hatten als
dechtsbeitand zut Seite die Rechtganwälte Stegmann und
Venderoth. Nach deren Auslührungen erklärte der Vor—
tzende, daß das Urteil in der Sache am Donnerstag, 7.
Ittober vormittags 11einh. Uhr verkündet wirden wird.
Trier, 6. Okt. Vom Eisenbahnzuge überfahren. Der
»ensionterte französische General Colb, der auf dem Bahn⸗
efe zu Luxemburg mit seiner Frau einen fahrenden Zug
»esteigen wollte, geriet mit seiner Gemahlien unter den sah—
enden Zug. Beide wurden schwer verletzt ins Krankenhaus
zebracht.
Trier, 4. Olt. Ein Unteroffizier des Infanterie Regi⸗—
nenis 161 erschoß sich mit einem Dienstgewehr in der Ka—
erne, angeblich wegen Geldschulden. Das Regiment hatte
hn am 1. Oktober entlassen.
Koblenz, 5. Oti. Zu dem Besuchh des Parsevalballons
rird gemeldet, daß, falls die Faͤhrt am Donnerstag aus
irgend einem Grunde nicht statifinden kann, sie zwischen dem
7. und 10. Oktober ausgeführt wird. Für die Landung auf
der Karthause steht ein Preis von 1000 Mark zur Verfüg—
ung. Der Landung soll eine Schleifenfahrt über die Stadi
vorausgehen.
Friedrichshasen, 6. Olt. Der Arbeits Ausschuß für
die Zeppelin⸗Hergesell Polar⸗Expedition beschloß die Ent⸗
sendung einer Vorexpedition nach Spitzbergen im Sommer
1910 und eines für die Expeditionszwecke geeigneten Zeppelin⸗
Ballons, der im Jahre 1811 Uebungefahrten von einem
heutschen Hafen aus anrreten soll.
Wien, 7. Otti. Zwischen den Großmächten findet in den
etzten Tagen ein reger Meinungsaustausch statt, ob wan
Spanien in der Maroklo⸗Angelegenheit freie Hand lassen
»der Stellung nehmen solle bei der jetzt bevorstehenden Aus—⸗
)ehnung der Alktion. Offiziös wird hierzu versichert, daß
alle Großmächte vorläufig keine Renderung oder Kontrolle
des spanischen Vorgehens wunsche.
Paris. 6. Okt. Wie der Matin meldet, weigerten fich
die 8 Soldaten des Rumancia-⸗Regimentes, welche gestern in
den Gräbern von Montjuich die Exekution au dem 22jähri⸗
zen Garcia zu vollziehen hatten, auf den Verurteilten zu
jeuern. Der befehligte Leutnant ließ Garcia hierauf durch
Revolverschüfse töten. Dieser bat vor seinem Tote darum
daß man ihm zwei Photographien seiner Braut mit in den
Sarg lege.
Konstantinopel, 6. Olt. Nach Meldungen aus dem
Hemen haben in den letzten Tagen heftige Kämofe zwischen
den Regierungstruppen und den vereinizten Streilkräften
Mahdis Said Idris und Imans Jahia stattgefunden. Die
Rezierung beeilt sich neue Verstärkungen auf den Kriegsschau⸗
latz zu entsenden. Gestern gingen drei und heute vier
nninone ab. Untet den Truppen befinden sich viele Frei⸗
villige.
Duschau, 7. Okt. In dem Mordprojzeß gegen den
Wirtschaftseleven Wellen, der einen älleren Mann während
einer Bahnfahrt erschossen und beraubt hatte, wurde vom
Bericht nach eingehenden Guiachten von mehreren ärztlichen
Sachverständigen beschlossen, den jugendlichen Mörder dem—⸗
aächst auf eine Dauer von 6 Wochen zur Beobachtung seines
Geisteszustandes in eine Jirenanstalt zu bringen, somit den
Prozeß abzubrechen.
Ein wohlschmeckendes Getränkt siait Kaffee und
Tee bildet eine Abkochung von
„Kufeke“
in Mich (1 Teelöffel auf 1 Tasse Milch 5 Minuten gelocht
welches von Kindern und Erwachsenen gern genommen wird
aund sich in vielen Familien eingeführt hat. Auch als Suppit
Worspeised wird es in vielen Familien gegessen (1 Eßlöffel
auf ein Teller) und als sehr angenehme Krankeaspeise für
Kinder und Erwachsene bevorzagt.
—FDer h uligen Nummer liegt ein Pirospett dee
IJ2 „Spiro spero“, Dieaden⸗Niederlößnis, Hohenstr.
r. 7 H.
Bekanntmachung.
Die Aufnahme des Personenstandes zur Steuerveranlag—
ung fuür 1910 findet vom 4. ds. Vits. ab durch Hauslisten
statt. Dieselben werden den Haushaltungsvorständen durch
die Polizeibeamten zugestellt.
Nach 8 23 des Emtommensteuergesetzes in der Fassung
des Gesetzes vom 18. Juni 1907 ist jeder Besitzer eines
bewohnten Grundstückes oder dessen Vertreter verpflichet, der
mit der Aufnahme des Personenstandes betrauten Behörde
die auf dem Grundstücke vorhandenen Personen mit Ramer
Berufs⸗ oder Ecwerbsart, Geburtsort und und Religonsbe—
kenntnis, für Arbeiter, Dienstboten und Gewerbegehuülfen
auch den Arbeitgeber und die Arbeltsstätte anzugeben.
Die Haushaltungsvorstände haben den Hausbesitzern oder
deren Vertreter die erforderliche Auskunft über die zu ihrem
dausstande gehörigen Personen einschl. der Unter⸗ und
Schlafstellenmieter zu erteilen.
Arbeiter, Dienstboten und Gewerbegehülfen haben den
hanehaltungsvorständen oder deren Vertretern die erforderliche
Auskunft über ihren Arbeitgeber und ihre Arbeitastätte zu
arteilen. Wer die von ihm ersorderte Auskunft verweigert
oder ohne genligenden Entschuldigungsgrund gar nicht oder
unvollständig oder unrichtig erteilt, wird nach 874 des
Einkommenstenergesetzes mit einer Geldstrase Si0 8300 Mart
bestraft.
Dudweiler, den 4. Oktober 1909.
Der Bürgermeisser Je6
*
Gefunden
3
A—9
haben hunderttausend Hausfrauen, daß man
wesentliche Ersparniße macht, wenn man
täglich Kathreiners Malzkaffee verwendet.
Kathreiners Malzkaffee ist unschöädlich,
wohlschmeckeud und dabei außerordent—⸗
lich billig. Das letzere ist bei den
jetzt so teuren Zeiten sehr beachtenswert.
Man hüte sich vor Nachabhmungen und
vor lose ausgewogenem Malzkaffee, der
oft weiter nichts wie gebrannte Gerste ist!
Unserem lieben Freunde
zum freudigen Familien-Ereignis
Glüͤck⸗u. Segen.
SRtammtiseh M