Fokales
Automobilunfsall. Am 1. August d. J. fand bekannt⸗
zwischen hier und Sulibach ein Zusammenftoß des Auto⸗
'bils eines Obersteiner Fabrilanten Wild mit dem Landauer
es Rittmeisters Kögel-⸗Saarbrücken statt. Bei der Karambolage
urde der 26 Jahre alte Karl Keller aus Okbeistein von
t Deichsel des Landauers derart gegen die Herzgegend ge—
gen, daß er sofort starb, Gegen den Führer des Autos
Strafantrag wegen fahrlässiger Tsötung gestellt worden.
is Verfahren ist nunmehr auf Antrag der Staatsorwali⸗
aft Soarbrücken eingenellt worden. Fabrikant Wild hat
wischen eine Schadenersatzllage gegen den Rittmeifter an—
trengt.
dDie menschensfreundliche Polizei. Fruher konnte
n erzählen hören, daß die Tüchtigkeit von Polizisten und
mdarmen darnach bewertet wurde, wie viele Anzeigen sie
ichten. Heute sehen die Polizeiberwaltungen darauf, daß
e Beamten das Publilum zur Beachtung der einmal un⸗
gänglichen Vorschriften gewissermaßen heranziehen sollen.
jdann soll die Strenge eintteten. wenn alle Fteundlich—
nicht hilft.
das verstuchte Rißtrauen Peter Rosegger plauderte
einem Heimgarten über ein kleines Alltazserlebnis: Ein
gleiferjunge meldete sich an, so ein hübsches schwarzes
eunerbübel; Ob wir nichts zu schleifen hätten? „Na
am her!“ sagte ich und zog mein Taschenmesser heraus,
Kapfenberger Messer mit feiner Perlmutterschale, ein liebes
denken. Aber schon stumpf geworden. Das kaunst Du
e fen, doch wann bringst Du mirs wieder 2, Heute Mittag.“
ut. Aber daß Du mir nicht darchgehst damit, verstehst?“
seinen großen Augen schaute mich der Junge vorwurfs⸗
in, fast traurig. Und dachte ich mir, woher hast du
Recht, ihn zu beleidigen? Gleich ihm einen so häß—
en Verdacht ins Gesicht zu schnellin? Mit tat er leid,
er war schon davon. Eilig hatte ers mit dem schönm
er abzufahren. Es Lam der Mittag, doch nicht mein
ge mit nem Messer. Da hub ich an „Diese verdamm⸗
zigeuner! Gedacht habe ich mirs ja gleich, aber man
mmer so vertrauentseelig. Jetzt will ich im Dofe nach-Jen,
ob der Gauner nicht zu erwischen ist. Der soll mich
aen lernen! AMusrotten soll man diese Diebsbrut, diese
aaledeite!“ Und was man im ZSorn balt so hinaus—
t. — Am nachmittag kam der Junge mit dem Messer.
„ar sorgfältig geschliffen, vie neu schaute es aus, und
-chuldigkeit war zehn Hellet! — Und meine Schuoldig—
— Ojst habe ich mir vorgenommen, das verfluchte
nauen abzutun. Bin ich denn so viel betrogen worden?
persönlich habe wirklich wenig Usredlichkeit erfahren.
er hätte ich e blos nicht gemerkt? Dann ift's wenigstens
t empfindlich gewesen. Abet was man so bört von
1! Und was man liest! Lauter schlechte Leute überall
Hälfte alles Traisches, der täglich aus der Leute Mäuler
udelt, handelt von Schlechtigkeit der Welt. Zweidrittel
zr Zeitungsnachrichteu erzählen von der Schlechrigkeit der
ite. Dann unsere neue Literatur, unsere Bühne! Ueberall
sindel. Woher soll man da das Vertraueu nehmen? —
dächte doch, aus sich selber. Wie einer selber ist, so
akt er sich die andern. Heißt es nicht ungefähr so? Rur
wenig größer. Man ist zwar sonst so, daß man jeden
brav hält, solange man nicht das Gegenteil erfährt.
d doch kommt manchmal ein dummer Rappel. Dem
geunerbub hace ich natürlich ein bischen Genugtuung in
Hand gedrückt und habe zu ihm gesagt: „Das war nur
aß, heute Morgen, daß Du etwa das Messer nicht zurück—
cchteff!“ „Eiwo!“ gab er zur Antwort, „wan muß ja
rückgeben, sonst wird man einn⸗esnorrt“
4
Kus Nah und FJern.
Saarbrücken, 4. Okt. An der Wasserstation der Loko—
tiven des hiesigen Hauptbahnhofes wurde in vergangener
cht gegen halb 3 Uhr das Stöhnen eines Menschen ver—
mmen. Als das Lokomotiv- und Ranugierpersonal zusah,
id dasselbe dort einen Mann in einer 83 Meter tiefen
ischlammgrube in hilflosem Zustande ftecken. Unter Le—
ggefahr retteten die Hinzugeeilten den Mann, dessen Prr—
ichkeit nicht ermistelt werden konnte. Wie der Mann in
Brube kam, ist noch unbekannt, es ist nicht ausgeschlossen
ein Verbrechen vorliegt.
Metz, 1. Dti. In der Annex⸗ Eich bei Saaralben wurde
Ehefrau Einzel unter dem Berdacht des mehrfachen
erdes und der Brandstiftung verhaftet. Sie hatte am
enstag Abend das Haus eines Ackerers in Brand gesteckt
— die Abwesenheit der Einwohnerschaft bei den Loöschar—
ten benützt, um eine alte Frau zu überfallen und zu be—
uüben. Durcch einen Polizelhund ist nunmehr die Gendar—
i- der Mordbrennerin auf die Spur gekommen. Die
issuchung lieferte so erdrückendes Material, daß ein Gr⸗
mis erfolgte. Die Täteriv wird weiter beschuldigt, einen
urzem in einem Straßengraben tot aufgefundenen Mann
ordet zu haben, außerdem ihren eigenenOnkel, den man vor
is drei Jahren unter der Kanalbrücke hervorzog und
o von Ratten gefressen, daß die Todesursache damals
estgestellt werden konnte. Ferner werden ihr eine ganze
yon Diebftählen und Brandstifiungen zur Last gelest.
au verfuhr dabei nach der raffiniert ausgedachten
vbde, durch Legen von Bränden die Aufmertsamkeit der
oolkerung abzulenken, num so ihre Diebestäͤtigkeit leichter
uben zu können.
uisburg, 4. Okt. Gerüsteinistur z.) Auf der
Aschaft Lohberg stürzte ein Gerust mit acht Arbei—
tsammen. Einer blieb tot, die übrigen sind schwer
Rinslaken, 4. Ott. Grubenunglück) Auf
n der Teufe besindlichen Schacht „Sßwei“ der Ge—
schaft Lohberg ereignete sich ein chweres Unglück. 8
lleute stürzten von der Tribüne in die Tiefe. Einer
ofort tot, die anderen sieben erlitten mehr oder min—
chwere Verletzungen. Man hofst jedoch, sie am Le—
thalten zu koͤnnen.
Limburg, 4. Ott. (Tragischer Tod.) Auf tra—
e Weise hat die 45jährige Frau des Schreinermeisiers
berger den Tod gefunden. Ihr 18jähriger Sohn ver—
zte sich mit einem Freunde im Garten mit Spatzen—
ẽn. Die Mutter wußte nichts davon. Als sie aus
aus kam und das Gartenlokal betrat, krachte ein
der sie ins Herz traf. Nach einer halben Stunde
e. Die Waffe des über die Tat verzweifelten Soh—
»urde von der Polizei beschlagnahmt.
MNainz, 4. Oktt. (GGin Erzgauner.) Ein bis
och unbekannter Schwindler hatte sich auf den Na—
eines Kontoinhabers, als dessen Sohn er sich aus—
eben hatte, von dem Wiesbadener Vocschußvercin in
hiesiges Hotel die Summe von 12 800 Wart anwei—
nssen. Das Geld hat der Schwindler auch tatlsächlich
alten. Nachträglich waren der Kasse des Vorschußver
Bedenken gekonimen. Auf ihre Anfrage bei dem
ntvinbaber seilfe fio der SEchbtudeJ1 Banue
ir
Frankfürt, 4. Ott. (Won der Jla“) Der Par
eval-Ballon flog am Sonntag nach Wiesbaden und
andete auf dem Korbplatz nach 24 stündiger Fahrt. Wie
m Tag vorher wurden aftronomische Ortsbestimmungen
emacht, die gut gelangen. Gegen 5 Uhr verließ der Ru
henberg-Ballon die Zeppelinhalle und manövrierte bis
‚um Einbruch der Dunkelbeit in der Umgebung des Fluqg—
jeländes.
* Darmstadt, 4. Oltt. (Wwom Allgem. deutschen
Frauenverein.) Der Allgemeine Deutsche Frauen
erein trat heute zu seiner 25. Generalversammlung zu—
ammen. Da die Vorsitzende Helene Lange erkrankt ist,
ührte Dr. Agnes Gosche (Halle) den Vorsitz. Es sind
aft samtliche Ortsgruppen und Euzzelvereine des dieiches
ertreten. Nach Verlesung des Geschäftsberichtes über die
Lereinstätigkeit in den letzten zwei Jahren kam als erster
dauptpunkt ein Antrag des Berliner Lehrerinnenvereins
ur Verhandlung: Der Allgemeine Deutsche Frauenverein
volle für die Eröffnung der höheren Knabenschulen für
ie Mädchen in sämtlichen deutschen Bundesstaaten wir—
»»n. Bearündet wurde der Antxraa von Dr. Gertrud
zeumer. Nach längerer Bistussion wurde der Antrag an
senommen. Die Propaganda soll durch Fluablätter unt
dlassenpetitionen erfolgen.
— MEA
Berzweifelte Mutter. In Crupet ver Ramur ha
eine WPutter sich und ihre vier Kinder im Alter bis zu
acht Jahren ertränlt.
Jugendlicher Mörder. JIu Wien hat sich der 15.
ährige Lehrling Karl Os wald dem Landesgerichte
‚estelt und das Geständnis abgelegt, daß er bei Gum—
—DDD— Volksschüler
vVilhelm Hausner ermordet hat, aus Rache, weiu
ieser ihm seinen Freund abspenstig gemacht hatte.
Selbstmord eines Millionärs. Im „Grand Hotel“
n Wien erschoß sich der Millionär Albert Pulitzer, ein
zruder des Heraqusgebers der New-Yorker „World“, der
eit eniger Zeit in Berlin Aufenthalt genommen hai. Die
zeransassung bildete ein unheilbares Leiden.
* Panik im Theater. Gegen Schluß der Opernvor—
tellung im Stadttheater in Bielitz stürzte unter starkem
drachen vom Plafond Stuckatur herab, wodurch acht
Bersonen schwer und mehrere leicht verletzi
vurden. Eine arößere Vanik wurde vermieden.
Wiadrid, 5. Olt. Infant Carlos nahm Abschiet
»on der königlichen Familie, um sich an der Spitze einer
davallerie-Brigade nach Melilla zu begeben
Luftschiffahrt.
Die Berliner Fliegerwoche.
Der Sonntag brachte die Endresultate. Ge
hwindigleitspreis: Erster VRatham, 18 Min. 46 Set.;
zweiser Farman 22 Min 2 Set. Der Belastungs—
reis wird nicht verteilt, weil nur Rougier mit 78
rilograäanum in Frage kommt und die geringste einzige
zeistung nicht preisgekront wird. Rougier erhielt aber
ür seine vorzügliche Fahrt einen Ehrenpreis, den Potal
z»es Kaiserlichen Automobillubs. Der Höhenpreis fand
zwei Bewerber: Rou giser mit 158 und Vatham
nit 85 Meter, Rougier hat mit diesem Fluge seine erste
Leistung von 94 Mietern vedeutend überbolen. Leider
onne der wundervolle Höhenflug Lathams am Sonntag
»er ihn auf 170 Meter brachte, nicht mehr bewerte
verden, da er erst nach Sonnenuntergang begonnen wor
en ist. Auch jür diesen Flug kommt also nur Rou
ier als erster Preisträger in Frage. Un den Ent
ernungs- und den Dauerpreis konkurrierten Rougier 120
m., Latham 82,5, Farman 80,00 Km. Da der erste
ßreissträger gleichzeitig die längste Flugdauer hat, komm
iach der Entscheidung der Preisrichter der erfte Preie
sicht zur Verleilung de Caters, der sich mit große
te zelmäßigleit und Pünt'lichkeit an den Flügen beteiligte
llerdings ohne Lorbeer heimzubringen, erhielt in Aner—
ennung feiner beachtensweren Ersolge 2000 Mark als
rosspreis. — Das Ereignis des Sonntags war der Hö—
renflug Lathams, der nach der letzten Havarie
en ganzen Tag mit Widrigkeiten zu kämpfen hatte und
sarum bei dem allgemeinen Placement nicht gewichtig mit—
prechen konnte. Dafür erntete er stürmische Ovationen
»es begeisterten Publikums, das ihn auf den Händen vom
dampfplatz fortrug. Leider muß konstatiert werden, daß
»en Deutschen während der Berliner Fugwoche kein Er—
olg beschieden watr. Dor ner konnte auch am Sonntag
eim zweiten Flug keinen Erfolg erzielen
Die Fliegerwoche in Köln.
Am Sonntag wurden die Erwartungen einer unge—
euern Masse von Besuchern der Flugwoche nur teilweise
rfültt. Insolge sehr ungünstiger Windverhälmisse (Wind—
ärke 8 Meler) mißglückten die Versuche Paulhans
„nd Dufours nach kurzen Aufstiegen von 200 Mieter.
)die Menge wurde ungedulodig und rief nach Bleriot. Bei
eichtem Regen unternahm dieser um 6 Uhr zwei Ftlüge
on einer und drei Runden. Paulhan machte eine Runde.
ann eine halsbe: hernach setzte starker Regen ein
Die Frankfurter Fliegerwoche.
Der erste Tag der „Fliegerwoche“ brachte, wie vor—
uszusesen war, keine großen Ereignisse, denn nach dem
orläufigen Programm werden berühmte Flieger erst vom
ritten oder vierten Tag an sich sehen lassen. Da es win—
ig war, verzögerte sich am Sonntag der Anfang der
5lugve suche um fünfviertel Stunden. Daun ließ der
däne Nervo seinen Voisin-Apparat lausen. Er brachte
s der Reihe nach, wie offizielle Angaben besagen, auf 13
zek., 22 Sek., 1 Min. 3 Sek., 19 Sek., 48 Sek. Euler
log 32 Sek., 1 Min. 32 Sek., 24 Sek., 30 Sek. Den
zlugveriuchen wohnten viele Tausende bei
Tesearamme.
Berlin, 4. Ott. Der Auftlärung bedatf noch ein Brand
»er gestera früh im Bahnhofe Großlichterfelde-Ost ousbrach.
Begen 3 Uhr morgens wurde die Fahrkartenverkäuferin in
hrem Dienstraum durch Qualm aufgeschreckt, der aus dem
Nachbarraume drang. Sie eilte sofort hinein und fand den
Borsteher bewußtlos am Boden liegend. Die Gardinen und
Dienstpapiere standen in Flammen. Auch etwa 6000 Marl
Papiergeld müssen verbrannt sein. Die Papierreste und Asch⸗
vpurden in Verwahtung genommeu.
München, 4. Okt. Aus der Eisenbahnfahrt nach Mün—
hen wurde ein Russe von einem Landsmanne befäubt und
»eraubt. Der Beraubie ist der Student Ottio von Landern
dem sich der Cisenbahnräuber als ein Landsmann Tscher—
andkes vorstellte. Et bot bem Student einen betäubenden
Trunk an. Als Landern wieder erwachte war er seiner
zarschafi und Ftackes beraubht. Der Räuber war ver—
chwunden.
Hamburg. 5. Okt. Direktor Colemann von der Luft—
chiff⸗ Baugesellschaft weilt zur Zeit bdier, um die Verhand—
ungen üder die Errichtung einer Luftschiffftation zu Ende
u führen. Colsmann erklärte einigen Berichterstattern, daß
ür die hiesige Station ein Luftschiff vorgesehen sei, in dem
u gleicher Zeit 30 —40 Personen Piatz nehmen könnten
Die Fahrtdauer werde 4 —6 Stunden betragen. Es sol
eine Verkehrslinie mit den Nordseebädern eingerichtet werden.
Bei günstiger Witterung könne man auch an einer Fahrt
nach Kopenhagen denken.
Regen⸗Burg, 4. Olt. Gestern abend überfuhr ein
Poftautomobil den 19jährigen Bauernsohn Knott, der nach
venigen Minuten tot war.
Paris, 4. Okt. Der „Petit Parisien“ meldet aus San
Sebastian, man müsse sich auf ein Ausdehnen des spauischen
Feldzuges in Maroktlo gefaßt machen. Nach gewissen An⸗
zichen zu schließen, beabsichtigt Spanien die Besetzung eines
Bebietsstreifens gegenüber den Alhusemas-Inseln, 50 Kilo⸗
neter westlich von Melilla, ferner die Errichtung eiser stän—⸗
digen Garnison gegenüder von Penon de la Gomera, gege⸗
zenenfalls die Besitzergreifung von Tetuan.
Passau, J1. Ott. Ein Kampf auf Leben und Tod spielte
ich geftern im Walde nahe Kleeberg (Rottal) zwischen dem
Gendarmeriewachtmeister Steigenberger von Pocking und 2
Vagabunden ab. Der Wachtmeister wollte die beiden vor⸗
bestraften Tagelöhner Josef Fischerauer und O. Labermeier
verhaften. Diese wieder setzten sich, warfen den Wachtmeister
zu Boden und versuchten, ihm den Revolver zu entreißen,
Steigenberger wehrte sich mit allen Kräften und es gelang
hm, einen Schuß abzugeben, der den Fischerauer tötete.
Darauf transportierte der Wachtmeister Labermeier weiter.
Patis, 4 Olt. Der Matin meldet aus San Sebastian:
Man versichert, daß Muley Hafid wünsche in einem Krieg
mit Spanten verwickelt zu werden. Er habe eine solche
Mögl'ichkeit bereits bei det Besezung von Selnan ins Auge
zefaßt. England und Frankreich, die über die Lage durchaus
anterrichtet wären, sollen ducch ihre Diplomatie auf Spanien
zingewirkt haben, um eine kriegerische Verwickelung zu ver⸗
neiden. Frankreichs und Englands Haltung würde die strikte
Neutralität sein.
Paris, 4. Ott. Der Temps berichtet aus Barcelona.
daß die fortgesezten Verhaftungen unter der Bevölkerung
eine große Beuntuhigung hervorrufen und daß diese Verhaf—
ungen den Charakter einer übertriebenen Demütigung tragen.
Wie andererseits aus Barcelong berichtet wird, hat das Kriegs⸗
zericht den Prozeß gegen drei Angeklagte wegen Aufruhrs
»egonnen. Es handelt sich um Jose Alvarcz, Antonio Sang
und Jose Merena. Der Staalsanwalt beantragee die Todesirefe
für Alvarez, 6 Jahre Zuchthaus für Sang und 6
Monate Gefängnis für Merena.
Barcelona, 4. Olt. Heute morgen erfolgte in Mont⸗
inich die Hinrichtung des Aufrührers Clemente wegen Auf—
cuhrs. Leichenschändung und Brandstiftung.
Newyork, 4. Olt. In Roslix im Staate Washington
ind infolge Explosion schlagender Wetter 8 Grubenarbeiter
e und 3 schwer vetletzt worden. Die Grube steht in
rand.
Wien, 5. Olt. Ueber die Verfassung für Bosnien
und Herzegowina, die demnächst veröffentlicht wird, ver—
lautet, daß sie sich eng an das Statut von 1880 anlehnt
und die Parität Oesterreichs und Ungarns durchaus wahrt.
Die Wahlen für den VLandtag finden in den ronfessionel—
len Kursen nach dem Muster des mährischen Katasters
statt; die Juden erhalten ein Viril- und ein Wahlmandat.
Agram, 5. Okt Heute erfolgt der Urteilsspruch iim
Hochverratsprozeß. Die Vorlesung der Begründung dürfte
den ganzen Tag dauern. Große polizeiliche Maßnahmen
sind gegen eventuelle Demonstrationen getroffen worden.
London, 4. Oklt. Wie die „Times“ aus Peking mel—
det, ist die neue Bahn Peking-Kalgan vollständig von
Chinesen gebaut worden. Der Chefingenieur Tienjow ist
ein in Amerita ausgebildeter Kantonese und alle Ange—
steliten bis zum kleinsten sind Emheimische, doch ist das
Schienen- und Wagenmaterial auslandich. Die Bahn ist
ohne fremde Hilfe aus den Ueberschüssen der nördlichen
Bahn gebaut worden. Sie ist gut und ökonomisch ange—
legt und berührt große Kohlenselder. Der Verkehr ist
schon jetzt bedeutend.
London, 5. Okt. „Morning Leader“ meldet aus
Lissabon: Bedenkliche Bauernunruhen sind hier ausgebro—
hen. Die Veranlassung gab eine Anordnung der dtegie—
rung, welche Regierungsland, das Jahrzehnte lang von
Bauern kultiviert worden war, reklamierte. Als die Be—
amten in den betreffenden Orten erschienen, wurden sie
von den Bauern vertrieben. Sie kehrten unter militäri—
scher Bedeckung zurück, mußten jedoch abermals weichen,
da die Bauern, welche Sturm läuteten, sie mid Senfen
und Mistgabeln zurückdrängten. Das ganze Land ist in
unbeschreiblicher Aufregung.
New-York, 5. Okt. Cosok ist bereit, sein Material
außer der Kopenhagener Universität auch der ye
XX ee der Vereiniglen Staaten zu unterbrei⸗
ten, unter der Vor Der Bleichzei⸗
e 4 orausse zung. daß dor Pehund Sleicaen
Bekanntnachung
Die Firma Dudweiler Eisenbauansialt G. m. b. H. zu
Dudweiler beabsichtigt ihre in Flur 18, Parzelle Nummer
918327 ete der Gemukung Dudweiler gelegene Fabrikanloge
zu erweitern und einen Luftfederhammer aufzustellen.
Diese Unternehmen werden hiermit gemäß 8 17 der
Reichs-Gewerbeordnung veröffentlicht mit der Aufforderung,
etwaige Etawendungen binnen 14 Tagen bei der unterzeich⸗
neten Behörde schriftlich in zwei Exemplaren oder zu Pioto—⸗
koll anzubrin jer. Die Enspruchsfrist nimmt ihren Anfing
an dem Tage, an dem die diese Bekanntmachang enthaltende
Nummer des Kreisblattes erscheint. Nach Ablauf dieser
Frist können Einwendungen in dem Verfahren nicht mehr
angebracht werden.
Die Beschreibungen, Zeichnungen und Pläne liegen wäh—⸗
rend der oben angegebenen Frist zur Einsicht au'.
Zur mündl'chen Erötterung der rechtzeiiig erhobenen
Einwendungen beraume ich Termin an, auf Freitag den 22.
Oktober ds. Ite. vormittags 11 Uhr in der Amtostube des
Unterztichneten.
Im Falle des Ausbleibens des Unternehmers oder der
Einsprucherheber wird gleichw hl mit der Exörterung der
Eiawendungen vorgegangen werden.
Dudweiler den 2. Okt. 1909.
Der Burgermeister J o st.
Bekanntmachung.
Amtstlerätztlicher Festftellung zusolge ist unter dem
Pfer—ebestand des Kaufmanns F. Obenauer zu Saarbrücken
Hohenzellernstraße 40 Jafluenza (Zrustseuche) aasgebtochen.
—Fypn XM 7
das Leben des Babys häugt an
J wenn die Verdauung gestört ist. Ge—
einem Faden, —0
zeiten Nestle's Kindermehl, Sie ersparen sich damit vielleicht
dittetre der Zuldunft.