Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

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Dienstag 5. Okt. 09.

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Die dentschrenglische zflotsenkonventivn.
Vor wenigen Tagen hat der Snglische Mintsterpräsi—
ent Asquith xinem Bedauern darüber Ausdruck gegeben,
aß die von England ausgegangene Anregung ein Ab—
ommen über die Beschränkung der Flottenrüstungen mil
em Deuischen Reiche einzugehen, hier keine Gegentebe
efunden habe. Wenn er hätte ehrlich sein wollen, hätte
c hinzufügen müssen, daß seine Regierung zu einem gu
en Teile selbst daran die Schuld trägt. Eine Verständig—
ing über Rüstungsfragen setzt einen Zustand des Friedens
ind des Vertrauens voraus, und insbesondere dem schwä—
heren Kontrahenten, der in diesem Falle Deutschland ist,
ann es nicht verdacht werden, wenn er vorher wirkame
varantien fordert, damit er nicht am Ende der betrogene
keil sei. England durfte sich also nicht beschränken auj
ine bloß allzemein gehaltene und zu nichts verbindende
Initiative zu einem Flottenabkommen, fondern mußte
»aran den Beweis knüpfen, daß es mit dem Abkommen
virklich nur friedliche Absichten verfsolge. Daran zu glau—
en, wird aber immer schwerer.
Peinlich hat es berührt, als die liberale Regierung,
»em Angstgeschrei der Hetze gegen Deutschland nachgebend,
ie außergewöhnliche Ausdehnung des Flotlenbauplanes
orderte. Damit hat sie jenen Leuten recht gegeben, die
n dem Wachsen der deutschen Flotte eine Lebensgefahr
ür die englischen Interessen erblicken, obwohl doch kein
berständiger darüber im Zweifel sein kann, daß die eng—
ische Flote der deutschen unvergleichlich überlegen ii.
ẽin kundiger Prophet hat bereits den Termin des deut—
chen Angriffs auf das Jahr 1912 festgesetzt. Am Ende
es Jahres 1912 wird England 16 Dreadnoughts und 4
Invincibles gegen Deutschlands 10 Dreadnoughts und 3
znvincibles besitzen. Damit wird sich, ganz abgesehen von
er übrigens um vieles stärkeren englischen Seemacht ein
eutscher Angriff doch mit leichter Mühe abwehren lassen.
Venn die englische Regierung auf eine friedliche Verstän—
igung mit Deutschland Wert legt, so wird man an sie
uch das Ersuchen richten dürsen, der deutsch-feindlichen
hetze etwas nachdrücklicher entgegenzutreten. Besonderer
linlaß liegt dazu vor, wenn die Hetze jetzt dazu übergeht,
uch andere Völker in einen Gegensatz und wenn möglich,
neinen Kampf mit Deutschland hineinzutreiben. Am 18.
zeptember hat Lord Beresford, der bekannte Agitator
er englischen Flotte, in New-York eine vielbeachtete Rede
sehalten, in der er offen einen Zusammenschluß der eng—
ijch sprechenden Völker zur Sicherung des bedrohten Frie—
»ens das Wort redet. Ohne daß der Name eines be—
timmten Landes von ihm genannt wurde, ging aus sei—
ien Ausführungen doch aufs klarste hervor, daß er die
zedrohung des Friedens auf deutscher Seite sieht. Sein
ßlan, in einem Kriege gegen Deutschland Amorika an der
Zeite Englands zu sehen, findet erfreulicher Weise in der
wrdamerikanischen Presse wenig Gegenliebe. Aber es ist
och schon bemerkenswert genug, daß mitten im Frieden
erart von Angehörigen eines Volfes gegen ein anderes
ehetzt werden darf.
Die englische Regierung hätte wirklich alle Veran—
assung, deutlich zu erklären, daß sie diese Hetze mißbilligt.
iber davon erfahren wir leider nichts. Wenn England
ciedliche Absichten verfolgt, so darf auch gefragt werden,
oarum es sich so energisch dagegen wehrt, auf das See—
euterecht zu verzichten, während fast alle anderen Staa—
en sich dagegen erklärt haben. Darf man daraus nicht
en Schluß ziehen, daß England Waffen in der Hand
ehalten will, um den unbequemen Wettbewerb des deut—
hen Handels einmal gründlich beseitigen zu können? All
‚as deutet nicht darauf hin, daß es England mit einer
zlottenkonvention auf der Grundlage des Friedens und
er Gleichberechtigung sonderlich ernst wäre. Nur unter
sieser Bedingung aber kann für Deutschland ein Abkom—
aen disputabel werden. Gewiß hat die englische Regier—
ing ein Interesse daran, die wachsenden Ausgaben für
e Flottenrüstungen zu beschränken, um dadurch die ver—
ügbaren Mittel für andere Aufgaben, vor allem für die
Rurchführung der Sozialpolitik, frei zu bekommen. Aber
as kann für uns doch nicht Veranlassung sein, einem Ab—
ommen beizustimmen, bei dem wir den schlechteren Tausch
tachen würden. Grundiäklich stehen wir dem Gadanken

einer gegenseiugen Beschrantung der Flottenrustungen ja
sympathisch gegenüber. Wenn Endland Vorschläge ma—
hen kann, weiche für beide Teile gleich günstig sind, und
iese Vorschläge in einer Form ausgestaltet, daß sie eine
ichere Bürgschaft des Friedens sind, dann sind wir ge—
wiß, daß die überwiegende Mehrheit des deutschen Vol—
tes diese Vorschläge gern annehmen wird

plotzlich in den Ru hestand versetzt worden. Uever di
Ursache dieser Aufsehen erregenden Maßnahme äußert sick
Nikolitsch, daß er schon seit längerer Zeit mit Uebergrif
sen des Pariser Bankiers Naville zu kämpfen hatte,
da er eine Schädigung der serbischen Staatstkasse nicht
zulassen wollte. Naville sei es nun gelungen, seine Ent
ernung beim Finanzminister Protisch durchzusetzen

Volitiiche Rundschau.
Deutsches Reich.
* Es besteht Unsicherheit darüber, ob die Rückz ahl⸗
ung von Sparkassenguthaben nach dem neuen Gesetz
tempelpflichtig sei. Das Kuratorium der Ber—
iner Spartasse hat, wie berichtet wird, die Stempelpfticht
herneint. Sie verstempelt daher bis jetzt diese Quittun—
zen nicht und hat auch bereits das Haupisteueramt er—
ucht, diese von der Stadt vertretene Rechtsaufigisung 3
bestätigen.
* Der Wahlkreis-Verband der deutschsozialen
Partei für Kassel-Melsungen hielt eine Mitgliederver⸗
sammlung ab, in der die Reichssstagsabgeordneten Sautt—
nann sund Herzog als Redner austraten. Ersterer
am dabei auch auf die Angelegenheit des Abgeordneten
Dr. Böhme betr. dessen Wahl als Synditus des
BßBauernbundes zu sprechen. Er erklärte, vorläusig
nüsse sich die deutsch-soziale Parcei dazu noch abwartend
erhalten, man werde in der erweiterten Vorstandssitzung
n Eisenach wohl Stellung nehmen. Zum Fall Schack
tklärie Battmann, daß Schack als vedauernswerter
rranker anzusehen sei, von einer Mandatsniederlegung
vor Fällung des Urteilsspruches könne keine Rede sein.
* Die Zeutralstelle für Vorbereiaung von Haudelsver⸗
rägen schreibt: Das rufsische Zolldepartement, sowie das
departement für direkte Steuern haben bereils in mehre—
ren Erlassen zu der Frage Stellung genommen, ob und
in welchem Umfange die verschiedenen Vermerle, die von
den Wareneigentümern auf den Besichtigungs- und ande
ren Zollpapieren gemacht werden, als stempelsteuerpflich
ig anzusehen sind. Es herrschen hierüber aber immer
roch Unklarheiten, und deshalb hat sich das russische
zinanzministerium veranlaßt gesehen, die Steuerpflicht für
ine Reihe von Spezialfällen ausdrücklich festzulegen. Für
den deutschen Geschäftsverkehr mit Rußland bemerkenswert
st insbesondere die Entscheidung, daß der Steuerpflicht
uch unterliegen: Aufschriften über das Zerfchneiden von
zeweben, Spitzen, Posamentierarbeiten, Bändern und an—⸗
deren ähnlichen Fabrikaten, um diese Fabrikate nach Ar—
ikel 218 des russischen Taxifs als Muster zollsrei einfüh—
ten zu können. Ferner Ausfschriften über Verabfolgung
zon Attesten für Handlungsreisende zwecks Rückerstattung
der Zollgebühren bei der Rückbeförderung von Waren—
mustern ins Ausland.
* Eine Protestkundgebung gegen die Haltung der
polnischen Reichsstagsfraktion veranstalte—
len am Sonntag die polnischen Sozialdemokraten in ei—
ner Landtagswah! versammlung in Berlin, um sich den
ßebrauch der polnischen Sprache zu fichern. Das hatte
iber zur Folge, daß den Frauen, als nicht Waqlberech
igten, der Eintritt von der Polizei verboten wurde. Nach
inem Referat und lebhafter Debatte, in der auch pol—
niische Nationale gegen die Fraktion auftraten, wurde fol—
jende Resolution angenommen: Die Polen Berlins ver—
ammen die würdelose Politik der polnischen Fraktion bei
der Reichsfinanzreform, welche die wichtigsten Interessen
er polnischen Masse preisgibt. Nur eine kraftvolle ent—
chiedene Opposition würde den Polen die Sympathie al
er anständigen Leute erwerben, während die polnischer
Zolksvertreter vor den ärgsten Feinden ihres eigenen Vol
es katzbuckeln und den polnischen Ramen diskreditieren
die Anwesenden verpflichten sich, bei den Berliner Land—
agsersatzwahlen für die Sozialdemoktatie einzutreten, um
o wirksam gegen das preußische System zu protestieren.
Serbien.
* Der Sektionschef des Finanzministeriums Nikolitsch
der im Juli als zweiter Regierungsdelegierter den Pa—
isser Anleiheverhandsungen beiwohnte i

Griechenland.
* Das Parlament ist ohne Thronrede eröff
net worden. Die Präsidentenwahl erfolgt in drei bie
vier Tagen. Theotokis fehlt und wird auch nicht er
scheinen. Von der bis jetzt zweiselhaften Haltung seiner
in sich uneinigen Partei hängt das Schicksal der Regier—
ung ab, deren eigene Parteistiärke 30 Abgeordnete nicht
übersteigt und die abdanken muß, falls bei der Wahl des
Präsidenten ihr Kandidat nicht wenigstens die zur Be—
schuußsähigkeit des Parlaments erforderlichen 99 Stimmen
erhält. Die Partei Mallis' verbleibt in der Op
position

Bulgarien.
* Nächsten Dienstag wird die Jahreswende der Un—
abhängigkeitserklärung im ganzen Lande als Natio—
nalfeier begangen werden. Die königliche Familie, die
Minister und das Kammerpräsidium begeben sich nack
Tirnowo, wo der Stadtrat abends dem Könia ein
Festessen gibt

Spanien.
* Allgemein Glauben findet, daß die Riffleute neuer—
dings bedeutende Verstärkungen aus dem In—
nern des Landes, besonders der Gegend um Fez,
erhielten, hierauf ist offenbar die Notwendigkeit der so—
sortigen Entseudung von weiteren 10 000 Mann zurück
zufjühren. — Die öfssentliche Meinung in Spauien ist auf
das Lebhasteste erregt. Eine Wiedergabe der umlaufen—
den Kommentare ist unmöglich. Vor dem Hotel, in dem
die Gesandtschaft Muley Hafids logiert, kam
es erneut zu marokkofeindlichen Manife—
stat io nen. Das Gerücht, die Vertreter des Sultans
würden Madrid verlassen, wird amtlich dementiert.
* Nach einer Meldung des „Eclkair“ hat General Ma—
rinmna beschlossen, angesichts der Schwierigkeiten eines
Frontangriffes gegen die Gebirge des Gebietes der Beni—
huisur, die ebenso groß sind wie diejenigen beim Kampif
zegen die Gurugu-Berge, diese Stellung zu umgehen.
Deshalb soll die Division Ampudia eine Umgehungsbe—
vegung aussühren. Die jetzigen Bestände Marinas sind
»azu nicht ausreichend und genügen nur, die augenblick
iche Stellung zu sichern. Durch die Absendung der neuen
division werden die Efiektivbestände in Melilla auf 50 000
Nann gebrach

Amerika.
* Die,New-NYork Times“ berichtet über eine von Ad
miral Melvillte, sowie der Westinghouse Co
augegebene ARenderung der Turbinenkonstruktion
vodurch die Schnelligkeit der Fahrzeuge erheblich gehoben
und eine große Kohlenersparnis erzielt werden soll. Es
wird erklärt, die Aenderung mache alle gegenwärti
rJen Kriedsmarinen veradtief

Kanada.
2 Nach in New-York eingetroffenen Nachrichten hat der
Beneral-Gouverneur von Kanada, Grey, bei einem Ban—
ett des Canadian Elub in Ealgary, der Hauptstadt der
westkanadischen Provinz Alberta, eine Rede gehalten, die
wegen der darin enthaltenen Beniertung über die inter—
nationale Lage Aufsehen erregt. Der Generalgouverneur
soll darin gesagt haben: die Bedrohung Eng—
dands durch Deutschland sei nicht nur eine zu politi—
schen Zwecken aufgestellte Behauptung, vielmehr sei es
eine wirkliche Gefahr, und es könne bald zu ei—
nem Kriege kommen, in dem Kanada dem Mutter—
lande Beistand leisten solle. Eine offizielle Bestätig—
ung dieses Wortlautes bleibt indes abzuwarten.
—r—

Gefunden

Ach hätte meine Gefühle beherrschen und Dir meine Litebve
derbergen müssen.“
„Höre mich an, Geliebte,“ flüsterte Graf Leo
„on Horster ihr leise zu, zich sagte Dir schon
gestern, daß ich Irma wie eine Schwester
iebe, aber nicht anders, und sie hegt dieselben Gefühle
ür mich, aber Du willst es nicht glauben. Wenn ich Dir
iun Beweise, unwiderlegbare Beweise gebe, willst Tu
neinen Worten dann glauben?“
„Welche Beweise kannit Du mir geben?“ fragte Helga
rwartungsvoll. —
„Morgen sollst Du alles wissen, bis dahin mußt Du
neinen Worten glauben. Viel lieber enthüllte ich Dir die
Wahrheit noch in diesem Augenblicke, aber ich muß mein
gegebenes Versprechen halten. Bist Du jetzt zufrieden?“
„Nicht eher, als bis mir der letzte Zweifel geschwun—
»en ist, daß Irma Dich nicht liebt.“
„Ich danke Dir,“ flüsterte er, den ersten Kuß auf ihre
Lippen drüdend, dann führte er sie freudestrahlend in den
?aal. Wie im Fluge eilte die Zeit dahin, und kaum
raute man seinen Ohren, als plötzlich auf einen Wink
es Grafen Dornholt die Musik verstummte und er inmit—
ewe des Sanles tretend mit lauter Stimme ausrief:
„Glücseliges Neuiahr! Soeben tist der leßte Ton der
Mitternachtsstunde verkungen; die Damen mögen sich in
varme Mäntel huüllen, damit wir draußen auf der Ter—
asse das Geläut der Neusahrsgloden heren.“
„Glüdsellnes Neufahr! glückseliges Neujahr!“ ertönte
3 von allen Seiten und in diesen Zubelruf stimmte die
Mirit mit brausendem Tusch ein. Soeben öffneten sich
»ie Türen der Terrasse, und eine eisige Nachtluft strömte
urch den erhitzten Tanzfsaal.
Leutnant Hugo von Verkow stand auf der Terrasie
icht an der Séte von Komlesse Irma; sie sah ihn nicht,
iber sie liez es rubig geicheben, daß er ihre Hand er—
zrifj, die cc mit senttem Truck gefangen hielt.
Neuigör!“ jtüsterte sie ihm ganz leise
n gltüctiTes Sabr für uns bdeide werden?“

äXÛÑÛäô
gab er kaum hörbar zurück. „Du kannst das neue Jahr
mit Glüd krönen, willst Du mir jetzt meine Antwort ge—
ben?“ —
„Ja,“ gestand sie, und sie freute sich, daß er in der
Dunkelheit ihr heißes Erröten nicht bemerkte, „ich liet
Dich, Hugo, und will Dich so glücklich machen wie 6
in meiner Macht steht.“
Er zog sie an sich. Die vielen Gäste auf der Ter—
rasse waren allzu sehr in munterem Scherz oder Gelpauder
bertieft, oder lauschten den ernsten Klängen der Neujahrszlocken,
 so daß niemand die Liebenden beachtete, die ab—
ichtlich im Hintergrunde geblieben waren.
„Meine teuere Geliebte!“ hauchte Hugo leise, und diese
wenigen Worte hatten noch nie so melodisch in ihren
Ohren geklungen, wie in diesem Augenblick.
Aber wenn auch niemand Komteß Irma mit ihrem
Geliebten bemerkte, so war Helga viel weniger vom Glüd
begümstigt. In dem Halbdunkel der Terrasse vermied sie
äingstlich Lecs Nähe, lehnte sich auf den Arm des alten
Baron von Schleucher und plauderte unbefangen mit senr
ner Tochter Helosse. Dann mit müden, bhalb geschlossener
Augen lauschte sie dem Geläute der Neujahrsglocen, als
platzlich ein leises Beben durch ihre Glieder zuckte u
ein gühendes Not ihre Wangen purpurn färbte.
War es nur Einbildung oder hatte in Wirtlichkeit ein
Kuß ihre Wange gesncifi? Sie wagte nicht, zur Seite zu
bliden, fühlte sie doch mehr, als sie sah. daß ein finmiere?
Augenhpaar auf sie gerichtet war.
Ihr gezgenüber, unter dem matten Schein einer rötli
chen Ampel, stand Gräfin Dornholt, Irmas Mutter. Mi
dem Ausdruck tödlichen Hasses blidte sie auf das lieblich
Mädchen, das sich fester an Wren Oheim schmiegzte, greich—
sam als wolle sie Schutß bei ihm gegen jede Uneil de—s
Lebens suchen. Ter alie Taron fuhlte das laise Ditterr.
seines Schütlinss und zog Fesga in den Sacl zurück.
„ZDu wirst Tich ectalten,“ sagte er zärllich, „etzt hai
Du draußen dem Geläut auch lange genug gelaufseht.“
Senem Werpiel forcten besd ausy die eardecen;
kuürzer Bett purden Türen und Fenstyr geslosen; u—

*Sie sah außerot. lieblich aus; ihre Wangen
varen leicht gerötet und aus den tiefblauen Augen leuch—
ete freudige Erwartung. Kaum hatte sie den langen, mit
Teppichen belegten Korridor betreten, als hinter dem
Schutz etner schweren Portiere Leo von Horster hervortrat
ind sich ihr in den Weg stellte. Sie erschrak.
Ich habe hier lange gewartet; jetzt entgehst Du mir
ücht,“ begann er sie mit sanfter Gewalt in ein kleines
debenzimmer führend. „So, hier etze Dich,“ kubhr er
reundlich befehlend fort, und drüdtte sie in die Polster
ines Diwans, „und nun beantworte mir meine Frage
»on gestern. Sage mit ganz offen die Wahrheit, Geliebte,“
lüsterte er za ‚liebst Du mich, und willigst Du ein,
die Meine zu werden?“
Unter seinen festen Blicken senkte sie die Augen zu
Boden.
„Antworte mirt frei und offen, wie es Dein eigenes
Herz Dir sagt,“ fuhr er eindringlicher fort, „antworte mir
o ehrlich, ais ob gar keine Schranke zwischen uns
tãnde.“
Langsam erhob sie die Augen, aus denen Glück und
diebe ihm entgegenstrahlten.
„Ja, ich liebe Dich, Leo,“ hauchte sie, „eine Liebe
st mein Stolz, meine Freude.“
Er drüdte sie an sich. Die Gegenwart um ihn her
var gänzlich vergessen; er hörte nicht die Klänge der
seiteren Musik, die aus dem Saal herüber drang; er
vußte, daß sie ihn liebte, und daß der Bositz dieser Liebe
»as Glück seines irdischen Lebens ausmachte.
Plotzlich ritz sie nch aus seinen Armen los, ibhre
Vangen erbleichten, und Angst malte fich in ihren Au—
en. —
Es ist unrecht, — es isl wirklich unrecht,“ stöhnte sie,
            
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