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88—Amtliches Puhlikationsorgan
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nonatlich o frel buus sfür die Buͤrgermeisterei Dudmeiler.
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zei der Post hestellt 28Bι αα. J F
Anewierteliuhrltee wrernsprech⸗Anschlutz Buarbrsicken Nr. 69, 269 269 u. 1261.
— dufstelen. Dies hatte Dden Bortetl, daß in einer großen
STer, Generalnrent iu Daͤue eit —9 von een nur die einacheren e ber
42 Die Verhumlungene zur? Beilbgulige Edes irsttzwebischen?“ rstgenannten, Betriebsart ausgezängt zu werden brauch
Zonerstsire iss, soweit die er überhaumt mach tenar sine en. Für besonders gesahrtiche Betriebseinrichtungen könn—
cine anigen Tagen abgeorschen worden, wei euenitgieng! eu auch kurzgefatßzte Anleitungen zur Berhütung von Un—
ucht erxzielt werden tkonnte. Der Versuch zu ne Vert illen bei ihrer Bedienung aujgestellt und in Piakatform
taͤndictznug ist gescheitert, der Rampf wirde tler fotige⸗ n den betrefsenden Arbeusstelien angebracht werden. Gi⸗
abi s muß man es seden alis aunehmen, denn die GSute ige Berufsgenossenschaften sind bereits in dieser Richtung
chlonen eit und Einizkeit, Die bisher die chroedischeAr- orgegungen. Nuch wäre zu erwägen, die Rormalvor—
eitorschaft: zusammenhten und einmutig ersulte, “bestelt christen auf andere Gebiete der Umallverhütung, zum
mich heute noch. Ldiun ist es allerdings nicht der General⸗ zeispiel für elettrische Einrichtungen und für die gebräuch
eit mehr, wie im August. Die Hälfte dor Wrbeiter bart chsten Holz- und Vletallbearbeitungsmaschinen, aus zudet
chon vor vierzehn Tagen nach vorlkufig ergielterVer— ien und für bestimmte in den ANormalvorschriften behen—
urnidigging mit ihren Arbeitgebern die Arbeit wieder guf- elte Betriebseintichtungen turzgefaßte Anleitungen auf—⸗
genonimen, vloß die Hälite wird weiter rämpfen. Abereß ustellen. J
urte jedeom aufmertsamen Verfolger der Greignisseint Aus dem Vatikan.
Zchweden belannt seine daß gerade die erntrußppen des * Blaͤttermeldungen zusolge ist im Vatikan die
zreilheeres, die organisterten IndustriecAtbeiter,, derew. Heldung eingetrotfsen, daß Der deutsche Reichssskanzler von
Jaht ungefähr, 160 660 beträgt. heute moch die Arbeit Bethmann-Hollweg, der gegen den 15. November in
aͤcht aufsenommen haben. Diese und ihre wirtichaftlichen dom eintrifft, auch dem Vatikan einen Besuch abzustaätten
sßegner, der schwediich—geververband“, stehen heute edenkt und eine Unterredung mit dem Kardinal⸗Staatsoch
im Kampf. Es ist bekannt, daß sie miteinander über kretäar MNerry del Bal haben werde.
ine Woche verhandelt haben, um eine Einigung zu er—
ieren. Betannt ist auch, daß die schwedische Regierung
erst sehr spüt die Beriittiung in diesem Streite übernom⸗
men hat. Tireftrautig aber st es, daß es dem Riesgier—
mysvertreter nicht gelungen ist, eine endauctige Beileg—
ing des Ronftitts zu erzietent. Forscht man“ nach den
gründen, so laft es sich nicht leugnen, daß der Arbeii—
geberverband, der während des ganzen Streits und sei—
jer Entstehung keine rühnitiche Rohe gespielt hat, auch
dieses Mat der Urheber dafür ist, daß teine Verständigung
herbeigeführt werden konnte. Von seinem rücksichtswsen
Vorgehen gegen die Arbeiter hat er auch dieses Mal
nicht gelassen, sondern fur sich das Necht begnsprucht, je—
derzeit Aussperrungen vornehmen zu dürfen. Nur ver—
tändlich ist es, wenn die Arbeiter auf eine solche Beding—
ung micht erngegangen sind. Zugleich aber mit dem Schei
ern der Verhandlungen muß sich die bange Frage ertze—
zen: Was wird nun? Die Arbeiter sind entschiossen, den
danipf welterzuführen, und wohl auch imstande, ihn fort⸗
usetzen. Die bisher so umsichtige Leitung des Srreiles
pricht dasür, daß sie micht nustos weitertaͤmpfen warden,
venn sie nicht doch Hoffnung auf Erfolg hegen dürften.
In den nächften Tagen wird eine Besprechung der Ver—
teter allet Landesorgan sativnen stattfinden, die Delegior—
en Norwegens, Tänemarts und Finnkands sollen daran
eilnehmen, um wirtsame Kampfunterstütungen — woht
vor allen Dingen materieiler Art — zu gewähren. Doch
die Forisetzung des Streils muß Schweden zugleich die
schwersten Wunden schlagen, das schon jetzt durch den Streit
um Mitlionen geschwächt worden ist. Auf die schwedische
Regierung als Vermittlerin zu rechnen, scheint nach allem
Vorhergegangenen zum mindesten recht unsicher. So kann
es also nur die schwedische Volksvertrerung, der Reichs—
iag, sein, auf dessen Hilie und Vermittung im Streik das
zanze schwedische Voik noch rechnen darfj. WRan muß dar—
im hoffen, daß dieser sich auf seine Verpflichtung dem
dande gegenüber besinnt.
uneß, ihn dutch Händedruck vegrußte und freundliche Wortt
an ihn richtete, wurde von einem Teile der Presse al⸗
zünstiges Anzeichen für eine bevorsiesende völlige Aus—
boͤhnung zwischen den beiden Häusern gedeutet. Diese Auj—⸗
faffung mag darin b eine besondere Stütze finden, daß
der Keiser im verne*FJahre bei einer ähnlichen Gelegen—
neit im Manbve Stinzen nicht zu sehen gewünscht
yat. Die „Brut im 1. Oktober, das Organ der,
braunschweig“ Hen Partei“, erkennt dieses äußer—
iiche Zeichen erung der Beziehungen des deut
chen Xaĩsers Prinzen Ernst August gerne au,
aber es warn erschtzung. „So erfreulich der Vor—
grtinge — auch sil uns — ist, so warnen wir doch davor,
u weit geyende Schlusse daraus zu ziehen. Wie hätte sich
der Kaiuser, der Gast des Prinz-NRegenten war, gegen ei⸗
aen ihm von diesein Vorgestell en unsreundlich benehmen
vnnen und durfen! Nux die selbswerstaäͤndlichste Pflicht ger⸗
gen seinen hohen Gastgeber hat also der Kaiser erfüllt,
ndem er einige freundliiche Worte mit dem Prinzen wech—
elte. Eine Renderunz der ganzen Lage ist dadurch viel—
eicht noch nicht hervorgerusen. Jedoch kann durch das
zufammentreffen der erste Schritk dazu geschehen sein,
Tuch was an Auslassungen, die sich amtlichen Charakter
eilegen, durch die Presse gehe, sei danach zu berichtigen.
Hof und Gesellschaft.
**s Das frohe Familienereignis zͤm
d.ron primzenhausfse findet bei dem deutschen Volk
reudigen Anteil. Es ist der dritte Sohn, der dem stron⸗
rinzenpaar gebssren wird. Der erste, Prinz Wilhelm,
vurde dem hohen Paare am 4. Zuli 1906 beschert, der
werte Prinz Louis Ferdinand, am 9. November 1907.
dem Kaiser wurde von der Geburt dieses dritten Enkels
ofort nach Rominien, wo er sieh zur Jagd besfindet, Mit—
eilung Femacht. Es ist ein einenartiages Zusammentref—
Spanien.
* Der spanische Oberbesehlshaber Marina meldet
yon den verlustreichen Kämpfen folgendes: Eine bedeu—
ende Ansammtung des Feindes bei Zeluan veranlaßte
inen Vorstoß der dortigen Streitträsfte gegen den Markt
lecken Jemis in der Zone des Beni Buisrur. Die spa—
uischen Truppen trafen im Vorrücken auf starke Feindes—
nassen. Diesen brachte die Artillerie schwere Verluste bei.
luf dem Rückzug, welchen General Tovar leitete, griffen
edvch die Riffleute unter dem Schutz des Geländes mit
nerhörtem Ungestüm an. Hierbei fiel der Brigadegene—
al Diaz VBicario. Die empfindlichen Verluste der
zpanier an Toten und Verwundeten sind nur provisorisch
mgegeben und deshatlb ungenau. 38
Keine Ueberschätzung.
Der Umstand, daß der Kaiser gelegentlich seines Au—
enthaltes in München nach Schluß der großen Manvver
ch durch den Prinz-Regenten den Prinzen Eren st Au—
unit, Herzog ꝛ NRraumehmeieg und Künelnra- voritefton
— ———————— —
NBolitische nudirchhan.
t Deutsches Reich.
*m Eine anderwerte Gestatltung der Unfallverhütungs—
orschristen hat das— Reichsversicherungsamt in folgen—
ent, an⸗ den Verband der deutschen Berufsgenossenschajf—
len gerichteten Schreiben angeregt: Die Un alloerhütungs—
vorschristen der meisten Berussgenossenschaften HJaben al⸗
nählich einen Umfang angenommen, der ihrer genauen
Kelüncitäanahme und Befsorgung durch Berriebsunterneh—
ner, Beanite und Arbeiter nicht förderlich scin dürfte.
zoll den voerlagten Uebetstanden abgeholsen werden, so
verden die; Vorschriften sachgemäß beschrankt, außerdem
iber auch in einzelne Gruppen aufgelöst werden müfssen,
e fur sich in den vetreffenden Betriebsstätten bekanntzu⸗
zeben wären.Auch neßen sich für viele Gewerbszweige
tetrennte Vorschriften iür Hande und Masrnnenhetriefe
en, daß der Kaiser auch bei der Geburt der anderen En—
el nicht in Berlin weilte. Als Prinz Wilhelm geboren
vurde, befand er sich auf der Nordlandreise, als Prinz
Louis Ferdinand zur Welt kam, hatte er eine Reise nach
england angetreten. — In Berlin wurde die frohe Bot—
chaft auch noch durch den ehernen Mund der Geschütze in
pistorischer Weise verkündet. Eine kombinierte Barterie
des 2. Gardes Feldartillerie-Kegiments gab einen Salut
n. 72 Sehuß sah
ere— — —8 —D— * 2 *43.1
rna Gefundenter
Helga erkleichte und vor ihren Augen dunkelte es.
Still, snill“, sagte sie verweisend, „Sie dürfen nicht sa
mit mir mir sprechen, das ist ein Unrecht
„Unrecht“? wiederholte er, seine Hand dest sauf die
ihuige Jegend. „Soll ich denn zum Verräter meiner Liebe
werden? Ah, Helga, Geliebtel Wenn ich es Ihnen nur
degreiflich machen könnte, wie unendlich lied und teuer
Sien mir sindl Sie würden dann Mitleid mit mir ha—
dent — —
MDie: junge Dame erbebte. Heftig zog sie ihre Han—
wrüd und schaute ihn vorwurfsvoll an.
„Sie sind zum Verräter geworden!“ rief sie gereizt.
In es nicht feige, ehrlos, zu mir solche Worie zu spre—
hen, wenn Ihre Liebe bereits einer anderen gehört? Ha—
ben Sie Irma vergessen“
Er war von seinem Sitze aufgesprungen; ein schwa—⸗
ches Lächeln schwebte um seine Lippen, dann warf er sich
zu Ihren Füßen auf die Kniee und ihre beiden Hände
assend, rief er liebevoll: J
pyIch habe nichts vergessen, am wenigsten die Dame,
die ich liebe, und die gliein meine Gattin werden sol,
lonst keine. Vielleicht häbe ich Unrecht getan, schon heute
mit Ihnen zu sprechen; Sie kennen mich erst sein kurzer
Zein und haben kaum Ruhe und Muße gefunden, Ihr
eigenes Herz zu prüfen.“
„Ohl Seien Sie still; ich darf ihren Worken nicht
lauschen,“ riefe sie erschreat und versuchte ihre Hände zu
befreien, die er jedoch nicht losgab.
„Warum dürfen Sie mir nicht angehören?“ fragte er,
während eine bange Furcht in seinem Herzen aufstieg. „Ist
Ihr Herz nicht mehr frei? Ist es denn möglich, dah Gräin
Dornholt Recht hat und Sie mit dem Leutnant von
derlow verlobt find?“ 4
Nein! Nein! Das ist ganz entschieden ein Irrtum,“
wandte Helga schnell ein; „aber Sie yaben Komtet Irma
Ihr Wort gegeben.“ J
Das bestreite ich. Ich ltebe sie wie eine Schwester,
iber nicht mehr, und sie hegt dieselben Gefühle für mich.
Ich weiß wohl, daß Graf Tornholt diesen Wunsch heat.
ber selbst ihm zu Ltebe kann ich niemals eine liebeleere
Zerbindung mit Irma eingehen. Helga! Mein Viebling!
zie wissen, wie heig und innig ich Sie liebe! wollen Sie
nir nicht wenigstens Hoffnung geben — wenn auch nur
ine geringe Hoffnung, daß ich Ihnen nicht aleichaültig
„Sie urteilen zu streng, Frau Gräfin. Irma ist we—
der töricht noch gedankenlos. Im Gegenteil, ich halte sie
für sehr verständig.“ 3. 3 r e ek W Ve
Die Gräfin lächelte. Wie durch einen Zauber war ihr
Unmut verschwunden. .
So lange Sie nichts gegen die unschuldige, Farmlose
Zpielerei des Leutnants einzuwenden haben, mein lieber
Leo, darf ich mich gewiß nicht beklagen,“ entgegnete sie
mnit einem bedeutungsvollen Blick. Fräulein von Menæ
gern,“ wandte sie sich dann an Helga, „Frau Baronin v.
Schleucher hat soeben ihre Balhtoilette für die morgen
tattfjindende Festlichkeit erhalten, sind Sie nicht begierig.
ie zu bewundern?“ W ——
Helga folgte dem Winke; froh, das Zimmer verlassen
zu können, stand sie schnell auf, und naͤherte sich dem
Ausgange.
Leo kam ihr zuvor und öffnete die Türe.
„Heute Abend, nach dem Abendessen mußt Du mir
noch einige Augenblicke schenken, meine süße, holde Braut,“
flüsterte er ihr leise zu. Sie nickte zustimmend und eilte
Auon
Er war sehr nahe gekommen, so nahe, daß seine Lip—
en jast ihre zitternden Hände berührten. Eine nie ge—
ihnte Freude erfüllte ihr Herz. heißes Rot färbte ihre
Vangen. Der junge Freiherr mertte ihre Erregung, sftür
nisch breitete er seine Arme aus. I
„Helga! Du liebst mich, Du liebst mich!“ zubelte er,
ind schon wollte er sie an sein Herz drücken, als ge—
äuschvoll die Tür aufgerissen wurde und Gräfin Dornholt
zuf der Schwelle erschien,
Leo sprang von seiner knieenden Stellung auf unag
rat schnell bei Seite. Gräfin Dornholt rauschte m ihrem
chweren seidenen Kleide näher, dann blickte sie die dei—
en mit finstern. durchbohrenden Blicken an.
„Warum sind Sie nicht auf dem Eise, Leo?“ fragte
ie schneidend.
Ich war dort, lehrte aber bald zurück,“ versetzte er
ächelnd. „Es war für mich kein großes Vergnügen, dem
unten Gewühle zuzuschauen.“
Wo ist Irma? Warum blieben Sie nicht an ihrer
Zeite, wie ich es von Ihnen erwartete?“ fuhr die Gräfin
inster fort.
Leo zucdte die Achseln. „Wirklich, Frau Gräfin, Sie
nuten mir mehr zu, als ich erfüllen kann. Als ich das
mmädige Fräulein zuletzt sah, unterhielt sie sich sehr an—
senehm mit Leutnant von Berkow.“
„Irma ist ein Kind! Ein törichtes Kind!“ rief die
ßräfin gereizt
1
Vergebens wartete der junge Freiherr auf einen kur-⸗
en, günstigen Augenblick, Helga allein zu sprechen. Sie
chien ihm absichtlich auszuweichen, plauderte heiter und
inbefangen mit anderen Gästen, die sich gern und fasi
illabendlich im Schlosse einfanden. F
Endlich gelang es ihm, ihre Aufmerksamkeit zu er—
zpingen, und ehe sie Zeit fand, mit ihrer Nachtarin ein
Geipräch anzuknüpfta, hatte Les die Arme kreuzweise über
die Lehne ihres Sessels gelehnt und flüsterte ihr zu:
Dentkst Du nicht an Dein Verjsprechen, hast Du kei⸗
nen Augenblick für mich?“ *
Sie schüttelte unwillig das Köpfchen und vermied sei⸗
nen Blick.
„Freust Du Dich auf den morgigen Abend?“
‚Jaz es ist mein erster Gesellschastsabend.“
Sie hatte die wenigen Worte in fliegender Hast ge—