Lokales
Eingesandi. An die Bierstreikenden Bürger Dud—
„eilers. Laut Beschluß der Bierstreiker den Bürger, sollen
ie Wirte in unserm Orte Dudweiler boylottiert und gemaß—
egelt werden, wegen Einführung der halben Liter, das ist
ine ungerechte Forderung der Bürger den Wirten gegenüber.
Las ist ein Geschäft oder eine Wirtschaft in Dudweiler,
zumpgeschäfte durchweg in die Bücher, und kommt nicht
nehr heraus. Wie kann so ein acmer Wirt bei den jetzigen
zeiten auf einmal 13einhalb Pfennig vom Liter abgehen
et so einem schlechten Konsum. Wirte brauchte man gar
icht mehr in Dudweiler, die Flaschenbierhändier in Dud—
zeiler eisetzen die Wirte. Es sind annähernd 300 Zlaschen⸗
ierhändler in Dudweiler, das könnte doch einem jeden
Zierstreitenden Buürger einleuchten, daß man da keine Wirte
ehr brauch, würden die Bierstreikenden Bücger das auch
johl endlich einsehen, und wären drauf aus, das Flascher⸗
ier in unserm Orte zu beseitigen, dann könpte man eher
ie Forderung an den armenWeristellen einhalb Liter zu 165Pf.
jetkaufen. Denn was verkonsumiert ein Wirt in Dudweiler,
iher zweidrittel Wirte verlonsumieren 700 bis 1500 Litet
xo Monat. Bei großen Wirschaftsunkosten, Licht, Brand,
Vasser, Betriebssteuer, Gewerbesteuer, Haftpflicht ufwm. Wie
ann da der Wirt nochkommen bei 4zehntel Liter und soll
och einen halben Liter verkonsumseren, und wie viel Kapi—
alfreie Wirte sind in Dudweiler, sehr wenig, und dann noch
ie hohe Zinsen vom Kapital, ein jeder will doch gelebt
aben, die atme Wirte in Dudweiler sind schon lange boy⸗
oltiert, man brauch sie nicht poch mehr zu boykottieren.
hiermit kann man den Beweis erbringen, daß mehrere Witte
u Dudweiler, bei ihren Geschäft zu Schlegel und Eisen
reifen mussen, um ihr tägliches Durchkommen zu bewahren.
zs wird vielfnch gesprochen, unter den streikenden Buͤrger
dudweilers uuser Nachbaroit in Sulzbach, bekommen auch
inhalb Liter, ich saze euch Dudweiler und Sulzbach sind
weieclei, in Sulzbach sind Wirte die verkonsumieren 10 bis
2 000 Liter pro Monat und das Werigste 3000 Liter, da
ann man schon einhalb Liter verlaufen. Es ift ja gewiß
ine sehr gerechte Sache, wenn die Biertrinker die Brauetel.
esfitzer boylottieren und dein Bier mehr trintken, denn sie
vetden alle schnell und vielfach Millionär, sie hätten das
venige leicht tragen können. Ich bitte daher die verehrenden
dieririnkenden Burger in unserem Orte sich uber diese Zei—
en zu befassen und ihren armen Wirten gegenüber ihr Ern⸗
erftändnis zu benahren. M. J.
*Orden⸗verleihung. Gestern fand in Gegenwart
iner Anzahl Beamten sowie Aueschußmitglieder die Uebei—
eichung der an drei verdienstvolle Arbelsbeteranen verliehe⸗
en Allgemeinen Ehrenzeichen auf hiesiger Grube ftatt. Es
ind dies der Aufseher Johann Klafens, Maschinenwärter
johann Lorenz und Schachtzimmerhauer Jakob Pitz, sämtlich
us Dudweiler. Alle drei haben schon über 40 Jahre Ar⸗
eitszeit auf hiesiger Grube zurückgriegt und sich durch treue
oflichtersüllung auczeit auegezeichnet. Der Bergwerksdirektor
jergrat Neff, Üüberreichte die Auszeichnungen mil ehrendeu
vorten an die verdienstvollen Arbeiten
Grubenanlage, Beim hiesigen Schiedebornschachte
eine Ventilatoranlage, welche eleltrischen Antrieb erhält,
zt fertiggestellt worden. Das Stromzuführungskabel ist
urch den hiesigen Ort unteriidisch verlagert. Der Schiede⸗
ornschacht gehört zur Grube Jägerafreude
Bergwerkoaͤdirektionsbezirk ESaarbrücken. Der
ꝛerginspektor Dr. Hoernecke des Steinkohleubergwerks Göttel⸗
orn ist vom 1. Okiober d. J. ab an das Steinkohlenberg⸗
verk zu Bielschowitz verjetzi. — Der Bautechniker Karl
zoldner ist vom 1. Oktober d. J. ab beim Bergweik Dud⸗
oeiler zum Bausteiger ernannt worden — Nachstehende
hergschüler sind vom 1. Septemder b. J. ab bei den in
Aammern beigesetzten Bergwerken zu Hilfssteigern ernannt
vorden: Adolf David und Gustaob Thomas Gerhard);
Lilhelm Gabler und Jakob Schmidt (Dudweiler); Gustav
jentz (Sulzbach); Peler Schmidi, Peter Sander, Jakob
zchumann, Heinrich Minke, Friedrich Lorenz, Karl Schuster
und Wilhelm Krämer (Reden); Konrad Kayfet und Otto
cherer (Heinitzz; Jalod Gebhardt Camphausen) sowie Lud
ig Merl (Fuͤrstenhausen). — Der Bergmaun Heinrich Gräber
ist vom 1. Ottober d. J. ab jum Hilfskohlenmesser bei
em Steinkohlenbergwerk Sulzbach ernannt worden. Die
vochschullehrerin Frau Reinhoid Flegel, Emilie geb. Ender⸗
ein, zu Reden, scheidet zum 1.“ Dkttober d. J. aus. Ihre
Stelle wird von demselben Zeitpunte ab der Frau Wildelm
frohn. Luise geb. Ubinger, überiragen.
*Start schwitzende Hauistellen, zB. Hände und
Ichselhöhlen, wäschteman mehrmais am Tage zuerst mit
altem Wasser, trocet gut ab umd befeuchtet sie dann mittels
ines weichen Schwämmchens mit folgender Flüssigkeit: Beta⸗
daphtol 5 Gramm, Romwein 170 Gramm, Eau de Cologne
O Gramm.
—ñ— — — — ñ e —ñ—
Kus Rah und Jern.
Saarbrücken, 30. Sept. Ein schwerer Unglücksfall er—
gnete sich gestern mittag gegen 12 Usr auf dem Hofe der
daserne in der Roonstraße Der Unleroffizier Muͤllmeifter
on der 3. Eskadron des Westälischen Dragoner⸗Regiments
it. 7 führte ein Pferd auf dem Kasernenhofe aus. Durch
rgend eine Ursache scheute plötzlich das Pferd. Der Unter⸗
ffigter war nicht in der Lage, das Pferd zu baiten und wade
u Boden geschltudert. Er stürzte so unglücklich auf den
dopf, daß er besinnungslos liegen bliet Schwerverletzt
darde er nach dem Militärlazareit übergeführt, wo er gestern
Abend noch immer besinnungslos darniederlag; an seinem
lufktommen wird gezweifelt Der Bedauernswerle woll
iorgen vom Regiment abgehep.
Wehrden, 28. Sept. Eine rohe Tat. Ein hiesiger
häckergefelle, der mit seinem Meister am Freitag mittag eine
luseinaudersetzung halte, wurde gegen 4uJ nachmittags
on dem arg erbosten Geswaltigen der Backstube auf seinem
mmer überfallen und furchtbar mißhandelt. Bei dem ersten
Schlag, den der im Bett liegenge schlafende Gefelle üͤber den
Schädel erhielt, sprang er auf um fich über den seigen An—
eifer zu ftürzen, fiel jedoch bewußzilos zu Boden, 30 er3
Stunden später noch in demielben Zustaͤnd von Hausbewoh⸗
iern aufgesunden wurde. Der Kölper des Mißhandelten
es mehrere Wuaden und Hautabschürfungen duf; an—
heinend trug der Bedauernswerie auch noch innete' Ver—
dungen davon. Da die Krankenkasse die Verpflegungskosten
md das Krankengeld in diesem Falle auf den Urheber ab—
ralzen wird, dürfie dem jäbzoörnigen Bäckermeiner außer
sner empfindlichen Strafe auch noch eitte anfandiae Koftenchrung
erwachsen.
Rüttlingen; 30. Sept. Auf Grube „Villtoria“ geriet
ezn vormittag der Bergmann Karrebaucr zwischen zwei
LSagen und wurde derart acquellche. daß der Tod sofort
ntra
Mahen, 28. Sipt. Ein Kind von Tollwut befallen
Bei einem fünfjährigen Knaben aus Reudelster:, der währent
er Tollwutepidernie, die im Hochsommer in der Rheinprovin,
errschte, geimpft wurde, ist jetzt die Tollwut zum Ausbrud
ekommen. Der Knabe verfiel in Tobsucht, wobei ihm der
Schaum vor dem Munde stand; er wurde nach dem Krian—
enhause gebracht, wo er seinem Ende entgegensieht.
Saarlouis. 28. Sepi. Ein Sittlilichkeisvergehen in
eftern nachmitiag im Stadtgarten an einem 1Ijährigen
Nädchen aus Saarlouis⸗Roden von einer Militärperson be—
angen worder. Als sich Spaziergänger, zwei Gerichtsbeamte
em Orte näherten, ergriff der Mann, in dem ein Militär—
osten einen Unteroffizier erkannt haben will, die Flucht.
dachdem der Fall polizeilich festgestellt und das Kind einer
arztlichen Untersuchung unterzogen, ist dir Sache zu weiteren
Untersuchung der Staatsanwaltschaft üUbergeben worden. Es
st dies seil e nigen Jadren sichon der sechste Fal, daß in den
iesigen Glacispromenaden Sittlichkeitsverbrechen gegen Kin⸗
er unter 14 Jahren verübt worden sind.
* Köln, 30. Sept. (Zur Kölner Flugwoche.)
Louis Bleriot ist von Berlin hier eingetroffen und wuͤrde
pon dem Komitee der Flugwoche und vielen Mitgliedern
der hiesigen französischen Kolonie begrüßt. Preveauteau
am schon gestern hier an, die übrigen Aviatilker kommen
pater, Delagrange erst Sonntag oder Montag.
*Hamm, 30. Sept. Töd slicher Unfall.) Aui
der Staaseisenvahnstrecke Hamm—Unna wurde ein Koh⸗
enhaindier von hier überfahren und getötet.
* Bielefeld, 30. Sept. GGustav Adolf-Verei n.)
Aus Rominten ist auf das Huldigungstelegramm der
dauptversammung des Gustav Adoif-Vereins an den Kai⸗
er von diesem folgende Antwort eingetroffen: Ich spreche
der 61. Hauptversammlung des Gufiav Adolf-Vereins für
den freundlichen Gruß und die treuen Segens würsche mei⸗
ien wärmsten Dant aus. Eingedent der werwollen Stütze
velche die Arbeit der Gustav Adolf⸗Vereine durch Betä—
liigung evangelischen Glaubens und christlicher Nächsten
iebe für die Landeskirche wie für das Vaterland bildet,
vünsche ich den dortigen Beratungen Gottes reichsten Se—
zjen. Wilhelm J. di.“
* Dortmund, 29. Sept. Die gesamten Familienange—
jörizen des Gutsbesitzers Sudhaus in Rottum sind nach
dem Genuß von Pflaumenmus ertrankt, wahrscheinlich hat
ich das Kraut, das in einem kupfernen Kessel gekocht
vorden war, mit Grünspan vermischt. Sudhaus ist be—
zei.s an den Folgen dieses Giftes gestorben. Die Frau
ind Tochter die auch darniederlagen, haben sich wieder
»rholt. Der erwachsene Sohn, ein Knecht und eine Magd
ind noch besinnungslos und schweben in Lebensgefahr.
Euskirchen, 830. Sept. Eisenbahnun7ü ck.)
Amtlich wird mitgeteilt: Gestern vormittag kurz nach 9
Uhr liesen sieben Arbeitswagen aus dem Caller Tunnei
ab bis zur Station WMechernich, wo sie auf ein leeres
Lebengleis geleitet wurden. Die Wagen überfuhren den
Prellbock, die gegenüberliegende Straße und drangen in
in Haus, dessen Bewohner verletzt wurden. Der Wate—
ialschaden ist bedeutend.
*Oberlahnstein, 830. Sept. (Die neue Eisen⸗
ahnberüsche.) Nachdem die Belastungsprobe auf der
ieuen Eisenbahnbrücke stattgefunden hat und günstig ver—
aufen ift, wird die Brücke mit Beginn des Winterfahr⸗
»lans in Benutzung genommen werden. Die nach der
dochwasserkatastrophe durch Eisenbahntruppen hergestellte
otbrücke wird demnächst durch Militär wieder abgetra
zen werden.
*Frankfurt, 30. Sept. Grauntkfurter Flie⸗—
erwoche.) Zu der am Sonntag beginnenden Flie⸗
erwoche haben sich u. a. solgende Flieger gemeldet: La—⸗
ham, Rougier, Bleriot, de Caters, Sanchez Besa, Ed—⸗
vard, Dufour, MNolon, Bervo, Sido, Satho und Euler
Ein Zeitungshändler mit der Angelrute. Um
Aich die auf dem Deck der Omnibusse und den elektrischen
ztraßenbahnen sitzenden Vassagiere mit den neuesten Ta—
—V—
ingshändler auf die Idee gekommen, seine Zeitungen an
»er Spitze einer langen Angelrute zu befestigen. Das Gesd
vird in einen oben am Stabe hefindlichen Beutel ge—
vorfen.
Jagdunfall. Der Jagdpächter Ehringer schoß auf
iner Jagd drei Menschen an, die mit der Kartoffelernt
eschäftigt waren, und verletzte sie nicht unerheblich.
Scharlach in der Schule. Auf Anordnung des Re—
sierungspräsidenten in Oppeln ist die katholische Volks—
chule in Godellahütte wegen einer unter den Schultindern
usgebrochenen Scharlachepidemie bis auf weiteres ge—
chtossen worden. Im ganzen sind 150 Erkrankungen po—
izeilich gemeldet. In einzelnen Familien sind bis zu 5
dinder erkrankt. Auch in Ozegow ist die Schule geschlos—
en. Von den dortigen Schultindern sind 80 erkrankt.
Russische Justiz. Wie das Blatt „Naprzod“ aus
Vilman meldet, hat das dortige Kriegsgericht den öster
oichischen Staatsbürger Zakrzensti zum Tode verurteilt.
Der Vertreter des Verurteilten hat sich um Intervention
in den Grafen Aehrenthal gewendet.
Gefaßter Raubmörder. Aus Paris wird ber'chtet:
ziin Gefangener namens Vamarque, der wegen Unter
chlagung verurteilt wurde, steht in dem Verdacht, einer
er zum Tode verurteilen Raubmörder aus dem Depar
ement Drome zu sein, dessen drei Gefähtten vor einigen
tagen hingerichtet wurden.
Bombenattentat. Der Pariser „Matin“ meldet aus
Barcelona: In Asalto explodierte eine Bombe, wodurch
nehrere Häuser stark beschädigt und drei vorübergehende
ßersonen verletzt wurden, darunter zwei schwer. Vor ei—
ugen Tagen war im Arbeiterviertel von Asalto ebenfalls
ine Bombe explodiert, wodurch gleichfalls mehrere Per—
onen verletzt wurden und größerer Sachschaben entstand.
Piraten. Ein englischer Dampfer aus Gibra tar und
ein spanischer, die in den spanischen Gewässern zwischen
SCeuta und Gibraltar dem Fischfang oblagen, sind von
Angehörigen des Anghera-Stammes angegriffen und über⸗
wältigt worden. Die Besatzung wurde an Land gebracht
und 48 Stunden lang gefangen aehalten.
òàα
Teleuramme.
Berlin, 30. Sept. Qualoolle Monate hat uach seiner
krzählung ein 16jähriges Mädcheun binter sich, bas ta völlig
ichopftem Zust ande aufgegriffen und ins Kankenhaus einelieient
wurde, Das Viädchen behauptet von einem Spree⸗
cheffec verschleppt und 3 Manate in dessen Kahn veisteckt
ehalten worden sein, wobei es in roher Weise mißhandelt
vurde und Hunger litt. Als das Kind dann flüchten konnte
iel es einem zweiten Wüst ing, einem Arbeiter in die Hände
)er es weitere 8 Tage in tine Laube verbarg, bis es sich
rnuch diesem Painiger durch die Flucht entziehen konnte.
Fürstenwalde, a. d. Spree, 30. Sept. Bei Onerhddbif
vurde auf freiem Feide der 18 jährige Kaufmann Eirnß Alt
ind die gleichelterige Enma Mathes auf freiem Felde eischossen
ruigesunden De Liebes-Tragödie ist darauf zurückzuführen
zas die Eilern der beiden jungen Lute sich wegen deren
Jagend einer Heirat wadersitzien.
Dortmund, 80. Sept. Die ganze Familie des Gutsbe⸗
zer Sudvaul in Roum nebst Gesinde ist rach dem Genuß
von Plauminmus, das in einem kupfernen Kessel gekocht
worden war, erkrankt. Sudpaul ist bereus gestorben drei
Personen schweben noch in Lebensgefahr.
Potsdam, 1. Okt. Die Kronprinzessin ist in der Nacht
um 11 Uhr 45 Minuten von einem Prinzen glückich eni—
hunden worden. Die Wöhherin und der junge Prinz be—
finden sich wohl. Der Kronprinz, der in Berlin weilte,
vurde von dem glücklichen Greignis sofort inKenninis gesetzt.
Er fuhr unverzüglich nach Potsdam.
Saßnitz auf der Insel Rügen, J. Oktt. Bel Stubben⸗
ammer wurde ein Leichenfund gemacht, der von vornherein
auf einen Raubmürd hindeutete Die Gerichtskommisston,
die sich sosort an Ort und Stelle des Verbrechens begeben
hat, stellte zunächst einwandfrei nach dem ganzen Befund
einen Raubmord fest. 8 Patnonenhülsen und ein Geschoß
wurden in unmittelbarer Nahe der Ectmordeten, des Pastors
Vermehren und seiner Fräu gefunden. Die Untersuchung
ergab, daß der Pfarrer fünf Schüsse Terhalten hat. Eine
Schuß traf die Brust, einer den Rucken, zwei den rechten
Arm und einer den rechten Schenkel. Frau Vermehren hat
drei Schüfse erdalen, von denen einer die rechte Schläfe
durchbohrte. An Wertgegenftänden wurden noch aufgefunden
die beiden Trauringe, die die Verbrecher nicht abziehen konn⸗
ten und die Uhrkette des Pastors, von der die Uhr abgeris⸗
sen war. Allem Anschein nach hat ein Handgemeng siatt⸗
gefunden. Darauf deuten die zeirissenen Kleider und das
abgerissene Vorhemd des Pfarrers hin. Die Leichen sind
nach Sturbenkammer gebracht worden. Nach den Mitteil
ung drs Untersuchungsrichters kemmen für das Verbrechen 3
Personen in Fraage. Verbaftungen sind bis jekt nach nich
erfolqt.
Berlin, 1. Olt Das Provinzialschulkollegium hatte
eine Verfügung erlassen, wenach fernerhin eine Witwirt
ung der Stadtverordnelen-Versammlung weder bei der
Wahl der Lehrer und Lehrerinnen noch bei der von Rek⸗
toren der öffentlichen Voltsschulen stat? inden darf. Gegen
diese Verfügung hat der Magistrat Berlin Klage im Ver—
waltungsstreitversahren erhoben. Der Bezirksausschuß er—
kannte nach dem Antrage Justizrats Cassel auf Aufheb—⸗
ung der Verfügung des Provinzialschutollegiums.
Berlin, 1. Ott. Auf Wunsch beteiligter Kreise der
Industrie und des Handwerks sollen noch im Laufe dieses
berbstes im Reichsamt des Innern Verhaudlungen über
eine Abgrenzung zwischen Fabrik und Hand-—
werk fiattfinden. Zu diesen Beratungen werden außer
den beteiligten Refforts des Reiches und der grö⸗
zeren Bundesstaaten auch Vertreter der Industrie und des
dandwerts — insbesondere der Handelstammern und der
dandwertskammern — zugezogen werden.
Karlsruhe, 1. Ott. die Landtagswahlen
finden am 210 Ottober und zwar von 11 Ubͤr vormittags
bis 8 Uhr abends statt.
Madrid, 1. Okt. Die Weldungen aus allen pani⸗
schen Provinzen bezeugen den Jubel, welchen die Bot⸗
chaft von der Einnahme des BGBurugubergs im
Lande wachgerusen hat. Besonders groß ift die Begei—
iterung der Garnison und der Einwohnerschaft der Stadt
Melilla, deren künftiges Gedeihen von der Lösung
des Kriegsproblems abhing. Madrid bieltet ein nte
gesehenes Bild; jauchzende und singende Kinderscharen
durchziehen Fahnen tragend das Voltsgewühl. Die Hãu⸗
ser sind geschmückt, Abends viele illuminiert. Die Blaͤtter
feiern enthusastisch das spanische Heer und den Geueralisimus
Marina.
Konstantinovpel, 1. Ott. Die Pforte erhielt von den
russtschen Botschast die Verstaändigung. daß der Zar die
ürlische Sondermission zwischen dent 6. und 8. Ottober
in Livadia empfangen werde. Das Handschreiben des
Sultans an den Zaren enthielt jedoch keinerlei Einladung
sodaß der Besuch des Zaren in Kouftantinonel fun deeies
Jahr als auigeschoben gilt
Paris, 30. Sept. Gerüchtweise verlautet, daß General
Roberts heute zum Kriegsminister berufen und wegen seiner
»eiden letzten aroßen Manöodern bewisenen Unfähigkeit zur
Disposition gestellt werden wird. Es heißt, hdaß in diesem
Falleder Oberbefehelshaber der Armee ebenfalls seine Eutlaf.
ing einreichen werde.
New-Yort, 30. Sepe, Die Lenkballons der Luftschiff⸗
dapitäne Bulduin und Tomliuson gingen gestern zu einer
Wetifahrt von New-Yoik nach Albany auß. Kapitän Bulduin
zürzte in einer Entfernung von 5 Meilen von der Stadt
in den Hudson Fluß aus dem er von einer Yacht heraus—
zeficht werden konnte und unverletzt blieb. Tomlinson mußte
vegen eines Motordefektes früqzeitig landen
Eme reizende Neuheit, welche Kinder spielend Geschick⸗
lichkeit erlangen laͤßt und gleichzeitig Anregung verschafft, ec—
hält auf Wunsch dieser Zeilen kostenfrei von Nestle's Kinder—
mehl G. m. b. H. Beiln S 42. Es ist dies eine Aus—
chneidepuppe mit drei verschiedenen Gewändern, womit die
Render gern und sehr lange spielen. Auf Wunsch wird auch
eine Probedose des beruhmten Kindermekles um' onst beige—
fügt.
Brieftkasten.
Stammtisch Hb. Laut Zeitungs⸗ und Marktbericht
hat das Brot fsolgende Preise:
in Zweibrücken 6 Pfund Kornbrot 86 Pig.
Pfund Schwarzbrot 96 Pfg
in Saarger Kornbrot 86
Schwarzbrot 968,
vr sornbrtot 86
Schwarzbrot 90,
dornbrot 75,
Schwaczbrot 808,
dornbrot 65,
Schwarzbrot 70
ßo nbrot 658,
Schwarzbrot 70
Kornbrot 608,
Schwarzbrot 650,
Mithin haben wir hier in Dudweiler das billigste Brot
und köanen wir raten recht viel von det Gabe Gottes ge—
nießen. Red.
Bekanntmachung.
Die Scheidieistraße von der Provirzialstraße bis zum
Abewera der Kirchenstraße wird hiermit bis zu Eade dieser
Woche far den Durchgangs verkehr gesperrt.
Der Verkeht wird während dieser Zeit über die Kirchen—
und St. Jagberterstiaße geleitet.
Dudweiler, den 28. Sept. 1908.
Die Polize-Verwaltung.