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letzte Stadium der ungarischen Kabinettskrise nach der
erwähnten Beratung eintrat.
Schweden.
* Die Unterhandluungen zwischen dem Arbeitge—
»erbund und der Landesorganisation sind
zänzuch mißlungen. Die Arbeitgeber haben auf die
Freiheit, auch während der Vertragszeit den Lockout zu
rtlären, nicht verzichten wollen und haben die ökonomi—
sche Verantwortlichteit der Fachvereine auch für die Halt
ung der einzelnen Mitglieder gefordert. Da die Arbeiter
diese Forderungen nicht annehmen konnten, sind die Un—
erhandlungen abgebrochen worden. Lockout und Strei'
verden also fortgeseßnt
* —
Oesterreich-Ungarn.
Der Trennungsstrich zwischen Oesterreich und
I1ngarn hat seine volle Berechtigung; ja den Ungarn
st er noch lange nicht groß genug und sie möchten ihn
im liebsten so lange ausziehen, daß der Zu fammen—
Jang mit Oesterreich so gut wie verschwindet.
Bis jetzt ist ijnen das allerdings nicht gelungen, da —
daiser Franz Josef enitschieden weigert, das Doppelreic
n zwei vorlständig geirennte Hälsten auseinanderreißen
u lassen, zwischen denen schließlich nur noch der Monarch
»as Bindeglied darstellen würde. Vestärkt in seinem Wi—
erstand hat ihn vielleicht gerade das Vorbild von Schwe—
»en und RNorwegen, die auch nur durch eine Personal—
imion verbunden waren; diese war bekanntlich nicht im—
tande, den Bruch zwischen den beiden Königreichen zu
‚erhindern. Augenblicklich sind ja Oesterreich und Ungarn
loch sester aneinandergekettet, als es Schweden und Nor—
vegen waren, aber zum großen Bedauern der ungarischen
dationalisten, die auf eine reine Personalunion zwischen
Desterreich und Ungarn hinarbeiten. Zunächst soll Ungärn
»on Oesterreich finanziell unabhängig gemacht werden
urch Errichtung einer ausschließlich ungarischen Staats—
jank, dann soll auch die wirischaftliche Ünabhängigkeit er—
irebt werden durch das Verlangen nach einem eigenen
uigarischen Wirtschaftsgebiet mit selbständizer Zoll⸗und
⸗andelspolitik. Und militärisch soll die ungarische Selost—
tündigleit durch die Aufhebung der deutschen Kommando—
prache in den ungarischen Regimentern ad oculos dve—
nonstriert werden.
Die zoll- und wirtschaftspolitische Trennung haben
iun die Ungarn noch zurückgestellt, und auch in der
zrage der zrommandosprache sind sie ziemlich bescheiden
jeworden, aber an der eigenen Bant halten sie fest,
venn auch hier an Stelle der vollständigen Trennung jetzt
zugeständnisse treten sollten, die praktisch von sehr gerin—
jer Bedeutung sind. Der ungarische Minisierpräsident
Vekerle hätte sich naämlich, um dem Magyarentum wenig⸗
ens mit emem Scheinerfolg aufwarten zu können, mit
»em Zugeständnis zufrieden gegeben, daß die Aufnehme
er Bezahlungen durch die weiter bestehende gemeéin—
amee Bank ersfolgen soll. Aber damit hatte er sich zwi—
chen zwei Stühle gesetzt. Die Krone zögerte, die von
veterte erstrebte Konzession zu machen, und der Unab—
üngigkeitspartei unter Führung des Kammerpräsidenten
zusth war das Werterlesche Kompromiß ein zu geringes
zugeständnis an den magyarischen Nationalismus. Run
oare es ja allerdings moͤglich gewesen, die Unabhängig—
eitspartei zu spalten und die Just'fsche Gruppe in die
Ainderheit zu bringen, wenn sich Ludwig Kossuth ent—
cheden auf die Serte des Miinisterpräsidenten gestellt
aͤtte; statt dessen schwankte er aber hin und her und ließ
chlieblich Wekerle im Stih, so daß diesem nichts anderes
ibrig blieb, als seine Demission anzubieten. zum fünten
Yal seit Vesteen seines Kabineits.
Diesmal müßte der Konig die Demission eigentlich
innebmen, denn es ist nicht abzusehen, wie Wekerle und
ein Kabineti jest die Lesung der Krisis herbeitühren sol—
en, nachtem es ihnen bisher nicht gelungen ist. Aller—
ings werß auch niemand, wo der starke Mann hergenom—
nen werden soll, der einen Ausgleich zwischen Krone und
Parlament herbeisühren könnte. Nach par amentarischen
zrundsätzen mühte ja Kammerpräsident Justh mit dieser
chwierigen Ausgabe vetraut werden, aber man wird am
iener Hose keine grode Lust haben, mit der radikaisten
ationalen Gruppe die Ausgleichsverhandlungen zu führen.
luch hat Wekerle nicht bedingungslos kapituliert. Er
st eventuell bereit, ein neues Kabinet't zu bilden
ind gegen Kossuth und Justh sein Verständigungsprogramm
urchzuführen. Er hat diesen Vorschlag dem König un—
erbreitet und, um ihm Zeit zur Prüfung zu lassen, die
ffizielie Ueberreichnug des Demissionsgesuches bis zum
28. September hinausgeschoben. Es wird also vielleicht
doch das Wieitnisterium Bekerhein sechster ver⸗—
essferter Auflhage im Amte bleiben. Darauf deu—
et wenignens der Austritt des Justizministers Guͤnther
ius dem Miristerlum hin. Er wurde zum Präsidenten
es oberten Gercchtshoses ernannt. Sein allei redornn
teet hurle obh leinen Zweck, wenn wiruich das ganze
abinett zurücktreten Rikl. Dem Instizminister wird giso
vohl noch der eine oder andere seiner Kollegen folgen,
zann kann die Wurstelei weiter gehen. Wann und wie
iber die ungarische Krisis ihrer Lösung entgegengeht, das
ermag vorläufig noch niemand zu sagen
Volitischie Rundirhzan.
Deutsches Reich.
* Die „Deutsche Post“ teilt mit, daß der Reichstag sich
n seiner nächsten Tagung mit einer Eisenbahnanleihe
ür DeutschSüdwestafrika zu beschäftigen ha—
»en wird. Es handelt sich nicht nur um die Mittel für
ie Verstaatlichung der Otavibahn, sondern auch um
den Umoaun der Staatsbahnstrecke KaribibWind-Ruk
und den Neubau der sogenannten Nordsüdlinie
vindhuteetmanshoop. Als Kauspreis für die Otavi—
ahn werden 21 Millionen genannt, die Kosten für den
inbau der Staatsbahn werden auf 9 Mill., die für den
teubau der Nordsüdbahn oder Zentralbahn aud 24 Milionsn
berechnet. Im ganzen würde die für das Schutza
zebtet aufzunehmende Anleihe nicht 80 Millionen Mark,
vie es zuerst hieß, sondern 54 Millionen Mart betragen.
* Die sta attiche Fürsorge für das Han d⸗
verk im Reich und in Preußen ist durch Petitionen der
ereintgten Junungsverbände Deutschlands und durch
as Preußische Abgeordnetenhaus wiederholt angereg
vorden. Diesen Anregungen ist, wie man schreibt, zu—
lächst der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten fürt
ein Restsort dadurch gefolgt, daß er für eine Reshe von
regierungsbezirken und Eisenbahndirektionsbezirken eine
bnordnung erließ, nach welcher die zuständigen Hand—
ertsktammern von den Behörden in jedem Jahre vor
eginn der Bauarbeit aufgesordert werden sollen, eine
zusanmmenstellung von Arbeitslöhnen und Materialprei—
en nach bestimmten Grundsätzen anzufertigen. Diese Zu—
mnenstel ungen sollen dem Lieferungen ausschreibenden
eaniten bei der Vergebung der staatlichen Arbeiten, die
ch zur handwerksmädigen Ausführung eignen, als Am—
mnre dienen. Falls sich heraussteuen wird, daß eine solche
Raßregel sich für die Förderung des Handwerks als
ũtzlich erweist, dürfte eine allgemeine Einführung vom
Minister verfügt werden. Den obersten Reichsbehörden ist
»on diesem Vorgehen des preußischen Ministeriums Kenni—
iis gegeben mit dem Anheimstellen, auch für ihre Res—
orts entsprechende Maßnahmen zu treffen. Hiernach läßt
ich annehmen, daß sowohl im Reiche, wie in Preußen
n Zukunst die Organisationen des Handwerks, soweit
ie für fiskalische Lieferungen überhaupt in Frage kom—
nen können, in weitestem Umfsang azur Mitwirkung her—
ingezogen werden.
* Die Ergebnisse der neuen Steuern liegen für den
Mounat August vor. Es bedars keiner Erwähnung, daß
die Zahlen nicht maßgebend für die wirklichen Erträge
der Steuern nach der Uebergangszeit sind. Die Brau—
teuer, die im Juli 3,5 Millionen Mark ergeben hatte
vonrf im Auzust 4,4 Mienl. Mark ab. Bei der Schaum—
wveinsteuer stiegen die Erträgnisse von 700 000 Mari
mm Jui auf 1 Million Mark im August. Der Ertrag der
Zigarettensteuer stieg vom Juli bis zum Au—
zust von etwa 1 Million Mart bis fast 2 Mill. Mark.
Ddie Zinsbogensteuer hat etwa 120000 Mark
Steuer erbracht. Der geringe Ertrag erklärt sich aber dar—
ius, daß bekanntlich in der letzten Zeit vor dem 1. Au—
ust Talons in großer Menge zur Abstempelung gebracht
vorden sind. Die Einnahme endlich aus dem Stempel
ür Grundstücksübertragungen betrug im Auauft annähernd
Mart
Ein Opfer des Systenmns.
Vor dem Berliner Kriegsgericht hatte sich dieser Tage
ein Gendarmeriewachtmeister wegen Erstattung fal—
cher Melidungen zu verantworten. Er wurde zu
»rei NMonaten Gefängnis verurteilt. Er hatte in seinem
inzeigebuche einfach beliebige Namen eingetragen, um als
le: higer Beamter zu gelten. Dieses Vorlommnis weisi
auf einen Mißstand hin, der schon häufig bei der Be—
prechung polizeilicher Uebergrisse erörtert worden ist, näm—
ich darauf, daß vielfach die Qualität der Polizeibeamten
on ihren Vorgesetzten danach beurteilt wird, ob sie viel
Anzeigen erstatten. Der schuldige Gendarmeriewachtmei—
ter, ein von Hause aus ganz ehrenwerter Mann und
vohlwollender Beamter, ist von der steten Besorgnis er
üllit gewesen, seinen Vosten zu verlieren und in Nahr—
ingssorgen zu geraten, wenn er nicht durch zahlreiche An
zeißen sein Ansehen bei den Vorgesetzien steigere. Mag
sein, daß seine Besorgnis grundlos war, daß seine Vor—
zesetzten garnicht auf einen übermäßigen Anzeigen-Eifer
erpicht waren; aber das ganze System führt von selbft
zu einer Ueberschätzung der Anzeigetätigkeit, die doch auf
der anderen Seite recht große Gefahren hat. Hier trug
der Beamte die Anzeigen wenigstens nur in sein —X
ein, ohne sie in Wirklichkeit weiter zu verfolgen. Man
ente sich aber, daß die Anzeigen weiter getrieben, und
hann Leute ganz unschuldig bestraft worden wären. Ge—
gen eine solche Anzeige ist, wenn nicht zufällig ein strikter
Gegenbeweis zu führen ist, schwer anzukämpfen, denn sie
verden von der Autorität des Beamten gedeckt, und wenn
ieser schließlich, um sich nicht selbst bloßzustellen, auf den
alschen Angaben beharrt, dann kommt es zu den unge⸗
echtesten Bestrafungen. Aber auch, wo irgend etwas Tat—
ach iches der Anzeige zu Grunde liegt, ist oft nur eine
rleinigkeit auigebauscht, nicht aus bösem Willen, sondern
uus dem Bestreben heraus, Eiser zu zeigen. Man muß
die ganze Metuode ändern, um solchen Auswüchsen vor
ubeugen. Keine kleinliche Verfolgungssucht, keine über
rebene Bevormundung! Anzeigen sollten nur in dring
ichen Fällen, gegenüber öffentlichen Gesahren, bei Bös
villigleit u. dgl. erstattet werden; im übrigen aber sollte
»ersucht werden, durch ruhige nicht verletzende Hinweise
marmlosere Verstöße zu beseitigen. Damit wird von selbs
2vor Anreiz zu so manchen Mißgriffen verschwinden, unt
Publisum und Volizei werden besser miteinander au
0ommoer.
Christlich-sozialer Varteitag.
Auf dem in Darmstadt tagenden christlich-sozialer
Parteitag wurde Reschstagsabgeordneter Behrens zum
csten Vorsienden, Reichstagsabgeordneter Dr. Burl.
RArDdit zum zweiten Vorsibenden und Licenziat Mumm—
Serlin zum Schristführer gewählt. Bei den Beratungen
iber das christlichsoziale Programm begründet Lic. Mumm
die Aenderung des Programms durch die Erfüllung einer
Reihe sozialpotitischer Wünsche und die Entwickelung der
⸗dlitischen Lage. Die ausländ'schen Arbeiter im deutschen
RNeiche seien zu bekämpsen. Bei der Besprechung der
Schulfrage wurde von einer Rethe Delegierter aus
Henen-Nassau beantragt, mit Rücksicht auf die dortigen
Serhealtniise neben der Forderung der Erhaltung der kon—
esssonelren Schulen noch zu setzen: Wahrung der konfei—
ionellen Nechne bei den bestehenden Simultaänschulen
Oesterreich⸗Ungarn.
* Das „Fremdenblatt“ publiziert eine offizisse Er⸗—
lärung, daß die ungarischen Meldungen von einer
sbeduzierung der HSeeresforderungen mit Rück
icht auf die ungarssche Krise in keiner Weise begründet
ind. Das Heeressudget für 1910 wurde in den gemein—
amen Neinisterlonferenzen am 18. September festgesetzt;
nodorungen könnten unso weniger Platz greifen. als dae
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Gefun 21
Drta InaLNM—oevelle von Nari
zu inir kommst, wie Du ronnst. Wer rommr zum B.
kennst Du die Gäste?“
Er runzelte mißmutig die Stirne; einen Augenblick
war er versucht, ihr alles zu sagen, doch gleich schwand
ihm wieder der Mut.
„Der Besuch gilt hauptsächlich meinem Vater, nicht
mir,“ versetzte er deshalb ausweichend.
„Darüber freue ich mich,“ gestand sie offen. Ich liebe
Dich viel zu sehr, um den Gedanken ertragen zu können,
daßz Du bei Deinen Göiten ebenso alücklich wärest, wie bei
nir.“
„Fürchte das nicht,“ tröstete er und küßte ihr Stirne
und Wangen.
Wie schnell verrannen die Stunden! Edgar erschrak
'ast, als er einen Blick auf die Uhr warf und bemerkte,
alz er kaum zum Abendessen das Schloß erreichen konnte.
„Du kommst doch noch vorher einmal zu mir, ehe
der Besuch eintrifft?“ fragte Hilda bittend.
„Wenn es mir möglich ist, Geliebte, aber verspre hen
ann ich es Dir nicht. Wenn Du aber meine Gegenwart
esonders wünschest, so sende Frau Meier mit einer Balt⸗
chaft.“
Sie nickte zustimmend.
„Nun sei stark, mein Herz, wir müssen uns trennen.
domm, sage mir Lebewohl, ich möchte so gern inmes bei
dir bieiben,“ fügte er dann hinzu, sie zärtlich an sein
derz drückend. Dann küßte er sie und verließ schnell das
Forsthaus.
Mit tränenfeuchten Blicken stand sie lange am Fenster
ind schaute ihm nach, bis seine Gestalt im Waldesdunkel
erschwand; ihre Wangen erbleichten, müde sank sie in
en Sessel zurück und ein heftiger Tränenstrom erleich⸗
erte endlich ibr geänastiates Hersz. — —
WLangsam und traurig zogen die Tage für die ein—
ame Bewohnerin des Forsthauses dahin. Der junge G⸗
ꝓad nur selten eine Gelegenheit, seine Gattin zu ber⸗
hen, und wenn er zu später Abendstunde vom Schlosse
ortschritt, hatte er kaum Zeit agenug, einen flüchtigen Kuß
auf die Wangen seiner Gättin zu yauchen, die, wie er
zu seinem Schmersz bemertte, zusehends bleicher und schma—
ler wurden.
Aber selbst diese hetmlichen Besuche, so selten und
kurz sie auch waren, blieben nicht unbemerkt.
Fräulein von Helfensteins Augen beobachteten alle
seine Bewegungen scharf und mißtrauisch. Mit argwöhni—
ichen Blicken sah sie ihn zu später Abendstunde heimlich
in den Wald gehen, und sie machte es sich zur Aufgabe,
sein Geheimnis — denn sie zweifelte keinen Augenblick,
daß ein solches zu Grunde lag — zu erforschen.
„Welche Anziehungskraft hat der Wald für Edgar, er
geht so oft allein hin und lehnt energisch meine Beglei—
tung ab,“ bemertte sie eines Tages, sich auf einem nie—
deren Tabouret an der Seite des alten Grafen niederlas—
send. —
Fräulein von Helfenstein war eine große, schlanke
Brünette, von außergewöhnlicher Schönheit; ihre dunkeln
Augen glänzten wie Sterne und um die hohe weiße Stirn
ringelten sich dunkle Löckchen. Stets nach der neuesten
Mode, dabei geschmacyvoll gekleidet, verfehlte sie nie, je—
derzeit einen günstigen Eindruck aui den alten Grafen zu
machen.
Der alte Herr runzelte die Stirn, doch bald lächelte
er auf das schöne Mädchen an seiner Seite herab, und
ireichelte die kleine Hand, die sich schmeichelnd auf sei—
en Arm gelegt hatte, dann entgegnete er:
„Das ist seine alte Gewohnheit. Er sucht gern die
reuen Förstersleute auf, die mit mir alt geworden sind
und Edgar als kleines Kind gekannt haben. Seine Be—
iuche dort sind sehr harmlos, mein Kind.“
„Edgar besucht die alten Leute doch nicht so ost?“
tragte sie zweifelnd.
„Er pflegte früher viel häufiger hinzugehen — ehe
Sie zu uns kamen, mein Kind,“ fügte er mit einem be—
deutungsvollen Blick hinzu, der ihr ein freudiges Rot in
die Wangen trieb. Verwirrt senkte sie die Blicke zu Bo—
jen, ein träumerischer Ausdrud malte sich in ihren Zü—
jen; aber dennoch befriedigten sie die Worte des Grafen
irset
„Mein edler, herzensguter Mann! So groß das Glück
mch für mich sein würde, Dich immer bei mir zu haben,
ann ich Dein Anerbieten auf Kosten Deiner Zukunft doch
iicht annehmen. Nein, Edgar, wir haben bis jetzt unser
Seheimnis der Welt noch nicht preis gegeben, so wollen wir
s auch noch länger für uns behalten. Es hat ja über—
sjaupt von meinem Hiersein niemand eine Ahnung, und
ie alten Förftersleute, die es wissen, sind treu wie Gold,
ilso laß mich ruhig hier in der Verborgenheit weiter le—
den.“ —
„Wenn aber Dein Aufenthalt hier entdedt wird, was
oll dann geschehen, Hilda?“
Ein Schatten flog über das hübsche Gesichtchen, und
hre Hände drückten momentan fester die seinigen, doch
ächelnd entgegnete sie:
„Selbjt dann kann auch die Wahrheit, verheimlicht wer⸗
den.“ —
Er nicte befriedigt. Eingedenk der heftigen Worte
eines Vaters schien es ihm ratsamer, seine Verbindung
nit Hilda so lange wie möglich zu verheimlichen. Dann
jedachte er plötzlich Wilma von Hellensteins und sein Ant
itz verfinsterte sich.
gSilda,“ begann er dann wieder, „ich kam heute zu
Dir, nicht allein um Dich zu besuchen, sondern hauptsäch⸗
ich, um Dir zu sagen, daß Du mich in den nächsten Wo—
hen nicht mehr so häufig erwarten darfst. Wir erwar⸗
en morgen Befuch im Schlosse, und es könnte dann mein
häufiges Fortgehen leicht Argwohn erregen.“
.Die rosigen Wangen färbten sich duffallend bleich, um
F Mundwinkel zucte es bedenklich und nur mit Nühe
onle die unge Frau die Tranen zurüadrängen,
„Es schadet nichts,“ flüsterte sie dann, ihm mit trä⸗
nenumflorten Blid zulächelnd, ich weiß, dah Du so oft