Fokales
Ziehungsliste. Die Ziehungsliste der Hohlönigsburg⸗—
Lotterie ist eingetroffen und kann in der Erpedition einge—
ehen werden.
Pferde gegen den Bierboykott. Wir lesen in der
zadechen Landeszeitung: Mit einer Art Galgenhumor er—
ahlt cein Brauer, der bislang große Lieferungen an Ar—
eiter⸗Kantinen hatte und nun durch den neuen Steuer—
en halsamketszug, der durch die Bevölkerung geht, an⸗
ebiich über 60 Prozent seines Absatzes eingebüßt hat,
aß die einzigen Biertrinker, die ihm wirllich mit dem
iiten Quantum treu geblieben sind, seine — — Pferde
vären. Früher, als das Geschäst gut ging, und es nicht
o genau darauf ankam, ließ man gern die Gäule ihren
mer Bier haben. Jetzt nun, wo wir üherall, auch am
jerde⸗-Freibier sparen müssen, und trotzdem dem Ruin
is Gesicht sehen, stellt sich heraus, daß einzelne unserer
esonderen „Trinker-Gespanne, denen ihr Maß entzogen
»orden war, einfach nicht vom Brauhof heruntergehen,
se sie nicht ihr Quantum Bier bekommen haben. Sie
erweigern glatt die Arbeit, wenn ihnen der Fahrer den
rühschoppen vorenthält. Bet anderen Paaren, die, ohne
remonstrieren, ihre gewohnte Tour auch bei nicht vor—
ergehender Vierration machen, haben wir seit der En—
ehung von Bier ein nicht unerhebliches Nachlassen der
eistungsfähigkeit feftftellen können. Abgestandene Reste,
B. vom „Sternenwirt“, dem Brauereiausschank für die
igenen Angestellien, nehmen die eigentlichen Trinker un—
er den Pferden nur, wenn sie ganz ausgedurstet sind.
Fin Stalleimer frisches, schäumendes Bier dagegen ver—⸗
chwindet bei ihnen wie ein Dreizehntel Gemäß in der
reble des guten Zechers. Wären die Pferde zahlende
gdundschaft, das Reichsschatzamt und wir Brauer hätten
veniger Sorge um die Zukunft!“
Aus Raß und Fern.
Saarbrücken, 28. Sept. Am 1. Oktoberzwird die 6.
tompagnie des 70. Infanterie⸗Regiments aus dem Regiment
wascheiden, um zur Bildung des 3. Bataillons dee 176.
jnfanterie-Regimentis in Kolmar verwendet zu werden.
dieser Befehl iraf das 70. Reginent unetrwartet auf tele⸗
gaphischem Wege, da das hierfür in Aussicht genommene
O. Infanterie⸗Regiment infolge der Thyphus⸗rkrankungen
eine Mannschaften abgibt. Die Offiziert für das 3. Bataillon
jerden noch durch Allerhöchste Kabinettsordre bestimmt
Saarbrücken, 28. Sept. Gestein Tnachmittag gegen
alb 3 Uhr stürzte im Neubau der kalholischen Kerche in
Ralstatt im Innern des Baues eine Mauer mit samt dem
ßeruste, worauf sich mehrere Arbeiter befanden, zusammen.
kin Maurer wurde getötet und zwei schwer verletzt. Zu
em Ungiück wird uns noch weiter gemeldet: An einem scho—
iuher angefangenen Mauervorsprung im Innern des Tarmes
ollte weiter gearbeitet wetden. Der Mauervocsprung war
mschtinend nicht genügend mit der Mauer verbunden und die
lusladung zu groß. Als die drei daran beschäfligten Ar—
zeiter etwa 70 em hoch gemauert hatten, löste sich der ganze
Zlock los und fiel mit voller Wucht auf das Gerüst. Dieses
tach zusammen und stürzte mit den darauf befindlichtn Ar—
eitern aus der Höhe von über 18 Meier in die Tiefe. Ein
Naurer war sofort tot. Ein anderer erlitt schwere Brust—
ueischungen und Schädelverletzungen und ist es fraglich, ob
wwmit dem Leben davonkommen wird. Ein dritter hat beide
lime und einen Oherschenkel gebrochen. Der Tote heißt
Lägemann. Ec ist 31 Jahre alt und bei Zweibrücken ve⸗
eimatet Er hinterläßt eine Frau mit 4 Kindern, von denen
os jüngste erst 4 Wochen alt ist. Der Schwerverletzte heißt
jrist. Muller. Er ist 37 Jahre alt und bei Bergzabern zu
ause. Auch er ist verheiratet und Vater von fünf Kindern.
der drite heitzt Chon. CEr ist 36 Jahre alt und gleichfalls
et Bergzobern zu Hause. Er ist auch verheiralet. Die
eiche wurde nach der Leichenhalle, die briden Verletzten nach
em Krankenkassenverbandshaus gebracht. Die Untersuchung
ber die Ursache des Unglücks wurte sofort eingeleitet. Eine
oße Menschenmenge umstand den Schauvlatz des Unglücks
in die Nacht.
Nennkirchen, 27. Sept. Am Freitag nachmittag kam
NMädchen von Ottweiler nach hier und fragte nach dem
»eg nach Htinitz, wo es in Stellung treten wollte. Ein
ngerer Mann war bereit, derr Madchen den Weg zu zeigen
ihm ihm den Korb mit seinen Sachen ab und ging mit
Nur Saarbrückerstraße, wo der Wald beginnt. Dori ver⸗
chte er das Madchen zu vergewaltigen. Durch einen din—
tommenden Arbeiter wurde der Unhold verjagt und dae
ädchen auf den rechten Weg geführt.
Heinitz, 27. Sepi. Ein auswärtiges Dienstmädchen,
aches seine neue Stelle hierselbst antreien wollte, wurde
fedem Wege unterhalb Dechen von einem Sirdiche ange—
ilten, welchtr um elwas Geld ban. Das Mädchen ergriff
is Angst seine Börse um den Inhalt auszuliefern, der
nolch war jedoch hilfreicher. Den Geldbeutel zu erwisben
wie das Maͤdchen zu Boden zu werfen und zu verschwin⸗
Wwar das Werk eines Augenblickes.
Ungersheim (Kr. Gebweiler), 26. Sept. Eine Wil—⸗
craffäre. Seit tiniger Zeit hat im hiesigen Orte das
ildein so zugenommen, daß fast keine Schöffengerichtssitzung
geht. ohne daß Wilderer besttaft warden. Gestern abend
zad sich der Jandhüter Vießler in das Revier der Herren
ischa aus Jungholz und lauerte. Es dauerte nicht lange,
kamen wieder Wilderer, und zwar der 17jährige J. Leiß
die der verheiratete Jung, beide von hier, und machten
an ihre Arbeit. Der Jagdjstter sprang aus seinem Ver—
und beide, da sie ganz nahe zusammenkamen, rangen
tinander. Während nun Vießlet sich gegen L. wehrte,
erte J. zwei Schüsse auf den Jagdhuter, die ihn, wie
Sir. N. N. melden, todlich trasen. L. der bei dem
mofe mit dem Jagdhier schwer derwunder wuide und
p morgen mit Verwandten nach Mülhausen ins Spital
ne, wurde am Bahnhofe Bollweiler von dem dortigen
ndarmen B. verhaftet und im Automobil der Hecren
scha nach Lube ins Spital, der andere Schütze ins Amts⸗
inanis nach Eusisheim geführt.
Metz, 28. Sept. Vergange gRiacht wurde der Pfoöͤrtner
dert Leonhard in einer grogen Blutlache tot aufgefunden
lag mit den Beinen noch halb in der Haustür, mit dem
atoͤrper auf der Slraße das Geficht noch unten Der
konstatierie den Tod des Leonhard, sah aber auch, als
die Leiche umtehrte, daß der Hals vom unken bis zum
J Schulteransatz durchschnitten war; die Langwunde war
ilich tief. Ein zweites Mal scheint das Messer oberhalb
rfetzt worden aber nicht durd gedrungen zu sein. Weiter
die Leiche noch am Kopf eine schwere Schlagwunde wie
inem Hammer, in der Sröße eincs Fünfmarkftückes
e auch von einem Fall herrühren kann. Im Vorplatz
auses, eines Refiaurante, fand man an der Straßen
uinter einem der Gartenstsible lienend die aug dem Hest
— —
ebrochene Klinge eines Rasiermessers. Zwei Söhne des
Toten wurden verbafret.
on Ans Baden. Den Sehnero beider Augen durchschoß
ich in Freiburg eia Angestellter der Löwenbrauerei. Der
Mann rd mit dem Leben davonkommen. aber seinez Au-Jenlichtes
füir immer vedluftig sein. — Mit Lysol hat sich in
Pforzheim ein 23 Jahre altes Mädchen in seiner Wohnung
ergiftet.
* Fischentch, 28. Sept. (Tödlicher Unfall.
dier fiel ein Schreinergejelle aus Köln von einer dre
NRNeter hohen Böschung und wurde von einem Zuge der
borgebirgsbahn übersahren. Dem Manne warde de
kopf und ein Arm abgefahren.
* Eustirchen, 27. Sept. Unterschleife.) Ein
unger Mann, welcher seit vier Jahren bei der Kolonial—
vparensirma H. Schüller hier bedienstet war, hatte sei
xcintritt fortgesetzt große Posten Kolonialwaren heimlich
eiseite geschafft. Bei seiner Verhaftung fand man im
toffer 7000 Mark. Nach den bisherigen Ermittelungen
vird der Wert der gestohlenen Sachen und Gelder qu.
mnaähernd 20 000 Mark geschätzt.
»* Siegburg, 28. Sept. EErwischte Ausrei—
zer.) Wieder festgenommen wurden im nahen Neun—
irchen die vier Zuchthäusier, die in der Nacht zum Frei⸗
ag aus der hiesigen Strafanstalt entwichen waren.
*Zuisburg, 28. Sept. Gaserplostond Durch
ine Gasexrplosion an einem Hochofen der Niederrheinischen
düt:e wurden fünf Arbeiter so verletzt, daß ihre Aufnahme
Iins Krankenhaus erfolgen mußte. — Weiter wird noch
mitgeteilt. Der Indalt eines Hochosens hatte sich festge
jeßt. Plötzlich drückten die Massen derart nach unten, dai
etne Exrplosion der Gase erfolgte und die Flammen hoct
zum Osen herausschlugen. Sechs in der Nähe stehend
Arbeiter erlitten teils schwere Brandwunden, teils Arm
ind Beinbrüche, während ein Arbeiter einen Schädelbruc
»avontrug. Zwei der Verunglückten schweben in Lebens
jesahr. — Von anderer Seite wird noch geschrieben: Di
zedeenungsmannichaet eines Hochofens war mit der Auj
chürtung beschastigt, als die Beschurtungsvorrichtung plötz
uich niederging. Es erfolgte eine Gasexplosion, wobei
durch die ausströmenden Gase und durch die Stichslamme
von der etwa 30 Personen starlen Mannschaft fünf schwere
und zwei leichtere Brandwunden davontrugen. Die Ver.
leten ftürzten ab und zogen sich Bein- und Armbrüche
und sonsige Verletzungen zu. Nach dem Unfall waren
ofort Aerzte zur Stelle, welche den Verunglückten im
derbandszimmer des Werles die erste Hülfe zu teil wer.
den ließen. Die beiden Leichtverletzten konnten. nachdem
sie verbunden waren, nach Hause gehen.
* Bochum, 28. Sept. (Risitko der Arbeit.) In
Rxr vergangenen Nacht gegen 12 Uhr brach in dem
Schachte „Lothringen“ in der Benzolreinigungsanlage auf
imaufgetlarte Weise Feuer aus, das auf den Benzolbe⸗
hälter übersprang und diesen zuͤr Explosion brachte. Ar
eine Loschung des Brandes war nicht zu denken. Das Ge—
bäude und alle Vorräte sind ausgebrannt. 12 Arbeiter
litten Verletzungen. Die eigentliche Benzolfabrik wurde
ticht in Witleidenschast gezogen. Der Schaden ilt durch
bersicherung gededt.
* Hamborn, 28. Sept. (SSturz aus dem Kin—
derwagen.) Das drei Wonate alte Söhnchen der
sheleute Hartmann stürzte aus einem Kinderwagen auf
»as Trottoir, zog sich dabei eine Gehirnerschütterung zu
und starb wenige Vinuten später.
*Hamm, 28. Sept. (Nadbod.) Auf Zeche „Rad⸗
bod“ werden jetzt täglich Leichen geborgen. Gesiern nach
mittag wurden auf dem Zecheufriedhof in Hövel wiede—
um 11 Leichen gemeinsam beerdigt. Die Gesamtzahl der
jeborgenen Leichen beträgt 92. Genau 300 befanden sich
ioch im Schacht, als anfangs dieses Jahres mit den Berg⸗
ingsarbeiten begonnen werden konnte. Seit voriger
Woche ist auf der zweiten Sohle der Zeche die Kohlen—
förderung wieder aufgenommen worden die Beiegschafft
vird ständig vermehrt. Trotz des großen Unglücks ist ge⸗
rade bei dieser Zeche ein großer Andrana von Arbeitern
u verzeichnen.
* Frankfurt 28. Sept. (Won der JIla.) Für die
FIlugwoche wurde wieder ein Flieger engagiert, nämlich
»er Sportredalteur der Kopenhagener Zeitung „Politiken“,
derr NRervo. Er ist ein „neuer Mann“, soll aber auf sei⸗
iem Voisinapparat schon aute aviatische Erfolge erzielt
saben
Telegrumme.
Berlin, 28. Sepi. Der genaue Zeitvunkt der Einbe—
ufung des Reichstages wird nach der Rückkehr des Neichs—
anzlets feftgesezt werren. Als wahrscheinlicher Termin gill
jorläufig der 23. November, doch ist es möglich, daß er noch
im einige Tage hinausgeschoben werden wird, etwa bis 30
stovember.
Berlin, 28. Sept. Eine schwere Gasexolosion ereignete
sich gestern Abend im Hause des Rechnungérates Hauschild
in der Vorbergstraße im Schönaber, Als Hauscchild bei ein
tretender Dämmerung eine Gaeflimme anzünden wollte, ex
lodierte Gas, das sich an der Decke d's Zimmers durch
rgend einen unglücklichen Zufall angesammelt hatte. Hauschild
ind seine Frau wurden lebersgefährlich verletzt ins Hospital
gebracht.
München, 28. Sep‘. In Ohlstadt, wo die Leichen noch
dis zur Beerdigung im Hausgange aufgebahrt werden und
ie Nachbarsleute zum Rosenktanzbeten herbeikommen, stürzte
ie morsche Hausdiele infolze der U berlaftung ein und 20
Frauen fielen in einen Keller hinunser, in dem dae Wasser
neterhoch stand. Zum Gluück wurde niemand ernstlich ver—
etzt.
Paris, 28. Sept. Das Sch vurgericht hat gestein einen
Mann namens Baudin freigesprochen, der seine Frau auf
eren flhentliche Bitten erschossen hatte. Die Geldiete liit
in einem urheilbaren Leiden und konnte ihre Schmerzen nicht
nehr eriragen. Die Gerichtsätzte erkläcten Baudin für einen
Mann von stehr beschränktem Verstand und einem starken
Dangel an Willensktaft.
Paris, 28. Sept. Zu den BeisetzungsFeierlichkeiten der
nier Vrrunglückten der Rpublique erschien auf Befehl Kaiser
Wilheims als Vertreter der deutsche Militär⸗-Attache und
egte einen Kranz im Namen degs deutschen Heeres nieder.
Varis, 29 Sept Die Gebiüder Lebaudy haben dem
Triegsminister mitgeteilt, daß sie der Melitärverwaltung einen
enkbaren Ballon schenken werden, welcher innerhalb drei
Wochen fertiggedelt sein wid. Der Ballon wird hölzerne
Schraubenflügel haben.
Paris, 28. Sept. Der aus der Rheinptovinz stammende
Deutsche Karl Heintz, der sich an einem Preisringen is einer
Jahemarkisbude eines Pariser Vororttes beieiligte, stürzte bei
»lesem Wenkampfe plötzlich mit eingedrückter Wirbelsäule tot
ieder. Sein Gegner, der Berufsathlet Rey wurde sofort in
Untersuchungshaft genommen.
Rom, 28. Sept. Corriere della Sera versichert, daß
die Begegnung des Zaren mit Körig Wiktor Emanuel an
7. Oklober in Baja stattfinden werde. Di⸗ könialiche Nacht
nied in Sr ä
starlsruhe, 29. Scvt. RNach der „Zeitung der deut
chen Eisenbahnverwaltungen“ wird auf den badisfchen
Ztaatsbahnen bis zum nächsten Frühjahr eine durchgrei⸗
ende Vereinfachung des Zugbegleitdienstes durchgesührt
verden. Um die Wagenwärter zurückziehen zu können,
vird dio technische Zugrevision auf die Stationen verleg
ind dadurch vom Zugsbegleitungsdienft getrennt, was ein
personalerfparnis um etwa 100 Beamte bringe. Die Ue—
verzähligen sollen tunlichst bei den Lokal- und Bezirks
stellen untergebracht werden, die mit Rücksicht hieraul
Einftellungen neuer Arbeitstrice einitweilen nicht meh
vornehmen.
Hamburg, 29. Sept. Die Deutsche Tageszeitung
genre konfiatieren zu können, daß der Staatssekretar
eruburag demnächst den amtsmüden Herrn Bal—
buin ablösen werde, und daß dann der Unterstaatssekre—
ce Stemer ich Herrn Dernburgs Posten einnehmen soll.
En DHamburger Korrespondent der Frtf. Zig. will u⸗
bester Quelle erfahren haben, daß Herr Ballin nicht dar
an denlt, von der Leitung der Hamburg-Amerika-Linie
zurüclzutreten, und daß auch die zahlreichen Herren, die
mit Herrn Dernburg imlängst in Hamburg zusammen ge—
wesen sind, in leiner Weise den Eindruck gewonnen haben,
daß er von seinent Posten als Staatssekretär zurüctzutre
ten gedente.
Paris, 28. Sept. Der deutsche Militarattachee, Major
vw. Winterfeldt wohnte als Vertreter des Kaisers dvem
heute Vormittag in Versailles stattgehabten Leichen;
begängnifse der Opfer der Katastrophe der „La
bepublique“ bei und legte im Namen der deutschen Ar⸗
mee am Sarge einen prachwollen Kranz nieder. — Auch
der französische Kriegsminister wohnte der Beisetzung bei.
Paris, 28. Sept. Minister Barthoun hielt eine
Kede, worin er auf die Friedenspolitifk der Re—
tierung hinwies. Der Minister sprach dann über die mi—
letãrischen Fortichritie, die waͤhrend der Mansver fesige⸗
stellt wurden
Paris, 23. Sept, Sämtliche Kardinäle, Erzbischöfe
nd Bischosfe Frankreichs haben einen Hirtenbrief erlasfen,
n dem sie die katholischen Eltern dringend auffordern,
hre Kinder nicht in öffentliche neutrale Schulen zu schicken.
ondern nur in christliche Schulen.
London, 29. Sept. Die „Times“ bespricht die Fort
chritte der deutschen Seerüstungen und be—
nerlt zu der Holsteinschen Kritik der deutschen Flottenpo—
itik: „Unsere Sache ist es, darauf zu sehen, daß, solange
as von Herrn von Holstein so genannte Flottenfieber in
Deutschland anhält, keine Täuschung über unsern uner—
chütterlichen Entschluß besteht, genau das zu tun, was
dolstein voraussieht, nämlich dafür zu sorgen, daß kein
ieues Schiff der deutschen Flot:e durch unsere Schuld das
estehende Gleichgewicht der Seemacht störe. Es bleibt
omit in der Hauptsache Deutschland überlassen, das Tem—
o zu bestimmen, es zu beschleunigen oder nicht. wie es
Ddeuuchland will.“
Salonik, 29. Sept. Der jungtürkische Kongreß er—⸗
edigt seine Arbeiten in aller Stille unter Wahrung des
trengsien Geheimnisses. An informierter Stelle wird be—
»aupiet, daß sich die Verhandlungen um die Frage des
Militärdienstes der Nichtmoyammedaner drehen, wobei die
haltung der Bulgaren besonders erörtert wird, die be—
lannilich mur dem Regionalsystem zustimmen. Die Dele—
gierten beschäftigen sich auch mit den Vorgängen in Al—
»anien, worüber ungünstige Meldungen vorliegen.
Cetinje, 29. Sept. Ein Unterleutnant versammelte
erne Kompanie und teilte ihr mit, er sei mit der Ver—
olgung und Verhaftung von Verbrechern beauftragt. Er
ührte jedoch die So daten zu dem Waffen- und Muni—
ionsdepot und befahl ihnen, von dem Depot Besitz zu
ergreisen. Diese verweigereen aber den Gehorsam.
Als die Behörden von dem Vorfall verständigt wurden,
eranlaßten sie die Verhaftung des Unterleutnants. Es
vurde sofort ein Kriegsgericht zur Unterluchung des Tat
bestandes gebildet. Elf Versonen sind nach Albansen ge—
lüchtet obwohl die Behörden nicht nach ihnen fahndete.
Sondon, 29. Sept. Der Dampfer „Mackingtosh“, der
nach Kalkutta unterwegs war, ist auf hoher See in die Luff
geflogen. Von der Besatzuug wurde eine Person gerettet.
Newyort, 29. Sept Präsident Taft, begab sich gestern
mit alten Kleidern angetan, nach der Leonard⸗Kupfermine
in Buttes im Staate Montaca. Er ftieg 1200 Fuß unter
die Eede und sah din arbeitenden Bergleuten zu und
chüttelte ihren käftig die Hand. Als er sich mit dem
Fahrst ahl zu Taze begab, brachten die Bergleute lebhafte
Hochrufe auf den Präsidenren aus.
Bekanntmnachung.
Anträge auf Etteilung von Wanden gewerbescheinen für das
Jahr 1910 sied bie spätestens zum 5. Oklober ds. Irs. bei
dem Bürgermeisteramt hierselbst Zimmer N. 9 (Steuerbüro)
zu steller.
Die für das Jahr 1909 erteilten Gewerbescheine sind
bei der Antragftellung vorzultgen.
Dudweiler, den 23. Sepi. 1909.
Der Bürgermeister Jost.
Bekanntmachung.
Die Scheiderstraße von der Provinzialftraße bis zum
Abzweig der Kirchenstiaße wird hiermit bis zu Ende dieler
Woche far den Durchgange verkehr gesperrt.
Der Verkehr wird während dieser Zeit über die Kirchen
und St Ingbirterstraße ge'leiteit.
Dudweiler, den 28. Sipt. 1909.
Tie Polizei⸗-Verwaltung.
*
dwangeversleigerun
seder teigerung.
Im Wege der 3wargsvollstreckung sollen die in der Ge—
meinde Dudweiler belegenen im Grundbuche von DOndweiler
Blatt 2904 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsver—
kes anf den Nomen der Eheleute Theodor Jung, Handels⸗
mann und Amalie, geb. Funk zu Dudweiler, eingetragenen
Brundstücke, rämlich:
Flur 3, Ar. 42, Acker, im Herchesgrund,
groß 6229 Ar mit 0,73 Caler
Reinertrag.
2. Flur 3 VUr. 47, ditto daselbst, groß 4,9)
Ar mit 0,58 Taler Reinertrag
am 48. November 1909,
7
nachmittags 3 Uhr
purch da) urt rzeschre e Gericht zu Du' wiiler, Gastwirtschak
Fritz Bienner, Provmzialstraße versteigert weirder.
Saa brücken den 18 Sevlemee