Full text : Dudweiler Zeitung

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Andares

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Freiwilliges⸗
Feuerwehr⸗
Corps
Dudweiler.

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Am Sonntag, den 26. Sept. nachm. 3 Uhr für das ganze
aorps
hauptübung
dieran anschlietzend im Kaisersaal
belfei
Imnbelfeier
rus Anlaß des 40jährigen Bestehens unserer Wehr und Ueber—
eichung der Kragensterne für langjährigen Feuerwehrdienst.
Sämtliche noch lebende Begründer der Dudweiler Feuerwehr
ind herzlich eingeladen.
Die Mannschaften treten um 2einhalb Uhr an.
Kerger, Vranddirektor.
Tanzkursus Kuhn.

Theater u. Unter
haltungsklub Dud—
weiler.
Am Sonntag den 285. Sept
achm. 8 Uhr findet im Vereins
okale Frißz Maul eine außer—⸗
In der letzten Anzeige hieß es irrtümlicherweise Lokal sordentliche
»es Herrn Baldes es sollte dies heißen Lokal des o
Peter Bayer und beginnt der Tanzkursus nunmehr am Versaumlung
MNittwoch 29. Sept. abends 8 uhr. statt. Togesordnung wird in der
— —— TRADITTTI Bersammlung bekannt gemacht.
W Wichtigkeit der B
Turoler kraulschneider i dalteee
aebeten vollzählig zu erscheinen.
Anmeldungen werden entgegengenommen bei Wirt Ver Vorstand.
Swallo und Wirt Pitz (Gütte) *
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Auch die —Löllyaufen Jagen immer da, wo er even vo—⸗
zinging. Er bekam bald zerschundene Haͤnde, und auch
iber Wangen und Kinn zogen sich ein paar dünne, rote
Ztreifen, seit er einmal das Gleichgewicht gar zu sehr
erloren. Scheltend und fluchend ging er dahin. oder
igentlich taumelte er; er hatte eben bei dem langen Zu—
varten doch zu viel Wein in sich hineingeschüttet.
Eine halbe Stunde mochte er so dahingewandert sein.
Ein leichter Wind hatte sich während seines Wirts haus⸗
itzens erhoben, der nun immer heftiger wurde; einmal
zing sein Hut auf die Wanderung, von einem hefligen
Windstoß fortgetrieben. Er brauchte eine Weile, bis er
denselben wieder in Händen hatte. Während er ihm
gachtorkelte, kam ein Gefährt daher. Da oben saßen der
Oberleitner, dessen Vater und der Buchenhofer Ferdl Er—⸗
terer hatten den letzteren auf halbem Weg vom Warkt her
eingeholt. Der Ferdl hatte dann zu den beiden auf dem
Wagen kurz hinaufgrüßt. Des Oberleitners Vater aber
)atte den Burschen erkannt und legte nun die vLinke auf
eines Sohnes Arm. „Halt' anl“ sagle er. „Das ist ja
der Zubräutigam, der unser Sepherl neulich heimbegleitet
 hat — laß ihn aufsitzen.“ Und zu dem Buͤrschen rief
er hinunter: „Wegen was brauchst denn Deine eigenen
Füß' bei dem schlechten Weg heut' und fahrft nicht?
⸗„Weil unser Füchsl lahmt und der Sched ist ein so
angsamer Trotter, daß ich mit dem Gehen auch bald so
veit komm'! Brauchen tun sie ihn halt auch gerade da—
jeim.“
„Und magst nicht mit uns fahren?“ fragte der Alte
vieder, während sein Sohn den Wagen zum Stehen ge—
xach hatte. Nun nickte der Bauer auch dem Ferdi zu:
Steig auf.“
Inm ,ersten Augenblick zauderte dieser, dann folgte er
dem Geheiß. Und, wie er so dicht neben dem alten gro—
zen Mann saß, schaute er immerzu zu dessen Sohn din—
iber. Das ernste Mannesgesicht mit den festen, schönen
zügen, die kein Lächeln zu kennen schienen, gefiel ihm so
zut, so überausgut. Einmal traf er in den“Blic“ der
laugrauen Augen — die hatten einen so klaren, herzens⸗
zuten Blick, einen unendlich milden, weichen, warmen
Blanz. Und diese Augen sollten die eines Mörders ein?
Wenn sie es waren, dann mußte dieser Mann —ã
—

CWäahrend der letzten Worte hatte er mit ein paar ra—
schen Griffen dem Buchenhofer seine Uhr genommen und
in die eigene Tasche gesteckt. Roh gauflachend setzte er
aun die Füße vorwärts. Da fiel sein Blid auf einmal
auf den —— der vorhin der Franzi entfallen war. Und
r hob denselben auf. „Wart', Dich nehm' ich mit! Hab'
Dich so lang', mit herunigetragen, kann's noch länger sein.
Trenn' mich halt schwer“ von“ Dir nach so langer Zusam—
mengehörigkeitt Und kannst mir, wer weiß noch recht
von Nutzen sein!“
Eiligst stapfte er plötzlich hinaus; während er die na—⸗
he Hauskür aufklingte, hoͤrte er auf der „Gräd“ im Hof—
caum draußen die eiligen, wuchtig auftretenden oder llappernden
 Schritte der Vienstleute.
Als der Pauli in das Dorf kam, hungerte ihn ge⸗
waltig; er hatte seit dem frühen Morgen, wo er aus Gutwilligkeit
 ein Glaschen Schnaͤps bekommen, nichts geges⸗
sen, und die stundenlange Wanderung machte ihm das um
so fühlbarer. So suchte er nun vor allem audern das
Wirtshaus auf. Als er etwa eine Stunde später dasselbe
verließ, hatte er ein wenig viel über den Durst getrunken.
Er durfte doch ein paar Gläser Wein trinken, um die
dumme Ermüdung, die ihm die Füße schwer wie Blei
machte, zu verscheuchen. Warum auch nicht? Da er doch
das Geld dazu in der Tasche hatte Und zu seinem
Vorhaben richtete er es, sowohl mit der Zeit, wie auch
mit dem vorhandenen Rest von Sinnen; eine besondere
Gescheitheit brauchte er ja dazu nicht anzuwenden. Wenn
es ihm überhaupt glücken wollte, dann glückte es ihm
auch so. Auf dem Dberleitnerhof erfuhr er, daß der Bau—
er am Morgen in die Stadt gefahren fei und erst in ei—
nigen Stunden zurückerwartet würde. Was blieb ihm da
übrig, als noch einige Zeit im Wirtshaus zuzubringen?!
Als der Oberleitner dann nicht daheim war, machte er
sich auf den Weg zur Stadt. Es war ja doch am geschei—
testen, wenn er dem Lenz entgegenging; da hatte er ihn
dann für sich allein, wie er es so brauchte, da ließ sich
leichter über die Sache reden. Langsamen Schrittes wan—
derte er dahin und ärgerte sich alle Augenblicke, daß der
Weg immer so eine schnurrige Richtung nahm, daß er
mit demselben gar nicht recht auf „gleich“ komme. Er
hatte alle zwei Minuten den Straßenrand vor sich und
plumpte dann jedesmal getreulich in den Graben hinun⸗
ter. als hätte er 2u demselhen eine ganz besondere Liebe.

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chlagen hat — oder er hatte es nur in bloßer Notweh;
etan, unversehens. Und wenn er es war, dann mußte
r selber durch sein Gewissen die ärgste Strafe erlitten
jaben * danach sah er aus.
.Bub', Du bist auch ein Stader!“ sprach ihn der
Alte plötzlich an. „Nicht ein Wörtl hat er noch gesagt
und sitzt schon gieich eine Viertelstund' da heroben. Jc,
hab/ mir denlt, Du tätst gleich im allererster Augenblid
nach unserer Sepherl fragen, wie 's ihr geht.“ Und au
jenzwinkernd sah, der Alle schelmisch den Burschen an,
ann fuhr er allsogleich fort. „Weißt Du, wir zwei, ich
und die Sephi, wir haben halt gar so oft ein Gered übe
Dich! Mußt ihr nicht schlecht gefallen haben bei deriel
bigen Hochzeit, denk ichl“
„Ahso!“ machte der Ferdl unruhig und sah von dem
Alten fort. In sein Antlitz aber war das helle Blu
zestiegen, datz es ganz hochrot aussah, und sein Herz
lopfte mãchtig. Vaß die Sephi an ihn dachte, das
aun, das verursachte ihm im ersten Moment eine wonni
ge Freude, die aber jäh wieder entwich.
Das — nein, das durfte nicht sein, daß das Dirnd
nicht mehr als einer freundlichen Empfindung an ihn ge
dacht hatte; bisher hatte es sich um ihn allein gehandett
und er mußte die Sache verwinden lernen, obwohl es
ihm, wie er mit jedem Tag aufs neue einsah, jede schö—
ne Freude aus seinem Leben nahm. Nein, sie durfte ja
nicht in ein solches Leid hineinkommen, wie er — Herr
Gott im Himmel, sie nicht! Es faßte ihn eine namen—
lose Angst um sie — und doch jubelte ihmwieder das 83
dazwischew Sie hat eine Lieb' für Dich, sie hot ich
gerne!“
Der Alte blinzelte ihn noch immer von der Seic
an; er merkte die Unruhe und sah den Wechsel von Freu—⸗
de und Trauer in seinen Zügen, und faßte dies nach sei—
nem Sinn auf, indem er meinte, der Buͤrsche sei ein we
nig perschwiegen und geniere sich zudem ein bißchen ir
der Gegenwart des Vaters vor dem Dirndl. Da gedacht
er denn die vorhandene Zeit und Gelegenheit auszunu
zen, wie er es für gut und der Sache nützlich hielt.
            
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