Versammlung, worauf unter Vorsitz von Singer
Wien die gemeinschaftlichen Verhandlungen begannen
Die Sitzungen finden in Lincolns Inn Hall siatt.
Die Eutdecker des Nordpols.
New-Yort, 21. Sept. Die beiden Pol-Entdecker
Cootf und Peary werden ungefähr gleichzeitig in
New-VYork eintreffen. Die Ankunft Cooks, der mit dem
schwedischen Dampfer „Oskar 2.“ reist, erfolgt morgen früh,
während der „Roosevelt“ mit Peary an Bord um dieselbe
Zeit in Sidney (Neuschottland) erwartet wird. — Gegen—
über den Anschuskigungen Pearys teilte Dr. Cook der
„Associated Preß“ telegraphisch mit, daß die spezifizierten
Aufzeichnungen seiner Reise jedermann zugänglich seien
Vermischtes. —
Kleinbahn⸗Idyll. Dem „Berl. Lok.Anz.“ wird ge
schrieben: Unweit der Station Maierhofen auf der Ziller
talbahn entkamen jüngst aus einem gemischten Wagen ach
Schweine während der Fahrt, ahne Schaden zu nehmen
und trabten alsbald eifrig einer . ASese vei der
Station Aschau zu, wo sie von Im Agie, das nack
ihnen gesucht hacte, endlich gefunden wurden. Nun be
gann eine vom gesamten Zugpersonat und mehreren Fahr—
gästen veranstaltete Schweinejagd, die vielleicht stunden
lang ausgedehnt worden wäre, wenn nicht die anderen
Passagiere schließlich auf dem Anschluß nach Innsbrud
bestanden hätten. Mit schwerem Herzen wurde deshalt
die Lustbarkeit eingestellt, und mit vier wieder glücklich
erwischten Säulein strebte das Bähnle dann Innsbruck zu.
Die anderen vier Borstentiere mußte man ihrem Schicksal
und ehrlichen Leuten überlassen.
Deutsches Selbstgefühl. Ein Teilnehmer an dem
Budapester Internationalen Medizinischen Kongreß hat
auf der Rückreise die Hohe Tatra besucht. In der Staͤdt
Schmecks, so schreibt er einem Göttinger Blatte, fand ich
eine vortrefflich eingerichtete Wettersäule aufgestellt. Lei—
der war die ganze Gebrauchsanweisung in magyarischer
Sprache geschrieben. Darunter stand die Firma: Lanib—
recht Vilmos mit magyarischer Geschäftsbezeichnung. Schon
wollte ich weitergehen, da fiel mein Blick noch auf ein
Wort, das mich fesselte: Göttingen! Lambrecht Vilmos
— Wilhelm Lambrecht, wie hast du dich verändert! Unt
diese Säule findet man in Schmecks im Komitat Zips
einer uralten, kerndeutschen Stadt, deren Magyarisierung
die Magharen auf alle Weise, aber vorderhand vergeblich,
zu erreichen suchen! Vor dieser Wettersäule habe ich als
Deutscher und Göttinger mit dem Gefuͤhl gestanden: nic
würde ein Ungar seinen Vornamen haben verdeutschen las
sen, wenn er eine Wettersäule nach Deutschland geliefer
hätte. Aber eine deutsche Firma, noch dazu eine, welche
über aller Konkurrenz steht, läßt sich vermagyarisieren. Es
ist das eine Entgleisung, die umso kläglicher wirkt, al⸗—
wir eben mit innerlicher Freude auch auf dem Budapeste,
Kongreß erfahren hatten, daß in der iniernationalen Wis
senschaft nicht die offizielle französische, sondern die deui—
sche Sprache die wichtigste geworden ist, herrschend nicht
durch brutale Gewalt. sondern durch die rrbeit deutschen
Geistes
Ausgelachte Erfindungen. Genau so, wie einst
Braf Zeppelin, dem heute ein ganzes Voltk zujubelt, ein
„Narr auf eigene Faust“ gescholten wurde, hat man viele
Erfinder ausgelacht, ohne deren Erfindungen das moderne
Leben gänzlich undenktbar wäre. Während zum Bei 'piel
in England längst die ersten Eisenbahnen fuhren, gab es
auf dem Festlande zahlreiche Mathematiker und Physiker
die mit allen Hilssmitteln der mathematischen Wiffenschaf
nachweisen zu können glaubten, daß eine Eisenbahn
gar nicht fahren könne, weil sich glatte Stahlxräder au
glatten Stahlschienen nicht bewegen können. Einige an
dere Beispiele von ausgelachten Erfindungen führt Franco
Caburi im „Resto del Carl'no“ an. Als Franklin in der
Royal Society seinen ersten Vortrag über seine Erfindung
von Blitzableitern hielt, wurde er nicht etwa müͤ
Ruhm und Ehren überhäuft, sondern erzielte nur ein un
auslöschiches Gelächter. Leborn, ein Franzose, der sich
große Verdienste um die Einführung des Leuchtga—
fes erworben hat, mußte sich von den Pariser Gelehrten
sagen lassen, daß eine Lampe ohne Docht nicht brenner
und daher das Leuchtgas zu Beleuchtungszwecken nicht
verwendet werden kann. Aus diesem Grunde mußten die
Pariser bis zum Jahre 1818 auf die Einführung von
Gas aternen warten, während zum Beispiel in Birming
ham bereits seit dreizehn Jahren Gaslaternen brannten!
Recht merkwürdig war die Aufnahme, welche die erste
Vorführung des Edisonsche Phonographen be—
vielen gelehrten Körperschaften fand. Am 11. März 1878
führte Dr. de Mouzel der Akademie der Wissenschaften in
Paris zum erstenmal diese Erfindung Edisons vor, und
der Erfolg war, daß der bedeutende Humanist Bouillaud
sich wütend auf de Mouzel stürzte und ihn anschrie, die
Versammlung lasse sich nicht durch einen Bauchredner nar—
ren. Bei dieer vorgefaßten Meinung blieb er auch, und
noch am 30. September erklärte er es für völlig ausge—
schlossen, daß ein elendes Metallstück den edlen Klang der
menf ι — könne.
αιαÑιäX VWVV—äͤöDfD
gevung sich abyoven; auf den Wegen aver gerier man
uͤberall in eine glitscherige Flüssigkeit.
Der Ferdl wanderte den glitscherigen Weg dahin in
seinen hohen Wadenstiefeln, deren glänzende Schwärze im—
mer mehr verschwand, da das schmutzige reeogher oft
hoch hinaufgischte. „Na, so ein miserabler Weg!“ brumm⸗
te er ärgerlich. „Muß ihm grad' heut einfallen, dem Ge—
treidehändler, daß er aus der Stadt heraus kommt!“
Der Ferdl mußte nämlich in den vom Kirchdorf noch
drei Stunden entfernten Marktfleckken gehen, um mit einem
bekannten Getreidehändler der ihnen Nachricht geschickt,
er würde an diesem Tage mit der Bahn in den betref—
senden Markt fahren, wegen des auf dem Vuchenhof noch
vorhandenen Getreides zu unterhandeln.
Es mußten aber auch andere zwingende Gründe vor—
handen sein, trotz des schlechten Weges nicht daheim zu
bleiben, denn um die Wegbiegung dort herüber ichlenderte
langsam eine vierschrötige Mannesgestalt daher. Der
Ferdl schaute ein wenig verwundert auf den Menschen.
Verwahrlost, fast verwildert erschien der ihm unbekannte
Mann. Scheltend, fluchend über den abscheulichen Weg
blieb derselbe nun stehen, fuchtelte mit beiden Händen
zornig in der Luft herum und ging dann wieder weites.
Den Ferdl bemerkte er erst, da dieser ihm schon ganz
nahe war. Mitten in einer tiefen Schneewasserpfütze blieb
er da stehen und ries den jungen Burschen an: „He, Du,
magst mir's sagen, wie weit ich noch hab' bis zum Bu—
chenhof? Ist schon so lang aus, daß ich den Weg ein—
mal getan hab', daß ich wirklich nicht mehr weiß, hab
ich eine halbe Stund, oder nur noch ein kleines Oert!“
JDJa, eine halbe Stund' hast schier noch. Aber was
wihest auf dem Buchenhof, ha?“
„Was ich will, was ich —?“ Mit einem kichernden
Lachen unterbrach sich der Mann, und ein häßliches Grin—
zen verblieb in den Zügen, da er wieder fortfuhr: „Ei,
was will ich! Ich hab' mit dem Buchenhofer was zu
ceden! Was Heimliches, was Besonderes! So was, was
nicht einen jeden Neugierigen, wie Du einer bist. was
angeht! Weißt es halt jetzt, Du?“
Und da der Ferdl wortlos, mit uwilliger Miene sich
abwandte und seinen Weg fortsetzte, Achte ihm der be—
treffende Mann sein kicherndes, spottvolles Lachen nach,
drehte sich hierauf um und wandte sich dann doch wieder
zu dem Davonschreitenden hin: „He Du, leben tut er
doch noch, der Buchenhofer der einsfiage Beramepe-Veter?“
Yorkv. Wartenburgs 150. Geburtstag
Hans Ludwig David von PYork wurde am 26. Sep
tember 1759 geboren. Seit 1772 stand er in preußischer
Peilitärdiensten, um 1781 in holländische Dienfte überzu
treten. Er kämpfte mit in COstindien, trat aber schon nack
vier Jahren wieder in das preußische Heer ein. 180
wurde er Generalmajor, 1811 Generalgouverneur der
Provinz Preußen. Im russischen Feldzuge erhielt er den
Oberbefehl über die zur Blockade von Riga verwendeten
Truppen und führte beim Rückzuge der großen Armee die
Nachsnit des Mardonoldesken Horvs. Seine kühne Los
an.ιανανÚaf vorx v. Nortenburd
2um 150 GeburfStaq]
a Frankreich, die er ohne die Genehmigung sei
nes rufssischen Generals Diebitsch vollzog, war die erste
politische Tat zur Erhebung Preußens, zur Befreiung
Deutschlands. Später hat sich York rühmlichst bei Möckern
und an der Katzbach hervorgetan. Sein glänzender Sie
bei Wartenburg, durch den er den Elbübergang erzwang
brachte ihm die Würde eines Grafen von Wartenburg. Alẽ
Dotation erhielt er die Grafschaft Klein-Oels in Schlesien
und beschloß hier den Rest seiner Tage. Er starb am 4
Oktober 1830
Zeppelins große Fernfahrt.
Die Luftschiffbau-Gesellschaft Zeppelin gibt folgendes
bekannt: Wir bedauern es aufs lebhafteste, daß es uns
nicht mögsich gewesen ist, das Kohlenrevier zu berühren
und Düären und Aachen zu vesuchen. Wenn das
Wetter günstiger gewesen wäre, hätte das beabsichtigt
Programm mit Leichtigkeit durchgeführt werden können
Auch war es uns nicht möglich, die ungeheure Menge von
Anfragen in den letzten Tagen zu erledigen, einesteils
weil die Zahl derselben so groß war, daß die Zeit dazu
mangelte, andererseits, weil die Unsicherheit der Wetter
lage bestimmte Antworten unmöglich machte. Da die Löf
ung wichtiger technischer Aufgaben unserer in Friedrichs.
hafen harrt, ist es notwendig, nach nunmehr wochenlan
ger Reise, während deren das Lustschiff und Personal au
das äußerste angespannt waren, in den Hafen zurückzu
kehren, um daselbst in Ruhe an der Verbesserung des
Luf schiffes zu arbeiten. Mit der Fahrt ins Rheinlant
und Westfalen war beabsichtigt, der industriellen Bevölke—
rung der Gegend, die dem Unternehmen so reges Inte—
resse entgegengebracht hat, und auch an dessen Durch ühr—
ung so großen Anteil genommen, zu beweisen, daß Grab
Zeppelin das Pfand, welches ihm vom deutschen Volke
anvertraut war, nicht vergraben, sondern benutzt hat zu
einer zielbewußten Weiterentwickelung
seiner Erfindung. Das Luftschiff soll aus mög—
lichst kurzem Wege nach Friedrichshafen zurückkehren. Es
soll in Frankfurt landen, wenn dies aus fahriechnischen
Gründen zweckmäßig erscheint. An der Reise wird nur
die no wendige Besatzung des Luftschiffes teilnehmen. Den
durch die Ungunst der Verhältnisse enttäuschten Städten
Westfalens und Rheinlands wird hoffentlich im nächsten
Jahre ein Luftschiff der in Frankfurt a. M. in Bildung
begriffenen Luftschiffahrt-⸗Altiengesellschaft die Erfüllung
ihrer Wünsche hbringen
Die Heimkehr des „Zeppelin 3.“
Die am Montag von Düsseldorf nach Essen unter
nommene Fahrt des „Z3. 3“ verlief ohne jeden Zwischen—
fall. Der Luftkreuzer manövrierte nach seiner Ankunft fast
eine Suunde über der Kanonenstadt, und landete 3.45 Uhr
glatt auf dem Landungsplatze in Essen-Rüttenscheid. Für
die Fahrtteilnehmer wurde in einem Zelt eine kleine Fest—
lichkeit arrangiert, wobei verschiedene Ansprachen gehalter
wurden. 5 Uhr 25 Min. stieg das Luftschiff wieder au'
und fuhr zurück nach Düsseldorf, wo es 6.27 Uhr landete
und die Nacht verblieb. Dienstag morgen gegen 9.50
Uhr wurde die Rückfahrt nach Frankfurt angetreten.
Düfseldorf, 21. Sept. „Z. 3“ ist um 9.50 Uhr
aufzestiegen. Er beschrieb über der Stadt eine große
Schlesfe und wurde um 10.10 über Gerresheim gesichtet
Die Fahrt geht weiter über Elberfeld, Lüdenscheid, Sie
gen und Weslar nach Frankfurt.
ZJZ ————— r.rirr—————sBE3DODDEDE
„Da drüher fragst mich halt, wenn Du zurüdgehst!
Nachher erhältst eine Antwort,“ versetzte der Ferdl. ohne
sich umzusehen.
„Siehst es, siehst es, da hast es!“ verspottete derselbe
Mann jetzt sich selber. „Hätt'st nicht hingehaut, hätt“ er
nicht zurückpufft! Ah was — liegt nichts drand Bald
ich dort steh' auf dem Buchenhof, nachher weiß ich's eh
zgleich, obh er noch lebt Und wenn er schon drunten liegi,
aachher klopf ich bei ihr an, » ob sie nicht die Wahr.
jeit wissen will! Ei ja, und einen guten Beweis hab' ich
für die Wahrheit!“ Und schmetternd auflachend, klopfte
der Mann mit einem Fingerknöchel gegen seine Brust,
Eiliger wie vordem ging es weiter. Er erreichte bald
den Buchenhof. Unter dem Hoftor blieb er stehen und
lugte hinein. Der Hofraum erschien wie ausgestorben. Er
wußte nicht, sollte er weiter hineingehen und nach Leu—
ten forschen oder eine Weile warten, ob nicht von selber
jemand in den Hof trat. Wenn der Buchenhofer noch
am Leben war, brauchte es vorderhand noch niemand zu
vissen, was er mit dem auszumachen hätte, bei dem
trug es ihm wohl am meisten ein.
Er wollte lieber ein wenig zuwarten. — Wenn es
nur nicht gar so grimmig kalt gewesen wäre! Die Zähne
»egannen ihm bald an zu klappern, und er verwünschte es
daß sich so lange niemand sehen läßt. Da erspähten sei—
ie ärgerlichen Blicke endlich eine stark gebeugte Mannes—
gestalt, welche unter die Hoftür des Hauses trat. War
es moͤglich, daß dies der Buchenhofer war — der alte,
—DDD—
es sein; so verwittert und faltig sein Gesicht geworden
war, die Züge waren die des einstigen Bergmeyr-Peter.
Die Hände in den Hosentaschen versenkt, trat der Bauer
langsam in den Hofraum heraus und nahm die Richtung
nach den Ställen hin.
Da pfiff der unter dem Hoftor Stehende kurz und
scharf zwischen den Zähnen hindurch. „Vuchenhofer!“ rief
er dann.
Der Bauer hörte es, schaute nach dem Rufer und
ging dann mit seinem vorigen gemächlichen Schritt auf
diesen zu. Nichts in seinem Gesficht zeigte, daß er den
Besucher erkannte. Erst als er auf etwa fünf Schritte
erangekommen war und der Mann in gedämpftem Ton:
Grüß Dich Gott, Buchenhofer, nach langer Zeit!“ rief,
vährend ein eidgentümliches Grinsen seinen Mund Pbrei
Stegen, 21. Sept. Um 1.45 Uhr passierte
3*, von Hagen kommend, unsere Stadt. Das Schiff nahr
seinen Kurs auf Dillenburg in gerader Richtun
zus Frankfurt a. Me von wo es direkt nach Fried
richshafen *“vrt.
—r —
2 * 22
Zur Bierpreisbewegung.
Minister von Breitenbach hat aus Anlaß der
Brausteuererhöhung an sämtliche Eisenbahndireltionen er
nen Erlaß gerichtet, worin es u. a. heißt: „Ich witl mi
Rücksicht auf die Verschiedenheit der ortlichen Verhältnisf
davon absehen, für den gesamten Staatsbahnbereich ein
einhe tliche Anordnung der Bierpreise zu treffen. E—
bleibt den Eisenbahndirektionen überlassen, die Angelegen
zeit jse für ihren Bezirk zu prüsen und zu regeln; di—
Direküonen sind jedoch angewiesen, daraufj zu achten,
daß die Aenderung des Brausteuergesexkes nicht etwe
als Anlaß zu einem unzebühr ichen, über die Steuer-Er
höhung hinausgehenden Ausschlag der Bierpreise benütz
wird.“ Die Direltionen sind schließlich ermächtigt worden
etwa erforderlich werdende Erhöhungen auch ohne Ab
rundung auf 5 oder 10 Pig. für das Glas Bier voran
nehmen.
Kiel, 21. Sept. Der Arbeitgeberverband stellte dem
hiesigen Gewerlschaftsverband ein Ultimatum, bis morgen
iübend den Bierboykott aufzuheben, andernsalls 6
Prozent der Brauereiarbeiter Schleswia-Holsteins ausge—
perrt werden.
Mülhausen i. E., 21. Sept. Bei der Zusammen
kunft der Vertreter der elsässischen und badischen Braue—
reien cinerseits und der Vertreter der freien und christ
lichen Gewerkschaftskartelle, sowie des sozialdemotratischer
Wahlvereins andererseits wurde vorläufig keine Ver
rändiduna erzielt. Der Bierbopkott dauert fort.
Die Einweihung der Schack-Galerie
Kaiser Wilhelm ist, wie schon gemeldet, zur Einweih
ung der Schack-Galerie in München fest ich empfangen
worden. Der als Dichter wie Kunstfreund gleich geschätzt
Graf Adolf von Schack, der in seinem Palais in Mün
chen, der bekannten Schack-Galerie wertvolle Sammlunger
von Wöalern aus der alten und neuen Zeit angeleg
hatte, hatte bei seinem im Jahre 1894 erfolgten Tod
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seine Sammlungen vem deufschen Faiser vermacht, ve.
auch das Palais käuflich erwarb. Der Kaiser glaubte in
Sinne des Verstorbenen zu handeln, wenn er die Galeri.
München überließ und nicht nach Berlin überführte. Ei
ließ indessen das alte Palais Schack abreißen und einen
neuen Monumentalbau nach Entwurf des Professors Mar
Littmann aufführen, indem auch die Preußische Gesandt
schaft ihr Unterlommen finden soll. Unser Bild zeigt di—
neue SchackGalerie
— Eö—ü—ü—üöüö⏑ö⏑ö0ö⏑òê‘’ 2————— “„”„”»’Öcoæœoe— —————————,—,—⏑——⏑—⏑—⏑ — 2
auseinanderzog, ern da vWHhien er denselven zu ertennen
denn er taumelte schier zurück und streckte beide Hände vor
in jäh abwehrender Geste. Du!“ stieß er gervor, und
Schrecken, Fassungslosigkeit schien ihm den Atem zu rau
ben. Dann tat er doch die wenigen Schritte hin. „Du!
Was willst denn Du jetzt da bei mir? Was hast Du jetz
da zu suchen?“ Die Stimme des Fragers klang jetzt ir
tiefem Unwillen, und seine Miene würde mürrisch.
„Nu, das muß ich sagen, einen freundlichen Empfang
gönnst Du mir!“ meinte der andere. „Wenn man einen
einmal in der Not in solcher Weise beigestanden ist, wie
ich Dir, da mein ich, dürfte man doch ein wenig mehr
Freundlichkeit gewärtig sein! Hast ein schlechtes Ge·
dächtnis für Deine guten Freund'!“
Der Hohn in dieser Rede trieb dem Bauer das Blu
ins Gesicht, daß sich dieses schier bläulichrot färbte. Er
machte eine abweisende Bewegung mit der Rechten. ‚Wi
zwei sind fertig miteinander — längst schon!“ sagte er,
sich zur Ruhe zwingend, Du hast Deinen Lohn für Dei
ne Hilf' dazumal reichlich empfangen. Er war Dir aud
genug nach Deinen eigenen Worten. Daß mir Dein Be
such sonst nicht lieb sein kann, magst Dir doch wohl aud
denken!“
„Freilichl!“ höhnte der andere nun, „freilich, daß lätßz
sich denken! Du bist halt nicht gern daran erinnert, wie
auf welche Weise Du auf den Buchenhof gekommen bist!
Oder eigentlich zu demselben! Ist halt doch ein unrech
b oder besser gefagt: Du biit der Unrechte auf den
—W
„Schweigst jetzt!“ schrie der Bauer selbstvergessen, vol
Zorn; „Von Dir lass' ich mir keine solche Red' geben
Du kommst halt auch an den Unrechten bei mir, wenn
Du meinst, wegen der Sach' dazumal lass' ich mir jetz
Dein loses Maul gefallen! Schau, daß Du weiter gehst.
unser Handel hat lang' ein End' genommen, und haben
wir heut da drüber nicht mehr zu reden, Babacher Paulil
„Meinst?“ fragte der Pauli langsam, lauernd und
maß den Bauer von unten auf mit einem Blick, in dem
aufzückender Hafz mit Hohn wechselte. Und noch einm—
fragte er, so recht ungläubig: „Meinst?“
Der Bauer stampfte mit dem Fuͤß auf den Boden
Ja, Und gehst nicht bald, so hab' ich dort einen Hel—
der Dir schnelle Füße macht!“ Er deutete mit der
Rechten nach dem Hofhund, der, seit der Pauli unter
Hoftor stand, leise knurrend an seiner Kefte 2—