Full text : Dudweiler Zeitung

CLokales und Vermischte⸗
Dudweiler, 28. Januar.
5 Wie wir erfahren, in Her Bouwerkmeister Bartsch auf
Zrube Maybach zum Bauwerlkmeister der Berainspektion
Lamphausen ernannt.
S Im nahen Fiichbach ist einer der neugewählten Ge—
neinderatsmitglieder verstorben. Dudurch wird ein Neuwahl
nötig, bei welcher sich zwei Parteien gegenübernehen. Da
vohl auch diesmal die beiden Parteien alle Anstcengungen
nachen werden, ihren Kaudidaten durchzubrinen. ist eine
—A
8 Wie bereits im Anzeigetell bekannt gemacht wurde,
indet am nächsten Sonntag im Kaiser-Saal der diesjährige
Feuerwehrball statt. Zu dieser Festlichkeit ist eine größere
Anzahl Einladungen ergangen. Anschließend hieran sei be—
nerkt, daß aller Vsraussicht nach der diesjährige Verbands⸗
ag Rheinischer Feuerwehren in Saarbrücken statifindet.
ZzLuisenthal, 25. Jan. In der vergargenen Nacht
iel aiim Reisender, der Beramann Kreutzer aus Ensdorf,
wischen hier und Burbach aus dem in voller Fahrt besind—
ichen Zuge Nt. 225, der von Saabrücken hier um 12.41
Ahr nachts hier eintrifft. Dem Fahrdienftleiter in Luisen⸗
hal wurde sofort M.tteilung von dem Vorfall durch einige
Mitreisende. Dieser ordnete sofort ein Absuchen der Strecke
in. Der Mann wurde dann auf der Strecke liegend, aus
Rielen Kopfwunden blutend, vorgeunden und zuerst in der
n der Nähe liegenden Wirtichaft Kéämer in Unteiburdach,
päter im Hospital Burbach u tergebtacht. Sicheren Ver—
tehmen nach soll der Reisende sich selbst die Tuͤre geöffnet
zaben. Sbr. Zig.
FNeunkirchen, 258. Jan. Die im Walde bei
dindsbach aufgefundene Leiche ist die des Drogisten Wipp⸗
inger von hier Derselbe virließ vor einiger Zeit unsern
Ort, um eine Nervenheilanstalt aufzusuchen.
8Ditweilber, 26. Jan. Auf der hiesigen Güter⸗
xpedition wurden zwei Einbreche: auf der Tat ertappt und
estgenommen? Man vermuiet, in ihnen die Sabjekte festge—
aommen zu haben, die seit längerer Zet die Umgebung un—
icher macher. So murden in den litzten Tagen bei einem
—XD
PDndweiler etwa 1500 M. Bangeld g'estohlen, welche Dieb⸗
tähle man den Verhafteten zur Loast legt.
8Ludweiler, 26 Ja. In seiner Wohnung er—⸗
zängt hat sich gestern abend der ca 58 Jahre alte Berg⸗
nann CF. von hier. F. der bereits über 40 Jahre auf
der Grnube arbeitete, scheint die Tat in einem Ansalle von
Schwermut vollbraht zu haben. An einer Türklinke im
Vohnzimmer erhängt fand iha gegen 8 Uhr seine Ehefrau.
die sofort ang stellten Wiederbelebungsversuche hatten keinen
vᷣrfolg und war decr Tod bereits eingetreten. [Sbr. Zig)
8 St. Ingbert, 26. Jan. Auf Anordnung der
Bergpolizeibehörde ist vor einigen Wochen die elekirische Peronenförderung
 auf der hiesigen Grube eingestellt worden,
veil beim Kreuzen von Gegenzügen mit den hölz rnen Gru—
henwagen Gefahren fur Leben und Gesundhert der Fahren⸗
)ven besteben. Die Werlsleitung hat nun eine größere An—
ahl speziell zur Personenförderung konstruserte eiserne
Vagen in Auftrag gegeben, so daß in 6—8 Wochen die
Bersonenforderung wieder neu aufgenommen werden wird.
(E) Köln, 27 Jan. (Bom Fölner Karnevaulu,
Die Reform des Korner RKarnevals“ heißt das Los—
ingswort, mit vem man sich allerseits beschäftist. Es
andelt sich namentlich um eine Unterscheidung ppischen
ea vezautten Krasten im Karneval und den Rednern,
velche aus Liebe zum vaterstädtisichen Feste in den Sitz—
inger. aufireten. Die bezahlten Wanderredyer fabsten in
iner Droschte von einer Gesellschaft zur anderen, überal
ieselbe Rede haltend, werden von der Narrenschor mit
enthusiasmus begrüßt, vom jeweiligen Präsidenten aui
as Podium geveten, wo der besondere Dank der Gesell—
nafit ausdeibrochen wird, nut Orden und seidener *
cumuse geschmütckt, und schließlich erhäölt dieser Red
uus dem Bureau der Geseilschaft seinen Lohn in füngen—
er Münze. Es kommit nicht selten vor, daß ein solcher
Landerreöner Sonntags in einem halben Dutzend Gesell⸗
chaften seine Rede halt und nicht unerheblihe Beoträge
inheimst. Die sich in uneigennütziger Weise in den Dienst
258 Karnevats sietlenden Nedner sind somit nicht von den
ezahlten Kräften zu unteeschesden, und das hat viele
rarnevalisten der ersten Kategorie bewogen, nibe mehr in
den Sitzungen auzertreten. Nun wird nach einer pas:
enden Retform gesucht. Man geht mit dem Gedanlen
um, ein Kartell der unbezahlten Karnevalsredner zu
zründen, und richtet sich auch dagegen, daß die in Varie—
ees auftretenden Berusstomiker im Voltssest verwandt
werden. Andere wollen, daß die bezahrten Kraͤflte int
dem üblichen Büttenmarsch aus dem Saal bealeitet wer—
den, ohne erst den öffentlichen Dank des Präsidenten ent—
2aehmen.
() Köln, 27 Jan. (Aerztestreitt.) Der am .
zebruar ausbrechende Aerztestreik dürste einen sehr gro
zen Umfang annehmen. Acht Lerzte, die im April mit
dem Krankenkassenverband neue Verträge aoschrossen, sind
nem Ehren jericht vegen Bruches des Ehrenwortes zu
inem Verweis und 300 M. Gelbdstrafe verurt il worden
() Aachen. 27. Febr. (Tödlicher Abstur z.) In
er Adalbertstraße stürzte eine 73iährige Frau die Haus—
reppe hinab und blieb sofort tot.
() Mauen, 27. Jan. Sechs Arbeiter über—
jahren.) Gestern Nachmittag un 4 Uhr wurden auf
der Strecke Mayen — Kottenheim durch eine Lokomotive
üns Rottenarbeiter, die wegen eines Güterzuges in das
‚weite Geleise getreten waren, übersahren und sofort ge—
ötet. Ein sechsier Arbeiter wurde schwer verletzt
( Trier, 27. Jan. (Treibeis,.) Die Mosel führt
lar? Treibeis, die Schiffahrt ist vollständig eingestellt.
is) Weinheim, 27. Jan. (GBerschmähte Liebe.)
die von dem 18 Jahre alten Fabrikarbeiter Nikolaus Ja—
ob aus Gorxheim verletzte 17 Jahre alte Wirtstochter
ẽklise Hohenadel hatte mit dem Taäier, der sich nach sei—
tem Attentat erschoß, kein Verhältnis; vielmehr hatte sie
dessen Bewerbungen abgewiesen. Die Tat geschah des—
alb aus verschmaͤhter Liebe. Die Schußwunde des Muͤd
hens ist nicht lebensgefährlich.
() Mainz, 27. Jan. Die neue Sauptpost.)
rür das am 1. Marz zu eröffnende Hauptpostgebäude be—
aufen sich die Gesamtkosten aui etwa 124 Millionen M.
*Um ein hohes Alter zu erreichen, veacme man
vlgende Regeln: 1. Atme Tag und Nacht nur frische
Luft ein. 2. Mache dir jeden Tag Bewegung im Freien,
atweder durch Gehen oder Arbeitken. 3. Eß und trinke
mäßig und einfach. Genieße Walser, Milch und Obsi
und halte dich von allkoholischen Getränten sern. 4. Stärke
dich durch tägliche kalte Abwaschungen und nimm einmal
n der Woche ein warmes Vad. 5. Trage weder zu
chwere noch zu leichte Kleidimag. 6. MRotne in einem
zreckenen, geräumigen Onuse. 7. Verribte besnmntete,
egelmößige Arbeit. 58. Rach der Arbeit uße dane Er—
olung nieft in aufreagenden Zerttreuungen, Tie i ae—
unden gehören der Famte. Ti: Vacht iit zunn Zotd
en da g eredte dern B6ben dareh oute ZTüden

* Gassvergiftung. Zn Hemsbach (Amt Weinheim) 1
in Sohn und ein Knecht des Kronenwirts Mangolds in
olg. Einatmens von Gärgasen im Keller erstickt aufge—
unden worden.
* Im Gefängnis erhängt. Im Amiäisgerichtsgefäng—
tisse in Erlangen hat sich der Untersuchungsgefangene
Pommer von Biüig erhängt; er schlug seine Frau so sehr,
dafß sie nach einigen Tagen starb; sein ebenfalls miß—
handelter Sohn schwebt noch in Lebensgefahr.
*Auf russische Falschmünzer, die in Berlin ihre
Werksftott und Versendungszentrale haben, wird geiahn—
dee Wie dae Séaratower Polizeibehörde der Berliner mit—
eiltz, sind dort große Nengen in der deutschen Reichs
auptftadt hergestellter, gesälschter Dreirubelscheint ent
eckt worden. Inseressant ist die Versendungsart der Fälsch
ingen: sie wurden nämlich in Konservenbücksen gepackt
nit deun Etiketten von konserviertem Obst und Gemüse
richickt. Welchen Umfang das eigenartige Konserven
Reriandgeschäft angenommen hatte, geht schon dargaus her
nor, daß die letzte Sendung, wie von der russischen Po—
itei festgcstellt wurde, altein über 120 c00 Nitbel ent—
iet, welche iedoh, als die Entdeckung erfolote, bereits
röhtenteils in Umkauf gesetzt waren. Die Verbrelter der
keoliitase, die Empfänger der „Berliner Kanserven“, sind
eküchret da sie anicheinend von einem Mitwisser recht
eitig gewarnt worden sind.
*Eine „feine“ Diebesbande. Seit Wochen nahmen
u Berlin und Charlottenburg die Einbrüche und Dieb—
tähle in Fahrrade, Automodilgeschäften usw. überhand,
vohei haupsächtich Fahrräder und Automobilteile ent
verndet wurden. Es ist nunmehr gelungen, die Hauptbe—
eiligten zu verhaften. Die Angelegenheit dürste um so
rößeres Aufsehen erregen, als mehrere Mitglieder der
3pitzbubengesellschaft den besseren Kreisen augehören, so
B: die Person des früheren Oberbürgermeisters von
dönigsberg, Kurt Selte, das Haupt der Diebesbande,
vährend die anderen Mitglieder sich n. a. aus Kauflen⸗
en, Ingenieuren ꝛc. zusammensetzen.
* Auf der Eisbahn vernnglückt. Auf der Eisbatzu
des Müaggelsees bei Berlin machten am leten Sonntag
3z33 Unglücksfälle das Eingreifen der freiwistigen Rett—
ingskolonne erforderlich. Bei 27 Verungläückten mußten
ogenannte schwere Verbände anzelegt werden. Es hau—
zelte sich um Personen, die beim Eislausen gestürzt wa—
en und sich dadurch mehr oder minder erhebliche Ver—
ctzungen, Knochenbrüche usw. zugezogen hatten. Es sol—
en sich 30 000 Personen auf dem Müjgaelsee getummels
jaben
* Raubtmord. In der Nähe von Straßburg wurde
zuf offener Straße ein Raubmord veriibt. Eine Bauers—⸗
rau aus Geudertsheim hatte an einen Medzer in Bru
nath ein Rind verkauft und wurde auf dem Heimweg
in Stück vom Metzger begleitet. Als dieser die Frau
erlassen hatte, wurde sie von einem Ackerknecht übersal
en, ermordet und beraubt. Der Metzger eiste zurück, aben
s war schon zu spät. Er konnte nur noch den Mörder
inholen und der Polizei übergeben.
*Große Unterschlagungen. Im Brauhause von
Hengler in Wisen war feit mehr als 30 Jahren der
nispenent Georg Krusenbauer angestellt. Seit einiger
zeit kamen Beschwerden von Wirten, weil sie an Zahl
trigen gemahnt wurden, die sie schon längit geleistet hat—
en Die Untersuchung der Kassenbücher ergab, daß der
dispenent mehr als 300 000 *ronen unterschsagen hat
rufenbauer ist Eigentämer von zwei Hönsern.
Sine sonderbare Familie. Die Familie de8 Bieh⸗
ndlers Georhe Carter in Pittsburg ist sicherlich die son—
eirbarste der Welt. Während der Ehemann 246 Pfund
viegt, ist die Frau nur 98 Pfund schwer. Aus der Ehe
ind zwei Söhne und zwei Toöchter entsprossen. Die bei—
en Söhne schlagen nach der Mutter, sie sind schmächtig
ind äußerst zierlich, die Töchter dagegen sind wahre Rie—
en und wiegen mit ihren 14 und 17 Wahren bereits 165
ind 171 Pfund.
Wo Goethes Mignoun⸗-Lied entstand. Im Wie—
ier Fremdenblatte“ finden wir folgende Schilderung:
drotz allen Ungemachs, das Goethe in Messina traf, hat
r hier eines seiner schönsten Lieder gedichtet, das zu
en Perlen der Weltliteratur zählt und noch zählen wird
n den fernsten Zeiten. Wenn man von der Via dell'
lniversita in Messina zum nahen Corso Cavour geht
assiert man den Palazzo Brunaccini, der der alten
(delsfamilie „dei Brunaccini, Principi di San Teodoro
ehört. Ueber dem Torbogen sieht man noch heute eir
iemlich weitläusiges Wappen mit der bourbonischen Li
ie. In dietem Hause wohnte im Jahre 1787 der er
pvähnte Gouverneur, von dem Goethe erzählt, daß er au«
iner großen Familie stamme, wegen Ernstes und Tüch
igkeit geschätzt und verehrt sei, jedoch im Rufe unbe
renzten Eigenwilkens, zaumoser Heftigkeit und eherner
ztarrsinns stehe; und er hasse alle herumziehenden Leute,
»a er sie durchaus für Spione halte. Hier hat Goethe
en alten Herrn besucht und auch bei ihm gespeist. Er
an zu spät zur Tasel, worüber der Alte sehr knurri—
vurde, so daß der Dichter sich mit der „Weitläufigkeit der
Ztadt“ entschuldigen mußte. Vielleicht ist die Vermutung
—
»urch die amphitheatralisch auigebaute Stadt sich bis hock
sinau? zur Kirche San Gregorio verstieg und dort, von
er zauberhaft schönen Aussicht über Kalabrien und die
ztraße von Messina hingerissen, länger verweilte, als es
ich mit seiner Anstandspflicht als Gast des Gouverneurs
ertrug. Und im Vorhofe, dieser Kirche hat Goethe sein
errlichstes Gedicht: „Keunst du das Land, wo die Zi
onen blüh'n“ gedichtet. . . Schon der Aufstieg zur Kir
he San Gregorio mit dem wunderlichsten Glockenturm,
der je in einer christlichen Stadt gesehen wurde, bietei
ie grandiosesten Eindrücke. Eine Marmortreppe führt
ur Kirche Santa Anna, dann weiter zweiundzwanzig
ztufen zum Vorhof von San Gregorio. Ganz unbe—
chreiblich ist der Ausblick von dieser Höhe hinüber ins
alabresische Festland, hinüber in die Berge und in das
Neer, am prächtigsten, wenn die Sonne des Morgens?
int Horizont austaucht, und dann wieder, wenn sie nach
etaner Tagesarbeit zur Rüste geht, mit ihrem schönsten
burpur diese Welt des Schönen weithin überstrahlend
zm Banne dieses mächtigen Eindruckes stand ich vor
tlichen Jahren im Vorhöfe der Kirche von San Grego—
io mit der windschief verdrehten Kuppel, die eisentlich
inen komischen Eindruck machen würde, wenn nicht dasß
zanze ergreifend schöne Bild rinasum selbst den blasier⸗
esten Besucher zur Audacht zwäͤnge. Stumm stand ich in
ieser Kirchenhof. wo vor 121 Zahren — in der Lokal—
Jeschichte Messinas steht es eingefschrieben — Goethes un—
nergleichlich schönes Mignonlied entstand.
Den seltenen Aublick eines französischen Husaren—
Unteroffiziers in Uniform hatten dieser Tage die Ein—
vohner des Moetzer VRororts Ban-St Marun Es han—
helte sich um einen Angehörigen des drirten französischen
zusarenregintenes in Verdun, der zu Pierde imd in vol—
er Uniioren deertierie. Ungebindert ritt er von Verdun
iber die Geenze, paisierte ebenso ungebindert die ziem
ich lange Sirerte bis nach Longeville, wo er zum Er—
iauaei ider danschen Zoldaten an der IAm aunteriekaferne
e d es auch hier ernand eineinllen
it iben iattnesten Brn eitem eztern fieß iich du
24182 8. J J , —B er Ixae 731* r Ty eJ —
F t eee ee rennten, h deee neaiten
e e ————

Neueste Nacyrichzten und Celegramme
Depeschen Bureau Herold.
»Berlin, 27. Jan. Der Kaiter nahm gestein Vor
nittag einen längeren Vortrag des Reichskanzlers entgegen.
Zeute Mittag Leinhalb Uhr speiste das Kaiserpaar mit Kin.
)»ern und Geschwistern bei sich. Die im Schloß wohnenden
Fürstlichkeiten speisten mit dem Krorprinzen ud dee Kron
zrinzessin im Pfeilersaal der Königskammern. Heute Adend
indet Familientafel sür alle Fürstlichkeeten m Rittersaale
Dtarscholltafel für die Gefolge in der Bildergallerie statt.
* Berlin, 27. Januar. Der Kaiser hat aus Anlaß
eines heutigen Geburtstages eine Reihe von Auszeichnungen
verliehen. Unter anderen erbielten den Rosen Adlerorden
l. Klasse mit Eichenlaub der Minister des Innern von Molt—
ke, den Kronenorden 1. Klasse der Chef des Militär⸗Kabi
netis, Genecralleutnant Freicerr von Lyncker, den Wilhelms—
orden der Vize:Oberzeremonienmeister von dem Knesedeck, den
Roten Abltrorden 2. Rlasse mit dem Stern Fürst Pleß. Dec
erbliche Ade! wurde wurde u. A. verliehen dem Minifter der
öffentlichen Ardeiten, Breitenbach, dem Präsidenten des *eichs—
militärgerichte, Geneiel Linde, dem kommandietenden Ge—
neral des 1. Armee-Korps, General Kluck, dem Inspektor
der Feldartillerle, General Schubert, dem Oberpräsidenten der
Provinz Sachien, Hegel, den Kommerzienräten Ernst und
donrad Boistg. Ins Heerenhaus wurden u. A. berufen
der frühere Sigatssekretär von Thielmann und der national—
liberele Landtags-Abgeordnete von Böttinger. Den Charakter
uUs wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Ercgellenz er⸗
zielten der Schloßh auptmann Graf zu Hönsbröch, der Na—
ional ODekonom Professor Adolf Wagner und der Geheime
dommerzienrat Ernst von Mendelssohn-Vartholdy.
* Berlin, 27 Jan. Der Reichskanzler wurde heute von
den Hönigen von Sachsen und Württemberg empfangen.
Der Großherzog von Baden empfing am Dienstag den
seichskanzler in Audienz. Prinz Ludwig von Bayern stattet
zeute dem Reichsskanzler einen Beluch ab

»*Berlin, 28. Jan. Den Morgenblättern zufolge s
ie viel angesochtene Wahl Mugdans zum Stadtver
rdnelen im Ausschusse mit 9 gegen 5 Stimmen für gul—
ig erklärt worden.
* Krefeld, 28. Jan. Der VLandtagsabgeordnete bin
xleve, Pfarrer Dr. Heveling, ist im Alter von 66
Jahren gestorben. (Ter Verstorbene war seit Herbst 1896
viitglied des preußischen Abgeordnetenhauses; er eö
hörte der Zentrumspartei an.)
* Oldenburg, 28. Jan. Die beiden freifinnigen Par
eivereine haben sich aufgelöst und zu einem freisinniger
Verein zusammengeschlossen. Man sieht darin den erster
Zchritt zu einer liberalen Einigung für das garze Land
* Raris, 28. Jan. Dem „Paris Journal“ wird aus
Cetinje gemeldet, daß der Fürst Nikolaus seiit
kurzem eine viel maßvollere Haltung zur Schau trauge
dach einer aus diplomatischer Quelle ftammenden Mit
eilung habe Fürft Nitolaus das Versprechen erhalten
zaß keinerlei Einwendungen erhoben werden sollen, foll⸗
xden Königstitel annehmen werde.
*Saloniki, 28. Jan. Die Behörden haben darauf
rufmerksam gemacht, daß insgeheim Sandansky an der
deubildung von Banden arbette. Die strengste Ueber—.
bachung der bulgarischen Grenze ist angeordnet worden
owie die Vermeidung aller Anlaͤse von Reibungen mi
zulgarischen Truppen.
*Trier, 28. Jan. Bei einem Kaiseisgeburtstagsschießen
in Cordel zerplatzte durch eine große Pulverladung der alte
Böller. Drei Personen wurden schwer verletzt. Einem irn
der Nähe stehenden Posizssten wurde durch einen Metall⸗
plitter die Schädeldecke zertrümmert.
* Wien, 27. Jan. Anläßlich des heutigen 50. Geburt«.
ages des deutschen Kaisers veröffentlicht die gesamte hiesige
hiesige Presse außerst sympatische Arti'el, in denen irsbe—⸗
'ondere die Bundistreue und das Bestreben Kaiser Wilhelms
den Frieben zu erhalten, hervorgehoben wird. Das Frem—
denblatt schreibt: An dem heutigen Tage sei dem treuen ver—
trauten Freund und Bundeggenossen Kaiser Franz Josef der
wärmste Glückwunsch dargebracht. Dieser findet sicher einen
darklen Wiederhal in der gesamten Monarchie.
* Innsbruck, 28. Jan Bei Leimoot schlug ein mit
zehn Kindern besetzter Hörnerschlitlen, der zu Tal fuhr, um
und sauste über eiuen Abgrund in die Tiefe. Von den Kin⸗
dern blieb eines sofort tot, die übrigen sind schwer verletzt.
* Newyork, 28. Jan. Bii Dane in Oregon ist gestern
ein Eilzug entgleist und einen hohen Damm hinuntergeftürzt.
Der ganze Zug hat sich dabei Überschlagen und liegt in
einem dem Bahndamm entlang fließenden, aber wenig tiefen
Bach. Die Zahl der Toten und Verwundeten wird noch
ucht gemeldet.
* Pittsburg, (Pennsylvonia), 26. Jan. Bei einer Ex—
olosion, die sich in dem Boswell-Kohlenbergwerk in Somerset
Country ertignet, wurden 3 Personen getötet. Eine Rettunge⸗
olonne von fünfzig Mann, welche in das Bergwerk ein—⸗
»rang, wurde durch Erdrutschungen abgeschnitten und einge⸗
chlossen. Vnn dieser Mannichaft sollen 20 umgekommer
ein.
* Lisfsabon, 28. Jan. Auf der Höhe von Cap Roed
sind ein spanischer nund ein belgischer Dampfer zusammenge—
rannt. Von letzterem sind 8 Mann ertrunken, die Übrigen
konnten gerettet werden.
Wissenschaftliche Vorträge
in Dudweiler.
Den nächsten Freitag, also übermorgen,
den 29. Janunar, abends 8 Uhr wird der 3
wissenschaftliche Vortrag gehalten werden.
herr Oberlehrer Biebert aus Saarbrücken wird
reden, und zwar über das Chema:
SBismarcks Jugend.
Um zahlreichen Besuch dieses Vortrag wird
gebeten.

Die Pfarrer

—

2X.
thege
das Pfund 20 und 30 Pfg.
Frauz Lonis Lipe
. Tabreetr

serte
            
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