den Töchtern bei uns. Es waren oft 26 Personen, Die Bewirtung
war höchst einfach, Butter und Brot, kaltes Fleisch
mit Eiern und Rettich und Bier, Emmas Freundinnen
halfen bei der Bedienung. Es schmeckte allen herrlich und
man blieb an schönen Tagen bis gegen 12 Uhr auf dem
Balkon,“ Man fühlte sich behaglich in diesem Kreise, in
dem ein ungezwungener und froher Ton herrschte.
Frau Anna Röchling hat sich aber auch außerhalb
ihres Hauses nützlich gemacht und ihre Kraft auch für
öffentliche wohltätige Zwecke zur Verfügung gestellt, Vor
allem ist ihr Name mit dem Frauenverein Ludwigshafen
von seiner Gründung an aufs engste verbunden. Sie war
unter den 13 Frauen, die im Winter 1867 den Frauenverein
gründeten, welcher sich die Armen- und Krankenpflege
und die Errichtung und Erhaltung einer Kleinkinderschule
zur Aufgabe machte, Frau Anna war mit
ihrem ganzen Herzen bei dieser Tätigkeit, die ihrem mütterlich
fürsorglichen Wesen entsprach. Sie war die Seele
des Vereins, Besonders nahm sie sich der Kinderschule
an und ermöglichte es, daß das von Johann Hoffmann gebaute
Haus Bismarckstraße 63, in dem die Schule zuerst
untergebracht war, in das Eigentum des Frauenvereins
überging, Sie wurde zur Vorsitzenden gewählt und hat
dieses Amt lange Jahre bekleidet, Als der Verein im
Jahre 1892 sein 25jähriges Bestehen festlich beging, war
dies zugleich ein Jubiläum für die erste Vorsitzende, Frau
Anna Röchling, die in anerkennenden Worten gefeiert
wurde sogar in folgendem poetischen, von Adijunkt Lauterborn
verfaßten Glückwunsch:
Mich drängt’s, an diesem Ehrentag aus vollem Herzen
Glückwunsch zu bringen einer edlen Frau,
die seit fünf Lustren wirkt im Dienst der Nächstenliebe.
mit Samaritersinn, aufopfernd, unentwegt und treu.
Welch’ dankbar Wirken, doch auch welche Müh'
verkörpert sich in 25jähr’gsem Walten
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