schuf ihr tiefe Befriedigung und erhielt ihr Herz warm und
jung bis in ihr hohes Alter,
Freilich die Wohnung im 3. Stock des Hauses Ludwigstraße
83 hatte ihre schweren Mängel und erwies sich bald
als zu eng für die wachsende Familie. Frau Anna berichtet,
daß damals vier Familien mit 23 Kindern im Vorderhause
wohnten, dazu der Schneider Sperling im Hinterhaus. Zu
ebener Erde hatte die Post ein Zimmer und Stallung im
Hof. Der Postmeister wohnte im Mittelstock allein mit 8
Kindern, „die Luft, die da den Zimmern entströmte, war
nicht die beste‘, Die Büroräume im Erdgeschoß und die
Wohnung im dritten Stock waren zunächst von der Firma
nur gemietet. Als diese sich jedoch im Jahre 1856 entschloß,
das Haus zu kaufen, wurde alsbald auch ein gründlicher
Umbau vorgenommen. Die Seitenbauten wurden
durch Galerien mit dem Hinterhaus verbunden, An dieses
schloß sich das Eisenmagazin an, das einen eigenen Ausgang
zur Oggersheimerstraße hatte, Dahinter lag noch
ein schönes Stück Gartenland, in das man vom Haus aus
durch die Kellerräume gelangte.
Das erste Kind kam noch in der alten Wohnung am
20. Dezember 1854 zur Welt, Es war ein Mädchen, das den
Namen Emma erhielt, „Wie ein Wunder wurde es begrüßt,
namentlich von den alten Schwiegereltern, die nur
Söhne gehabt hatten und nun durch die Geburt eines
Töchterchens hoch beglückt waren, Am Dreikönigstag
kamen sie uns besuchen (Dr. Christian Röchling war damals
82 Jahre alt) und das Kind im Bad bewundern. Mein
alter Großvater (Johann Wilhelm Reinhardt stand im 77.
Lebensjahr) erlebte es auch noch und meine Mutter wanderte
täglich über den hart gefrorenen Rhein, um mich zu
pflegen, da wir kein Zimmer für sie hatten, Die Wohnung
war zu klein, doch machten wir keine Ansprüche und
waren slücklich.”
Auch dem ältesten Sohne August, der am 12. August
1856 das Licht der Welt erblickte, wurde noch in der alten
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