Full text : Das Haus Röchling in Ludwigshafen a. Rh. 1849-1929

bei immer auch Ernst Röchling mitberaten und mitjestimmt.


Gleichzeitig war er auch Mitglied des Handelsrates,
seit 1856 Ersatzmann, nahm er von 1859 ab regelmäßig an
den Sitzungen teil und wurde 1866 als Mitglied wiedersewählt,
 Es gab damals für jeden Regierungsbezirk eine
Handelskammer, die sich zusammensetzte aus den Vorsitzenden
 und Stellvertretern der innerhalb des Bezirks
bestehenden Gewerbe-, Fabrik- und Handelsräte und die
jährlich einmal am 15. Januar auf 15 Tage zusammentrat,
um über die Lage des Handels und der Industrie zu beraten
und Wünsche und Anträge entgegenzunehmen, Schon in
den ersten Jahren ihres Bestehens sind von der Handelskammer
 bedeutsame Anregungen ausgegangen. So beantragte
 Paul Giulini im Jahre 1856 die Erbauung einer
festen Rheinbrücke, „weil dadurch die Linie der Bahnen
die erste Europas werden würde‘ und v, Gienanth plädierte
 für Abschaffung des Rhein-Oktrois und des Steuermannszwangs.
 Als die Einrichtung der Handelsräte aufgehoben
 worden war und die Handelskammern eine neue
gesetzliche Grundlage erhalten hatten, wurde Ernst Röchling
 durch königliche Verordnung im Jahre 1871 zum
Handelsgerichtsassessor bestellt.
Am 23, April 1872 wurde mit einem Aktienkapital von
20000 Talern die Pfälzische Lagerhaus-Gesellschaft gegründet,
 zu deren Vorstandsmitgliedern von Anfang an sowohl
 Engelbert Klingenburg, der übrigens manches Jahr
auch im Handelsrat mitgewirkt hatte, als auch Ernst Röchling
 gehörten. Als Zweck der Gesellschaft wurde festgelegt:
 Ankauf, pachtweise Übernahme und Erbauung von
Lagerräumen für Waren jeder Art; Vermietung solcher
Lagerräume, Übernahme der mit der Einlagerung und Aufbewahrung
 von Waren verbundenen Manipulationen und
Ausgabe von belehnbaren und verwertbaren Lagerscheinen,
Wenn wir noch hinzufügen, daß Ernst Röchling auch
Mitglied des Verwaltungsrats der Pfälzer Eisenbahnen war.

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