Die Familie Röchling-Schultz in Ludwigshafen.
Als Ernst Röchling im Jahre 1853 mit seiner jungen
Frau Anna geb, Schultz seine Wohnung in Ludwigshafen
bezog, war von dieser eben erst neu gegründeten Gemeinde
nur die Ludwigstraße bebaut. „Sonst starrten uns nur unausgefüllte
Löcher an, später das Eldorado für unsere Kinder,
die dort herrliche Spielplätze fanden.‘ Aber nun
begann der Ort mächtig sich zu strecken und alles an sich
zu ziehen und in sich aufzunehmen, was in der Nähe lag,
Als Ludwigshafen im Jahre 1859 unter die bayerischen
Städte aufgenommen wurde, hatte es erst 3000 Einwohner,
sechs Jahre später bereits 6000. Das Wachstum nahm ein
für europäische Verhältnisse geradezu fabelhaftes Tempo
an, das namentlich auch dadurch beschleunigt wurde, daß
im Jahre 1865 die Badische Anilin- & Sodafabrik, die in
der Stadt Mannheim keinen geeigneten Platz für ihr neugeplantes
Werk erhalten konnte, sich in dem bereits zu
Ludwigshafen gehörigen Hemshof niederließ, zuerst mit nur
30 Arbeitern, aus denen im Laufe der Jahrzehnte 30 000
geworden sind, die in den Ludwigshafener Werken der I.G.
Farbenindustrie A. G., beschäftigt werden. Dazu kamen
noch andere Betriebe der chemischen Industrie, die sich
z. T. schon vorher hier angesiedelt hatten, wie die Firmen
Gebr. Giulini, Dr. Raschig, Joh. A. Benckiser, Knoll & Co..
außerdem die Eisengießerei und Maschinenfabrik Gebr.
Sulzer & Co., abgesehen von all den anderen Fabriken und
Gewerben, die der aufstrebende Ort hierherzog. Kein
Wunder, wenn die Einwohnerzahl sich fast von Jahrzehnt
zu Jahrzehnt verdoppelte und von 7500 im Jahre 1870 auf
100 000 im Jahre 1925 stieg,
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