Christian Röchling in Saarbrücken, 16 Jahre jünger als
dieser. Er war im Bankgeschäft Wagner-Reverchon in
Trier tätig gewesen und hatte sich später mit dem Bruder
seiner Frau assoziiert, der eine Glasfabrik in Sulzbach —
jetzt Vopelius — betrieb. Seine Frau hatte ihn veranlaßt,
aus der Firma auszutreten und wegen der Erziehung der
Töchter nach Mannheim zu ziehen, da Mannheim damals
als die Stadt der Bildung in Süddeutschland galt. Seine
Tochter Emmy heiratete später in die Bassermannsche
Familie. Auf dem erwähnten Balle war Ernst Röchling,
der damals noch die Schmidtbornsche Niederlassung in
Bexbach leitete, der ausgesprochene Cotillontänzer von
Anna Schultz, „Er war groß und schlank und trug sich
gerne nach englischer Mode, so daß man seine Erscheinung
nicht leicht übersehen konnte. Ich war sehr enttäuscht,
als er auf einem Balle fehlte, weil er zu einer Dienstleistung
bei den 9. Husaren in Saarbrücken einberufen
war, von welcher Pflicht man im nichtpreußischen Süddeutschland
noch keine Ahnung hatte,‘ Die Verlobung
fand während eines Balles im Februar 1853 statt, als Ernst
Röchling bereits nach Ludwigshafen übergesiedelt war,
„Am anderen Tag erschien dann mein Bräutigam feierlich
in Frack und weißer Binde und hielt offiziell bei meiner
Mutter um meine Hand an, Wir schrieben dann beide
gleich an die Eltern in Saarbrücken.‘ Durch einen innigen
Brief der Mutter Ernst Röchlings, der Frau Geh, Sanitätsrat
Charlotte Röchling geb. Wagner, wurde das Brautpaar
eingeladen, so bald als möglich zu erscheinen, Für Anna
Schultz war damals Saarbrücken eine beinahe unbekannte
preußische Stadt, wie überhaupt in jener Zeit Preußen für
die Süddeutschen noch ganz außerhalb ihres gewöhnlichen
Gesichtskreises lag. Die Braut trat mit ihrer Verlobung
in eine neue, ihr unbekannte Familie „aus dem beschränkten
Kreise des großelterlichen und mütterlichen Heims in
die Atmosphäre strenger Arbeit und Pflichterfüllung.‘ Sie
meinte damit die zwei verschiedenen Arten des Lebens:
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