für 12 Kreuzer Zuckerwasser trank, Aber er hatte auch
eine offene Hand für die Seinen und für weitere Kreise,
namentlich auch für wohltätige Zwecke. „An Neujahr bekamen
die Enkel mit dem Neujahrsweck jedes einen Dukaten.
Auch die Geistlichen erhielten zu Neujahr Dukaten.
Großvater brachte alle diese Neujahrsgelder wohlgeordnet
in einem Säckchen mit nach Hause nebst der
Verteilungsliste, so daß Großmutter keine besondere Mühe
Jamit hatte,“
Die Freudenfeste wurden ohne großen Pomp, aber in
trauter Geselligkeit und mit heiterem Sinn begangen, An
den Geburtstagen gab es dicke Schokolade und mürbe
Brezeln und zum Weihnachtsfeste, das im großen Saale
gefeiert wurde, waren für jede Familie 100 Gulden bestimmt,
mit denen die zuvor kundgegebenen Wünsche befriedigt
wurden. Der Donnerstag bildete in der Hausordnung
eine Ausnahme, denn da kam jeweils eine ältere,
in bescheidenen Verhältnissen lebende Dame zu Tisch.
Dabei gab es dann Braten und Kuchen und nachher Kaffee
und eine Spazierfahrt zum Garten, wo Tee getrunken
wurde, „Diese Donnerstage wurden für mich die Kochtage,
ebenso die Sonntage, Als ich 14 Jahre alt war,
kochten wir die feinsten Essen auf dem damals gerade in
Aufnahme gekommenen Spiritus-Herde,“
Früh schon mußte Anna in der Haushaltung mithelfen.
Die Großmutter war eine musterhafte Hausfrau, die überall
selbst zugriff und nicht untätig sein konnte, Sie hielt
auch viel auf einen guten Anzug und richtete jedes Kleid
selbst und wählte mit Sorgfalt die bunten Bänder, damit
sie gut zusammenpaßten., Oft sah man sie am Nähtisch
sitzen, um Wäsche zu stopfen oder Hauben zu garnieren.
Neben dem Bohnenfest, an dem Massen großer Bohnen
vormittags abgezogen und am Nachmittag geschnitten wurden,
brachte namentlich die große Wäsche neues Leben
ins Haus, Sie fand nur zweimal im Jahre statt, daher war
bei der großen Familie die Zahl der Wäschestücke jeweils
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