Die Familie Reinhardt-Schultz in Mannheim.
Im Jahre 1767 kam ein 15jähriger Junge nach Mannheim,
um hier bei einer befreundeten Familie die Kaufmannschaft
zu erlernen, Er hieß Johann Wilhelm
Reinhardt und stammte aus Neuwied, wo sein Vater
Andreas Reinhardt eine Gastwirtschaft und Weinhandlung
betrieb und in späteren Jahren auch längere Zeit das Amt
des Bürgermeisters versah, Als Johann Wilhelm durch
das Rheintor in Mannheim einzog, ahnte er noch nicht, was
zinmal aus ihm werden sollte. Aber er brachte die Ausrüstung
mit, die ihn befähigte, sich mit Erfolg durchs
Leben zu schlagen, Er war ein frischer Mensch, fromm
und frei, voll Schaffenseifer, Wagemut und Tatkraft. Nach
seiner Lehrzeit wurde er Geschäftsführer im Tuchladen
von Gaddum sel, Wittib mit 200 Gulden Gehalt im Jahr.
Als er 29 Jahre alt war, gründete er zusammen mit seinem
Freunde Clotus ein eigenes Geschäft. Er selbst besaß damals
1400 Gulden und lieh sich dazu noch von seinem
Vater und seinem Bruder zusammen 2000 Gulden und
auch sein Freund steuerte ein kleines Kapital bei. Sie
mieteten im Hause F 2, 6 am Marktplatz zwei kleine
Zimmer, von denen eines als Laden, das andere als Schlafstelle
diente, und betrieben zunächst ein Manufakturwarengeschäft,
das sich mit dem Vertrieb einheimischer
und auch englischer Stoffe befaßte, wie sie von den Landleuten
der Umgebung getragen wurden. Nach zwei Jahren
hatte Reinhardt, der sich später von seinem Teilhaber
trennte und das Geschäft allein weiterführte, schon soviel
verdient, daß er es wagen konnte, sich einen eisenen
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