brücken, Nach seiner kaufmännischen Lehrzeit diente er
von 1844-1845 als Einjährig-Freiwilliger beim Rheinischen
Husaren-Regiment Nr, 9 in Saarbrücken. Im darauffolgenden
Jahre war er in der Glasfabrik seines Vetters
Philipp Wagner in Friedrichstal (Saar) tätig, Seine Eltern
trugen sich damals mit der Absicht, diese Fabrik, an der
sie seither schon finanziell beteiligt waren, käuflich zu
erwerben und ihrem Sohne Ernst dort eine Lebensstellung
zu sichern. Man kam jedoch von diesem Plane wieder
ab und Ernst Röchling begab sich nach Le Havre, wo er
zuerst bei der Firma Foerster freres und dann bei Pellevoison,
Sulzer u. Co. in Stellung war. Die französische
Februarrevolution vom Jahre 1848 hatte auf das Geschäftsleben
von Le Havre einen sehr ungünstigen Ein-HAuß
ausgeübt. Ernst Röchling klagt in einem Briefe vom
26. Mai 1848: „Es ist hier nichts zu thun, ich sitze den
ganzen Tag auf dem Büro und lese und rühre alle 8 Tage
einmal die Feder an, um etwas Kleines zu thun, Die
Geschäfte gehen durchaus nicht und werden vielleicht
noch lange Monate liegen bleiben. Ein Haus nach dem
andern entläßt seine Commis, Mit gutem Gewissen kann
ich meinen Gehalt für dieses Vierteljahr nicht annehmen,
da ich ihn nicht verdient habe. Alle diese Umstände befestigen
mich immer mehr in meinem Entschluß, nach Rio
zu gehen,‘ Er bittet daher seinen Bruder Theodor, für
ihn ein gutes Wort bei dem Vater einzulegen, damit dieser
seine Zustimmung zur Reise nach Süd-Amerika gibt.
Aber die Eltern waren offenbar mit diesem Plane nicht
einverstanden und sorgten dafür, daß ihr Sohn Ernst bei
der Firma C, Schmidtborn & Co. in Saarbrücken Verwendung
fand, Als im Jahre 1849 die Bahnlinie von Ludwigshafen
bis an die Grenze des Saargebiets ausgebaut
worden war und C. Schmidtborn an der Grenzstation
Bexbach ein Büro errichtete, wurde Ernst Röchling zur
Vertretung der Firma dorthin berufen. Von Ludwigshafen
-
AP