Eisenbahn bis Freiburg weitergeführt. Aber auch auf dem
linksrheinischen Gebiet hatte sich bereits im Jahre 1838
eine Gesellschaft für den Bau der ersten Eisenbahnen gebildet.
Vor allem dachte man daran, eine Verbindung vom
Saargebiet mit seinen Kohlenbergwerken und seiner Eisenindustrie
zum Schiffahrtsweg am Rheine herzustellen.
Freilich sollte dieser Plan nicht so rasch in Erfüllung
gehen. Fabrikant Orth von Kaiserslautern schreibt
darüber in seinem Tagebuch (Pfälz. Gesch, Bl. 1908): ‚Im
Jahre 1838 war eine Gesellschaft zusammengetreten, um
eine Eisenbahn von Bexbach über Kaiserslautern und Neustadt
nach der Rheinschanze zu erbauen, Die Rheinschanze
soll, wie. man hört, den Namen „Neu-Mannheim“
erhalten. Die Ausführung der Bahn, ohnerachtet die Konzession
vom König ergangen war, wurde von einer Partei
hintertrieben, welche Sätze aufstellte, daß sie sich durch
bloßen Steinkohlentransport nicht rentieren würde,‘ Dadurch
zogen sich viele Aktionäre zurück und die Ausführung
mußte unterbleiben. Der Bahnbau begann daher
erst im Jahre 1845 und 4 Jahre später konnte die Eisenbahnstrecke
von Ludwigshafen bis an die Grenze des
Saargebiets nach Bexbach, dem Verkehr übergeben werden.
Eine Aktien-Gesellschaft, an der auch Mannheimer
Kapital beteiligt war, hatte diese sog. Ludwigsbahn übernommen
und die Eisenbahndirektion wurde von Speyer
nach Ludwigshafen verlegt, da man erkannt hatte, daß
dieser Ort zweifellos wirtschaftspolitisch von allen Pfälzer
Gemeinden die günstigste Lage und die größte Zukunft
hatte,
Wiederum sahen die Mannheimer mit Sorge auf die
kräftige Entwicklung, die sich gegenüber auf der anderen
Rheinseite anbahnte. Am 8, April 1843 erschien im Mannheimer
Morgenblatt ein Artikel, in dem diese Verstimmung
lebhaften und grollenden Ausdruck fand. Es heißt darin:
‚Vis-ä-vis von Mannheim, in der sog, Rheinschanze,
gerade über der Rheinbrücke ‘drüben, haben sich unter
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