durch das Spalier der Zünfte, des Schiffer- und Handelsstandes
über die Planken zum Rathaus, wo eine feierliche
Begrüßung stattfand. Dann stimmte die Menge nach der
von der Bürgerwehrmusik gespielten Weise „Großer Gott
wir loben Dich“ ein Festlied an. Auf dem Markt wurden
Brot und Wein verteilt, Tanzbelustigungen und eine Festaufführung
im Theater beschlossen diesen frohen Sonntag.”
Beim Festefeiern waren die Pfälzer rechts und links
des Rheins sich immer einig und lagen sich brüderlich in
den Armen und aller Konkurrenzneid war vergessen.
Im Jahre 1837 konnte bei der Rheinschanze der sog.
Winterhafen eröffnet werden, zu dem das beim Dammbruch
des Jahres 1824 entstandene Becken ausgebaut
worden war. Und wieder erwachte der Neid der Mannheimer,
die auf den gleichen Tag ebenfalls ein Fest veranstalteten.
Und während drüben der Winterhafen eingeweiht
wurde, donnerten gleichzeitig von der Mühlau
her die badischen Kanonen hinüber, denn man feierte hier
den wirtschaftlichen Fortschritt, der dadurch erzielt
wurde, daß von da an die Waren nicht mehr nach dem
Gewicht verzollt wurden, das sie bei der Einbringung,
sondern nach dem, das sie beim Verlassen des Hafens
hatten. So stark wirkten damals derartige Bestimmungen
auf das wirtschaftliche Leben in Mannheim ein. Aber
freilich dieser Anlaß zu einem Volksfest war auch reichlich
gesucht und von der Eifersucht eingegeben.
Endlich am 17, Oktober 1840 konnte der neue Mannheimer
Rheinhafen, der mit einem Kostenaufwand von
663 820 Gulden erbaut und mit Kranen, Lagerhäusern und
einem Hauptzollamt ausgestattet war, eingeweiht werden.
Nun erst hatte Mannheim am Rhein eine Hafenanlage, die
sich sehen lassen konnte und die seiner Bedeutung als
Handelsstadt entsprach. Die Mannheimer konnten nun
vom Schloßgarten oder von der Rheinlust aus hinüber
schauen zur Rheinschanze, ohne sich schämen zu müssen
oder in Angst zu geraten.
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