Full text : Das Haus Röchling in Ludwigshafen a. Rh. 1849-1929

Stadt‘ erwachsen. Aber es kam dann doch so: die Rheinschanze
 wurde zur Stadt, und zwar viel rascher als die
Mannheimer Schwarzseher und Unglückspropheten es sich
damals träumen ließen, freilich ohne daß Mannheim dadurch
 zugrunde gerichtet worden wäre, Die Konkurrenz
ist nur für die eine wirkliche Gefahr, die ihre Hände in den
Schoß legen, weil sie sich gesättigt fühlen. Sonst aber ist
sie ein Element des Fortschritts, ein Ansporn zu vorwärtstreibendem,
 gegenseitigem Wetteifer, Dies trifft auch auf
das Verhältnis von Mannheim und Ludwigshafen zu.
Damals nun, im Jahre 1821, half es nichts, daß das
badische Ministerium in München sondierte und bei der
Rheinschiffahrts-Kommission in Mainz interpellierte und
der bayerischen Pfalz den guten Rat erteilte, doch lieber
den Frankenthaler Kanal instandzusetzen als in der Rheinschanze
 einen Landungsplatz anzulegen, was zudem unzulässig
 sei, Auch der Protest der Speyerer Schiffer, die
eine schwere Schädigung ihres Gewerbes befürchteten,
war umsonst. Bereits im folgenden Jahre konnte Scharpff
triumphierend verkünden, daß durch Beschluß der königl.
bayerischen Regierung des Rheinkreises vom 24. Mai gegründet
 auf allerhöchste Ermächtigung S. M. des Königs
die im Rheinkreise zwischen Worms und Speyer, Mannheim
 gegenüberliegende Rheinschanze als diesseitige Einund
 Ausladestation für alle sowohl rheinaufwärts als rheinabwärts
 zu verbringenden Güter und Waren erklärt
worden ist, Scharpff errichtete alsbald gemeinsam mit
seinem Teilhaber und Schwiegersohn Lichtenberger den
genehmigten Kranen und eine Lagerhalle, und als 2 Jahre
später das Hochwasser den Damm durchbrach, war auch
schon durch höhere Gewalt ein Hafen geschaffen, der dann
zum Winterhafen ausgebaut wurde,
Die beiden rührigen Geschäftsleute hatten also nicht
nur einen weitblickenden Unternehmungsgeist, sondern
waren auch vom Glück begünstigt. Sie wünschten nun
aber auch für ihr Hafengebiet einen anderen Namen. Die

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