Full text : Das Haus Röchling in Ludwigshafen a. Rh. 1849-1929

wieder ihre normale Höhe, um im Jahre 1918 abermals zu
einer Rekordziffer emporzuklimmen,
Als in diesem Jahre die Stadt in reichem Maße mit
leindlichen Fliegerbomben bedacht wurde, ist auch unser
Haus nicht davon verschont geblieben, Ein Splitter einer
in der Nähe aufschlagenden Bombe drang durch ein
Fenster des nach dem Rhein zu gelegenen Chefbüros, in
welchem kurz zuvor noch Geh. Rat August Röchling gearbeitet
 hatte. Die Scheibe, die rings um das Durchschlagsloch
 ein feines strahlenförmiges Netzwerk von
Rissen aufweist, wird zum bleibenden Andenken aufbewahrt,


Der unglückliche Ausgang des Krieges brachte zunächst
 einen starken Rückgang. Wertvolle Wirtschaftsgebiete
 wie Elsaß-Lothringen und Luxemburg gingen für
die Belieferung von den Umschlagplätzen Mannheim-Ludwigshafen
 verloren, ohne daß es möglich war, die Eisenerzeugnisse
 dieser Gebiete vom deutschen Markt fernzuhalten.
 Besonders lähmend wirkte aber die Besetzung
des linksrheinischen Gebietes mit all ihren Erschwernissen,
die einen großen Teil der rechtsrheinischen Kundschaft
immer mehr entfremdete.
Es sei hier nur kurz an einige Ereignisse erinnert, die
mehr oder weniger störend die deutsche Wirtschaft und
damit auch den Handel beeinflußten. Sie fallen in der
Hauptsache in das Jahr 1923: die Besetzung des Ruhrgebiets,
 die Einführung des Zolls auf die Ablaufgüter aus
dem rechtsrheinischen Gebiet und dann auch auf die Zulaufgüter
 vom rechts- auf das linksrheinische Gebiet (diese
Zölle wurden im September 1924 wieder aufgehoben), die
Sperrung der Mannheim-Ludwigshafener Rheinbrücke im
Mai. ‚Juli und August 1923.
Waren schon durch all diese politischen Ereignisse
und Eingriffe Schwierigkeiten für den Handel entstanden,
so kam noch hinzu, daß im süddeutschen Absatzgebiet die
Gründungen von neuen Werkshandels-Niederlassungen

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