Für die Kohlen von der Saar und aus dem Ruhrgebiet
hatte man sich lange mit Lagerplätzen in Ruhrort
und ziemlich beschränkten Räumlichkeiten in Ludwigshafen
und Mannheim beholfen, Aber bei der wachsenden
Bedeutung des Handels in Ruhrkohlen stellte sich mehr
und mehr die Notwendigkeit heraus, noch weitere Lagerräume
zu beschaffen, Das konnte zunächst nur in Mannheim
geschehen, da der Hauptabsatz nach dem rechtsrheinischen
Gebiete ging und die Fracht von Mannheim
aus nach Bayern, Württemberg, Mittel- und Nordbaden
sich um Mk. 3.— pro Doppelwagen billiger stellte, weil
in Ludwigshafen noch der Rheinbrückenzuschlag hinzu
kam. Daher wurde in den Jahren 1892/93 im Mannheimer
Hafengebiet auf einem vom Eisenbahnärar gepachteten
Terrain mit einem Kostenaufwand von Mk, 120 000.— ein
großes Kohlenlager mit 2 Dampfkranen, Siebwerk und
Hochbahn eingerichtet. Als jedoch im Jahre 1894 der neue
Luitpoldhafen in Ludwigshafen fertiggestellt war, führten
praktische Erwägungen dazu, auch dort einen großen
Kohlenlagerplatz zu schaffen. Man pachtete 10000 qm
Terrain von der Pfälzischen Eisenbahn und stattete dieses
Lager ebenfalls mit 2 Dampfkranen, Siebwerk und Hochbahn
aus. Der Frachtnachteil wurde nahezu ausgeglichen
durch die große Annehmlichkeit, die der kulante Verkehr
mit der Pfälzischen Eisenbahn bot gegenüber der mehr bürokratischen
Handhabung des Eisenbahndienstes in Mannheim.
Bei der Einweihung des Luitpoldhafens am 29, Juli
1895 fuhr als erstes Schiff der neue Schleppkahn „Gebr.
Röchling‘, den die Firma in Holland hatte bauen lassen
und der eine Tragfähigkeit von 30 000 Zentnern hatte, in
den Hafen ein. Er war mit 19800 Zentnern Kohlen beladen.
Außerdem veranstaltete die Firma auf dem Dampfer
„Prinzregent Luitpold‘ eine Festfahrt, an der sich Kammerpräsident
August von Clemm, Bezirksamtmann Gläser,
Bürgermeister Dr. Grünzweigs u. a. beteiligten. Es stellte
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