Full text : Band 3 (3)

burg gezeigt wird: in gleicher Ebene mit dem HAußenrand der umrahmengen
 Balken, sondern etwa 15 cm tiefer als dieser (s. Bd. I, S. 165, 198
und Bd, IHN. S. 208). Huf die erste, noch in nassem Zustand befindliche
 Gipsschicht wird schließlich eine Reihe Stückhölzer gelegt und darüber
eine zweite Schicht Gipsbrei gegossen und zwar über den oberen Balkenrand
 hinaus, Diese zweite, dick aufgetragene Schicht bildet dann den Fußboden
 — „Estrichboden‘“ — der Speicher- und fFruchtkammern.
Die Motive dieser Estriche gleichen vielfach denen der eingelegten
Möbel, der geschnitzten Truhen und der höchst selten gewordenen alten
Stickereien: Vasen mit Blumen, Ranken mit Ähren und Sonnenblumen,
Vögel, Bahn, Herz; Berz Jesu mit drei Nägeln, Monstranz mit Kerzen,
PDassionskrone, lothringisches Wappen mit DHerzogskrone, lothringisches
Kreuz, Hnfangsbuchstaben von Namen, Jabreszahblen; diese erscheinen
im Estrich meist spiegelbildlich. Die ältesten Yahreszahlen finden sich
in PBellimer: 1691, und im Pause Schont-Schmitt in Berg: 1696.
Leider verschwindet der schöne Estrichdeckenschmuck immer mehr
aus unsern alten lotbringischen Päusern. Weil schadhaft, wurde er oft
ganz berausgebrochen, oder, weil nicht mehr modern, mit einer glatten
Sipsdecke überzogen. Es gibt in Lothringen kaum noch hundert Häuser
mit den alten Estrichdecken, Die freunde lothringischer Peimatkunde
werden es darum begrüßen, daß mit Bacher’s Bildern und den genauen
Nachzeichnungen vieler Estriche von €. Koenig, aus DBellimer, in den V. W.
zinige Estrichdeckenmotive wiedergegeben sind; so die aus Maxstadt
und Pambach im vorliegenden II. Bd. SS. 168, 270, ferner die in Bd. I.
5. 262, 265, 310 und in Bd. II. S. 13, 27, 32.
SS. 170. — Freibuß (Kr. Forbach) von fFremersdorf aus gesehen.
5. 172. — Oberkontz (Kr. Diedenhofen-Ost). Winzerdorf, dessen
Rebstöcke von der Mosel den Berg hinauf bis zur Kirche reichen, wo
sich ein unvergleichlich schöner Husblick gegen Sierch auf den Stromberg,
Altberg, Rustroff und Rettel bietet. Der alte, einst befestigte Kirchturm
aus dem ı2. Jahrhundert zeigt in seinen Grundmauern römische Bauart.
S. 174. — Tauben m o tiv, in ein altes Hochzeitsglas eingeschliffen.
Sammlung PDinck.

$S. 176. — Achen (Kr. Saargemünd). Bildstock, hier „‚Kapellchen‘“
genannt, mit der Inschrift:
Jesus, Marta und Joseph
Jacop Freiermut
1696
Bolche Bildstäcke findet man in Ostlothringen kaum noch, außer in
Püttlingen, Bettweiler, Lemberg und in Schwangerbach bei Reyersweiler.

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