erbaut, wurde sie später „Ohligmühle‘‘, wie sie vielfach noch beißt, obwohl
sie heute als Schrotmühle dient.
3, 166. — Vogelmotive auf lothringischen fFayencetellern.
5. 168. — Maxstadt (Kr. Forbach). Estrichdeckenmotiv aus
dem Pause YJ. Streiff. Nur in Lothringen kennt man diese Estrichdecken,
„die einzig in dem großen Gebiet der Volkskunst dastehen‘“ und in
Lothringen hinwiederum nur in dem Umkreis von Saaralben, Pambach,
PDüttlingen, St. Hvold, Falkenberg, Mörchingen, namentlich aber in der
Sroßtännchener Gegend vorkommen, wo der Gips in den Gipsgruben —
„Gebkulle‘“ — dicht an der Oberfläche des Bodens liegt und durch Feldbrand
gewonnen wird. Hus gewöhnlichen Steinen wird ein kleiner Ofen, etwa
zin Meter im Geviert, gebaut, Stroh und PBolz hineingelegt; darauf
werden die Gipssteine geschüttet, das Ganze wird mit einer Lebmkuppel
überwölbt. Der ausgebrannte Gips wird dann in der Tenne gedroschen
und gesiebt. Das so gewonnene Gipsmehl erbält einen Zusatz von fein
zerkrümelten Ziegelsteinen und Salz. Diese Masse wird mit Wasser und,
wenn möglich, mit Ochsenblut angerührt und in die Zwischenräume der
Balken der Zimmerdeckhe gegossen.
Ein großer Balken, der auf der Giebelwand aufliegt, durchzieht
die Mitte der Stube und geht durch den Pausgang hindurch bis auf die
Wand der Stallungen. Huf diesem Balken nun, sowie auf der Vorderwand,
der „Brustwand‘“ des Bauses und auf der Küchenwand ruhen in
einem Abstand von etwa so cm eine ganze Reihe von scharfkantigen
oder auch an der Kante eingekerbten Balken, die unter sich langgezogene
rechteckige Zwischenräume bilden. Statt wie sonstwo mit
Brettern wurden diese Zwischenräume hier mit der Gipsmasse (Estrich)
ausgefüllt. Dabei wurde ähnlich wie beim Derstellen von Betondecken
perfahren: Ein Brett aus Eichenholz, das form und Maße der auszufüllenden
Balkenzwischenräume aufweist und mit seinen positiv eingeschnitzten
Ornamenten die Funktion einer Polzmatrize hat, wird von
unten her etwa 10-20 cm tief in diese Zwischenräume gestemmt und
der Gipsbrei von oben her darauf gegossen. In der Regel wechseln zwei
perschiedenartig geschnitzte Bretter als Matrizenformen (s. Bd. I. S. 265).
Um die Reliefbilder, die alsdann im Spiegelbild erscheinen, beim Ablösen
der Bretter nicht zu beschädigen, wird deren Innenseite zuvor mit einer
dünnen Seifen-, Öl- oder fettschicht überzogen. Die Gipsmasse wird
rasch hart und trocken und zeigt nach Entfernung der Bretter einen einzigartigen
Schmuck, der umso wirkungsvoller ist, als sein weißes Reliefbild
pon den dunklen Deckenbalken gleichsam eingerahmt erscheint, Jedoch
nicht wie irrtümlicherweise in der Lothringischen Stube der Bohkönigs-.
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