auf Märkten und beim Glasbandel absetzten. Gerner hat heute noch
seine Freude an Glasmalerei und bedauert nur, den richtigen „Lack“,
die richtige Deckfarbe nicht mehr zu kennen, die sein Vater gebrauchte
und die ganz rasch fest und trocken wurde, sodaß die Bilder, ohne gebrannt
zu sein, sich bis heute einwandfrei erhalten haben.
5. 52. — Bellimer (Kr. forbach), Gastwirtschaft zum PDirech.
Als einstige Husspann- und Umspannstelle bieten die Stallungen dieser
Klirtschaft noch heute für etwa 100 Pferde Platz.
S. 56. — Settingen (Kr. Saargemünd). Aus den alten Kirchenfenstern:
Joseph schlüpft in den bunten Rock.
S. 58. — PBilsprich (Kr. fForbach). In der Kirche aufgestellte
Wendelinusstatue aus Polz. Im Pintergrund die uralte Wallfahrtskapelle
der hl. Oranna bei Berus (Saar), dicht an der lothringischen Grenze.
Pier lebte und starb vor 1300 Jahren die Schwester des hl. Wendelinus,
St. Oranna. Sie wurde seither in jener Gegend hoch verehrt und war
die Landespatronin von Deutschlothringen. (Vgl. DB. J. Becker „Von einer
Deiligen und ihrem Dorf, Orts- und pfarrgeschichtliche Gedenkblätter
über St. Oranna und Berus‘“,)
S. 62. — Iplingen (Kr. Saargemünd).
5. 66. — St. Hvold (Kr. Forbach). Einer der drei schönen Laufbrunnen
dieses idyllischen Städtchens, am Hufgang von der Pauptstraße
zum Nonnenberg gelegen. Den Brunnen krönt das umkränzte lothbringer
Kreuz. Die Ecke des dahinter liegenden Dauses ziert ein Madonnenbild
mit Yesuskind und Traube.
S. 70. — Saargemünd Burg. Huf dem „Schloßberg‘ (Südseite
der Altstadt) erhob sich die Burg, eine Schöpfung der Vögte, die
von 777 bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts die St. Denis’schen Abteigüter
an der Bliesmündung hüteten. Nach dem Hrchäologen €. Duber
301 sie schon im 10. Jahrhundert entstanden sein. Sie wurde 1510 umgebaut.
Ende des 16. Jahrhunderts (1592) wurde der zweite Stock neu
hergestellt, His Richelieu 1634 die Niederlegung aller festen Plätze Lothringens
verordnete, mußte auch das Saargemünder Schloß geschleift
werden. Um das Yabr 1680 ließ es Ludwig XIV. wieder herstellen. Es
konnte in dieser Form noch 200 Jahre weiter bestehen. In Friedenszeiten
war in der Folgezeit eine Kompagnie Veteranen darin untergebracht, seit
1798 benutzte es die Gendarmerie als Kaserne. Diese Bauten, wie sie
unser Bild zeigt, fielen um 1890 dem Eisenbahnbau zum Opfer. (Touba,
Ortsgesch, Lothr. Bd. 21, S. 80. Piegel, La Chätellenie et la Ville de
Sarreguemines de 1335 A 1630.)
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