blech gefertigte Kronen verschiedener Größe. Nach einem Brauch, den
man vom Mittelalter her kennt, setzen sich die Pilger diese Kronen
zum Schutze gegen Kopfleiden auf. Solche Kronen finden sich auch in
den uralten Wallfahrtskapellen Dreifaltigkeitsberg bei Saaralben, Lentzweiler
bei Machern, St. Oranna bei Berus.
5. 26. — Bliesgersweiler (Kr. Saargemünd). Turm der alten
Kapelle.
5, 28. — Wiesweiler (Kr. Saargemünd). feldkreuz am Achener
Weg, „Specher Kriz‘“ genannt, obne Jahreszahl. Inschrift: „Gelobt sei
Jesus Christus“, Im deutschsprachigen Ostlothringen haben die Wegund
feldkreuze platte form wie aus den Bildern Seite 24, 26, 28,
154: 225, ersichtlich ist. Dieses „Specker Kriz‘“ mit seiner Säulenform
bildet eine Ausnahme. Runden oder achtkantigen Schaft haben die Kreuze
im französischen Sprachgebiet. Im luxemburgischen Dialektgebiet Lothfingens
weisen sie bildstockartige Form auf, so die auf dem Backenberg
‘S. 159), in Königsmachern, Berg, Usselskirch, u. a. Nicht nur im Pausbau,
in Brauch und Sitte äußert sich demnach die Verschiedenheit der Sprach- und
Dialektgebiete als verschiedener Kulturgebiete, sondern auffallenderweise
auch in der Formgebung der Kreuze. Bezeichnend hierfür sind die zwei
Kreuze zu beiden Seiten des Eingangs einer Kapelle unmittelbar auf der
Sprachgrenze zwischen Parprich und Weiler: Das eine hat die für das
deutsche Sprachgebiet charakteristische platte, das andere dagegen die
für das französische Sprachgebiet charakteristische runde form, den
Säulenschaft. Viele der platten Kreuze im deutschen Sprachgebiet haben
als Abschluß Gott-Vater und den Hl. Geist; sie werden darum auch
Dreifaltigkeitskreuze genannt. Hndere tragen das Bild eines oder einer
besonderen Peiligen, dem oder der das Kreuz geweiht ist, wie z. B. das
Bild des bl. Pubertus, des hl. Wendelinus usw. Sie erhalten darnach ihren
Namen: Bubertuskreuz, Wendelinuskreuz usw. Die anderen etwa noch vorhandenen
Peiligenfiguren stellen sehr oft die Namenspatrone der Stifter
dar. In einer ausführlichen Studie befaßt sich Pfarrer Y. PD. Kirch,
Mölferdingen, mit den alten Feld- und Wegekreuzen in Lothringen.
$. 32. — Roth, Annexe von Hambach (Kr. Saargemünd). Pausanbau,
wie man ihn ähnlich bei ganz alten Gebäuden findet, wo er meist
als kleine Wohnung dient. Der auf dem Bilde dargestellte Anbau diente
der Witwe fFrisson, der in den V. WI. oft genannten „Bickel- Kaettel“
(s. Bd. LS. 283), einer unserer besten Volksliedsängerinnen, als Wohnung.
Sie konnte zwar weder lesen noch schreiben, wußte jedoch Lieder aller
Art, darunter die ältesten, die in Lothringen aufzufinden waren
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