Full text : Band 3 (3)

Nr. 87. — Wie soll ich tun? Vorgesungen von Pierre Herbeth,
Diefenbach-PHellimer ; Melodie von Ch. Wolber am 27. März 1932 aufgezeichnet.
 Das im Liede vorkommende Wort „Scheu“ weiß der Sänger
nicht zu erklären; sein Vater habe ebenso gesungen. Der Zusammenhang,
in dem es gebraucht ist, ließe am ebesten an „Scheit‘‘, Scheitholz denken.
„Weih* bedeutet Pühnerweih, Pabicht. Posen heißen bei Gerne „Buchsen‘‘.
Das Lied, das dem Inhalt nach schon im 16. Jahrhundert auf Fliegendem
Blatt verbreitet wurde, findet sich in Lothringen in mehreren Varianten,
560 bei Wax, Gelmingen; Theodor Fey, Fremersdorf. Baro und Manque,
Weiler, singen einen etwas abweichenden Text:
Ach Mutter, H{ebe Mutter mein,
5tb mir ein guten Rat:
Bs kommt mir alte Hbend spat
Bo{n) alter Knabe vor die Lad
Miie soll ich tun?

Ach Tochter, Hebe Tochter mein,
Den Rat den geb {ich dir:
Nimm du die lange Ofenstang
And schlag den Hiten, daß er sprang
Bo sollst du tun,

Ach Mutter, liebe Mutter mein,
3ib mir ein guten Rat:
38 kommt mir alle Hbend spart
Sin junger Knab vor die Lad
Zlie sol ich tun?

Adhı Tochter, Uebe Tochter mein,
Den Rat den geb ich dir:
Nimm du den Jungen in die Arm
And hat er kalt so mach ibn warm
30 sollst du tum.

Ach Tochter, Hebe Tochter mein,
Den Rat den geb {ch dir:
Zieh du die grüne Laden auf
And sperr' {bn {n das Hühnerbaus,
30 sollst du tun.

Ach Mutter, Hebe Mutter mein,
5ib mir ein guten Rat:
And wenn die Türe ränken tät
Und dann die Hühner schreien tät'n
AMie soll {ch tun?

Ach Tochter, H{ebe Tochter mein,
Den Rat den geb ich dir:
Zieh {hm die rote Hosen an,
Dann meinen die Bühner es war der
30 sollst du tum. {Bahn

Nr. 88. — frobe Stunde. Am 28. März 1930 von 3. Oblinger,
Meisenthal, auf die Walze gesungen und von A. Wernert aufgenommen.
Oblinger bezeichnet es als „Pochzeitslied‘“, Das Singen war ehedem bei
Hochzeiten ein Pauptbestandteil der feier, die oft tagelang dauerte.
Das „Repertoire“ setzte sich gewöhnlich zusammen aus dem „Ehestandslied“
 (Bd. II); „Graf fFriederich‘“ (Bd. I); „Graf Backewill“ (Bd. I) u. a. m.
Das Lied, das auch anderweitig bekannt ist, findet sich in Form
von Varianten mit derselben Grundmelodie noch vielfach in Lothringen,
so in Althorn-Pompey (Neu), Weiler (Manque), Altripp (Keib), Pellimer
(frau Nic. König), Wirmingen, fremersdorf (Fey), Großrederchingen
(Pr. Boffmann). Wax, Gelmingen, singt:

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