Full text : Band 3 (3)

Im Liederbuch des franz Lang beißt das Lied Seite 136:
n» Alles komt zu seinem ende
aber mein verlangen nicht,
wo ich mich hin kebhr und wende
alle freiheit mir entbricht,
mein verlangen steht in boffen
mein vergnügen bringt die zeit
und ich muß vergäblich hoffen
ch sehe die unmöglichkeit.

3. Unglück spant schon seinen bogen,
zület auf mi{ch seine peil
hat die scharfe schnur gezogen,
u durch schiesen mich in EN
Daß ich sollte von dir scheide,
himmel kann es möglich sein,
ıchau ob noch ein grösers Leiden
auf der ganzen welt mag sein.
;- Dir will ich mein unglück klagen
und bekennen in der still,
du bist schuld an meinen blagen
mir ist geschehen also viel,
weis doch nichts von Keinen Sünden
wann ich all mein thbım betracht
Kann auch kein ursach fünden
warum mich daß unglülck straft,

z. Rlieb und feilsen hohe berge
‘ünstre wällder Tüfes tbhal,
wülde thüre wasser wällen
Vogel Luft und — schall
helft mir meinen stand beweinen
;sehbet meines jammer an,
»elft ihr Felsen helft ihr steine
weil sonst niemand belfen kann.

Dem 1832 geborenen Schäfer M. Zerger in Freibuß (s. Bd. II, S. 201)
hat Fräulein L. Becker, jetzt Ordensschwester in Amerika, um 1907 folgenden
 Text nachgeschrieben:

Vergänglichkeit.

. Alles geht zu seinigem Ende
Aber mein verlangen nicht
Mo ich nure mein Auge hinwende
Da seb ich Schatten ımd kein Licht,
Reine Ursach’ die dät mich scheiden
Reine Mahrbeit, die da blüht
Ich muß leiden und muß schweigen
Das ist, was mir mein Berz betrübt.
z. Als {ich alt war von achtzehn Jahren
Da fang ich zu Heben an
And ich muß jetzt meine Herzliecbste
And soll mir nehmen [verlassen
Eine andere mein

3. Ich seind ihr allezeft getreu gewesen
Das müßt selbst und Zeugen setn
Und {ch soll jetzt meine Herzl{ebste verlassen
das kann mein Berz unmöglich sein.

4 Wenn mein Berzchen am fenster wär
Und sie könnte sehen hinein,
50 müßt sie sich doch erweichen
And wenn ibr Berz wär gleich wie ein Stein.

3, Wo ich gehen und wo {ch steben
And wo ich nuren mein Hugen hinwende
Da geseh ich meine Herzliebste verlassen
Dieweil ich nicht kann bei {hr sein-Nr.

 77. — Nach groß Trauer kommt groß Freud. Von
J. Keip, Altripp, vorgesungen und von Ch. Wolber am 24. Juli 1930
nachnotiert. Das Lied ist auch im Elsaß und in verschiedenen deutschen
Gauen festgestellt.

Nr. 78. — Wenn ich des Nachts vor dem fFeuerlein
steb. Am 7. Januar 1930 von N. Philippi, Schieresthal, auf die Walze
gesungen und von Th. Wolber aufgenommen. Besonders gut sang er
lie zweite Strophe und zwar sehr hoch, als wollte er damit das jähe
Aufsteigen des Rauches bis „hoch ans Firmament‘ andeuten.
            
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