Küchemagd hole mir eine halwe Maß Wein
Aber vom besten muß es sein. .
Stallknecht geh spanne mir meine Rösselein
Stell sie in de hinterste Stall. [aus
Rüchemagd mache mir meine Recdmung daber
Aas ich euch schuldig möcht sein
Vi{r zwei Sous Brod hat ihr zum Essen
Und 22 Kreuzer der Wein. [gehabt
3tallknecht geh spann mir meine Rößtein
Rüchemagd reich mir meinen Hut, [an
Daß ich noch einmal zum Fahren komm
Denn saufen tut niemals kein gut.
Und als {ch die Straße hinunter fahr
Schaut mir die Küchemagd nach.
Ei, el, was ein lustiger Fuhrmann
ist das, wär er numme noch einmal da.
N. Mouth, Steinbiedersdorf, sang noch ein anderes fFuhrmannslied,
das er von seinem Vater ber wußte und wie folgt am 6. febr. 1930
niederschrieb :
Ach Muter herzliebate
Schauen hin und schauen her
Dort komen so stolze fFuhrleut
5efahren daber.
Ach Muter
Die FfFuhrleut seint greutz brafe Leut
Die gehn am Abend spät schlafen
Stehn am Morgen früh auf
Da drinken sie den Kaffe
und den Schnäpschen darauf.
Der eine der gläppert mit den Gei{ßel
Er schwinket seinen Hut
Hch Muter, herzliebste
der gefält mir so gut,
Frau Wirthin
Was schenken sie uns ein
Ei den herzliebe Fuhrleut
tin gutes Glas Wein
Ach Tochter Ach Muter
Xas hast dann du gedenkt BGehn hohlen noch ein butel Wein
Das du dich an so Landstreicher das ich den herzliebe Fuhrleut
an son Fuhrmann bast gehänet. noch einmal eins achänke ein.
Die Päufigkeit des Vorkommens und die Beliebtheit der fuhrmannslieder
in Lothringen erklärt sich aus der Tatsache, daß früher viele
Bauern aus dem Fuhrgeschäft ihr Paupteinkommen bezogen. Sie brachten
die Produkte ihrer Peimat: Kohlen, Salz, Fayence, Glas usw. auf ihren
„Ruljewään‘‘ weithin ins Land.
Nr. 53. — Frisch auf zum fröhlichen Jagen. Vorgesungen
von Dapa Gerne am 30. Januar 1918 ; Notenaufnahme von Cl. Weber.
Sin Kunstlied, das in Lothringen vom Volke viel gesungen, aber auch
reichlich zersungen wurde. Papa GerngE hat es nach seinen Aussagen
auf der Gasse gelernt; bei ihm wird aus dem „Phöbus‘“ des mir vorliegenden
fliegenden Blattes die Venus — die „Sonne“, wie er sagte.
Franz Lang weiß mit dem „Phöbus‘ nichts anzufangen, läßt ihn daber
in seinem Liederheft einfach weg:
Die nacht fiat schon verschwunden
schon vieles angez. . .
Bei der blinden Theresgoth, die das Lied dem alten „Schmittbalser“
abgelauscht hatte, wird aus der „Diana Daus‘“ gar des „Onantas Baus‘.
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