‚Wo gehst herum bei finsterer Nacht?
Die Kinder gehören nach Daus.
Mein DBüttlein ist verschlossen zwar,
Magst immer klopfen drauß;
Denn ich mich hier allein befind,
Mag etwa sein ein loses Kind.
Ach nein, ich laß dich nicht herein.‘
„Ich bin ein Kind von hohem Stamm,
Von edler Schäferin,
Dab noch niemand nichts Leids getan,
Ganz fromm ich allzeit bin.
Ein Schäflein ich verloren hab,
Das muß ich suchen Tag und Nacht,
Bis daß ich es wiederum find.“
‚Ich glaub nicht, daB ein fremdes Schaf
Bei meinen sich befind.
Drum ich dir zwar die Pfort aufmach,
Bag mir, wer bist mein Kind.
Sag mir, wer ist der Vater dein,
Daß du so jung ein Dirt mußt sein,
Bo zart, so klein, so fein.‘
„Mein Vater ist von Ewigkeit
Und ewig währt sein Reich,
Sein eingeborner Sohn zugleich
Lch allzeit bin und bleib.
Yetzt merk nur auf mein Bitten bier:
Dein teure Seel, die ich begehr
Drum bin ich hier, schenk sie mir.
33