Full text : Band 3 (3)

Niemals bätte Weber in einem Schul- und Volksbuch so geharnischt
schreiben können, wenn er damit nicht der damaligen Volksstimmung
Ausdruck gegeben hätte, die auch ein anderer, aus freibuß (Kr. Forbach)
stammender Geistlicher, Louis Chomas (1853-1913) öfters zum HAus-Aruck
 brachte: „Bei uns haben die Leute 3814 die Russen als Befreier
begrüßt.‘“

Webers Huslassungen machen uns die Stimmung der Trauer und
Resignation verständlich, die in den beiden folgenden Liedern nachzittert:
„Die Schlacht‘ aus dem Liederheft des Jagdbüters N. Hltmeyer und das
„Grügs Lied‘ aus dem Liederheft des Schneiders franz Lang.

Die Schlacht

Brüder thut euch wohl besinnen, 8. Da die Statt in heller Flamme
den das Frübjabr fängt schon an, gänzlich war sie abgebrent,
3o werden wir zusammen bringen, dieses {st ja unerhört
mehr als hundert tausend Man, pon den Rußen ganz zerstöhrt,
die mit mir in’s Felde gehen, weil der Feind in dieser Statt,
Fremde Länder anzusehen, n{chts als Noth zu leiden hat,
den der Feldzug ist bereit
auf die Schönste zeit

Seht es kommen allen Morgen
pfele Rekruten ohne Zahl,
und dabei ist wohl zu Bemerken,
aß der Krieg auf’s neu fing an
alle Bantwerksleuten schaffen,
um des Kaisers Krieges Maffen,
wir nehmen die Waffen in die hand
und streiten um das Vaterland

Es hat ein mancher Teuer Vater,
seinen BHerzliebster Sohn im Felt,
er thät ihn gern noch einmal sehn,
er {st nicht mehr auf der Welt,
iteses thut {ihm weh {m DBerzen,
und macht ibm so große Schmerzen;
weil sein herzallerliebster Sohn
n dem Rußland ist verfrohren.

Grügs Lied

. Rekruden fanget man,
80 viel man haben kann
Boldat muß alles werden,
ıeV knecht oder m(ann)

Mann hört die Kannonen knal
Daß in die Luften schall
30 viel Kammeraden fallen
serlieren ihr gestalt.

Ach brude bist du daa.
von herzen bin {ch frob
3oldat muß alles werden,
{aß ist was ich dir dr(sb)

Gut nach mein schwester
und alle meine freund,
Boldad muß alles werden,
Mohl in der ganze welt,

und bruder,

5. Der vater weint um seinen schn
Die muter um ihr Rind,
Das weib das weint um seinen Mann
MIeil ste gescheidet sind

%

Als ich geschossen bin,
Xurf mann den Leib ins grab
Da stehen meine Cameraden,
thun mir drev schütz ins grab
Chun mir drey schütz ins grab
Auf meinen Leib dabin,
Ind sagt daB ich ein rechter,
Krücamann gewesen bin

7

43

Das Regiret in der welt.
Die fFalschheit um das Geld.
Der Reiche kann sich helfen,
Der arme muß ins feld.

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