Full text : Band 3 (3)

ufgewenn un der Schandärm vun Francaltroff, der Tempelmann, wu
durchgeritt isch, hat uns ufgeluschtert, isch no erin kumm wie m'’r
fertig ware un bat mir un noch em e annere e Protekoll gemacht, wel
m’r ‚verhungerte Preuße‘ g’sung bhann. ’s hat wohl numme drei Mark
koscht, awer ’s war immer e Protekoll.“
In einer Niederschrift des Liedes, die mir später gleichfalls aus
Wlirmingen zuging, heißt es: „Cie die Russen und Kosaken in Paris
hinein gehn.“

Am 6. Februar 1933 hörte ich das Lied von der 65jährigen Näherin
Benriette Steiner in Walscheid singen, die es von ihrer alten Tante
g:lernt hatte. Diese Tante hatte, wie mir die Steiner erzählte, das Lied
auf dem Jahrmarkt in Zabern gekauft. Huf dem Peimweg bemerkte
sie, daß ihr die „‚Wies‘“ entfallen war. Sie ging deshalb nach Zabern
zurück, um es nocheinmal zu kaufen. Erstand man sich nämlich ein
solches Blatt — es kostete 2 Sous —, dann wurde einem die „Wies‘“
jedes Mal vorgesungen.
Ihre Melodie ist jedoch von der von frau Hdrian gesungenen völlig
verschieden und auch weniger wertvoll.
Bie sang: „Wie muß ich mit meinen Augen sehn,
Wie Bettelbuben in Paris eingehen.“
und: „Als Napoleon {m Kuntras saß,
Bat man auf ibn schon großen Haß.“

Demnach steht fest, daß dieses Lied mittels Fliegender Blätter
im Lande verbreitet wurde, wie auch die beiden nachstehenden, die bei
Anton Weiß (1795-1873) in Saargemünd gedruckt sind. Das zweite — vom
alten Napoleon — gibt Comte de Puymaigre, Folklore (1855, S. 171/172)
wieder:

Zwei schöne Lieder.

„ Wie die Sonne am Bimmel glänzt, etc.
:, Lm Garten zu Schönbronnen, etc.

Das Erste.

Lied vom jungen Napoleon.

Alie die Sonne am Himmel glänzt,
50 wird in der Geschichte
Sin Nam’ mit Rubm und S{eg bekränzt,
Die Nachwelt fortberichte ;
Der Name beißt Napoleon,
Br hatt’ einen einzigen Sohn,
Der mußt’ nach vielen Leiden
Früh von der Welt absacheiden.

“.
Sein Aug’ sieht nicht der Sonne Strahl,
Der Held im Grab bedecket;
Dort in der Gruft nur sein Denkmal
Bezeugt uns kaum die Stätte
Am fernen Inselstrande,
And nicht in seinem Lande,
Huch nicht beit seinen Kriegern
Auch nicht bei seinen Si2gern.

3A)
            
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