Full text : Band 3 (3)

Schünerhansels Lied
Durch die welt bin {ch gegangen 5. Gute nacht vater und mutter
bis man mich hat aufgefangen. gute nacht schwöster und bruter
Bie führen mich zur Stadt hfenefn, Waschet eure händ {n meinem blın
da muß ich gefangen sein, Der gute freund sein mir alle gut
In dem thurn hab ich gesessen,
Schlechte speis hab ich gegesse,
bis auf den allerletzten tag.
Da ich nichts mehr Essen mag.

%.

6. Johannes Büchler {st mein nam
22 sein meine jahren
3 tag 3 stund vor mein end,
Empfang ich das bei(lig Sakrament

Auf das Rüchthaus tbum sie mich führen 7.
Ruf alle wöärtlein examiniren
5ie führen mich zur Stat hienaus
Alle wortlein fragen sie mich aus

Das gericht wollen mir besteigen
Jesu maria sein mein zeugen
Jesu marla ruf ich an
daß sie meiner nemmen an.

Klaas würten dan mein Eltern sagen 8, Das gericht wollen mir betreten
Mein sie hören so harten Klagen 5 vater unser wollen mir beten
Das {ich in meine jungen jabr 5 vater unser insgemein
Schon soviel bös hab gethan. Daß mir gott genädig sel.

Anmerkung: „Dem Gott Gnad“ heißt es nach dem Namen der Toten auf einer
Reihe alter Srabsteine aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts (1620-1630) auf dem Kirchhof
von Wintringen (Kr. Chäteau-Satins).

Pistorische Lieder.

Nr. 30. — Napoleonslied. Huf die Walze gesungen von Frau
Hdrienne Hdrian geb. Unzeitig, Rechicourt; Melodieaufnahme von
Ch. Wolber am 16. Dez. 1929. — frau Hdrian stammt aus Wirmingen;
seit mebr als 40 Yabren lebt sie in REchicourt, im französischen Sprachgebiet,
 als PBebamme. Eine hervorragende Volksliedsängerin, deren
Sangesfreude und Liebe zum ererbten Liedergut die vier Jahrzehnte ihres
Aufenthalts inmitten einer französisch sprechenden Umgebung keinen
Eintrag tun konnten. Am 7. Dezember 1933 erkundigte sie sich nach
dem Erscheinen des vorliegenden III. Bandes der „‚Verklingenden Weisen‘
„Bin sehr frob, die Bücher noch zu seben, ehe ich sterbe.‘“

Es war mir längst aufgefallen, daß die ältesten Volksliedsänger
80 wenige Napotleonslieder wußten. Um nach dem Grund hierfür zu forschen,
 zeigte ich Papa Gerne, der über einen Liederschatz wie kein anderer
sonst verfügte und fast alles aufnahm, was ibm zu Ohren kam, am
ı. Mai 1918 ein bei Anton Weiß in Saargemünd gedruchtes Fliegendes
Blatt: „Zwei schöne Lieder‘

„ Wie die Sonne am BPimmel glänzt.
2. Im Garten zu Schönbronnen.

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