„Schüssel“ soll wohl Ersatz sein für das unaussprechliche Wort,
das Wax aber ganz unverblümt singt. Wenn’s den Pilatus in Lotbringen
nach Branntwein gelüstet, statt wie sonst nach Wein, dann
wohl daber, weil in Lothringen gar viele feine Schnäpse gebrannt
werden”
Nr. 16. — Jo seppellied, auch „„Yakobslied‘“ genannt. Vorgesungen
von Nie. Baro, Heiler, am 30. Januar 1931 und von A. Wernert nachnotiert.
Das Lied ist auch in Wirmingen und Ersdorf festgestellt. In
Martbille (Kr. Chäteau-Salins) singt die bei der Besprechung des Kroneliedes
(Nr. 9) bereits erwähnte, 1850 geborene Witwe Estelle eine
complainte de Joseph mit 87 sechszeiligen Strophen noch in ihren alten
Tagen völlig auswendig.
Ebenso singt sie ein 28 Strophen zählendes Alexiuslied, dessen
seltene alte deutsche Fassung sich in zwei Bruchteilen erhalten hat, wovon
der eine mit dem Anfang des Liedes in Gottschee — deutsche Sprachinsel
auf dem Krainer Karst, wohin vor 600 Jahren Süddeutsche ausgewandert
sind — aufgefunden wurde ; den anderen sang, mit Fortsetzung
md Schluß, in WMalschbronn (Kr. Saargemünd) die blinde Theresgoth
(s. V. WI. Bd. IL S. 49; 31). Diese arme alte Blinde sang auch eine
Variante des Yoseppelliedes, das Th. Wolber am 7. Juni 1932 von der
Walze nachnotierte:
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