Nach Angabe des Volksliedarchivs freiburg kannte man gemäß
einem Breslauer Verzeichnis dieses Lied schon 1764 von einem fliegenden
Blatt her. Huch im Elsaß (Alsatia 1853) ist es bekannt. Im „Wunderborn“
steht es unter dem Titel „Der PBPimmel bängt voll Geigen“
(Badisches Volkslied). Goethe bemerkt hierzu: „Eine christliche Cocagne,
nicht ohne Geist, Aussicht in die Ewigkeit.“
Nr. 14. — Ritter Sent Jerry. Am ı2. April 1931 vorgesungen
von Wirt Jobann Nikolaus Bintz aus Weiler und von Ch. Wolber an
Ort und Stelle nachnotiert. Das Lied ist nur mehr ein Bruchstück und
zwar der Schluß von einem der alten Georgslieder, deren man bereits im
17. Jahrhundert in Gebetbüchern manche findet; sie sind selbst aber
viel älter. St. Georg (4. Yahrhundert), im Mittelalter (im 6. Jahrhundert
bereits in Trier) als Märtyrer und Nothelfer viel verehrt, bat nach
der Legende die Stadt Silena in Lybien von einem „erschröcklichen Drack“
befreit. Tiere und Menschen mußten diesem „Drach‘“ zum fraß gebracht
werden und schließlich auch die Königstochter. Da aber kam Ritter Sent
Jerry und rettete sie, indem er den Drachen mit seiner Lanze durchbobrte.
Zur Belohnung will der König ihm alles geben, das halbe Königreich und
selbst seine Tochter. Doch er will nur eine Kirche.
Glücklicherweise konnte noch folgende ausführliche Fassumg d:s
Liedes gleichfalls in Weiler festgestellt und von Pfarrer Brill einer
Frau nachgeschrieben werden, die es ibm am 4. Oktober 1933 aufsagte.
„Die frau‘, schreibt er, „heißt Rosalie Roschbach , geb. Dillchen, geboren
1872. Sie ist ob ihrer Dicke kurzatmig und bettlägerig; das Lied bat
sie von ihrer Mutter, die viele Lieder kannte und sie beim Spinnen zum
besten gab.“ Singen konnte sie das Lied leider nicht mehr-Lied
vom Ritter Sankt Jerry und
dem feurigen Drachen.
Der König, er gab die Kund in seinem Land —
[hüf Maria
Wer Mut hat zu erlegen den feurigen Drach? —
[mit Gott und Marfa.
Der König die Stadt beflaggen HeB4s
Die ganze Stadt in Trauer liegt.
Ritter Sankt Jerry zum Könige ritt:
Mas ist das für ne traurige Geschicht?
Der das Abenteuer bestehn oder erlegen will —
[b. M.
Der soll seine Tochter zur Gemahlin han —
[m. 6. v. M.
Der Ritter Sankt Jerry ins Land hinein ritt;
Die Kunde ihn alsbald antrafı
— „Schon sieben Jahr ein feuriger Drach
Mein Land umzingelt bat.
Und alle Tag eine Yungfrau frißt;
Die letzte meine Tochter {at‘‘.
OÖ