fand. Ein guter Kenner unseres Lothringer Landes schreibt mir: „Im
Monat Mai gehen in der Gegend von Sierck-Busendorf-Bolchen die Mädchen
„Kronen beischen‘“, sie sammeln namentlich Eier und Geld, zur Ausschmückung
des Marienaltars, besonders Sonntags nach der Vesper, auch
Samstagnachmittags, seltener Donnerstags. „Deischen‘“, ‚„‚häschen‘ ist
der landesübliche Husdruck für betteln. Eines der Mädchen, die „Braut“,
ist gewöhnlich weiß gekleidet; es trägt auf jeden fall ein Kröänchen auf
dem Paupt. Beim Eintritt in ein Baus singen sie:
Beut’ kommen wir gegangen,
Wlir sind von Gott gesandt,
|: Wir heischen zu der Kronen
Und stehn in Gottes Pand !/
In Kirchnaumen singen die Mädchen in der Mundart ı
Lei (hier) kommen mir (wir) gegangen,
Mir sinn eraus gesandt,
Mir heischen zu ’er (einer) Kroen (Krone),
Mir stehn in Gottes Hand,
Ze Naumen (Kirchnaumen) in der Kirchen
Maria soll se (ste) troen (tragen).
Wenn sie dann nach einigen Marienliedern („Jungfrau wir dich
grüßen‘‘, „Maria zu lieben“ u. a. m.) die Gaben empfangen haben, singen
sie:
Wir danken euch für eure Gaben,
Die ibr uns habt getan;
Ihr werdet mit eurer Seele
Yar Zeaus kommen stahn.
Und dann folgen zum Hbschied die Verse:
Gott sei euer Dank,
Gott set euer Lohn;
Maria mit ihrem lUeben Sohn,
Sie werden euch geben den ewigen Lohn.
Unter dem Stichwort „Maibraut‘“ hat Kaufmann PD. Yacquemoth,
Longeville, im Juni 1914 folgende, im Metzer Bezirksarchiv aufbewahrt«‘
Hufzeichnung gemacht:
„In Mallingen (Kreis Diedenhofen-Ost) gehen seit uralter Zeit am
ı. Mai junge Mädchen zur Schmückung des Marien-Altares ‚sammeln‘.
Wenn sie nach Hbsingen von zwei oder drei Marienliedern etwas erhalten,
sprechen sie:
Wir bedanken uns eurer Gaben.
Mit der Zeit getan,
Xhbr sollt mit euren Seelen
Vor Jesu kommen stehn,
PN
Da