Nr. 6. — Jesus am Kreuze. „Ich weiß ein schöner Garten“ —
mit diesen Hnfangsworten benannt, sang „Bonifaze finnel‘““ (siehe Nr. 2)
das Lied am 16. November 1928 ihrem Pfarrer Gustave Scholving vor,
der ihr auch Wort und Weise nachschrieb.
Ein schönes altes Lied über die Zuflucht, die wir zum Kreuze
nehmen sollen, findet sich in dem 1792 in Blieskastel bei Philipp Leonard
gedruckten Liederbuch: „Hndächtige Lobgesi.ange zum Gebrauche in der
Dfarrkirche in Blieskastel‘;
ler sich des Mayen freuet, zu dieser heiligen Zeit: der geh zu Jesu Christo der
n dem Mayen leit: leit, so findt er wahre Freud.
Den Mayen den {ch meine, der {st der liebe Gott, der hat für uns alleine, gelitten
achtmpf und Spott: Spott. dazu den bittern Tod.
Bo geh'n wir zu dem Kreuze, und seh’n den Mayen an: er steht in voller Blüthe,
das Tropfweiß von ihm rann: rann, bis auf die Erd binan.
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Sieh an, o Christ den Mayen, der steht in voller Bluth, soll d{ch dis nicht erfreuen,
daß Gott dein höchstes Gut: Gut, dich also lieben thut.
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Den Mayen thu umfangen, umfang den beiligen Baum: daran dein Beyl thut
hangen, dein Schatz und Bräutigam: aam. wohl an des Kreuzes Stam.
Im ganzen gelobten Land, davon die Schrift uns Sagt, kein solcher Baum gestanden,
der solche Früchten tragt: tragt. drum 92V Gott Dank aesaat.
fr
Die Frucht so hie thut hangen, die hat ein solche Kraft, daß sie das Gift der
Schlangen, aus Seel und Leib abschaft: schaft. durch ihren edlen Saft
© Christ herzu thu kommen, schau an den Befland dein: schau wie sefn Farb benommen,
dem Maver-Blümlein: lein. dem edien Röselein.
Schau wie die Seit durchstochen, mit einem scharffen Spieß, schau wie se{n Berz
zerbrochen, schau wie das Rlut abfließt: FlieRt. und alle Welt beoießt.
106.
Dies ist ımser Begehren, daß dies so theure Blut, uns allen wol beschehren, das
’wig himmlisch Gut: Gut, das freuet Herz und Muth.
a.
Jesu, du schöner Mayen, du edies Bilümelein: du wollst uns all erfreuen, durch
Reinen Tod und Pein: Dein, und führen zum DBimmel ein.