Full text : Band 3 (3)

und Enkei vor, von denen er ganz besonders den jüngsten ins Derz
geschlossen hatte: ‚Dies isch e scharmanter, gscheiter Keri. Der versteht
grad alles was ich sa, wann er a nit redde kann wie ich.“
Zur ungestörten Aufnahme der Volkslieder gingen wir beide in
ein Zimmer, der PDhonograph wurde aufgestellt und Papa Neu sang nun
stolz seine Lieder auf die Walze. Als der Hpparat die Lieder wiedergab,
da war des Staunens kein Ende. frau und Kinder, alle wurden berbeigerufen
 und alle bestaunten das Wunderding, aus dem Vaters Stimme
so treulich wiederklang. Alle Lieder, die er wußte, konnte ich jedoch
nicht aufnehmen. Er wurde allmählich müde und mir fehlte die Zeit.
Mit jedem Volksliedsänger müßte man längere Zeit gemütlich zu-Banımensein
 können, um die Lieder so aufzunehmen, wie die Stunde
sie ihm eingibt und der Gegenstand der Unterhaltung ihn dazu anregt.
Zuhause mußte ich jedoch feststellen, daß ich noch das eine oder
andere Lied hätte aufnehmen müssen. His Soldatenlied hätte ich z. B.
Toigendes im ILI. Band der V. II, nicht missen wollen:

Kriegstiied
Ach Gott, wie ist der Bimmel so rot, rosenrot
Klic eine Glut rosenrot, wie eine Glut:;
Das bedeutet Soldatenblut
Das vergtieBßen tut.

Vater, ıch bin euer Sohn,
Belfet mir mit Geld davon,
Beifet mir mit Gut oder Geld,
Daß ich nicht brauch’ ziehen in das feld
Und darf bleiben hier.
Ach Sohn, du mein lieber Sohn,
Belfen will ich dir davon,
Beifen will ich dir mit Gut und Geld,
Da3 du nicht brauchst ziehen {n das feld
Und darfst bleiben hier.

Vater, aas ist ein Mort,
Aber ich muß reisen fort.
Kann kommen wir wieder zusammen ?
In Ewickeit.

Zu dem Lied fehlte mir jedoch die Melodie. Ein Lied ohne Melodie
ist aber kein Lied.
DBerr Dr. Ittenbach, der Anfang März 1931 wieder auf einige Tage
nach Pambach kam, fuhr eigens nach Dompey, um Papa Neu dieses Lied
auf die Walze singen zu lassen. Das war am 8. März. Doch am Abend
kam er mit der Trauerkunde zurück: „Papa Neu ist tot und seit zehn
Tagen schon begraben.“

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