Full text : Band 3 (3)

Mittlerweile hatte die Frau des anderen Sängers gehört, daß die
beiden in der Wirtschaft sitzen und singen. Gleich war sie auch schon
da und fuhr ihn an: „Est-ce que ce n’est pas honteux de chanter me&me
le jour des morts!‘“ Er aber gab schlagfertig zurück: ‚Mais moi je ne
3uis pas mort‘, — und sie sangen ungestört ihre schönen alten Weisen
zu Ende.

am Näberes über Papa Neu und seine Lieder zu erfahren, schrieb
ich dem mir bekannten Saargemünder Studenten PD. Piegel, der an der
Nancyer Universität bei Darisot Lothringische Geschichte hörte, er möge
sich doch bald einmal nach Pompey begeben, wo Papa Neu neben der Kirche
wohne, und sich nach ibm und seinen Liedern erkundigen, Kurz darauf
erhielt ich durch PDerrn Piegel Bescheid über die außerordentlich freund.
licbe Hufnahme, die er bei Dapa Neu gefunden hatte, und von der reichen
Liederernte, die da in Hussicht stand. Einige Wochen später besuchte
mich der für das lotbringische Volkslied interessierte Frankfurter Student
M. Ittenbach, um weiteres Material für seine Doktorthese „Mebrgesetzlichkeit,
 Studien am deutschen Volkslied in Lothringen‘‘ zu sammeln.
Lch bat ihn, Papa Neu zur Feststellung seiner Volkslieder in Pompey aufsuchen
 zu wollen. Mit einer ganzen Reibe von Liedanfängen kam er
zurück, sowie mit der Nachricht, Dapa Neu wolle mir die Lieder gerne
aufschreiben und zuschicken. Bald hatte ich zwanzig solcher Lieder.
Ich brauchte nur das eine oder andere zu verlangen — gleich war es da:

} 20 ©
AM oa: se SO,
Mens ich fu ch «JE
A zz

Z, 8

’
„ve

2

Zur Melodieaufnahme der wertvollsten dieser Lieder fuhr ich am
28. Juli 1930 mit meinem DPhonographen auf dem kürzesten Weg nach
Pompey. Bei Oriocourt begegnete ich einem befreundeten Geistlichen,
der, als ich ihm sagte, ich führe nach Dompey deutsche Volkslieder holen,
lachend erwiderte: „Hlors on ne peut pourtant pas dire que vous les
eherchez en Allemagne.‘ Nach zwei Stunden war ich an der Kriegszone
(1914 — 1918) vorbei in Dompey und fand Dapa Neu an der Meurthe beim
Grasen für seine Ziegen. Wir waren beide froh uns zu treffen; kannte
er doch als Landsmann meinen Vater. Huch wollte er möglichst viel über
seine Bekannten in der Deimat erfahren. Er stellte mir frau, Kinder

2785
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.