dort nach dem Kriege mit Hilfe des rheinischen Urstoffes großgezogenen
eigenen Industrie, nie mehr erreichen.
Vergleicht man endlich bei der feuerfesten Industrie noch
aus dem Gesichtspunkt der Strukturveränderungdes
Arbeitsprodukts die heutige Lage mit der der Vorkriegszeit,
so hat hier die Rationalisierung einmal feststehende
Qualitätsbegriffe und einheitliche Abmessungen — Typen — in
ihr für die einzelnen Erzeugnisse geschaffen. Das ist eine Erleichterung
ihrer betriebswirtschaftlichen Situation, Es werden
aber auch anderseits von den Abnehmern heute beim Verhüttungsprozeß
größere Anforderungen an den Wert der Erzeugnisse
gestellt, die verteuernd wirken, Die einschneidendsten
Struktur veränderungen aber sind die Schwierigkeiten,
welche den erwähnten zahlreichen kleinen freien Unternehmern,
die bisher vorherrschend waren, durch das Eindringen
der Schwerindustrie in ihren Bereich entstanden.
Denn auch die inländischen Firmen der Schwerindustrie, besonders
die Hüttenwerke, haben sich eigene Fabriken für
feuerfeste Steine fest angegliedert, Es trat also auch in
diesem Betriebszweig die binnenwirtschaftliche Bindung ein,
die wir bei der Eisenindustrie bereits kennenlernten, die
steigende Verflechtung der rheinischen Industriezweige untereinander
und mit solchen aus dem rechtsrheinischen Deutschland;
zeigte sich wiederum, und auch, wie wir sehen werden, verschiedener,
wenn auch verwandter Branchen. Diese Bindung
wurde ermöglicht durch den vorangegangenen Zusammenschluß
der Hauptverbraucher selber, also der Schwerindustrie des Ruhrgebietes,
zu den bekannten großen Konzernen, Von ihnen gliederten
sich dann als Werk für Chamottesteine an der Klöckner-Konzern,
zunächst das schon erwähnte außerhalb des eigentlichen
örtlichen Bezirks des Vorkommens der feuerfesten Tone
belegene Ehranger Werk, das ehemals den Vereinigten Servais
Werken A,-G. gehört hatte, In erster Linie aber gingen die
Vereinigten Stahlwerke A,-G, zur Gründung eigener
Fabriken für feuerfeste Steine am Standort über‘). Der ganze
*) Gleichartige besondere Interessengemeinschaften bestehen z.B.
weiter unter anderem jetzt für den Spicherton (bei Troisdorf
zwischen Beuel und Köln) zwischen dem Spich-Konzern, Phönix,
Stahltrust und van der Zypen in Wissen; dann zwischen den rheinischen
Chamotte- und Dinaswerken in Mehlem bei Bonn und dem
Klöcknerkonzern, zwischen der Kruppschen Tongrube und Chamottefabrik
in Witterschlick und der Fried. Krupp A.-G, in Essen. Endlich
sind einschlägige Werke auch in den Besitz eines ausländischen
Konzerns gelangt. Die Antweiler Ton-Chamotte-Werke, die Stein- und
Tonindustrie-Gesellschaft Brohltal in Burgbrohl arbeitet heute für die
Luxemburger Hochöfen des Arbed-Konzerns, denen sie angegliedert ist.
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