zur Herstellung von Klinkersteinen ebenfalls dorthin, nämlich
nach Witterschlick bei Bonn, zu verlegen. — Nach diesen noch
in den Rahmen der Standortbeschreibung der
Industrie einzureihenden Ausführungen wenden wir uns nun zu
unserer eigentlichen Aufgabe, nämlich zu dem Versuch, die
Veränderungen in der rheinischen Wirtschaft der Steine
und Erden seit Kriegsausgang zur Darstellung zu bringen.
Die Wirtschaftsgeschichte der einzelnen Betriebszweige
dieser Industrie zeigt in der Nachkriegszeit im einzelnen
folgenden Entwicklungsgang, Die Basaltindustrie, die
HartsteinindustriewiedieBasaltlavaindustrie,
sind die Betriebszweige, die neben Hochbauten in erster
Linie die Lieferung von Wegebaumaterial zum Gegenstande
haben, also Pflastersteine, Werk- und _Bordsteine,
Schotter, Kleinschlag und Splitt. Nachdem bis zu Beginn
1924 die Inflation eine außerordentliche Vernachlässigung
aller Wegebau- und Wegeinstandsetzungsarbeiten erzwungen
hatte, setzte von da ab allmählich eine neue Wegebautätigkeit
im Inland ein, und insbesondere im Rheinland, dessen Straßen
durch den Automobilverkehr der Besatzung besonders in Mitleidenschaft
gezogen worden waren und dauernd weiter werden.
Es schlossen sich hieran an die Anforderungen für das Arbeitsbeschaffungsprogramm
der Regierung und für das Wegebauprogramm,
dessen Ausführung notwendig wurde, um neue
Wegeverbindungen in den Grenzgebieten herzustellen, deren
bisherige Verbindungswege durch den Friedensvertrag abgeschnitten
worden waren, Aus diesen Gründen hat sich der
Inlandsabsatz der Wegebauindustrie wieder gehoben, und
er trat in den Vordergrund, Dagegen lag es anders mit dem
Auslandsabsatz, Hier ist Holland vor allem früher seit
langem ein fester Abnehmer gewesen, der für seine zahlreichen
Wasserbauten des rheinischen Steinmaterials nicht entraten
konnte. Der Grund dafür, daß das Rheinland aus diesem Geschäft
in der Nachkriegszeit verdrängt wurde, das es heute
ohne genügenden Erfolg wieder zu erobern versucht, ist in den
hohen Frachtsätzen der französisch-belgischen Eisenbahnregie
in Deutschland 1923/24 zu erblicken; gerade für die
Wegebaustoffindustrie als einer Massenfrachtware von hohem
Gewicht und relativ geringem Preise ist die Höhe der Frachten
von ebenso ausschlaggebender Bedeutung wie für Kohle und
Erz, Die rheinischen Wasserbausteine wurden in Holland
ersetzt durch belgische und schwedische Steine vor allem,
die mit billiger Seefracht nach Holland kommen, und daher zu
niedrigeren Sätzen angeboten werden können als rheinische
Steine. Im Zahlenbilde ist die Auswirkung des Gesagten auf
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