inländisch gebliebenen Gebieten besonders organisiert werden,
bevor er möglich würde, sei es für den Absatz ins Saargebiet,
sei es für den nach anderen innerdeutschen, weiter entfernt
liegenden Konsumzentren, etwa Frankfurt am Main, Dies aber
macht gerade dort die allergrößten Schwierigkeiten, einmal weil
es sich, wie gesagt, um sehr viele Einzellandwirte in Kleinbetrieben
handelt, zum zweiten aber, und das ist das Entscheidende,
weshalb die Organisation besonders schwer in Gang
zu bringen ist; es fehlen in dem Gebiete, um den genossenschaftlichen
Zusammenschluß zunächst einmal herbeizuführen und
die abzusetzenden landwirtschaftlichen Produkte zu sammeln,
die Quer verbindungen durch das bei Deutschland verbliebene
Gebiet, da eben hier bisher aller Verkehr auf die
Nordsüdrichtung ;zu den gewohnten Absatzgebieten an der
Saar eingestellt war, — Die Frage der Ilandwirtschaftlichen
Absatzkrise ist also auch hier in diesem südlichen
Saargrenzgürtel weitreichend eine Folge der Verkehrsnot,
oder richtiger ausgedrückt, sie ist zwar nicht
deren Folge, sondern eine Folge der neuen Grenzziehung, aber
auch sie ist nur zu beheben bzw. zu lindern durch Schaffung
bzw. Durchführung (denn es ist ja ein solches Projekt bereits
in der Ausführung) eines neuen Wegenetzes parallel der neuen
Grenze, die, da sie nach rein politischen Gesichtspunkten gezogen
wurde, die ganzen bisherigen Verkehrsverhältnisse umgeworfen
hat. Nimmt man zu diesen objektiven Verkehrsschwierigkeiten
hinzu die Hemmung des Kleinbauern, sich mit
einer ausländischen, fremdsprachlichen Zollbehörde in Verbindung
zu setzen, oder sich bei Beteiligung an einer Sammelstelle
durch ein Bankkonto bezahlen zu lassen, und endlich
die Kaufkraftschwäche des bisherigen Absatzgebietes durch die
Frankeninflation, an das unter Überwindung all dieser Schwierigkeiten
geliefert werden sollte; so wird man die Gründe für die
Agrarkrise — die Absatzkrise — im Saargrenzgürtel ungefähr
erschöpft haben. Einige kurze statistische und sachliche Angaben
sollen für das Gesagte noch zum Beleg dienen.
Im Kreise Saarburg gehören zu den Betrieben der KleinlJandwirte,
deren genossenschaftlicher Zusammenschluß so
erschwert ist
unter 2 ha zwischen 2 und 5 ha zusammen
45,05 v.H, 35,99 v.,H. 81,04 v.H.
im Kreise Merzig, aus dem der Restkreis Wadern entstand,
unter 2 ha zwischen 2 und 5 ha zusammen
64,16 v.H. 21,94 v.H. 86.10 v.H.
57