im Westen noch am günstigsten dasteht. Während der normale
Auftrieb etwa 4000 Schweine früher war, gibt es jetzt Markttage,
an denen infolge der Auslandszufuhr 9000 Schweine neben
1000 Stück Großviehaufgetriebenwurden. Daneben aber kommt
heute noch eine Zufuhr von 30 Waggons Gefrierfleisch und
Frischfleisch aus Holland, Belgien und Frankreich nach dort;
alles in niederdrückender Konkurrenz für die rheinischen Viehmäster,
In den Städten des Industriegebietes ist der einheimische
Rindviehauftrieb fast ganz zurückgedrängt,
die Züchter versuchen den Verkauf gar nicht mehr; statt
dessen erreicht die ausländische Fleischzufuhr (geschlachtete
Viehzufuhr) zwischen 65 bis 80 v. HH, Düsseldorf hatte
auf einem beliebig herausgegriffenen Frühjahrsmarkt (12. März
1928) einen Auftrieb von nur 264 Stück Rindvieh; Essen von
198 Stück, dagegen baute man in Düsselderf, ein Kennzeichen
für die völlige Umgestaltung der Lieferungsart dort, eine neue
Kühlhalle für ausländisches Fleisch. — Man sieht aus diesen
Veränderungen, daß die gesetzlichen Einfuhrerleichterungen für
Fleisch, die 1923 geschaffen wurden, in erster Linie der
Grenzlandwirtschaft als Wegnahme ihres Absatzgebietes
zur Last gefallen sind, was aus der Frachtlage leicht
zu erklären ist, die dem Ausland die Erreichung der rheinischen
Märkte ermöglicht, '
Von den räumlichen Schäden der rheinischen Landwirtschaft
als Grenzlandwirtschaft im engsten Sinne nun,
d. h. den spezifischen agrarischen Schäden bestimmter Grenzstriche,
die darunter besonders gelitten haben, daß die politische
und insbesondere die Wirtschaftsgrenze durch den
Friedensvertrag sich verschoben hat, ist kein Bezirk unmittelbar
an der neuen Wirtschaftsgrenze ganz verschont
geblieben. Im Norden beginnend ist der erste Landstrich,
auf dem sie sich vollzogen haben, an der neubelgischen
Grenze in den preußischen Gebietsteilen zu finden,
von denen Eupen und Malmedy unmittelbar abgetrennt
wurden, — Hier steht an der Spitze die Verkehrsnot. Die
Landwirtschaft der dort angrenzenden bei Preußen verbliebenen
Kreise Monschau, Schleiden, Prüm — die fast rein
ländlichen Charakter haben — wurde besonders getroffen dadurch,
daß bei der an die sogenannte Volksabstimmung sich
anschließenden Grenzregulierung die Nord/Süd verlaufende
Bahnlinie Burgreuland—St, Vith mit den Bahnhöfen Burgreuland
und Steinebrück von der Grenzfestsetzungskommission
ganz Belgien zugesprochen wurde und damit für die Verfrachtung
der landwirtschaftlichen Produkte (wie von Personen)
der Westeifel, die seit langem auf diesen Verkehr eingerichtet
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